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	<title>Kurzsichtige Verlustaversion Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Reizthema Stopp-Loss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2014 14:36:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Intraday-Stopp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Thema Stopp-Loss ist vermutlich so alt wie die Finanzmärkte selbst und war beim Kurseinbruch des DAX Mitte Oktober wieder einmal hochaktuell. Denn jemand, der beispielsweise seit Jahresanfang ein DAX-Index-Zertifikat besaß, war mit einem starren Stopp-Loss von 10 Prozent, sofern er denn diszipliniert gehandelt hat, nicht mehr im Markt. Ein systematischer Handelsansatz mit nachgezogenen Intraday-Stopps [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema Stopp-Loss ist vermutlich so alt wie die Finanzmärkte selbst und war beim Kurseinbruch des DAX Mitte Oktober wieder einmal hochaktuell. Denn jemand, der beispielsweise seit Jahresanfang ein DAX-Index-Zertifikat besaß, war mit einem starren Stopp-Loss von 10 Prozent, sofern er denn diszipliniert gehandelt hat, nicht mehr im Markt. Ein systematischer Handelsansatz mit nachgezogenen Intraday-Stopps der gleichen Größenordnung wäre gleich mehrfach eiskalt erwischt worden. Darüber hat sich unlängst ein Kommentator im Internet dermaßen aufgeregt, dass er von einem Joch der Stopp-Loss-Order schrieb. Und wenn von einem Joch die Rede ist, dann schwingt auch immer mit, dass man dieses gefälligst abzuschütteln habe.</p>
<p>Über den Sinn von Verlustbegrenzungen in Form von Stopp-Loss-Marken wird immer wieder heiß diskutiert. Dies geschieht umso mehr, als viele Anlagekonzepte heute so ausgelegt sind, dass sie mit automatischen Verlustgrenzen arbeiten. Die einen mit einem engen Stopp-Loss, die anderen mit einer großzügigeren Grenzziehung – wer erst bei einem Verlust von 20 Prozent die Bremse ziehen wollte, den hätte es in diesem Jahr zum Beispiel nicht erwischt. Aber hinterher ist man immer schlauer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der erste kleinste Verlust wiegt am schwersten</strong></p>
<p>Auch mag es in Märkten, die nicht sehr liquide sind, geradezu Kettenreaktionen von Stopp-Loss-Orders geben, die eng gestaffelt bei hohen Handelsvolumina wie eine Reihe umfallender Dominosteine nacheinander ausgelöst werden, was mitunter auch dazu führen kann, dass sich solche Bewegungen panikartig verselbstständigen. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden: Derartige Kettenreaktionen stehen naturgemäß nicht am Anfang einer solchen Entwicklung; vielmehr treten sie in einer späteren Phase des Kurseinbruchs auf oder aber auch bei einer Kaufpanik nach einigen Prozent schneller Kursgewinne. Denn im Frühstadium solcher Kursentwicklungen ist die Bereitschaft zur Verlustbegrenzung besonders gering. Denn Menschen reagieren paradox: Auch wenn der erste Verlust der kleinste ist, wiegt er für sie dennoch am schwersten.</p>
<p>Ich klebe nicht an irgendwelchen prozentualen Verlustlimits. Aber Anleger sollten einen Plan haben, was zu tun ist wenn sich die Dinge an ihrem Markt nicht so wie vorgestellt entwickeln. Vor allem wenn sich Verluste so richtig schnell vollziehen, fangen viele Anleger zu zweifeln an, ob Durchhalten tatsächlich die richtige Strategie sein kann. Gerade, weil wir unser Marktumfeld, sobald wir eine Position eingegangen sind, unter dem Eindruck von Verlusten ohnehin nur noch selektiv wahrnehmen, muss es einen Plan geben, der vor Eingehen eines Engagements festgelegt wurde. Am besten schriftlich.</p>
<p>Auch muss eine Verlustbegrenzung durchaus nicht preisgebunden sein. Man kann ja auch aussteigen, wenn bestimmte Voraussetzungen, die man eigentlich für die Grundlage seiner Entscheidung ursprünglich einmal gewählt hat, nicht mehr gegeben sind. Doch wird es schwierig, wenn diese Kriterien nicht aus harten Zahlen sondern womöglich aus weichen Qualitätsmerkmalen einer Aktiengesellschaft bestehen. Ohnehin verhindert es die selektive Wahrnehmung, einigermaßen objektiv zu bleiben – Marktpreise sind klar und unmissverständlich und das Resultat von Angebot und Nachfrage.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Situative Stopps, wenn es bereits brennt?</strong></p>
