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	<title>Occupy Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Du bist nichts, dein Netz-Werk ist alles!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 06:05:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Piraten segeln zurzeit mit Rückenwind ins Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung. Ich selbst tue mich jedoch schwer mit ihrer zentralen Forderung, das Urheberrecht abzuschaffen. Anscheinend beabsichtigen sie, das Recht auf geistiges Eigentum dem Gedanken eines freiheitlichen Internets zu opfern. Überflüssig an dieser Stelle zu erwähnen, dass viele Informationen, Kommentare und Kolumnen, also publizistische und journalistische [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Piraten segeln zurzeit mit Rückenwind ins Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung. Ich selbst tue mich jedoch schwer mit ihrer zentralen Forderung, das Urheberrecht abzuschaffen. Anscheinend beabsichtigen sie, das Recht auf geistiges Eigentum <span id="more-3796"></span>dem Gedanken eines freiheitlichen Internets zu opfern. Überflüssig an dieser Stelle zu erwähnen, dass viele Informationen, Kommentare und Kolumnen, also publizistische und journalistische Arbeiten, ohnehin meist schlecht, wenn nicht gar miserabel oder überhaupt nicht bezahlt werden. Weshalb ich mir des Weiteren die Frage stelle, ob es außer den Beweggründen, sich im Schreiben selbst zu verwirklichen, eigene Ideen zu vermarkten, oder einem gesteigerten Mitteilungsbedürfnis auch noch weitere Motive gibt, sich zu äußern. Warum aber sollte jemand überhaupt noch etwas Geistiges produzieren, wenn er dessen Früchte nicht alleine nutzen darf, sondern umgehend der Allgemeinheit zur Verfügung stellen muss? Eine Einladung für Trittbrettfahrer, Plagiatoren und intellektuelle Faulenzer im Namen der Freiheit. Und eine nachträgliche Rehabilitierung für den vorerst gescheiterten Doktoranden Guttenberg.</p>
<p>Eine viel größere Gefahr sehe ich allerdings darin, dass mit dem grenzenlosen Kopieren geistigen Eigentums die Menge an verfügbaren Informationen zu einer Flut anschwillt, die sich, vor allem auch aufgrund der massenhaften Ausbreitung sozialer Netzwerke in den vergangenen ein bis zwei Jahren, zu einem wahren Tsunami entwickeln kann. Dabei hat sich das Grundrauschen des Nachrichtenstroms so deutlich erhöht, dass nur noch sehr bunte, gewagte, extreme Neuigkeiten von den Nutzern überhaupt wahrgenommen werden. Das ist nicht nur in den Finanzmärkten der Fall, sondern beeinflusst auch das politische Leben. Damit haben es Extrempositionen wesentlich leichter, nicht nur Akzeptanz zu finden, sondern sogar zur gesellschaftlichen Norm werden zu können, vor allem wenn ihre Urheberschaft auf Grund der Sozialisierung geistigen Eigentums nicht mehr kenntlich ist. Während andere, gemäßigtere  Haltungen erst gar nicht gesehen werden.</p>
<p>Warum aber lassen sich so viele Wähler von den obskuren Ideen der Piraten kapern? Wegen der Politikverdrossenheit vieler Bürger? Weil die etablierten Parteien zu sehr am Status quo festkleben und deren Entscheidern Mut zu einem erhöhten Commitment fehlt, das zwangsläufig mit jeder neuen Entscheidung einhergeht? Eine Partei ohne klare Ziele, wie sie sich am intellektuellen Horizont  der Piraten bislang auch nicht abzeichnen, muss hingegen nur ein geringes psychologisches  Commitment eingehen. Alles scheint erlaubt. Hatte nicht erst neulich der Berliner Landeschef der Piraten, Hartmut Semken, erklärt<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftn1">[1]</a>: „Ich werde nicht verachten lernen, deswegen werde ich selbst auf Nazis nicht mit Verachtung reagieren&#8230;“, eine Haltung, die auf den ersten Blick so menschlich und tolerant anmutet, aber im Grunde nur eine Wurschtigkeit umschreibt, die aus Bequemlichkeit oder mangelnder Konfliktbereitschaft alles zulassen will, eben auch Neonazis. Oder ebenso Kinderschänder oder Terroristen?</p>
<p>Selbst die geheimsten Wünsche oder klammheimlichen Sympathien und Freuden sind offenbar erlaubt. Hierzu passt auch der Wunsch vieler Occupy-Anhänger nach mehr Gerechtigkeit und der Aufhebung großer materieller Ungleichheiten in der Gesellschaft. Dahinter steckt nicht nur die Sehnsucht nach theoretischer Systemveränderung. Doch bevor man die Reichen allesamt enteignet und ihnen ihre Villen, Autos und Konzerne wegnimmt, wird zunächst das geistige Eigentum angetastet. Und das geschieht, wie bei jeder Revolution, natürlich nur im Namen der Freiheit, frei nach dem Motto: „Du bist nichts, Dein Netz-Werk ist alles!“</p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> vgl. Spiegel online vom 22. April 2012</span></span></p>
