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	<title>Rezessionsängste Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Wenn die Falken Recht bekommen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Sep 2019 04:45:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
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		<category><![CDATA[Handelskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Rezessionsängste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht gibt es heutzutage nur noch selten wahre Diskretion. Oder auch gar nicht. Selbst nicht, wenn es um EZB-Entscheidungen geht. Da macht ein Medienbericht die Runde, der sich auf Quellen beruft, die nicht genannt werden wollen, weil sie etwas mitzuteilen haben, das sie eigentlich gar nicht mitteilen dürften. Die Rede ist von der vergangenen EZB-Ratssitzung, bei der sich deren Präsident Mario Draghi anscheinend dem bisher stärksten Widerstand seiner Kollegen während seiner Amtszeit ausgesetzt sah. Auch wenn...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1070)</strong>             Vielleicht gibt es heutzutage nur noch selten wahre Diskretion. Oder auch gar nicht. Selbst nicht, wenn es um EZB-Entscheidungen geht. Da macht ein Medienbericht die Runde, der sich auf Quellen beruft, die nicht genannt werden wollen, weil sie etwas mitzuteilen haben, das sie eigentlich gar nicht mitteilen dürften. Die Rede ist von der vergangenen EZB-Ratssitzung, bei der sich deren Präsident Mario Draghi anscheinend dem bisher stärksten Widerstand seiner Kollegen während seiner Amtszeit ausgesetzt sah. Auch wenn eine formelle Abstimmung über die jüngsten Maßnahmen am Donnerstag offenbar nicht stattfand, soll sich fast ein Dutzend des 25-köpfigen Gremiums gegen Draghis Vorschläge ausgesprochen haben. Einer der mutmaßlichen Abweichler, Bundesbankpräsident Jens Weidmann, machte am Freitag in der Bild-Zeitung klar: „Ein so weitreichendes Paket wäre nicht nötig gewesen“, der EZB-Chef sei aus seiner Sicht „über das Ziel hinaus geschossen“.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Oft danebengelegen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Jetzt ist es nicht so, dass die Falken im EZB-Rat in den vergangenen Jahren durch besonders zutreffende Wachstums- und Inflationsprognosen aufgefallen wären. Warum also sollten die Falken ausgerechnet jetzt richtig liegen? Tatsächlich dürfte es den Gegnern Mario Draghis im EZB-Rat auch nicht um die Senkung des Einlagenzinses um 10 Basispunkte auf -0,5 Prozent gegangen sein. Auch wenn sich die Kommentatoren vielerorts natürlich ganz große Sorgen um den deutschen Sparer machen. Geschenkt. Vielmehr kritisierte man die geplante Wiederaufnahme der Anleihekäufe in Höhe von 20 Mrd. Euro pro Monat ab dem 1. November. Eine Maßnahme, die in echten Krisenzeiten angebracht gewesen wäre. Aber befinden wir uns in einer schweren Krise? <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11082" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/16092019-1.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/16092019-1.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/16092019-1-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was würde denn geschehen, wenn sich die Finanzmärkte, die bis Mitte der vorvergangenen Woche noch im Krisenmodus verweilten, geirrt haben sollten? Die Falken im EZB-Rat, zu denen natürlich auch Jens Weidmann gehört, bekämen zum ersten Mal seit langer Zeit Recht!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verschwundene US-Rezessionsängste</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Lässt man die vergangene Handelswoche Revue passieren, könnte man tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass es zumindest der US-Wirtschaft besser als erwartet geht. Die Entwicklung der Renditen der US-Staatsanleihen lässt vermuten, dass die Rezessionsängste offenbar innerhalb von zehn Tagen verschwunden sind. Zumindest haben sich deren typische Vorboten weitgehend verzogen. Zwar ist der als zuverlässigster Indikator geltende Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und dreimonatigen T-Bills immer noch negativ, aber mittlerweile von -40 auf -6 Basispunkte geschrumpft. Und der Vorsprung zwischen den Anleihen mit zehnjähriger und zweijähriger Laufzeit auf rund +10 Basispunkte gestiegen Die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks haussieren. Genau genommen doch in erster Linie, weil im US-chinesischen Handelskonflikt wieder versöhnlichere Töne angeschlagen werden. Die USA haben eine Zollerhöhung vom 1. auf den 15. Oktober verschoben, und China kauft womöglich demnächst von den USA im Gegenzug Sojabohnen und andere Agrarprodukte. So die Absicht. Immerhin: Es gibt die Chance auf einen Interim-Vertrag oder auch auf einen scheibchenweisen Abschluss.