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	<title>Risikoscheu Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Fri, 26 Aug 2011 07:01:01 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Gold: Hat es sich ausgeglänzt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 07:01:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eines gleich vorweg: Ich habe eine Long-Position in Gold. So wie vermutlich mittlerweile viele Bundesbürger. Nein, nicht aus Gründen der Spekulation, sondern aus Sicherheitsaspekten. Für den Fall, dass in der Eurozone oder auch anderswo in der Welt tatsächlich etwas Dramatisches passieren sollte. So gesehen, sollte mir die Wertentwicklung des gelben Metalls eigentlich relativ egal sein, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eines gleich vorweg: Ich habe eine Long-Position in Gold. So wie vermutlich mittlerweile viele Bundesbürger. Nein, nicht aus Gründen der Spekulation, sondern aus Sicherheitsaspekten. Für den Fall, dass in der Eurozone oder auch anderswo in der Welt tatsächlich etwas Dramatisches passieren sollte. So gesehen,<span id="more-2337"></span> sollte mir die Wertentwicklung des gelben Metalls eigentlich relativ egal sein, aber ich habe mich natürlich gefreut, als die Preise während der vergangenen Wochen auch gegenüber dem Euro mächtig in die Höhe schossen.</p>
<p>Und nun ist es vorgestern geschehen: Gold erlitt den größten absoluten Verlust seit Januar 1980. Innerhalb von nur 48 Stunden fiel der Preis pro Unze um rund 210 Dollar. Prozentual sieht das nicht ganz so schlimm aus. So entspricht der Kursrückgang einem Wertverlust von knapp  11 Prozent. Gewinnmitnahmen seien der Grund für diesen Einbruch gewesen, sagte man mir. Außerdem seien die Margin-Erfordernisse, die Einschüsse für Gold-Futures, erhöht worden, wussten die Profis schon am Mittwochmorgen. &#8222;Gold price tumbles, but analysts refuse to call top of bull market”<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1">[1]</a>, konnte man gestern in der Financial Times lesen. Auch ich mag im Moment nicht derjenige sein, der das Wort „Trendwende“ in den Mund nimmt. Da würde ich mir angesichts meines eigenen Engagements genauso das Wasser abgraben wie jene Analysten. Ob auch sie ein paar Goldmünzen oder -barren ihr Eigen nennen? Was ein Commitment so alles ausmacht…</p>
<p>Ich rief also einen Bekannten an, von dem ich wusste, dass er einen großen Teil seines kompletten Vermögens in Gold investiert hatte, und fragte ohne Umschweife: &#8222;Was rätst du einem guten Freund in einer solchen Situation?&#8220; – &#8222;Wenn Du noch kein Gold hast, dann kauf‘ es jetzt, und wenn du schon etwas besitzt, dann warte noch ein bisschen, denn die Korrektur könnte durchaus noch ein bisschen tiefer tragen&#8220;, erwiderte er fast wie aus der Pistole geschossen. Was? Ausgerechnet er riet mir, zu günstigeren Preisen dazu zu mischen? Mit einem Male zeigte mein sonst so risikoscheuer Bekannter („Der große Knall im Euro kommt bestimmt&#8220;) eine tollkühne Seite, die ich so bislang noch nicht an ihm entdeckt hatte. Denn die Strategie des so genannten „Verbilligens“ wählen die meisten nur, wenn sie ihr Engagement im Verlustbereich wähnen. Aber mein Bekannter hatte doch – soviel ich weiß – sein Gold schon vor langer Zeit gekauft.</p>
<p><span style="font-size: small;">Aber auch ich fühle mich seit einigen Tagen wie ein Verlierer. Obwohl ich doch gar nicht hatte spekulieren wollen. Um mein Risikoverhalten und das meines Bekannten zu hinterfragen, nahm ich mir eine Gold-Chart zur Hand und studierte sie sorgfältig: War das nun eine Korrektur oder die Trendwende? Nein, das war zweifellos eine heftige und längst überfällige Korrektur, wie sie so viele schon seit Wochen prophezeit hatten. Und dann blickte ich fast schon wehmütig auf das vergangene Allzeithoch, als ob es für lange Zeit das Letzte gewesen sein sollte! Wo doch der Markt nur korrigiert hatte. Ich aber schien meinen Referenzpunkt (der Punkt, an dem wir alle gerne verkauft hätten) nicht korrigiert zu haben. Ja, gegenüber dem Allzeithoch habe ich tatsächlich einen Verlust gemacht. </span></p>
