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	<title>Inflationsängste Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Eingepreiste Inflation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 May 2021 10:26:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Inflationsängste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Kommentator brachte es auf den Punkt: Die am Freitag publizierten Zahlen zum Index der privaten Verbrauchsausgaben des Monats April (PCE) waren eigentlich schwer an den Mann zu bringen. Gemeint ist deren Überraschungseffekt, weil die Inflation, gemessen an der von der Fed viel beachteten Kernrate des PCE, eigentlich überschaubar blieb. Zumindest wenn man die Median-Erwartung [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ein Kommentator brachte es auf den Punkt: Die am Freitag publizierten Zahlen zum Index der privaten Verbrauchsausgaben des Monats April (PCE) waren eigentlich schwer an den Mann zu bringen. Gemeint ist deren Überraschungseffekt, weil die Inflation, gemessen an der von der Fed viel beachteten Kernrate des PCE, eigentlich überschaubar blieb. Zumindest wenn man die Median-Erwartung der Ökonomen als Referenzpunkt wählt: So legte die Inflation gegenüber dem Vorjahr in der Kernrate um 3,1 gegenüber den erwarteten 2,9 Prozent (Vormonat +0,7 gegenüber 0,6 Prozent) zu – eigentlich kaum der Rede wert, wenn man bedenkt, dass fast jeder Akteur an den Finanzmärkten ohnehin mit steigender Inflation rechnet. Wählt man stattdessen den historischen Vergleich als Referenzpunkt, sieht das Ganze jedoch schon wesentlich dramatischer aus, weil es sich bei der April-Zahl um den höchsten Wert seit 1992 gehandelt hat.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Noch nicht „behind the curve“ </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dies mag auch der Grund sein, warum bereits mehrfach geäußert wurde, die Fed befände sich mit ihrer Idee, dass es sich bei den gestiegenen Inflationsraten nur um ein vorübergehendes Phänomen („transitory“) handle, auf dem Holzweg. Wie ich bereits an dieser Stelle schon einmal äußerte (vgl. <strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/05/16/rueckkehr-zum-optimismus/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong>), ist dieser Beweis längst nicht erbracht. Denn um die Annahme zu widerlegen, dass die monatlichen Inflationsraten vorübergehender Natur sind, bedarf es schließlich eines Datensatzes, der <em>mehrere </em>Monate umfasst. Natürlich gilt dabei: Sollte die Fed mit ihrer Meinung schief liegen, wäre sie natürlich automatisch „behind the curve“, würde also der Inflationsentwicklung hinterherrennen müssen. Aber so weit sind wir noch nicht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mit anderen Worten: Streng genommen liegt eine Veränderung der geldpolitischen Linie der US-Notenbank in Form einer Verringerung der Anleihekäufe (Tapering) noch in weiter Ferne. Auch die Diskussion darüber, die in den Finanzmärkten bereits heute und für die Fed nach Ansicht einiger Akteure frühestens beim Symposion in Jackson Hole Ende August beginnen dürfte, ist nicht viel mehr als ein Grundrauschen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kein schlechter Börsenmonat Mai </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Lässt man den Monat Mai Revue passieren – zumindest lässt sich dies für die USA aufgrund des Feiertags am Montag endgültig feststellen –, haben die Zinsängste und befürchteten Tapering-Diskussionen per Saldo für erstaunlich wenig Marktbewegung gesorgt. Tatsächlich haben sich die Renditen der US-Staatsanleihen, gemessen an den Papieren mit zehnjähriger Fälligkeit, nicht befestigt, sondern sind sogar ein wenig gefallen. Umgekehrt konnte der US-Aktienindex S&amp;P 500 den Mai mit einem, wenn auch minimalen Gewinn abschließen. Deutlicher profitierte indes der hiesige EURO STOXX 50, der bislang mit einem Plus von 2,4 Prozent im Mai aufwartet, der DAX sogar mit ein wenig mehr. Ein gutes Investment übrigens für US-Anleger, die – sofern ungesichert – auch noch vom Kursgewinn des Euro gegenüber dem US-Dollar in Höhe von 1,3 Prozent profitierten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Immerhin stand der kurzfristige Aufwärtstrend des Euro am Freitag nach Veröffentlichung der PCE-Zahlen etwas auf der Kippe, als die Gemeinschaftswährung das wichtige Niveau von <strong>1,2130/35</strong> kurzzeitig testete, sich allerdings zum Wochenschluss wieder eindrucksvoll befestigte und auf das Eröffnungsniveau des letzten Handelstages zurückkehrte. Mit anderen Worten: Die kurzfristigen Wetten auf steigende US-Anleihezinsen im Vorfeld der Veröffentlichung der Inflationsdaten hatten sich am Ende nicht ausgezahlt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Wegen des US-Feiertages Memorial Day und des UK-Bankfeiertags am Montag erscheint der nächste Kommentar erst am Mittwoch, den 2. Juni.</strong></span></p>