<p>Natürlich kann man angesichts der jüngsten DAX-Erholung sagen, es wäre besser gewesen keinen Stopp-Loss gehabt zu haben. Vor allem keinen großzügigen Stopp, wo man mit einem zweistelligen Prozentverlust aus dem Markt geworfen wurde und nun Schwierigkeiten hat, den Wiedereinstieg zu finden. Im Nachhinein lässt sich da immer gut argumentieren. Was wäre denn passiert, wenn der DAX 25 Prozent an Wert verloren hätte? Wäre man dann auch noch ruhig geblieben?</p>
<p>Soll man nun das Joch des Stopp-Loss abstreifen? Oben genannter Kommentator gibt eine findige Antwort: „Nein, sicher nicht generell, aber begreifen, dass sie nicht Allheilmittel sind“. Verlustbegrenzung also nach Gusto? Ein Engagement womöglich durchzuhalten, weil es fundamental das richtige ist?</p>
<p>In einer Zeit, wo die Finanzmärkte – vor allem die Aktienmärkte – wie nie zuvor durch Notenbankinterventionen geradezu manipuliert werden, tue ich mich schwer an fundamentale Bewertungsmaßstäbe zu glauben. Aber auch in normalen Zeiten haben wir immer wieder erlebt, dass sich Aktienkurse durchaus und für lange Zeit von ihren fundamental gerechtfertigten Bewertungsmaßstäben entfernt haben.</p>
<p>Egal, woran man glaubt, ob an enge Verlustbegrenzungen oder großzügige Stopps oder gar ein Aktieninvestment ohne Netz<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>. Situativ, also mal so oder mal so zu agieren, halte ich selbst für hart gesottene Börsenprofis für eine große Herausforderung. Ab und zu vielleicht einen Stopp zu nutzen? Eine solche Nonchalance nenne ich konsequent unsystematisch, und ich fürchte: Es kann teuer werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Wie ich selbst mit Verlustbegrenzungen umgehe, können Sie übrigens <a href="https://www.joachim-goldberg.com/stopp-loss-aversion-ii/"><strong>HIER</strong></a> nachlesen</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/reizthema-stopp-loss/">Reizthema Stopp-Loss</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Letzter Aufruf vor dem Abheben?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2013 11:14:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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		<category><![CDATA[Kurzsichtige Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei einem DAX von fast 9.400 Zählern wundert es nicht, wenn „Experten“ im Börsen-TV oder in Zeitungs-Interviews gefragt werden, ob denn „der Anleger“ jetzt noch einsteigen solle. Eigentlich eine fiese Frage, weil sie den Interviewten leicht ins Schlingern bringen kann. Denn das Schlimmste, was einem „Börsenprofi“ passieren kann, wäre, ausgerechnet am Höhepunkt der Kursentwicklung zum [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei einem DAX von fast 9.400 Zählern wundert es nicht, wenn „Experten“ im Börsen-TV oder in Zeitungs-Interviews gefragt werden, ob denn „der Anleger“ jetzt noch einsteigen solle. Eigentlich eine fiese Frage, weil sie den Interviewten<span id="more-6731"></span> leicht ins Schlingern bringen kann. Denn das Schlimmste, was einem „Börsenprofi“ passieren kann, wäre, ausgerechnet am Höhepunkt der Kursentwicklung zum Kaufen zu raten und diesen Tipp hinterher bereuen zu müssen, wenn der Markt anschließend kurzerhand heftig nach unten dreht. Während ein Experte im Zweifel aber durch seine Fehlprognose bestenfalls sein Gesicht verliert, geht es beim „Anleger“ um weitaus mehr, möglicherweise um gravierende Verluste, wenn nicht um sein ganzes Vermögen. Sein Commitment ist also ungleich höher.</p>