<p><span style="font-size: small;"><a href="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/08/Gold-deutsch1.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-2340" title="Gold deutsch" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/08/Gold-deutsch1-300x207.png" alt="" width="300" height="207" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: small;">Und im Verlustbereich werden die meisten Menschen risikofreudig und erhöhen allein deshalb bereits ihren Einsatz – und dann sieht Gold jetzt ja auch wieder richtig günstig aus. Wäre es also ein Fehler, jetzt noch einmal zuzugreifen? Doch nur dann, wenn ich nicht an hohe Gewinne (also an hohe neue Allzeithochs) glauben würde…</span></p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Das heißt: Gold stürzt, aber Analysten weigern sich, das Ende der Hausse auszurufen</span></span></p>
</div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/gold-hat-es-sich-ausgeglanzt/">Gold: Hat es sich ausgeglänzt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Weniger ist manchmal mehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 10:09:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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		<category><![CDATA[Risikoscheu]]></category>
		<category><![CDATA[Silber]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer am Gründonnerstag in Silber investiert war, muss sich hierzulande mit einem richtig guten Gefühl ins verlängerte Osterwochenende verabschiedet haben. Nicht nur, weil für die Jahreszeit ungewöhnlich warmes und schönes Wetter vorhergesagt worden war. Sondern – was viel wichtiger war – weil der Silberpreis bis knapp 46 USD pro Unze gestiegen war. Ein Gefühl wie im siebten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer am Gründonnerstag in Silber investiert war, muss sich hierzulande mit einem richtig guten Gefühl ins verlängerte Osterwochenende verabschiedet haben. Nicht nur, weil für die Jahreszeit ungewöhnlich warmes und schönes Wetter vorhergesagt worden war. Sondern – was viel wichtiger war – weil der Silberpreis bis knapp 46 USD pro Unze gestiegen war.<span id="more-1359"></span> Ein Gefühl wie im siebten Himmel!</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1368" title="Silber II" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/04/Silber-II2.png" alt="" width="480" height="360" />Und wer dann am folgenden Dienstag früh auch noch das erste Mal seit vier Tagen auf den Bildschirm blickte und feststellte, dass die 46-USD-Marke mittlerweile überschritten worden war, lebte immerhin in dem Gefühl, einen kleinen Extragewinn gemacht zu haben. Eine Entwicklung, die normalerweise zu Risikoaversion, meist sogar verbunden mit einer Realisierung aufgelaufener Gewinne, führt.</p>
<p>Betrachtet man jedoch die Entwicklung des Silberpreises über Karfreitag und vor allem am Ostermontag etwas genauer, so sieht die Welt nicht mehr so heil aus: Der Preis des Edelmetalls war zwar am Dienstag verglichen mit vergangenem Donnerstag ein bisschen höher. Aber im Verhältnis zum Ostermontag, als beinahe an der berüchtigten 50-Dollar-Marke gehandelt wurde, hatte Silber einen <em>herben Verlust</em> hinnehmen müssen: Mehr als drei Dollar! Mit gravierenden Konsequenzen.</p>
