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	<title>Helikoptergeld Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Börsen, bevölkert von zu vielen Bären</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2020 14:03:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Divergenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Stimulus-Programme]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch in der abgelaufenen Handelswoche spielte die Hauptmusik in der Finanzwelt an den Aktienmärkten. Für die einen klang diese Musik schrill und dissonant, weil die V-förmige Erholung, die die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks momentan hinlegen, nicht zu dem passt, was die ökonomische Datenlage derzeit vermittelt. Eine Divergenz, die eben Dissonanz auslöst. Aber zu dieser Dissonanz kommt auch noch eine Unsicherheit, die sich aus der kaum abschätzbaren Entwicklung der Corona-Pandemie ergibt. Eine Unsicherheit, die sich doch in Kursabschlägen niederschlagen muss, so zumindest die Logik...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0870)</strong>             Auch in der abgelaufenen Handelswoche spielte die Hauptmusik in der Finanzwelt an den Aktienmärkten. Für die einen klang diese Musik schrill und dissonant, weil die V-förmige Erholung, die die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks momentan hinlegen, nicht zu dem passt, was die ökonomische Datenlage derzeit vermittelt. Eine Divergenz, die eben Dissonanz auslöst.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11879" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/20042020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/20042020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/20042020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Dissonanz und Unsicherheit</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber zu dieser Dissonanz kommt auch noch eine Unsicherheit, die sich aus der kaum abschätzbaren Entwicklung der Corona-Pandemie ergibt. Eine Unsicherheit, die sich doch in Kursabschlägen niederschlagen muss, so zumindest die Logik der Pessimisten. Wo doch sowieso niemand auf Anhieb Vorhersagen treffen kann, wie die künftigen Gewinne der Aktiengesellschaften ausfallen werden. Und besagt nicht ein Ölpreis von weniger als 20 $ pro Barrel, dass die Konsumenten und Investoren nach einem Ende des Shutdown nicht mehr in voller Stärke zurückkommen werden? Stattdessen gibt es eine weithin ungeliebte Erholung der Aktienmärkte, die im breit gestreuten S&amp;P 500-Index, gemessen am Crashtief von vor vier Wochen, per Freitag über 30 Prozent ausgemacht hat.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verhasste Rallye</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich sind es die Aktienbären, die sich naturgemäß nicht über steigende Börsenkurse freuen können. Und von denen gibt es, sofern man etwa der jüngsten Umfrage der Börse Frankfurt (vgl. mein Kommentar <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/53b480be-940f-4164-ad17-f6e5c0c622cb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>) Glauben schenken mag, derzeit rekordverdächtig viele. Und deren Logik ist vereinfacht wie folgt: Es gab einen Börsencrash, und dann gibt es, wie nach jedem Crash in der Vergangenheit, eine Erholung, die jedoch normalerweise kurzlebig sein und denjenigen, die die erste Phase der Börsenpanik überstanden haben, eine zweite Chance geben soll, von der nächsten Verkaufswelle nicht erwischt zu werden. Denn die trägt womöglich noch viel tiefer, als wir es bislang erlebt haben mögen. Eine verrückte Logik, die auf dem aufbaut, was der Natur des Menschen völlig widerspricht: Zu schrumpfen, statt zu wachsen; Wetten auf den Untergang.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Krise kennt nicht nur Verlierer</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun haben die Regierungen und Notenbanken, allen voran in den USA, bislang sehr viel dafür getan, damit sich die Befürchtungen der Schwarzseher nicht erfüllen. Und hier kommen diejenigen ins Spiel, die an den Erfolg der Zentralbanken glauben, dass diese die Weltwirtschaft wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen werden. Das sind die derzeitigen Börsenbullen, von denen es wahrscheinlich gar nicht so viele gibt. Optimisten, die auch von großen Kapitalströmen profitieren, die sich ursprünglich aus Portfolioumschichtungen zulasten von Anleihen und zugunsten von Aktien aufgrund der Kursentwicklungen seit dem Allzeithoch vom 19. Februar ergeben haben dürften.