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	<title>Gewöhnungseffekte Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Fri, 06 Sep 2019 04:50:56 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Immer noch keine Ernüchterung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Sep 2019 04:50:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnungseffekte]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist immer wieder erstaunlich, wie euphorisch sich die Finanzmarktteilnehmer gerieren, sobald im US-chinesischen Handelskonflikt Gesprächsbereitschaft aufkommt. Aus Erfahrung wissen wir: Ein einziger Tweet von US-Präsident Donald Trump kann all diese gutgemeinten Absichten in Minutenschnelle zum Platzen bringen. Aber auch die Haltung der Akteure bezüglich der Entwicklung in Sachen Brexit ist erstaunlich. Da reicht es, die Katastrophe eines No-Deal-Brexit zumindest kurzfristig abzuwenden, um weitergehende Risiken auszublenden...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/immer-noch-keine-ernuechterung/">Immer noch keine Ernüchterung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1035)</strong>             Wieder einmal scheinen sich die USA und China im Handelskrieg aufeinander zuzubewegen. Zumindest sollen die Gespräche im Oktober wieder aufgenommen werden, wenn man dem jüngsten Telefonat zwischen dem chinesischen Vizepremier Liu He und US-Finanzminister Steven Mnuchin sowie dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer, das gestern früh stattfand, Glauben schenken möchte. Immerhin: Der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums Gao Feng verkündete im Rahmen einer Pressekonferenz, dass die beiden Delegationen [Chinas und der USA] bei den für Oktober geplanten Verhandlungen wesentliche Fortschritte anstreben würden.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11055" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/06092019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/06092019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/06092019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ist es dieses Mal ernst?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und weil chinesische Beobachter den Begriff „substantial progress“ in offiziellen Statements normalerweise recht selten erwähnt finden, machte sich in den Finanzmärkten einmal mehr die Hoffnung auf einen Durchbruch bei den geplanten Gesprächen breit. Begleitet von Analystenkommentaren, die davon ausgehen, dass die USA ihre für Dezember angekündigten Strafzölle auf China-Importe im Volumen von 175 Mrd. USD aussetzen könnten, sofern China im Gegenzug Agrargüter von den USA abkaufen würde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ja, das mit den Sojabohnenkäufen hatten wir in diesem Jahr bereits zweimal. Aber es ist immer wieder erstaunlich, wie euphorisch sich die Finanzmarktteilnehmer gerieren, sobald im US-chinesischen Handelskonflikt nur ein bisschen Gesprächsbereitschaft aufkommt. Aus Erfahrung wissen wir: Ein einziger Tweet von US-Präsident Donald Trump kann all diese gutgemeinten Absichten in Minutenschnelle zum Platzen bringen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auf jeden Fall berichtete gestern das Wall Street Journal darüber, dass Ökonomen der US-Notenbank davon ausgehen, dass die Unsicherheit im Handelskonflikt die USA wahrscheinlich bereits jetzt schon bis Anfang 2020 mehr als 1 Prozent des Wirtschaftswachstums kosten werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Mit etwas mehr als 20 Prozent ins Unterhaus?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch die Haltung der Akteure bezüglich der Entwicklung in Sachen Brexit ist erstaunlich. Da reicht es, die Katastrophe eines No-Deal-Brexit zumindest kurzfristig abzuwenden, um weitergehende Risiken auszublenden. Natürlich, wenn alles gut geht, kann das entsprechende Gesetz, nachdem es vom House auf Lords an das Unterhaus retourniert worden ist, endgültig verabschiedet werden. Aber bereits am kommenden Montag möchte Premierminister Boris Johnson erneut über vorgezogene Neuwahlen abstimmen lassen. Womöglich mit einem Misstrauensvotum gegen sich selbst? Was aber, wenn die Opposition im britischen Unterhaus den Premierminister einfach im Amt belässt, weil sie schlichtweg keine gemeinsame alternative Brexit-Strategie in petto hat? Ein Premierminister Boris Johnson, der keine Mehrheit hat.