<p><a href="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/04/Silber-I3.png"><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1369" title="Silber I" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/04/Silber-I3.png" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Denn die meisten Investoren verhalten sich in einer Verlustsituation nicht risikoscheu, sondern risikofreudig. Mit der Folge, dass sogar jeder weitere Preisrückgang mit abnehmender Sensitivität wahrgenommen wird. Eine Verhaltensweise, die sich vor allen Dingen dann als kostspielig herausstellt, wenn die Abwärtskorrektur noch viel weiter tragen sollte oder gar der Aufwärtstrend zum Ende gekommen sein sollte.</p>
<p>Anders ausgedrückt: Unser Risikoverhalten hängt nicht von der absoluten Performance eines Investments ab, sondern davon, ob man sich gegenüber einem Referenzpunkt im Gewinn-  oder im Verlustbereich befindet. In diesem Fall kann man durchaus behaupten, weniger Information sei besser gewesen als das Wissen um die genaue Entwicklung des österlichen Kursverlaufs.</p>
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		<title>Der Barack-Breakeven</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 14:17:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Steuerzahler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das US-Finanzministerium wird über den Ausgabepreis der neuen General Motors Aktie höchst erfreut sein. Denn noch zu Anfang des Monats berichtete Bloomberg, das Unternehmen und die mit dem Börsengang befassten Banker rechneten mit einem Emissionspreis im unteren bis mittleren 20-Dollar-Bereich. Worauf sich das Finanzministerium jedoch nicht einließ. Nach Bloomberg-Recherchen wollte die US-Regierung nämlich den deutlich [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das US-Finanzministerium wird über den Ausgabepreis der neuen General Motors Aktie höchst erfreut sein. Denn noch zu Anfang des Monats berichtete Bloomberg, das Unternehmen und die mit dem Börsengang befassten Banker <span id="more-6641"></span>rechneten mit einem Emissionspreis im unteren bis mittleren 20-Dollar-Bereich. Worauf sich das Finanzministerium jedoch nicht einließ. Nach Bloomberg-Recherchen wollte die US-Regierung nämlich den deutlich höheren Preis von 30 USD, den so genannten Obama-Preis, erzielen. Denn zu diesem Kurs (zusammen mit Zinsen, Dividenden und dem Rückkauf von Vorzugsaktien),  wäre das Geld, das der Steuerzahler zur Rettung von GM eingesetzt hatte, wieder zurückgeholt. Man könnte auch sagen, 30 USD waren Baracks Breakeven.  </p>
<p>Wahrscheinlich ist der Breakeven der von den Menschen am häufigsten verwendete, aber auch gefährlichste Referenzpunkt, wenn es um die Vereinfachung  von Entscheidungen geht. Weil die meisten von uns im Falle von Verlusten mitunter starke  Anstrengungen unternehmen, um aus dieser unangenehmen Situation wieder herauszukommen. Egal, ob der Verlust real existiert oder auch nur als solcher wahrgenommen wird. In manchen Fällen gehen Menschen alleine in der Hoffnung, einen Verlust wieder wettmachen zu können, sogar existenzbedrohende Risiken ein. Sobald jedoch der Breakeven einer Entscheidung erreicht ist, kehrt sich diese risikofreudige Einstellung schlagartig um – in Risikoscheu. Das wäre sicherlich auch nicht weiter problematisch, wenn der Referenzpunkt in irgendeiner Weise mit dem Risiko zusammenhängt, das dem Investment zugrunde liegt. In der großen Mehrheit der Fälle spielen diese Referenzpunkte für das weitere Schicksal des Unternehmens, etwa GM, aber keine Rolle – von Bedeutung sind sie nur für die einzelnen Entscheider, weil sie eben die Grenze zwischen (wahrgenommenem) Gewinn und Verlust darstellen.</p>
<p>Einen Emissionspreis  von 33 USD dürfte die Administration Obama daher aufgrund der jenseits von 30 USD erwarteten Risikoaversion tendenziell als „gutes“ Ergebnis wahrnehmen. Zumal dann niemand mehr fragen wird, ob man für den Steuerzahler nicht noch ein bisschen mehr hätte herausholen können. Auch wird (hoffentlich) niemand mehr fragen, ob diese Solidargemeinschaft angemessen für die eingegangenen Risiken belohnt wurde.</p>
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