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		<title>Denen man nicht mehr vergibt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 07:32:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war im Januar 2011, als der Chef der Barclays Bank, Bob Diamond, forderte, mit der Kritik an den  Bankern müsse endlich Schluss sein. Und er fügte hinzu, die Zeit der Reue sei jetzt endgültig vorbei, als er vor einem Ausschuss des britischen Parlaments Rede und Antwort stehen musste. Das war mitten in einer Zeit, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war im Januar 2011, als der Chef der Barclays Bank, Bob Diamond, forderte, mit der Kritik an den  Bankern müsse endlich Schluss sein. Und er fügte hinzu, die Zeit der Reue sei jetzt endgültig vorbei, als er vor einem Ausschuss des britischen Parlaments Rede und Antwort stehen musste. <span id="more-3254"></span>Das war mitten in einer Zeit, als sich die Investmentbanken wegen ihrer Bonuspolitik vor allem in Großbritannien, aber auch hierzulande heftige Kritik aus der Bevölkerung und anschließend auch von der Politik gefallen lassen mussten. Gut ein Jahr später wurde dem früheren Chef der Royal Bank of Scotland, Fred Goodwin, wegen seiner zweifelhaften Rolle während der Finanzkrise die ihm einst mit allen Ehren verliehene Ritterwürde wieder aberkannt. Eine  öffentliche Demütigung, wie sie sonst nur Schwerverbrechern zuteilwird – zuletzt (2008) war der Adelstitel Robert Mugabe, dem Despoten von Zimbabwe, entzogen worden.</p>
<p>Aber Stephen Hester, den derzeitigen Vorstandschef der zwangsweise verstaatlichten Royal Bank of Scotland, hat es ebenfalls erwischt. So musste er vor kurzem, nach tagelangem Druck der Öffentlichkeit und genötigt von Politikern, Gewerkschaftern und Medien, seinen umgerechnet etwa 1,2 Millionen Euro schweren Bonus in Aktien wieder zurückgeben.</p>
<p>Und auch der frühere Präsident der Schweizer Nationalbank, Philipp Hildebrand, versuchte vergeblich,  <em>business as usual</em> zu mimen und einfach weiterzumachen, nachdem das unglückliche Timing der Währungsgeschäfte seiner Frau bekannt geworden war: Doch der öffentliche Zorn wollte einfach nicht schwinden.</p>
<p>Mitte Dezember 2011 geriet dann auch der am vergangenen Freitag zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff zum ersten Mal im Zusammenhang mit einem Hauskredit in die Schlagzeilen. Was daraufhin folgte, ist allseits bekannt. Teils unter kräftiger Mitwirkung der Medien gelangten fast schon mit einer gewissen Regelmäßigkeit kleinere oder größere Geschichten aus seiner früheren Amtszeit als Ministerpräsident von Niedersachsen ans Licht der Öffentlichkeit, in denen dieser immer wieder der Vorteilsnahme und Unaufrichtigkeit verdächtigt und als kleinlicher Schnäppchenjäger beschrieben wurde. Ob er dabei tatsächlich im juristischen Sinne gefehlt hatte, diesen Beweis blieben die <em>whistleblower</em> allerdings oftmals schuldig. Selbst die nunmehr in der Causa Wulff ermittelnde Staatsanwaltschaft legt größten Wert auf die Unschuldsvermutung, die auch für den Ex-Präsidenten gelten müsse.</p>
<p>Was haben all diese Geschichten gemeinsam? Zunächst fällt auf, dass sich die Menschen offenbar weder an millionenschwere Banker-Boni gewöhnen wollen noch an die Gefälligkeiten, die der Bundespräsident willig entgegennahm. Verglichen mit der Berichterstattung zu diesen Themen sind  die Naturkatastrophen in Thailand, Haiti und Japan, die das Schicksal tausender und abertausender Menschen betroffen haben, wesentlich schneller aus den Schlagzeilen verschwunden. Natürlich könnte man gerade im Falle Wulffs einwenden, die Medien hätten mit ihrer scheibchenweise erfolgten Veröffentlichung von in ihrer Schwere ganz unterschiedlichen Vorwürfen ja quasi selbst dafür gesorgt, dass keine Abstumpfung bei der Bevölkerung eintreten konnte. Mit anderen Worten: Der Adaptionsprozess der öffentlichen Meinung wurde durch überraschende und immer wieder verschieden gravierende neue Erkenntnisse zu Wulffs Amtsführung empfindlich gestört<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1"><span style="color: #0000ff;">[1]</span></a>. Doch lässt sich dagegen sofort einwenden, dass die Medien mit Ausdauer eben nur darüber berichten, was vom interessierten Publikum auch nachgefragt wird.</p>
