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	<title>Leerverkaufsverbot Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Wider die freien Marktkräfte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2015 13:41:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch die vergangenen Handelstage an der Börse standen ganz im Zeichen der Entwicklung an den chinesischen Aktienmärkten. Dabei versuchen uns besonnene Stimmen immer wieder klarzumachen, dass die Entwicklung der chinesischen Ökonomie mit derjenigen der Aktienmärkte wenig zu tun habe. Und weil diese ja ursprünglich nicht wegen der chinesischen Konjunktur überproportional angestiegen seien, möge man jetzt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch die vergangenen Handelstage an der Börse standen ganz im Zeichen der Entwicklung an den chinesischen Aktienmärkten. Dabei versuchen uns besonnene Stimmen immer wieder klarzumachen, dass die Entwicklung der chinesischen Ökonomie mit derjenigen der Aktienmärkte wenig zu tun habe. Und weil diese ja ursprünglich nicht wegen der chinesischen Konjunktur überproportional angestiegen seien, möge man jetzt auch nicht allzu viel in die starke Korrektur der Aktienmärkte hineinlesen. Natürlich mag die rückläufige Entwicklung der chinesischen Konjunktur für manche besorgniserregend sein, aber das Wachstum befindet sich nicht wie etwa der Shanghai Composite Index im freien Fall.</p>
<p>Einzig und allein bedenklich stimmt das Verhalten der chinesischen Behörden, die sich im wahrsten Sinne des Wortes mit aller Gewalt gegen einen weiteren Einbruch der Aktienkurse stemmen. Längst werden nicht nur Leerverkäufer kriminalisiert, sondern wer sich kritisch zum Aktienmarkt äußert, muss offenbar mit Einschüchterungen und Repressalien rechnen. Und dabei geht es nicht um einzelne, wenige Personen, sondern anscheinend um Hunderte von Investoren, von denen einige durchaus bedeutend sind. Es ist schon bezeichnend, wenn man einen Reporter für den Einbruch des eigenen Aktienmarktes verantwortlich machen will. Oder wenn heute etwa auf zerohedge.com ein Beitrag mit dem Zitat eines Vermögensverwalters überschrieben ist: “Wenn ich nicht nach Hause komme, kümmere Dich um meine Frau“. Dann wird einem sofort klar, wie sich Investoren dortzulande fühlen.</p>
<p>Dabei geht es nicht nur um die Verfolgung etwaiger Leerverkaufsaktivitäten, sondern dem Vernehmen nach auch um die engmaschige Überprüfung von Handelsstrategien der Investmentfonds durch die dortigen Regulierer. Möglicherweise verbunden mit der freundlichen Aufforderung, mit Aktienkäufen dem dortigen Markt wieder auf die Sprünge zu helfen.</p>
<p>All diese Geschichten tragen nichts zur Vertrauensbildung in die chinesischen Aktienmärkte bei. Denn ein Markt, bei dem eine Seite, in diesem Falle die Verkäufer, ausgeschaltet werden soll und in dem man eines Tages womöglich noch nicht einmal seine Gewinne realisieren darf, vertreibt auch etwaige Käufer. Da kann man sich lange damit zu beruhigen versuchen, der chinesische Aktienmarkt reflektiere nicht die tatsächlichen ökonomischen Verhältnisse in China und habe hierzulande – &#8222;rational betrachtet&#8220; – deswegen nur begrenzte Auswirkungen auf das Geschehen am Aktienmarkt. Vielmehr muss man wohl befürchten, dass unerwünschte Marktkräfte auch in anderen Bereichen ausgeschaltet werden.</p>
<p>Dennoch bleibt der Optimismus der Börsianer hierzulande ungebrochen – die jüngste Stimmungserhebung der Börse Frankfurt habe ich dieses Mal <strong><u><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+es+hat+nicht+gereicht+88078">HIER</a></u></strong> kommentiert.</p>