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wenn die Erholung der Aktienkurse seit dem 23. März eines gezeigt hat, dann, dass es nicht nur Verlierer in der Corona-Krise gibt, sondern auch Gewinner. Man muss nur einmal auf die Entwicklung der Technologiebörse Nasdaq blicken, wo der Schlusskurs vom vergangenen Freitag nicht einmal mehr 10 Prozent von seinem Allzeithoch entfernt liegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Helikoptergeld, das seinen Wert verliert</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch etwas anderes vermitteln die derzeitigen Stände an den Aktienmärkten, wo eine noch größere Katastrophe bislang durch die Stimulus-Programme der Staaten und die Notfallmaßnahmen der Notenbanken vermieden werden konnte. Notfallmaßnahmen mit Schwerpunkt auf noch einer noch nie dagewesenen Liquiditätsversorgung und niedrigen Kreditkosten. Ja, es wurde Geld mit dem Helikopter abgeworfen. Geld, das – so wird es seit kurzem vor allen Dingen in Deutschland versprochen – so schnell wie möglich wieder eingesammelt werden soll, sobald die Corona-Krise einigermaßen überstanden ist. Geld, das von denjenigen wahrscheinlich in Form von Steuern abgesaugt werden soll, die durch die Krise nicht unter die Räder gekommen sind.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist genau diese versteckte Drohung, die auch dafür sorgt, dass die privaten Haushalte nicht konsumieren, sondern vornehmlich sparen werden. Selbst wenn man ihnen Geld in die Hand drücken würde. Eine Drohung, von der ich nicht glaube, dass sie ohne großen Schaden umsetzbar ist. Kurzum: Das Geld bleibt im System. Steigende Aktienkurse spiegeln also nicht zwangsläufig eine Hoffnung auf eine bessere globale Ökonomie wider, sondern die Papiere werden von Geld gekauft, von dem man befürchtet, dass es aufgrund seiner großen Menge eines Tages nur noch viel weniger als heute wert sein wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Dollar trotzt Risikofreude </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und der Dollar? Der hat sich am Freitag trotz der weithin erkennbar zurückgekehrten Risikofreude zunächst sogar weiter befestigt und schloss nur mit einem kleinen Tagesverlust ab. Analoges gilt für den Euro, der am Freitag im Tagesverlauf sogar noch ein neues Wochentief in der Nähe unseres ersten Nachfrageniveaus markierte, bevor er sich erholen und mit einem minimalen Tagesgewinn abschließen konnte. Er bleibt im kurzfristigen Abwärtstrend, dessen Risiko bis 1,0675 reicht. Nach wie vor bleibt der Trend intakt, solange <strong>1,1000/05</strong> nicht mehr überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Geld für (fast) alle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2020 06:04:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Helikoptergeld]]></category>
		<category><![CDATA[SPV]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war neuer Stress aufgekommen am gestrigen Handelstag. Stress, der nicht nur die Aktienmärkte belastete, sondern im Devisenhandel zu starker Dollar-Nachfrage führte. Stress, dieses Mal bei den kurzfristigen Schuldverschreibungen für große Unternehmen, den sogenannten Commercial Papers...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1040)</strong>             Es war wieder einmal Stress aufgekommen am gestrigen Handelstag. Stress, der nicht nur die Aktienmärkte belastete, sondern im Devisenhandel zu starker Dollar-Nachfrage führte. Stress, dieses Mal bei den kurzfristigen Schuldverschreibungen für große Unternehmen, den sogenannten Commercial Papers.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11747" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/18032020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/18032020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/18032020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zurück nach 2008</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei handelt es sich um kurzlaufende unbesicherte Anleihen, mit deren Erlös etwa Gehälter und Lieferanten bezahlt werden. Weil aber dieser Markt während der vergangenen Tage praktisch eingefroren war und Großunternehmen drohten, auf ihren kurzfristigen Commercial Papers sitzen zu bleiben, die normalerweise von Geldmarktfonds angekauft werden, hat die US-Notenbank gestern kurz nach Eröffnung der Handelssitzung eine weitere außergewöhnliche Maßnahme ergriffen, um die Stabilität der Finanzmärkte zu sichern.