<p>Es muss sich also noch etwas geändert haben. Denn in früheren Zeiten hätte man sich wohl kaum jahrelang über die überzogene Bezahlung von Investmentbankern aufgeregt. So hatte noch der Banker Bob Diamond irrtümlicherweise angenommen, die Banken würden ihre Schuld wie in früheren Zeiten schon bald wieder abstreifen können. Auch Bagatellen wie Wulffs Hauskredit oder seine Probefahrt mit einem neuen Auto-Modell wären früher vermutlich schnell in Vergessenheit geraten. Ich kann mich an Verfehlungen und Skandale hochrangiger deutscher Persönlichkeiten und Ministerpräsidenten erinnern, die weitaus schwerer wogen; Politiker, die trotz alledem wieder zurückkamen und deren Altersversorgung nicht wie jetzt bei Wulff zur Disposition stand.</p>
<p>Offenbar hat die Gesellschaft ihr Verhalten insbesondere gegenüber denjenigen geändert, die dem obersten Ein-Prozent-Segment innerhalb der Einkommensverteilung angehören. Diese Gruppe scheint seit Entstehen der Occupy-Bewegung unter besonderer Beobachtung zu stehen. Unterstützt wird diese Wachsamkeit durch eine neue Form der Transparenz im Internet, Unterstützt wird diese Wachsamkeit durch eine neue Form der Transparenz im Internet, wo binnen kürzester Zeit Menschen im Extremfall geradezu „hingerichtet“ werden können. Und weil dieses „alleroberste Prozent“ nach allgemeinem Verständnis als das Resultat einer ungerechten Verteilung der Einkommen gilt, ist man offenbar nicht mehr bereit, auch noch die kleinsten Verfehlungen dieser Leute hinzunehmen. Sie sind es, denen man nicht mehr vergibt.</p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1"><span style="color: #0000ff;">[1]</span></a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Vgl. Im Zusammenhang mit unterbrochenen Gewöhnungsprozessen auch Hsee, Christopher K., (2008): <em>Two Recommendations on the Pursuit of </em></span></span><a href="http://www.blognition.de/tag/happiness"><em><span style="color: #0000ff; font-family: Calibri; font-size: x-small;">Happiness</span></em></a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;">, Journal of Legal Studies vol. 37</span></span></p>
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		<title>Von der Euro-Krise zur Währungsreform -Teil 2</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/von-der-euro-krise-zur-wahrungsreform-teil-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 09:16:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Währungsreform[1] würde psychologisch nichts anderes als die Kapitulation der Politik vor dem in der Krise angehäuften, nicht mehr zu bewältigenden Schuldenberg bedeuten. Außerdem dürfte sie sich keineswegs darin erschöpfen, dass man von seinem bisherigen Geldvermögen einfach ein paar Nullen wegzustreichen hätte. Vielmehr führt die gegenseitige relative Bewertung der Menschen im sozialen Kontext dazu, dass [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/von-der-euro-krise-zur-wahrungsreform-teil-2/">Von der Euro-Krise zur Währungsreform -Teil 2</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Währungsreform<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1">[1]</a> würde psychologisch nichts anderes als die Kapitulation der Politik vor dem in der Krise angehäuften, nicht mehr zu bewältigenden Schuldenberg bedeuten. Außerdem dürfte sie sich keineswegs darin erschöpfen, <span id="more-2947"></span>dass man von seinem bisherigen Geldvermögen einfach ein paar Nullen wegzustreichen hätte.</p>
<p>Vielmehr führt die gegenseitige relative Bewertung der Menschen im sozialen Kontext dazu, dass man ziemlich genau festlegen kann, was &#8222;relativ arm&#8220; und „relativ reich“ bedeutet, was also unten und was oben ist. Und wenn es einmal jemandem gelingt, diese Bandbreite, die durch die soziale Umgebung, in der man sich bewegt, festgelegt wird, zu verlassen, dann dauert es in der Regel nur ein paar Monate, bis er sich an sein neues Umfeld gewöhnt hat. Man denke nur an einen Lottogewinn, der einen möglicherweise aus dem „Reich der Armut“ in das „Reich des Reichtums“ gleich einem Paradigmenwechsel katapultiert. Dasselbe gibt es natürlich auch in Form eines plötzlichen, oft unverschuldeten Absturzes nach unten. Selbst an diesen kann man sich nach einer gewissen Zeit gewöhnen. Wobei die größte Angst darin bestehen dürfte, dass man diesen Weg nach unten möglicherweise alleine antreten muss und daher in ein komplett neues soziales Umfeld gerät. Die größte Angst ist also die vor der Veränderung.</p>