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		<title>Puzzleteile passen nicht so recht zusammen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 May 2021 04:50:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktienmärkte]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnungseffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Inflationsängste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch gestern sollte es mit dem Euro nicht nach oben gehen. Stattdessen gab es zwar keinen riesigen, aber, gemessen an den Handelsbandbreiten der Vortage, eben doch einen ordentlichen Rücksetzer. Eine Korrektur, die sich wahrscheinlich in erster Linie temporärer Dollar-Nachfrage verdankt. Diese geht vermutlich auf den Anstieg der US-Staatsanleihen zurück, der innerhalb von einer Woche dazu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch gestern sollte es mit dem Euro nicht nach oben gehen. Stattdessen gab es zwar keinen riesigen, aber, gemessen an den Handelsbandbreiten der Vortage, eben doch einen ordentlichen Rücksetzer. Eine Korrektur, die sich wahrscheinlich in erster Linie temporärer Dollar-Nachfrage verdankt. Diese geht vermutlich auf den Anstieg der US-Staatsanleihen zurück, der innerhalb von einer Woche dazu geführt hat, dass etwa die Rendite der zehnjährigen Papiere peu à peu in der Spitze um 14 Basispunkte abgebröckelt ist. Wir erinnern uns: Am Mittwoch vor einer Woche wurde das Fed-Protokoll publiziert, das ich nicht umsonst für überbewertet hielt (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/05/21/ein-ueberbewertetes-protokoll/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>). <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13504" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/27052021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/27052021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/27052021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gewöhnung an Inflationsängste</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Seither dürften die Inflationsängste und die damit verbundenen Aussichten auf eine eher früher als später beginnende Tapering-Diskussion – sofern man den ökonomischen Daten Glauben schenken mag – eigentlich nicht geringer geworden sein. Allerdings auch nicht stärker. Und so kann man durchaus davon ausgehen, dass bezüglich der Ängste bei den Akteuren ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten ist. Dennoch ist es bemerkenswert, dass sich die Investoren gestern mit einer Rendite von rd. 1,57 Prozent bei den zehnjährigen US-Staatsanleihen offenbar zufrieden gegeben haben. Ganz zu schweigen von der inflationsbereinigten realen Rendite, die gestern mit -0,82 Prozent (vgl. <strong><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="https://www.treasury.gov/resource-center/data-chart-center/interest-rates/Pages/TextView.aspx?data=realyield" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></span></strong>) berechnet wurde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Börsianer immer noch zu pessimistisch</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es passt alles nicht so recht zusammen, könnte man sagen. Oder sollte man Anleihen kaufen, weil die Börsianer selbst jenseits des Atlantiks nicht mehr so richtig bullish sein wollen? Auch hierzulande ist die Mehrheit der Börsianer, wie die gestrige Umfrage der Börse Frankfurt, die ich <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/4a1d1d7f-afa5-4c1d-8d40-e907669a7baf" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span> kommentiert habe, ergab, etwas weniger pessimistisch, aber angesichts der Tatsache, dass der DAX erst vorgestern ein neues Allzeithoch markierte, immer noch viel zu bearish eingestellt. Tatsächlich scheint die Chance einer vierten Abwärtskorrektur in diesem Quartal (in einer Größenordnung von 3 Prozent oder etwas mehr, gerechnet vom Allzeithoch bei 15.568) angesichts der bearishen Positionierungen nicht so hoch zu sein, wie das Risiko, dass ein Teil der Pessimisten im Falle erneuter Allzeithochs über eine schmerzhafte Squeeze aus dem Markt gespült wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass der Euro nicht allzu weit vom Jahreshoch schlapp zu machen droht, dürfte auch auf die Angst einiger Händler zurückzuführen zu sein, dass man bei der EZB oberhalb von 1,2345 womöglich aufwachen könnte und deshalb mit Verbalinterventionen zu rechnen wäre. Unterdessen bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend des Euro allerdings intakt und das Umfeld positiv, solange <strong>1,2125/30</strong> (leicht modifiziert) nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/puzzleteile-passen-nicht-so-recht-zusammen/">Puzzleteile passen nicht so recht zusammen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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