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Denn statt der Geldmarktfonds wird nun die Fed als Aufkäuferin aktiv. Und dafür greift die Notenbank auf ein Instrument zurück, das bereits während der Finanzkrise im Jahr 2008 zur Anwendung kam. Über dieses sogenannte SPV (Special Purpose Vehicle) werden die Commercial Paper der Unternehmen angekauft, wobei die damit verbundenen Kredite über einen Fonds des Schatzamts, den ESF (Exchange Stabilisation Fund), besichert werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Mnuchins Helikoptergeld</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich ließ es sich Finanzminister Steven Mnuchin gestern nicht nehmen, die Wiedereinführung dieser Kreditlinie im Rahmen des Corona-Briefings im Beisein von US-Präsident Donald Trump persönlich anzukündigen. Aber die guten Taten der US-Regierung sollen noch weiter gehen. So kündigte Mnuchin an, dass Zahlungen der Steuerpflichtigen bis zu 90 Tage hinausgezögert werden können. Aber er arbeite an einem wahrscheinlich „noch größeren“ Paket, als dies in den Medien bislang bekannt gewesen sei (850 Mrd. USD), so Mnuchin. Danach sollen unter anderem die Amerikaner – gedacht ist an Empfänger von niedrigen und mittleren Einkommen –schnell mit Geld versorgt werden. Im Gespräch ist die Versendung von Schecks (à 1.000 USD pro Person?) innerhalb der kommenden beiden Wochen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kurzum: Hinter dem immer wieder bemühten Bild des Bargelds, das aus einem Hubschrauber abgeworfen wird („helicopter money“), um die Wirtschaft anzukurbeln, scheinen also nicht nur quantitative Lockerungen der Notenbank zu stecken. Vielmehr sollen Bürger direkt in den Genuss solcher Zahlungen kommen. Es wird nicht lange dauern, bis auch hierzulande der Ruf nach Helikoptergeld für alle zur Abmilderung der ökonomischen Folgen der Corona-Krise laut werden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Starke Dollar-Nachfrage</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun dürfte gestern – auch wenn dies im zeitlichen Zusammenhang naheliegend scheint – nicht der miserabel ausgefallene ZEW-Index in erster Linie für den Absturz des Euro verantwortlich gewesen sein. Dabei wird die derzeitige wirtschaftliche Lage von den Befragten in Deutschland so negativ wie zuletzt im März 2010 eingeschätzt </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">(-43,1), und die Konjunkturerwartungen liegen (-49,5) noch niedriger. Vielmehr dürfte die eingangs erwähnte angespannte Situation bei den Commercial Papers zu deutlich erhöhter Dollar-Nachfrage geführt haben. In diesem Zusammenhang ist der Euro gestern mit einem Tagesverlust von rund 1,6 Prozent deutlich unter die Räder geraten, hat sich aber nach der Maßnahme der US-Notenbank wieder etwas erholt. Im gleichen Zuge ist der kurzfristige Aufwärtstrend zum Erliegen gekommen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>In Panik geraten sind die Anderen</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/in-panik-geraten-sind-die-anderen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2020 05:49:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus-Epidemie]]></category>
		<category><![CDATA[Helikoptergeld]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Sekundärpanik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun war es gestern also offenbar doch genug des Schlechten, was sich an den Anleihe- und Aktienmärkten abgespielt hatte. Zumindest für einige Stunden war eine gewisse Beruhigung eingetreten. Dazu mögen auch Kommentatoren beigetragen haben, die sich bemühten, nicht von einer Panik der Börsianer, sondern lediglich von einer angemessenen Marktreaktion auf die Panik an anderer Stelle zu sprechen. Ein kollektiver Kontrollverlust, der sich aber nur scheinbar anderswo abzuspielen scheint...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/in-panik-geraten-sind-die-anderen/">In Panik geraten sind die Anderen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0905)</strong>             Nun war es gestern also offenbar doch genug des Schlechten, was sich an den Anleihe- und Aktienmärkten abgespielt hatte. Zumindest für einige Stunden war eine gewisse Beruhigung eingetreten. Dazu mögen auch Kommentatoren beigetragen haben, die sich bemühten, nicht von einer Panik der Börsianer, sondern lediglich von einer angemessenen Marktreaktion auf die Panik an anderer Stelle zu sprechen. Ein kollektiver Kontrollverlust, der sich aber nur scheinbar anderswo abzuspielen scheint.