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Drohnenangriff auf saudische Ölanlagen </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Oder ist die jüngste Annäherung doch wieder nur Teil der bisher erkennbaren Trumpschen Strategie, drei aggressive Schritte vorzusprechen, um dann scheinbar ein bisschen Boden preiszugeben, bevor die nächsten Drohungen ausgestoßen werden? Zumindest die Finanzmärkte gingen bis Freitag davon aus, dass dieses Mal alles anders kommt. Und so hat sich auch der Druck auf die US-Notenbank verringert, bei ihrer kommenden Sitzung in dieser Woche unbedingt über aggressive Zinssenkungen nachdenken zu müssen.  </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings hat der Drohnenangriff auf saudische Ölanlagen am Samstag die geopolitischen Risiken wieder deutlich erhöht und heute früh ins Bewusstsein der Finanzmarktakteure gerückt. Denn gleichzeitig ist auch die Hoffnung auf eine globale ökonomische Erholung infrage gestellt. Der Euro hat sich am Freitag zwar weiter erholt und fast die Obergrenze seines kurzfristigen Abwärtstrends zwischen <strong>1,1120/25</strong> und <strong>1,0865/70</strong> getestet. Dieser gewinnt jedoch bereits unterhalb von <strong>1,1005/10</strong> wieder stärkeres Momentum.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>In Hysterie hineingehandelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2019 04:46:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Rezessionsängste]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling prophecy]]></category>
		<category><![CDATA[Überoptimierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Thema Rezessionsängste lastete gestern weiter auf den Finanzmärkten, und mittlerweile wird auch in den Medien ausgiebig über inverse Zinsstrukturkurve und ihre Prognosekraft in Sachen Rezession diskutiert. Obwohl der mittlerweile viel beachtete Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit schon seit einigen Wochen negativ ist</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/in-hysterie-hineingehandelt/">In Hysterie hineingehandelt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1100)</strong>             Gestern bestimmten an den Finanzmärkten dieselben sein Diener Themen die Stimmung wie am Vortag und sorgten für recht viel Volatilität. Vor allen Dingen gab es Reaktionen, sobald sich wichtige Neuigkeiten im US-chinesischen Handelsstreit anzubahnen schienen. Das Einzige, was derzeit mit Sicherheit behauptet werden kann, ist, dass es wohl Gespräche gibt. Und es sind allein manche Akteure an den Finanzmärkten, die die Verschiebung der Strafzölle für bestimmte China-Importgüter vom 1. September auf den 15. Dezember als echtes Entgegenkommen der USA gegenüber China interpretieren. Gleichzeitig spricht wenig dafür, dass China gegenüber den USA als massiver Käufer von Agrarprodukten auftreten wird. Auch dürfte es in Peking gestern nicht gut angekommen sein, dass US-Präsident Donald Trump ein Handelsabkommen mit dem Ausgang der politischen Unruhen in Hongkong verknüpfen möchte („Let them work with Hongkong humanely first“). Natürlich klingt es gut, wenn Donald Trump wie gestern geschehen vorschlägt, dass er den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping treffen könnte, um über den Handelskonflikt und Hongkong zu sprechen. Aber es sollte auch nicht verwundern, dass China noch einmal ankündigte, es werde die „notwendigen Gegenmaßnahmen“ gegen die US-Strafzölle ergreifen. Kurzum: Echte Annäherung sieht anders aus.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10979" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/16082019-1.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/16082019-1.