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und wenn es vorgezogene Neuwahlen geben sollte, könnte das Wahlsystem im Vereinigten Königreich für schwer prognostizierbare Ergebnisse sorgen. Denn wer die meisten Stimmen in einem Wahlbezirk auf sich vereinigen kann, wird als Abgeordnete(r) ins Unterhaus einziehen. Und diese Mehrheit kann naturgemäß deutlich unter 50 Prozent der abgegebenen Stimmen liegen. Rein theoretisch (aber wenig wahrscheinlich) wäre etwa bei fünf kandidierenden Parteien in einem Bezirk bereits ein Wahlsieg mit etwas mehr als 20 Prozent der Stimmen möglich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Die EU ist auch noch da</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ganz zu schweigen davon, dass auch die EU einer erneuten Verschiebung des Brexit-Datums zustimmen muss. Tatsächlich sind sich die EU und das Vereinigte Königreich in Sachen Brexit seit einem Jahr nicht näher gekommen. Zumindest vermittelte dies gestern ein Medienbericht, der sich diesbezüglich auf Aussagen von EU-Vertretern stützt. Tatsächlich muss man sich doch darauf einstellen, dass in irgendeiner Weise verhandelt werden muss, sofern man ein Brexit-Abkommen tatsächlich erreichen möchte. Und dafür wird wiederum Zeit benötigt. Eine Zeit der Ungewissheit, die sich auf die britische Wirtschaft negativ auswirken wird. Kurzum: Kurzfristig mag die Katastrophe eines ungeregelten Brexit vermieden worden sein. Die Streckung aller weiteren Probleme auf der Zeitachse mag zwar durch Gewöhnungseffekte für die Marktteilnehmer leichter zu verkraften sein, dürfte aber nicht ohne ökonomisch gravierende Folgen bleiben.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Dollar hat gestern durch die angeblich wiedergekehrte Risikofreude der Händler zeitweise an Wert verloren, wodurch der kurzfristige Abwärtstrend des Euro an seiner Oberseite (nunmehr <strong>1,1180</strong>) wie befürchtet getestet und fast durchbrochen worden wäre. Aber selbst, wenn dies der Fall gewesen wäre: Der derzeitige Abwärtstrend des Euro (Potential<strong> 1,0885/90</strong>) ist überdies in einen etwas flacheren, recht schwachen übergeordneten Abwärtstrend mit Obergrenze bei <strong>1,1150</strong> eingebettet. Auf jeden Fall bleibt der derzeitige aufwärtsgerichtete Korrekturmodus gerade noch erhalten und wäre mit Unterlaufen von <strong>1,0985/90</strong> beendet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Warum ausgerechnet jetzt ein Trend?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jul 2019 04:46:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnungseffekte]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrasteffekt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es sei Zeit, sich auf einen Euro-Trend vorzubereiten, schrieb gestern ein Kommentator. Ein Statement, das man immer dann vernehmen kann, wenn sich der Euro der Untergrenze einer Seitwärtsbewegung annähert. Und ein Trend sei nun einmal jetzt fällig, so die Logik, weil die Seitwärtsbewegung lange genug angehalten habe. Eine Seitwärtsentwicklung, die in diesem Jahr eine Bandbreite von rund 4 Prozent aufweist und damit nicht einmal halb so groß ist wie...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1150)</strong>             Es sei Zeit, sich auf einen Euro-Trend vorzubereiten, schrieb gestern ein Kommentator. Ein Statement, das man immer dann vernehmen kann, wenn sich der Euro der Untergrenze einer Seitwärtsbewegung annähert. Und ein Trend sei nun einmal jetzt fällig, so die Logik, weil die Seitwärtsbewegung lange genug angehalten habe. Eine Seitwärtsentwicklung, die in diesem Jahr eine Bandbreite von rund 4 Prozent aufweist und damit nicht einmal halb so groß ist wie die bislang geringste Jahresspanne seit Einführung des Euro. Jene Range betrug im ganzen Jahr 2013 nur rund 9 Prozent. Daraus jetzt aber abzuleiten, dass der Euro deswegen zwingend Nachholbedarf habe, erscheint bestenfalls Statistiker zu interessieren. Fakt ist auf jeden Fall, dass seit dem vierten Quartal 2018 alle bisherigen Ansätze der Gemeinschaftswährung zu einem Ausbruch aus den jeweiligen Konsolidierungszonen stets als Fehlentwicklung geendet haben. Zuletzt geschah dies Ende Juni an der Oberseite. Warum sollte es also gerade dieses Mal zu einem nachhaltigen Trend kommen?