<p>Wer sich mit dem Thema Währungsreform beschäftigt, sollte sich diese Erkenntnis zu Nutze machen, insbesondere wenn im Extremfall Vermögen zusammengestrichen und Schulden erlassen werden müssen. Dabei sollten hohe Vermögen, die in erster Linie bei Menschen vorhanden sein dürften, die während der vergangenen Jahrzehnte überproportional von der Gesellschaft und den gesetzlichen Rahmenbedingungen (etwa der Liberalisierung der Märkte) profitiert haben, auch überproportional reduziert werden. Denn es ist gerade diese Oberschicht, vor allem in den USA, die ihr Vermögen und ihr Einkommen während der vergangenen Jahrzehnte vervielfacht hat. Im Gegensatz zum Gros der Bevölkerung, dessen Einkommen sich während der gleichen Zeit inflationsbereinigt verringert hat<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn2">[2]</a>. Und gerade diesem Ungleichgewicht – obwohl nie so präzise zum Ausdruck gebracht – zwischen dem oberen Prozent und den restlichen 99 Prozent der Bevölkerung hat sich die Occupy-Bewegung gewidmet. Nicht, dass die Demonstranten etwas gegen Reichtum oder dessen ungleiche Verteilung hätten. Solange für jeden dieselben Spielregeln gelten.</p>
<p>Die Hauptkritik bezieht sich indes im Wesentlichen darauf, dass einige gesellschaftliche Gruppen während der vergangenen Jahrzehnte unverhältnismäßig stark profitieren konnten, weil sie zu ihrem Vorteil Einfluss auf die Gesetzgebung (z. B. durch massive Lobbyarbeit) genommen hatten. Und je mehr Vermögen sich in den Händen Weniger konzentriert, desto leichter fällt es diesen, ihren bereits übergroßen Reichtum mit geringem Aufwand zu erhöhen. So gesehen, birgt ein Währungsschnitt zumindest in der Theorie die Chance einer Umverteilung von oben nach unten, in deren Folge sogar der einstige Mittelstand der Gesellschaft wiederhergestellt werden könnte.</p>
<p>Der so genannte Reset, ein Begriff, mit dem angesichts der dramatischen Lage in Europa immer noch erstaunlich leichtfertig umgegangen wird, sollte also nicht nur einen Neuanfang beinhalten, sondern gleichzeitig auch eine Wiederannäherung an den ursprünglichen Begriff der sozialen Marktwirtschaft sein. Dazu gehört ein stufenweise zu vollziehender Umtausch verbliebener Geldvermögen (das hieße allerdings, dass mit steigenden Vermögen die Umtauschkurse ungünstiger würden), gegebenenfalls außerdem ein Lastenausgleich, wie er in Deutschland schon einmal nach der Währungsreform von 1948 für den Besitz von Immobilien durchgeführt wurde. Zudem sollte noch eine realistische Altersvorsorge eingerichtet werden, die nicht wie heute im Übermaß auf das Konto junger Generationen geht.</p>
<p>Gleichzeitig wäre bei einer solchen Reform darauf zu achten, dass die Bürger in der Folge nicht in eine andere soziale Schicht (auch nicht nach oben, etwa durch Krisengewinne) wechseln müssen, sondern in ihrem Umfeld verbleiben. Damit wären zwar sicherlich erhebliche Einschnitte im Lebensstandard der Einzelnen verbunden. Einschnitte, die jedoch weniger wehtun, wenn man weiß, dass der Nachbar sie auch erdulden muss. Einschnitte, von denen Tolstoi annehmen würde, dass man sich an sie gewöhnen könnte.</p>
<p><span style="font-size: small;">Aber die Geschichte hat einen Haken. Welchen, das werden Sie morgen erfahren.</span></p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Eine Währungsreform als Ende und „worst case“ einer ungelösten europäischen Schuldenkrise ist das Thema meiner Blog-Trilogie, deren ersten Teil Sie hier nachlesen können</span></span></p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref2">[2]</a><a href="http://motherjones.com/files/averagehouseholdincome.pdf" target="_blank"><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> https://motherjones.com/files/averagehouseholdincome.pdf</span></span></a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/von-der-euro-krise-zur-wahrungsreform-teil-2/">Von der Euro-Krise zur Währungsreform -Teil 2</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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