<p>Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich noch vor einem Jahr in meinem Bekanntenkreis immer wieder für die Aktie als Investment warb und oft zur Antwort bekam: „Ach nein, lieber nicht.“ Zu frisch waren noch die erlittenen Verluste aus der Finanzkrise. Und als der DAX schließlich die 8.000er Marke knackte, winkte ein guter Bekannter von mir dankend ab, er habe gerade den Newsletter eines renommierten Finanzmarkt-Profis gelesen, und dieser prognostiziere, dass der DAX bald auf 6.000 Punkte zusammenkrachen werde. Manche wurden klassisch und sprachen von den Iden des März (2013). Aber der DAX war einfach nicht tot zu kriegen, und als er drei Monate später bei 8.500 Punkten stand, traf ich denselben Bekannten zufällig auf der Straße. „Wie ist die Stimmung, geht‘s weiter hoch?“, fragte er. „Ich glaube schon“, erwiderte ich. Mein Bekannter (strahlend): „Ich glaube, Aktien haben wirklich noch Potenzial, bei der nächsten Korrektur steige ich ein“ – worauf ich ketzerisch erwiderte: „Und wenn die nicht kommt?“ – „Ich muss ja nicht um jeden Preis mitmachen“, gab sich mein Gegenüber gelassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Kann man jetzt noch einsteigen?</b></p>
<p>Gestern habe ich ihn erneut getroffen: „Du hast recht gehabt, ich glaube jetzt auch, dass der Aktienmarkt hochgeht“, sagte mein Bekannter im Brustton der Überzeugung. Und dann fragte er mit leichter Verlegenheit in der Stimme: „Kann man jetzt noch einsteigen?“ „Das kann man immer“, antwortete ich vage. Und dann versicherte ich ihm, dass man auch einmal seine Meinung ändern dürfe, wenn man dafür gute Gründe habe. Zwar wollte ich ihn nicht ärgern, aber die Frage, warum er einen Aktienmarkt, den er bei einem Stand von 8.000 Punkten als teuer eingeschätzt hatte, jetzt, wo er noch einmal um 1.000 Punkte zugelegt hatte, plötzlich für fair bewertet hielt, konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Diesen Aufwärtstrend hätte ja selbst seine sechsjährige Tochter gesehen, bekam ich nun zu hören. Beweis genug also, dass der Aktienmarkt wirklich stabil sei. Aber am Allzeithoch kaufen? Das sei doch fast genauso schlimm, wie sich am tiefsten Punkt von seinen Verlustbringern zu trennen.</p>
<p>Dabei müsste sich mein Bekannter eigentlich nur einmal vorstellen, er wäre zu Beginn dieses Jahres bei einem DAX-Niveau von knapp 7.700 Punkten eingestiegen<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>. Würde er diese Aktien jetzt verkaufen wollen? Wer diese Frage mit einem aufrichtigen „Ja“ beantwortet, dürfte konsequenterweise heute nicht mehr in den Aktienmarkt einsteigen. Nur ein klares Nein wäre die logische Voraussetzung dafür, auch noch am (vorläufigen) Allzeithoch zu kaufen. Auf eigenes Risiko natürlich.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Bei diesem Szenario wird ein neuer Referenzpunkt ins Spiel gebracht, womit sich eine neue Sichtweise des Problems ergibt. Was es sonst noch mit derartigen Referenzpunkten auf sich hat, erfahren Sie im nächsten Beitrag</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Freundliche Übernahme</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 14:28:58 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Schuldenkrise]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstkontrolle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alles andere als einig scheinen sich die europäischen Finanzminister über die zukünftige Ausgestaltung des Rettungsfonds zu sein. Allen ist zwar klar, dass er besser und flexibler werden muss, doch über die konkreten Details herrscht bislang kein Konsens. Und so konnte man am vergangenen Montag auch keine gemeinsame Stellungnahme abgeben. Aber Eile scheint ja nicht geboten. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Alles andere als einig scheinen sich die europäischen Finanzminister über die zukünftige Ausgestaltung des Rettungsfonds zu sein. Allen ist zwar klar, dass er besser und flexibler werden muss, doch über die konkreten Details herrscht bislang kein Konsens. <span id="more-6655"></span> Und so konnte man am vergangenen Montag auch keine gemeinsame Stellungnahme abgeben. Aber Eile scheint ja nicht geboten. Zumal Portugal und Spanien zuletzt keine Probleme hatten, ihre Anleihen zu platzieren. Immerhin: die EU-Kommission will spätestens beim Gipfel im März eine dauerhafte Lösung der Schuldenkrise präsentieren. Und wenn auch wieder nur ein Minimalkonsens oder überhaupt keine Lösung zu Stande kommen sollte? Dann gibt es sicherlich noch andere, die bereitwillig ihre Hilfe anbieten.</p>