<img decoding="async" class="alignright wp-image-10871" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/24072019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kontrasteffekte irritieren</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich ist doch die gestrige Abwärtsbewegung nur deswegen aufgefallen, weil sie mit einer Handelsbandbreite von rund 65 Stellen einen starken Kontrast zu dem extrem ruhigen Vortag (rund 20 Stellen) bildete und deshalb besonders auffiel. Absolut betrachtet handelte es sich um einen ganz normalen Handelstag. Mit relativ wenig interessanten Wirtschaftsdaten. Eine Entwicklung, die zumindest hinsichtlich der Argumente für einen schwächeren Euro bzw. festeren Dollar schon tags zuvor hätte einsetzen können. Denn wir wiesen bereits vorgestern darauf hin, dass Kommentatoren vor möglichen ökonomischen Schocks warnten. Und dass die Europäische Zentralbank die Zinsen eher früher als später senken müsse. Psychologisch interessant daran ist allenfalls, dass diese Perspektive den Händlern wohl erst gestern so richtig bewusst geworden ist. Und auch erst allmählich, wie die gestrige Entwicklung der Gemeinschaftswährung vermuten lässt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist schwer einzuschätzen, wie die Chancen für einen wenigstens kurzfristigen Abwärtstrend des Euro tatsächlich stehen. Denn sollte die EZB bei ihrer morgigen Ratssitzung – wovon wir eher nicht ausgehen – tatsächlich als Sofortmaßnahme den Leitzins senken, um womöglich der US-Notenbank nicht hinterherlaufen zu müssen, wäre zumindest dieser Effekt ziemlich rasch verpufft. Denn die Fed wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der kommenden Woche ebenfalls ihren Leitzins um 25 Basispunkte senken. Argumentativ wäre der Euro, allein aus diesem Blickwinkel betrachtet, nicht nachhaltig unter Druck zu setzen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Positive Überraschungen würden schwerer wiegen als negative</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber es scheint Marktteilnehmer zu geben, die auf eine negative Überraschung für den Euro setzen, obwohl ein solches Szenario zumindest aus ökonomischer Nachrichtensicht nicht sehr wahrscheinlich ist. Denn eigentlich sollten sich die Akteure schon längst daran gewöhnt haben. Ob die heute zur Veröffentlichung anstehende Schnellschätzung der Einkaufsmanager-Indices als Auslöser taugen? Sollten diese für die Eurozone schwächer als erwartet ausfallen, wäre dies doch keine echte Überraschung. Ein positiver Ausreißer hingegen schon.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Kurzfristig bleibt die Unterseite des Euro ohnehin offen bis auf <strong>1,1110/15</strong>, gleichzeitig die Untergrenze einer früheren Konsolidierungszone und das bislang niedrigste Niveau des Jahres. Unterhalb davon würde formal tatsächlich ein kurzfristiger Abwärtstrend eingeleitet, dessen Potenzial derzeit mit <strong>1,1030</strong> zunächst nicht gerade vielversprechend aussieht. Ob es tatsächlich für einen Trend reicht? Es wird schwierig, denn wir würden im Falle eines Versagens von <strong>1,1110/15</strong> den derzeit gültigen Stabilitätspunkt des Euro von nunmehr <strong>1,1265/70</strong> noch einmal tiefer, und zwar auf <strong>1,1230</strong> setzen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Da ich morgen noch einmal unterwegs sein werde, erscheint der nächste ausführliche „Dollar am Morgen“ erst am kommenden Freitag.</span></p>
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		<title>Kein echtes Interesse an einer Einigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jul 2019 04:49:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnungseffekte]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich will man doch miteinander sprechen. Die Rede ist von den USA und China und ihrem Handelskonflikt. Ja, Gespräche sind geplant, aber womöglich doch nicht ernsthaft. Denn obwohl Washington und Peking nach dem vereinbarten Waffenstillstand im Handelskonflikt die Verhandlungen über ein Abkommen wieder aufnehmen wollten, war es US-Präsident Donald Trump, der am Dienstag erneut durchblicken ließ, dass...