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	<title>Rating-Agenturen Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Ungewollte Transparenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 10:28:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Man konnte schon fast eine Wette darauf abschließen, wie die Politiker hierzulande auf die Herabstufung Frankreichs und anderer europäischer Staaten durch die Rating-Agentur Standard &#38; Poor&#8217;s reagieren würden. So äußerte etwa Finanzminister Schäuble am vergangenen Montag &#8222;dringenden Handlungsbedarf&#8220;, um den Einfluss der großen drei US-Rating-Agenturen einzudämmen. Laut ist der Ruf nach Transparenz und mehr Wettbewerb. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Man konnte schon fast eine Wette darauf abschließen, wie die Politiker hierzulande auf die Herabstufung Frankreichs und anderer europäischer Staaten durch die Rating-Agentur Standard &amp; Poor&#8217;s reagieren würden. So äußerte etwa Finanzminister Schäuble am vergangenen Montag &#8222;dringenden Handlungsbedarf&#8220;,<span id="more-3102"></span> um den Einfluss der großen drei US-Rating-Agenturen einzudämmen. Laut ist der Ruf nach Transparenz und mehr Wettbewerb. Ein probates Mittel hierfür wäre in den Augen vieler Kritiker des derzeitigen Systems die Gründung einer eigenen europäischen Rating-Agentur. Pläne hierfür gibt es schon seit längerem, aber ich habe den Eindruck, dass diese nicht mit der gebotenen Dringlichkeit in die Tat umgesetzt werden.</p>
<p>Abgesehen davon, dass Herabstufungen einzelner Länder durch die Rating-Agenturen wie im Falle Frankreichs und anderer Staaten sich schon Wochen zuvor meist bereits in den Anleiherenditen niedergeschlagen haben, oder wie im Falle der USA die Herabstufung derselben durch Standard &amp; Poor&#8217;s überhaupt keine Wirkung zeigten, wäre die Gründung einer Europäischen Agentur psychologisch betrachtet nicht ganz unproblematisch.</p>
<p>Ich kann mich daran erinnern, wie ich vor Jahren, als man den Rating-Agenturen im Zuge der Hypothekenkrise vorwarf, zu zögerlich gewesen zu sein, forderte, über eine drastische Korrektur des Geschäftsmodells &#8222;Rating-Agentur&#8220; nachzudenken. Weil von vielen Seiten (und dies nicht ganz zu Unrecht) eine zu starke Bindung an ihre Auftraggeber vorgeworfen wurde. Damals machte ich mich für eine Anonymisierung der Zahlungspflichtigen und deren Sammlung in einem Pool stark, damit das Commitment, das durch die Bezahlung einzelner konkreter Adressaten normalerweise entsteht, für die Agenturen gesenkt würde. Wobei man sich natürlich damals wie heute die Frage stellen muss, ob das Gewinnstreben und die Unabhängigkeit der Agenturen miteinander überhaupt vereinbar sind.</p>
<p>Natürlich kann man jetzt auf die Schnelle eine europäische Rating-Agentur gründen, womit das Commitment-Problem jedoch nicht aus der Welt geschafft wird. Denn auch ein staatlicher europäischer Auftraggeber möchte in Wahrheit nicht mehr Transparenz sondern ein Gegengewicht zu missliebigen Urteilen aus den USA. Darüber hinaus kann man sich jetzt schon vorstellen, wie viel die Marktteilnehmer auf das Urteil einer noch jungen, möglicherweise auch noch unerfahrenen europäischen Institution geben werden: Nicht mehr, als auf das Urteil US-amerikanischer Agenturen. Es sei denn sie werden dazu per Gesetz gezwungen.</p>
<p>Am Ende wird eines deutlich: Zu einer einflussreichen Rating-Agentur gehören wie bei der medialen Berichterstattung hierzulande etwa in der nimmer enden wollenden Causa des Bundespräsidenten Wulf immer zwei. Einer, der das Urteil oder die Information anbietet, und die vielen anderen, die beides mit großem Interesse hören wollen. Und sei es per Order de Mufti.</p>
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		<title>Cui bono?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 06:08:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nein, eigentlich wollte ich mich nicht mehr über das Timing der Rating-Agenturen aufregen. Zumal ich wie viele andere Akteure (darunter auch führende Politiker) mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit verschiedener europäischer Staaten durch die Rating-Agentur Standard &#38; Poor&#8217;s gerechnet hatte. Aber ich war dann doch erstaunt darüber, wie die Botschaft, dass es nun auch Frankreich „erwischt“ [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, eigentlich wollte ich mich nicht mehr über das Timing der Rating-Agenturen aufregen. Zumal ich wie viele andere Akteure (darunter auch führende Politiker) mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit verschiedener europäischer Staaten durch die Rating-Agentur Standard &amp; Poor&#8217;s gerechnet hatte. Aber ich war dann doch erstaunt darüber,<span id="more-3086"></span> wie die Botschaft, dass es nun auch Frankreich „erwischt“ habe, nachdem das ja bereits vor