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		<title>Im Griff der Spekulanten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Aug 2011 11:44:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der DAX ist kein Opfer der Spekulanten oder irrationaler Marktkräfte wie uns manche Akteure glauben machen wollen. Und ob das sagenumwobene, einst vom früheren US-Präsidenten Ronald Reagan ins Leben gerufene Plunge Protection Team zur Rettung der US-Märkte eingegriffen hat, ist ebenfalls fraglich. Auch der Frage, welchen Einfluss das Leerverkaufsverbot (für Finanztitel) Frankreichs, Italien, Spaniens und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/im-griff-der-spekulanten/">Im Griff der Spekulanten?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Der DAX ist kein Opfer der Spekulanten oder irrationaler Marktkräfte wie uns manche Akteure glauben machen wollen. Und ob das sagenumwobene, einst vom früheren US-Präsidenten Ronald Reagan ins Leben gerufene Plunge Protection Team zur Rettung der US-Märkte eingegriffen hat, <span id="more-2213"></span>ist ebenfalls fraglich. Auch der Frage, welchen Einfluss das Leerverkaufsverbot (für Finanztitel) Frankreichs, Italien, Spaniens und Belgiens auf die Märkte ausübt, aber auch, wie es nächste Woche mit DAX und Euro  weitergehen könnte, geht Joachim Goldberg in seinem heutigen Spezial von<a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/index.html" target="_blank"> WGZ Cognitrend TV </a>nach.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>Das Schaf im Wolfspelz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Aug 2011 07:41:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jetzt geht es also wieder los mit den Leerverkaufsverboten von Aktien, mit denen Frankreich, Spanien, Italien, und Belgien den bösen Spekulanten anscheinend den Garaus machen wollen. Nein, es hat mich nicht aufgeregt, dass nur vier Staaten Europas sich zu diesem Schritt durchgerungen haben, und so gezeigt haben, wie uneins Europa ist. Sicherlich nicht, weil man [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/das-schaf-im-wolfspelz/">Das Schaf im Wolfspelz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Jetzt geht es also wieder los mit den Leerverkaufsverboten von Aktien, mit denen Frankreich, Spanien, Italien, und Belgien den bösen Spekulanten anscheinend den Garaus machen wollen. Nein, es hat mich nicht aufgeregt, dass nur vier Staaten Europas sich zu diesem Schritt durchgerungen haben, und so gezeigt haben, wie uneins Europa ist. Sicherlich nicht, weil <span id="more-2208"></span>man anderswo in Europa die Spekulanten anders einschätzen mag. Vielmehr zeigt das 15-tägige Verbot, wie ohnmächtig man auf offizieller Seite versucht, den Kontrollverlust in den Griff zu bekommen.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Noch mehr regt mich aber auf, wenn wieder einmal von der &#8222;Stunde der Spekulanten&#8220; gesprochen wird. Wer derartiges von sich gibt, hat nicht einmal zur Hälfte Recht. Sicherlich gibt es große Marktteilnehmer, die mit spekulativen Positionen versuchen, Gewinne aus Fehlbewertungen zu schlagen. Aber man muss sich fragen, wer etwa hinter diesen Hedgefonds steht, die auf der einen Seite hohe, überdurchschnittliche Gewinne erzielen sollen, aber umgehend – während die Aktienmärkte angeblich von den Spekulanten gerade heruntergeprügelt werden – gescholten werden, wenn einer von ihnen innerhalb einer Woche 10 Prozent seines Vermögens verliert.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Der Einbruch am Aktienmarkt während der vergangenen beiden Wochen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht irgendwelchen irrationalen Short-Spekulationen zuzuschreiben, sondern großen Marktteilnehmern, die sich offenbar wie viele andere Ökonomen von der globalen konjunkturellen Lage ein neues Bild gemacht haben. Die daraus resultierenden Abgaben sind sicherlich auf zu wenig Nachfrage gestoßen, was die Preise stark unter Druck geraten ließ. Das ist aber keine Irrationalität, sondern schlicht ein markttechnisches Problem. Am Ende werden die großen Trends doch von denen losgetreten, die zu lange schief lagen und erst handeln, wenn es schon zu spät ist.