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/16082019-1-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Von der self-fulfilling prophecy zur Hysterie</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Das Thema Rezessionsängste lastete gestern ebenfalls weiter auf den Finanzmärkten, und mittlerweile wird auch in den Medien ausgiebig über inverse Zinsstrukturkurve und ihre Prognosekraft in Sachen Rezession diskutiert. Obwohl der mittlerweile viel beachtete Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit schon seit einigen Wochen negativ ist und gestern -37 Basispunkte erreichte, trat noch einmal ein anderer Abschnitt der Zinsstrukturkurve ins Zentrum des Interesses. Denn die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen war nun am Mittwoch zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder unter diejenige der US-Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit gefallen. Genau genommen nur um einen winzigen Basispunkt. Und zunächst nicht einmal einen ganzen Tag lang.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber ein Teil der Akteure spielte geradezu verrückt: Die Aktien-Marktteilnehmer bekamen es mit der Angst zu tun, und Anleihehändler griffen angesichts dieses Warnsignals vor allem am Mittwoch noch einmal kräftig zu, so dass die US-Anleihekurse weiter stiegen und die Renditen folgerichtig fielen: Man konnte von einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung sprechen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Überoptimierte Datenreihen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Abgesehen davon, dass man über die invertierte Zinsstrukturkurve stundenlang diskutieren könnte und angesichts von neun US-Rezessionen in den vergangenen 50 Jahren erstaunlich viel mit einzelnen Zahlen und Renditeentwicklungen verschiedener Laufzeiten spielen könnte, bleibt ein schaler Eindruck: Es wird so lange ausprobiert, bis das optimale Ergebnis gefunden wird. Wohl gemerkt: Dieses optimierte Ergebnis betrifft die Vergangenheit. Eine Garantie für die Wirksamkeit in der Zukunft wird nicht übernommen. Ein schlauer Ökonom hat sogar herausgefunden, dass der zeitliche Abstand zwischen einer erstmals inversen Zinsstrukturkurve und der darauf folgenden Rezession seit 1980 im Durchschnitt 21 Monate betragen habe – im Extremfall betrug dieser „Time lag“ sogar drei Jahre. Und das Ganze errechnet sich aus sage und schreibe vier Rezessionsereignissen, die sich seit dem Jahr 1980 in den USA zugetragen haben! Kann das repräsentativ sein? Mitnichten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich gab es gestern aus den USA auch harte ökonomische Daten, die per Saldo auf der positiven Seite überraschten. So sind die Einzelhandelsumsätze im Juli deutlich besser als erwartet ausgefallen. Auch der Philly-Fed-Index für August überraschte positiv, genauso wie der US-Empire-Produktionsindex. Und weil per Saldo auch das viel beachtete Prognosemodell der Fed von Atlanta für das dritte Quartal ein annualisiertes Bruttoinlandsprodukt von nunmehr 2,2 Prozent (zuvor 1,9 Prozent) berechnet, konnte sich der Dollar gestern erneut ein wenig befestigen. Dabei hat der Euro die Untergrenze seiner von uns markierten Konsolidierungszone zwischen 1,1100/05 und 1,1365/70 verletzt. Allerdings fällt es schwer, angesichts der Fehlsignale, die der Euro bislang in diesem Jahr lieferte, von einem neuen kurzfristigen Abwärtstrend zu sprechen. Aber wie von uns bereits angekündigt, bleibt der Euro leicht angeschlagen mit Potenzial bis nunmehr <strong>1,1075/80</strong>. Und zwar, solange <strong>1,1180/85 </strong>an der Oberseite unverletzt bleibt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/in-hysterie-hineingehandelt/">In Hysterie hineingehandelt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Noch mehr Warnsignale</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/noch-mehr-warnsignale/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2019 04:46:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Inverse Zinsstrukturkurve]]></category>
		<category><![CDATA[Rezessionsängste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Genau genommen waren es zwei Schlagzeilen, die dafür sorgten, dass sich das Interesse der Händler gestern vom US-chinesischen Handelskonflikt abwandte. So war zum einen die Industrieproduktion Chinas im Juli gegenüber dem Vorjahr wesentlich schwächer ausgefallen, als es von den Ökonomen im Mittel (+6,0 %) erwartet worden war und markierte mit +4,8 Prozent den schlechtesten Wert seit Februar 2002. Die andere Schlagzeile galt dem vorläufigen Bruttoinlandsprodukt...