einigen Wochen schon einmal irrtümlicherweise behauptet worden war, in den Markt gelangte: an einem Freitagnachmittag und in Form von Gerüchten. Als ob man es besonders spannend machen wollte. Denn die Teilnehmer an den Finanzmärkten mussten sich schon noch einige Zeit gedulden, bis die Rating-Agentur offiziell den Downgrade von neun europäischen Staaten bekanntgab. Man braucht wohl keinem Aktien- oder Devisenhändler erklären, wie eine derartige Meldung wirkt, wenn sie auf Märkte trifft, die am Freitagnachmittag nicht mehr besonders liquide sind. Da kann selbst ein weniger überraschendes Ereignis – der Euro gab von der Spitze immerhin 200 Stellen gegenüber dem US-Dollar an Wert ab – marktbewegend sein. Aber vielleicht finden es einige ja kleinkariert, wenn man fordert, Standard &amp; Poor&#8217;s müsse mit einer solchen Ankündigung bis zum Börsenschluss in den USA warten oder, vor allem nach den Erfahrungen der vergangenen Monate, zumindest dafür sorgen, dass die Herabstufungsbeschlüsse nicht vorab an die Presse durchsickern.</p>
<p>Vielleicht stört mich indes das Timing der Rating-Agentur auch deshalb, weil den amerikanischen Analyse-Profis wohl kaum entgangen sein dürfte, dass nur einen Tag zuvor spanische und italienische Anleihen emittiert wurden, die auf eine äußerst rege Nachfrage stießen. Warum konnte man nicht beispielsweise einen Tag vor der Versteigerung dieser Staatsanleihen mit der neuen Bewertung herausrücken? Man muss ja nicht gleich, wie viele Kommentatoren meinten, von einem neuen Vertrauen der Investoren in die Sparanstrengungen Italiens und Spaniens sprechen, aber sicher hätten sich die meisten Anleger auch nach der neuen Herabstufung der neun Euroländer kaum davon abbringen lassen, einen Teil des bei der EZB auf drei Jahre zu einem Zinssatz von einem Prozent geborgten Geldes gut verzinslich in spanische oder italienische Anleihen zu investieren. Anders ausgedrückt: Die Marktteilnehmer hätten zuerst eine schlechte und dann eine gute Nachricht zu verarbeiten gehabt und wären vermutlich wohl gestimmt ins Wochenende gegangen, gleich einem Fußballverein, der gerade einen Rückstand ausgeglichen hat.</p>
<p>Stattdessen dürfen sich die Marktteilnehmer nun umgekehrt wie jener Trainer fühlen, dessen Klub mit einem Führungstor zumindest für eine gewisse Zeit die Abstiegszone hätte verlassen können, um dann in letzter Minute doch noch den alle Hoffnung vernichtenden Ausgleich hinnehmen zu müssen. Gerade weil die meisten Menschen negative Nachrichten schwerer bewerten als positive, hat deren Reihenfolge Einfluss darauf, ob die Gesamtsituation als gut oder schlecht empfunden wird. Zwar gehe ich nicht zwangsläufig davon aus, dass derartige Erkenntnisse aus der modernen Psychologie  bis zu den Rating-Agenturen durchgedrungen sind, doch muss ich mir – ohne mich Verschwörungstheoretikern anschließen zu wollen – allerdings die Frage stellen: Cui bono? – Wem nützt das?</p>
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		<title>US-Schuldenkompromiss hinterlässt Fragezeichen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 10:45:39 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Staatsverschuldung]]></category>
		<category><![CDATA[US-BIP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das große Drama „Die USA und der klemmende Schuldendeckel“ befindet sich im letzten Akt und scheint zumindest nicht als Tragödie zu enden: Der gestern Nacht getroffene Kompromiss zur Anhebung des Schuldenlimits und die damit verbundenen Sparmaßnahmen sind aber nur eine Minimalvoraussetzung, die der US-Kongress noch absegnen muss. Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das große Drama „Die USA und der klemmende Schuldendeckel“ befindet sich im letzten Akt und scheint zumindest nicht als Tragödie zu enden: Der gestern Nacht getroffene Kompromiss zur Anhebung des Schuldenlimits und die damit verbundenen Sparmaßnahmen sind aber nur eine Minimalvoraussetzung, die der US-Kongress noch absegnen muss. <span id="more-2126"></span>Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn nach anfänglicher Jubelstimmung an den Aktienmärkten bereits nach kurzer Zeit wieder Ernüchterung einkehrte. Nicht nur weil möglicherweise trotz des Kompromisses eine Herabstufung der Bonität der USA durch mindestens eine Ratingagentur droht, die mindestens Einsparungen in Höhe von vier Billionen USD sehen wollte, um das AAA-Rating nicht zu gefährden.</p>
<p>Vielmehr zeigen die BIP-Zahlen des 2. Quartals und die Korrekturen vergangener Quartale, dass es mit dem Wachstum der USA schlechter bestellt ist als gedacht. Was das für den DAX bedeutet können Sie in der neuesten von mir moderierten Ausgabe von <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/index.html">WGZ Cognitrend TV</a> online verfolgen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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