<p>Gemeint ist natürlich China, das angesichts des Staatsbesuchs seines Präsidenten Hu Jintao in den USA derzeit die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse beherrscht. Tatsächlich hat sich China im einen oder anderen Falle schon als Helfer eines in Not geratenen Peripherielandes gezeigt. Allein die jüngst  bekräftigte Absicht, Anleihen zu kaufen und mit Spanien Handelsverträge in Höhe von sieben Mrd. Euro abzuschließen, dürfte sicherlich attraktiver klingen, als sich im Extremfall demütig unter einen Rettungsschirm begeben zu müssen. Die Versuchung unter den krisengeschüttelten Euroländern ist also groß, statt auf eigene, gemeinsame Lösungen im Zweifel abermals auf Chinas Hilfe zu setzen. Sei es nur, dass eine Anleihe sozusagen unter dem Tisch, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, an chinesische Geldgeber verkauft wird. Ja, selbst für Deutschland lässt sich das Ganze auf eine einfache Formel reduzieren: Wo China hilft, brauchen wir nicht zu helfen. Dabei müsste doch allen Beteiligten klar sein, dass derlei Großzügigkeit auch ihren Preis hat. Ein Preis, der nicht heute, aber in der ferneren Zukunft zu zahlen ist. Sollten wir nicht aus der Finanzkrise gelernt haben, verlockende Gewinne lieber nicht sofort und mit dem Risiko künftiger hoher Verluste vom Tisch zu nehmen? Mangelnde Selbstkontrolle (myopic loss aversion) nennen dies die Vertreter der Behavioral Economics.</p>
<p>Wie solche Verluste in der Zukunft aussehen können, zeigen uns verschiedene Länder in Afrika, die in den Genuss chinesischer Hilfestellung gerieten. Etwa die erdölreichen Staaten Nigeria, Sudan und Angola. Tatsächlich haben die Chinesen in den vergangenen Jahren überall in Afrika Milliarden Dollar ausgeliehen, gebunden an wenige Bedingungen. Sie halfen mit, Straßen, Brücken und Kraftwerke zu bauen. Und bei der Gelegenheit haben sie auch gleich ihre eigenen Arbeitskräfte mitgebracht: Auf den Baustellen arbeiten Chinesen und Einheimische zusammen. Man könne sich lebhaft ausmalen, wer dort die guten Jobs bekommt und wer die Drecksarbeit machen darf, meinen Kritiker<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1">[i]</a>. Ja, das soll sogar so weit gehen, dass China neuerdings Häftlinge aus den eigenen Gefängnissen nach Afrika exportiert hat, wodurch der Anteil heimischer Arbeiter auf ein Minimum reduziert wurde<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn2">[ii]</a>. Nachdem ich das gehört hatte, verstand ich den Satz, den ich neulich in einem schwedischen Kriminalroman las, dass es nämlich noch nie so viele Sklaven auf der Welt gegeben habe wie in unseren ach so modernen, aufgeklärten Zeiten.</p>
<p>Man kann also, ohne zu übertreiben, sagen, dass China mittlerweile überall auf dem Kontinent präsent ist und sich damit nicht nur den Zugang zu wichtigen Rohstoffen, sondern auch einen Absatzmarkt für eigene Produkte erobert hat.</p>
<p>Könnte Europa dasselbe Schicksal drohen? Hoffentlich stehen am Ende dieser freundlichen Rettungsaktion nicht auch in Europa jede Menge Unternehmen, die in Chinas Besitz übergegangen sind, samt ihres Know-how<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn3">[iii]</a>. Und qualifizierte, tüchtige und preisgünstige Arbeitskräfte, die bringt der freundliche Helfer dann auch noch gleich mit.</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1">[i]</a>  <em>China in Africa</em>, CBC News, 2010/03/29</p>
<p><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref2">[ii]</a> Chellaney, Brahma <em>China‘s newest export: convicts, </em>guardian.co.uk vom 29.7.2010</p>
<p><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref3">[iii]</a> Zur Verdeutlichung: Deutschlands Exportvolumen in die Staaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien betrug allein im Jahre 2009 rund 100 Mrd. Euro</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/freundliche-ubernahme/">Freundliche Übernahme</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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