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1240)</strong>             Eigentlich will man doch miteinander sprechen. Die Rede ist von den USA und China und ihrem Handelskonflikt. Ja, Gespräche sind geplant, aber womöglich doch nicht ernsthaft. Denn obwohl Washington und Peking nach dem vereinbarten Waffenstillstand im Handelskonflikt die Verhandlungen über ein Abkommen wieder aufnehmen wollten, war es US-Präsident Donald Trump, der am Dienstag erneut durchblicken ließ, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt noch einen langen Weg zu gehen hätten. Und plötzlich waren sie wieder da, die Erwägungen, dass die USA durchaus weitere Strafzölle auf chinesische Güter erheben könnten. Zumindest deutete US-Präsident Donald Trump an, er könne dies tun, wenn er wolle.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10858" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/07/18072019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Zeit sei möglicherweise noch nicht reif für einen Deal, wurde gestern schließlich etwa die Investmentbank Morgan Stanley zitiert. Denn sowohl die ökonomischen Daten der USA als auch Chinas, wie etwa jüngst beider gute Einzelhandelsumsatzzahlen, ließen die Verhandlungspartner glauben, dass sie jeweils keinen Anlass sähen, bei ihrer Verhandlungsposition nachzugeben, so das Statement. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Börsen erst einmal wieder massiv nachgeben müssten, bevor man – wie etwa im vergangenen Dezember geschehen – erneut aufeinander zugehen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kompromiss käme für Trump viel zu früh</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber es gibt noch eine psychologische Komponente, die einen schnellen Kompromiss zwischen den USA und China unwahrscheinlich macht: Die US-Präsidentschaftswahlen, die im November 2020 abgehalten werden. Man stelle sich nur einmal vor, was geschehen würde, wenn die USA und China bereits Ende dieses Jahres (oder früher) miteinander handelseinig würden. Ein solcher Erfolg käme zumindest für US-Präsident Trump ganz einfach zu früh. Die US-Börsen würden, möglicherweise nachdem die US-Notenbank bis dahin den Leitzins bereits dreimal um 25 Basispunkte gesenkt hätte, vermutlich noch einmal zu Hochform auflaufen. Aber was dann?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Selbst wenn die Aktienindices rein hypothetisch ein hohes Niveau etwa im Rahmen einer Konsolidierung beibehielten, würden die Gewöhnungseffekte an den US-chinesischen Deal dafür sorgen, dass Donald Trumps Erfolg nach einigen Monaten verpufft wäre. Und wenn dann die US-Aktienmärkte infolge von Gewinnmitnahmen womöglich im September des kommenden Jahres massiv in die Knie gehen würden, weil die Fantasie für weiter steigende Kurse ganz einfach ausbliebe, wäre aufgrund der dann leicht verfügbaren negativen Nachrichten eine Wiederwahl Donald Trumps gefährdet. Käme ein Deal zwischen den USA und China indes erst Mitte kommenden Jahres zustande, hätte der US-Präsident – allein aus dieser Sicht – viel bessere Karten, wiedergewählt zu werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Sommerschlaf</span></strong></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was das gestrige Tagesgeschäft angeht, gibt es indes wenig zu berichten. Möglicherweise hätte der Bericht des IWF, wonach der US-Dollar, gemessen an den kurzfristigen ökonomischen „Fundamentals“, 6 bis 12 Prozent überbewertet sei, etwas mehr das Interesse der Akteure wecken können. Da aber gleichzeitig sowohl die Bewertung des Euro, des japanischen Yen und des chinesischen Yuan weitgehend mit den Fundamentaldaten in Einklang stehen würden, so der IWF, dürfte das Statement allenfalls US-Präsident Donald Trump aufgeregt haben, der bekanntlich immer wieder gegen einen zu festen Greenback wettert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Kurs des Euro ist zumindest gegenüber dem Dollar wieder in seinen trendlosen Sommerschlaf zurückgefallen und liegt ziemlich in der Mitte zwischen seinem Risiko an der Unterseite, das bis <strong>1,1135/40</strong> reicht, und seinem Stabilisierungspunkt bei <strong>1,1330</strong>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Da ich heute unterwegs sein werde, erscheint die nächste ausführliche Ausgabe von „Dollar am Morgen“ erst am kommenden Montag. Die wichtigsten Kursniveaus werden allerdings am Freitag upgedated.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Trump und &#8222;The New Normal&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2016 15:20:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bezugspunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnungseffekte]]></category>