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/noch-mehr-warnsignale/">Noch mehr Warnsignale</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1145)</strong>             Genau genommen waren es zwei Schlagzeilen, die dafür sorgten, dass sich das Interesse der Händler gestern vom US-chinesischen Handelskonflikt abwandte. So war zum einen die Industrieproduktion Chinas im Juli gegenüber dem Vorjahr wesentlich schwächer ausgefallen, als es von den Ökonomen im Mittel (+6,0 %) erwartet worden war und markierte mit +4,8 Prozent den schlechtesten Wert seit Februar 2002. Die andere Schlagzeile galt dem vorläufigen Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands, das im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent geschrumpft ist. Eine Bestätigung der Schätzung durch Analysten, die vielfach sogar davon ausgehen, dass für das dritte Quartal dieses Jahres ebenfalls ein schrumpfendes BIP gemeldet werden wird. Damit befände sich Deutschland nach zwei Quartalen mit Schrumpfung in einer technischen Rezession.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10971" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/15082019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/15082019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/15082019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gleichzeitig machte sich nach der Euphorie des Vortages an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks Ernüchterung breit, als vielen Akteuren klar wurde, dass die Verschiebung der Strafzölle auf bestimmte China-Importe vom 1. September auf den 15. Dezember zunächst einmal vor allem dem US-Verbraucher helfen würde, der dadurch vor Weihnachten zumindest keine Preissteigerungen auf beliebte Güter befürchten müsste. Dass die Verschiebung der Strafzölle nicht als Entgegenkommen oder gar als Gegenleistung für ein partielles Einlenken auf chinesischer Seite verstanden werden dürfe, machte überdies Handelsminister Wilbur Ross deutlich; man wolle lediglich das US-Weihnachtsgeschäft nicht stören.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">         </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Weitere Warnsignale von US-Bondmärkten</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so war es kein Wunder, dass die Warnlampen an den US-Bondmärkten aufleuchteten. Denn zum ersten Mal seit vielen Jahren (zuletzt als Vorläufer der Rezession 2008/2009) fiel die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen unter diejenige mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Ein anderer Teil der Zinsstrukturkurve, der in der jüngsten Zeit stärker beachtet wird, zeigt allerdings bereits seit mehreren Wochen eine wesentlich deutlichere Inversion. Die Rede ist vom Abstand der zehnjährigen US-Staatsanleihen gegenüber T-Bills mit drei Monaten Laufzeit, der sich gestern zuletzt auf -36 Basispunkte ausweitete. Dieser Abschnitt der Zinsstrukturkurve gilt seit Veröffentlichung einer Studie der Fed von San Francisco hinsichtlich seiner Bedeutung als Vorläufer einer Rezession in 12 bis 24 Monaten als der Indikator mit etwas besserer Vorhersagekraft.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Bullards Worte</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass der Dollar gegen Ende der europäischen Handelssitzung gestern plötzlich doch noch etwas an Fahrt gewann, mag an einem Statement von James Bullard gelegen haben. Der Chef der regionalen Fed von St. Louis bescheinigte nämlich der US-Wirtschaft, dass sie sich nicht in einer Rezession befinde, was nicht danach klingt, als ob demnächst Zinssenkungen auf der Tagesordnung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank stünden. Eine Aussage (vgl. Transskript des Interviews auf der Homepage der Fed von St. Louis <strong><a href="https://www.stlouisfed.org/timely-topics/bullard-discusses-monetary-policy-framework-review" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #000000;">HIER</span></a></strong>), die vermutlich gar nicht einmal als geldpolitisches Statement gedacht war. Sie könnte aber vermutlich für manche Händler deswegen besonders pikant ausgesehen haben, weil Bullards geldpolitische Einstellung als ausgesprochen taubenhaft gilt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Euro geriet aber nicht zuletzt deswegen doch noch unter Druck, sondern hielt sich bis dahin erstaunlich lange recht gut. Zwar befindet sich die Gemeinschaftswährung weiterhin in der Seitwärtsentwicklung, die wir zwischen <strong>1,1100/05</strong> und <strong>1,1365/70</strong> verorten. Aber die Position des Euro bleibt ab sofort leicht angeschlagen, solange <strong>1,1230</strong> nicht mehr überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/noch-mehr-warnsignale/">Noch mehr Warnsignale</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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