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11671" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/27022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/27022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/27022020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Eine Art von Sekundärpanik</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nein, es handele sich um keine „Marktpanik“, so etwa der von mir so geschätzte John Authers in seinem gestrigen Bloomberg-Beitrag <span style="color: #000000;">(<a style="color: #000000;" href="https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2020-02-26/coronavirus-don-t-mistake-this-stocks-selloff-for-a-panic" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HIER</strong></a>)</span>. Also um eine rationale Antwort der Märkte auf eine panisch anmutende Reaktion anderer Menschen auf Nachrichten zum Coronavirus? Informationen, die verständlicherweise oftmals immer noch nicht einzuordnen sind. Also eine Art Sekundärpanik? Oder handelt es sich beim massiven Aktienkurseinbruch der vergangenen Tage sogar nur um eine ungewöhnlich heftige Korrektur eines Aufwärtstrends?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Nicht rationaler als andere Menschen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dummerweise lässt sich das Leben der Finanzmarktteilnehmer nicht von den Sorgen und Nöten der übrigen Menschen auf dieser Welt trennen. Herrscht bei denen eine Art Kontrollverlust, springt dieser auch ganz schnell auf diejenigen über, die täglich mit Aktien, Anleihen, Währungen und Ähnlichem zu tun haben. Verunsicherte Menschen, was wir spätestens dann bemerken, wenn der liebe Kollege von seinem erkälteten Kind spricht und andere Händler-Kollegen unwillkürlich zurückweichen und ihre Hände vorsichtshalber ein paar Minuten später in der Toilette ganz schnell mit einem Desinfektionsmittel reinigen. Sind diese Marktteilnehmer tatsächlich rationaler als andere Menschen?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Eine Art Helikoptergeld<br />
</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was erwarten nun die Finanzmarktteilnehmer? Eine schnelle Reaktion der US-Notenbank – manche fordern eine vorgezogene Sondersitzung – in Gestalt von einer Zinssenkung von bis zu 50 Basispunkten? 50 Basispunkte, die aufgrund der von der Fed immer wieder zitierten asymmetrischen Geldpolitik vielerorts bereits eingepreist sind und in ihrer Wirkung daher schnell verpuffen dürften.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">US-Präsident Donald Trump, der sich fürchterlich über den Einbruch der Aktienkurse aufgeregt haben soll, scheint es verstanden zu haben und möchte zur Bekämpfung des Corona-Virus vorsorglich 2,5 Mrd. USD zur Verfügung stellen. „Zu wenig“, konterte der Oppositionsführer im Senat, Chuck Schumer und stellte sogleich einen eindrucksvollen 8,5 Mrd. USD schweren „COVID 19 Plan“ vor. Ja, diese Art von Helikoptergeld ist unterwegs, und selbst der von mir vor ein paar Tagen als zu langsam gescholtene deutsche Finanzminister Olaf Scholz möchte hierzulande sogar die Schuldenbremse vorübergehend aussetzen. Dafür müsste jedoch das Grundgesetz geändert werden, wofür eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag und im Bundesrat erforderlich wäre.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rückabwicklung von Carry Trades</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hat sich der Euro gestern gegenüber dem US-Dollar zumindest soweit befestigt, dass er seinen allerersten Stabilisierungspunkt im Rahmen seines kurzfristigen Abwärtstrends nach vier positiv verlaufenen Handelstagen in Folge tatsächlich überwinden konnte. Und das, obwohl der Dollar bis vor kurzem immer noch zu den Fluchtwährungen gezählt hatte. Und obwohl das Corona-Virus nun auch die Eurozone erreicht hat. Aber auch dafür gibt es eine plausible Erklärung: Der Euro, bis vor kurzem im Rahmen von sogenannten „Carry Trades“ noch gerne als Verschuldungswährung benutzt, um damit Engagements in besseren rentierenden Valuten zu finanzieren, ist anscheinend plötzlich sehr gefragt. Nämlich, um diese Carry Trades im Zuge der jüngsten vorherrschenden Risikoaversion zurückzudrehen. Dennoch: Der kurzfristige Abwärtstrend der Gemeinschaftswährung hat weiterhin Bestand und verläuft nun weniger steil zwischen <strong>1,0990</strong> und <strong>1,0735</strong>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/in-panik-geraten-sind-die-anderen/">In Panik geraten sind die Anderen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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