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		<category><![CDATA[Trump]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Selten hat eine Präsidentschaftswahl in den USA die westlichen Gesellschaften so gespalten. Und auch knapp eine Woche nach der Wahl scheinen sich viele Menschen noch nicht an deren Ergebnis gewöhnt zu haben. Vor allem, weil sich die Umfrageinstitute in dramatischer Weise geirrt haben. Und es scheint fast so, als ob die Angst, womöglich nicht der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/trump-and-the-new-normal/">Trump und &#8222;The New Normal&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-9275 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2-300x114.jpg" alt="ankerhirn" width="300" height="114" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2-300x114.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2-768x293.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Ankerhirn-2.jpg 810w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Selten hat eine Präsidentschaftswahl in den USA die westlichen Gesellschaften so gespalten. Und auch knapp eine Woche nach der Wahl scheinen sich viele Menschen noch nicht an deren Ergebnis gewöhnt zu haben. Vor allem, weil sich die Umfrageinstitute in dramatischer Weise geirrt haben. Und es scheint fast so, als ob die Angst, womöglich nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen, sogar dazu geführt hat, dass viele Wähler bei Umfragen nicht aufrichtig geantwortet haben, aus Angst vor einer möglichen Isolation, wenn sie zu Kandidaten oder Parteien tendierten, die von den Medien und der offiziell vorherrschenden Meinung abwichen. Auch hierzulande galt es bis vor kurzem noch als schick, offiziell den designierten US-Präsidenten Donald Trump abzulehnen, weil er Standpunkte vertritt, die bislang gesellschaftlich als kaum akzeptabel galten.</p>
<p>Das hat sich nun geändert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Reset der Normen</strong></p>
<p>Genauso wie die anonyme Masse der US-Amerikaner, die vorgeblich Trump abgelehnt hatte, plötzlich zu einer Mehrheit von Trump-Anhängern mutierte, scheinen dessen Ideen auch hierzulande bei immer mehr Menschen auf Gegenliebe zu stoßen. Und wenn EU-Parlamentspräsident Martin Schulz jetzt fordert, dem designierten US-Präsidenten offen zu begegnen und praktisch von vorne anzufangen, indem beide Seiten „auf Null schalten“ und sich gegenseitig eine Chance geben, kann man dies einerseits natürlich als Zeichen des Respekts vor dem US-Wahlergebnis deuten. Zum anderen könnte sich in dieser Aufforderung zu einem Reset aber auch die unbewusste Änderung eines gesellschaftlichen Bezugspunkts dessen, was gemeinhin als akzeptabel gilt, andeuten. Gewissermaßen eine Verschiebung des Maßstabs für die Wahrnehmung dessen, was ethisch oder politisch korrekt ist, mithin eine klammheimliche Veränderung von gesellschaftlichen Normen und Referenzpunkten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Von extremen Ankern…</strong></p>
<p>Donald Trump und möglicherweise auch seine Berater haben es aus verhaltensorientierter Sicht geradezu meisterlich verstanden, den Bezugspunkt für soziale Normen zu verschieben. Es ist natürlich nicht erwiesen, dass sich Trump tatsächlich bewusst der Methode des Verankerns (Anchoring) aus der Verhaltensökonomik bedient hat. Aber mit seinen extremen Ansichten, die er im Wahlkampf vertrat, hat dies bei den Wählern zu genau einem solchen Effekt geführt. Ursprünglich wollte Trump 11 Millionen illegale Einwanderer ausweisen, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen, die Gesundheitsreform Obamacare abschaffen, Hillary Clinton ins Gefängnis stecken und alles, was nach Establishment aussieht, am liebsten aus der US-Gesellschaft verbannen. Mit der Diffamierung von Behinderten und Frauen, der Ausgrenzung von Hispanics, Schwarzen und anderen ethnischen Gruppen, der Ablehnung von Homosexuellen und Abtreibungsbefürwortern vertrat der designierte US-Präsident im Wahlkampf Extrempositionen, die weit jenseits des politisch Korrekten anzusiedeln sind. Schlechthin eine Absage an Gleichberechtigung, an eine multikulturelle Gesellschaft, an die Globalisierung, an alles Liberale und Intellektuelle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>…zu neuen Bezugspunkten </strong></p>