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>In Krisenzeiten wird immer nach Buhmännern gesucht. Und das sind in der Regel diejenigen, die auf der anderen der Seite der Anleger stehen, die Gegenspieler der Käufer. Seltsamerweise haben die meisten immer noch nicht dazugelernt, wenn sie behaupten, es seien die unbeliebten Leerverkäufer, die an den Kursstürzen schuld sein sollen. Und das führt zu einer fast schon perversen Situation: Wer auf Abwärtsbewegungen setzt, weil er etwas für überbewertet hält, ist also ein Spekulant, weil er vom Verlust des braven Privatanlegers (den ich übrigens seit 2009 immer weniger zu Gesicht bekommen habe) vordergründig profitiert. Wer hingegen auf steigende Kurse setzt, den nennt man voller Respekt &#8222;Investor&#8220;. Ein Investor, der übrigens auch als Schaf im Wolfspelz bei einem Hedgefonds investiert sein kann, von dem er hohe Gewinne erwartet. Und sei es durch den Kauf einer Versicherung, falls das Haus des Nachbarn abbrennen sollte.</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>Leerverkauf-Kurzschluss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 12:49:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Man mag ja zu ungedeckten Leerverkäufen stehen wie man will. Aber als ich heute in der FTD den Beitrag mit der Überschrift „Leerverkaufsverbot beruhigt Märkte“ sah, wurde ich sofort skeptisch: Zum Beweis für den Erfolg des erst seit 10. Mai 2010 geltenden Schäuble-Verbots zieht man die seither ruhig verlaufenen Aktienmärkte heran. Abgesehen davon, dass eine [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Man mag ja zu ungedeckten Leerverkäufen stehen wie man will. Aber als ich heute in der FTD den Beitrag mit der Überschrift „Leerverkaufsverbot beruhigt Märkte“ sah, wurde ich sofort skeptisch: <span id="more-356"></span>Zum Beweis für den Erfolg des erst seit 10. Mai 2010 geltenden Schäuble-Verbots zieht man die seither ruhig verlaufenen Aktienmärkte heran. Abgesehen davon, dass eine Spanne von drei Monaten (die zu einem Gutteil auch noch die Sommerferien umfasst) nicht gerade repräsentativ für das Geschehen am Aktienmarkt sein kann, ist ein einziges Quartal an Beobachtungen auch per se zu kurz für derart wichtige Schlussfolgerungen. Vielleicht hat die seit Mai anhaltende Seitwärtsbewegung im DAX gar nichts mit dem Leerverkaufsverbot zu tun. Auch die während dieser Zeit gesunken Umsätze sind womöglich auf fehlendes Interesse der Anleger am Aktienmarkt im Allgemeinen zurückzuführen. Überdies würde ein träger Markt vermutlich auch dann keine Leerverkäufer anziehen, wenn es kein Verbot gegeben hätte. </p>
<p>Ich würde ja noch mit mir reden lassen, wenn nicht derselbe Artikel einer Studie des IWF, die zu einem gegenteiligen Ergebnis kommt, die Aussagekraft absprechen würde. Die Studie, die sich zwar nicht auf die gleiche Periode bezieht, aber immerhin einen etwas größeren Zeitraum von 15 Wochen vor und nach dem 19. September 2008 umfasst, also kurz nach der Lehman-Pleite, stellt fest, die Volatilität habe nach dem damals immerhin von vielen Ländern Europas und den USA erlassenen temporären Leerverkaufsverbot sogar deutlich zugenommen. Aber dies will der Autor nicht gelten lassen. Vielmehr heißt es lapidar, die wilden Kursausschläge der Zeit rund um die Lehman-Pleite seien vor allem „auf die ohnehin große Nervosität der Anleger zurückzuführen – und nicht etwa auf ein Verbot ungedeckter Leerverkäufe.“</p>
<p>Mir selbst fällt übrigens adhoc ein (nicht zwingenderweise repräsentatives) Beispiel ein, wo ein Leerverkaufsverbot ebenfalls nicht gefruchtet hat. Etwa in Pakistan im Jahr 2008, als an den Börsen in Karatschi und anderswo die Steine flogen und die Fensterscheiben barsten, weil erboste Anleger ihren Unmut abreagieren mussten. In Karatschi ging es damals täglich nach unten. Auch, nachdem ein Leerverkaufsverbot verfügt wurde: Der KSE-100, machte zwar am Tag des Verbotes noch einen letzten großen  Jubelsprung – bevor es erneut, um rund 20 Prozent, nach unten ging.</p>
<p>Abgesehen davon gibt es eine lesenswerte, umfassende Studie über 111 Staaten, wonach kein Beleg dafür existiert, dass ein Verbot von Leerverkäufen die Volatilität oder die Wahrscheinlichkeit eines Crash beeinflusst*.</p>
<p>*A. Charoenrook and H. Daouk: <em>A Study of Market-Wide Short-Selling Restrictions</em>, Vanderbilt University and Cornell University Working Paper 2009</p>
<p><strong> </strong></p>
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