<p>Mit diesen Extrempositionen wurden zunächst Anker, das heißt neue, für viele Menschen längst nicht mehr akzeptable Bezugspunkte, gesetzt. Und diese haben sie im Hinterkopf behalten, weshalb sie weiterhin eine ganz wichtige Rolle spielen, als Donald Trump nach seiner Wahl mit einem Male einige dieser Extrempositionen korrigierte. Plötzlich beabsichtigt er, „nur“ 3 Millionen Illegale auszuweisen, auch fordert er heute das Ende der Gewalt gegen Minderheiten, die nach Barack Obama benannte Gesundheitsreform wird teilweise beibehalten und selbst über eine strafrechtliche Verfolgung seiner Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton wegen der E-Mail-Affäre will er noch einmal nachdenken. Im Lichte der im Wahlkampf vertretenen Extrempositionen wirkt dieses Zurückrudern oder Relativieren wie Balsam auf die Seelen derjenigen, die sich zuvor noch durch Donald Trumps Äußerungen verletzt und gekränkt fühlten. Mit anderen Worten: Für all diejenigen, die Trump nicht gewählt haben, ist diese Korrektur vormaliger Extrempositionen nichts anderes als ein relativer Gewinn gegenüber vorher Undenkbarem.</p>
<p>Und auch hierzulande sehen sich viele Menschen darin bestätigt, dass auch im Falle Trumps nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde. Mit anderen Worten: Trump und seine sicherlich wegen des Wahlkampfs überzogenen Ansichten seien gar nicht so schlimm und im Grunde habe er in manchen Punkten gar nicht mal Unrecht, räumen einige mittlerweile ein. „Geben wir ihm eine Chance“, fordern daher selbst gemäßigte Zeitgenossen. Immerhin sei er doch demokratisch gewählt, heißt es.</p>
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<p><strong>Wie aus „unmoralisch“ relativ „moralisch“ wird</strong></p>
<p>Anhänger der Verhaltensökonomik, insbesondere der sogenannten Behavioral Ethics, wissen jedoch, dass einmal gesetzte Anker trotz besseren Wissens später nur unzureichend korrigiert werden. Aber es geht um mehr. Es ist nicht nur plötzlich legitim, Donald Trump gut zu finden, sondern auch den damit einhergehenden gesellschaftlichen Kulturwandel. Denn die Wahrnehmung dessen, was bislang als politisch oder ethisch korrekt angesehen wurde, hat sich wegen eben jener Verschiebung des Bezugspunktes zwischen Recht und Unrecht verändert. Genauso wie Gewinne und Verluste nicht absolut, sondern relativ zu einem Bezugspunkt wahrgenommen werden, verhält es sich mit den moralischen Werten eines „Gut“ und „Böse“. Denn tatsächlich geht es vor allem darum, besser oder schlechter im Vergleich zu anderen zu sein. Und genauso wie man sich an Gewinne und Verluste gewöhnt, kann sich auch die moralische Bewertung im Laufe der Zeit abschwächen. Vor allem auch, weil diese Trennlinie nach einer Weile infolge von Gewöhnungseffekten noch weiteren Veränderungen unterliegt. Und so werden unter diesen neuen Normen und Bedingungen Menschen Dinge tun, die sie selbst vor ein paar Wochen vielleicht nie für möglich gehalten hätten. Es ist die schleichende Veränderung der Normen und der Bezugspunkte, manchmal allein durch das Fortschreiten der Zeit, wodurch wir alle Gefahr laufen, korrumpiert zu werden und das, was wir vormals <strong>absolut</strong> verabscheut hatten, mit einem Male halbwegs, also <strong>relativ </strong>in Ordnung finden.</p>
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		<title>Ein Plädoyer für Gold – auf die Motive kommt es an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2015 06:27:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie zu Beginn der Finanzkrise das Thema Gold in aller Munde war. Wer damals gegen drohende Inflation, einen mögliches Zerbrechen des Euro oder auch aus Angst vor einem großen Zusammenbruch der Banken Vorsorge treffen wollte, hatte sich Gold zugelegt. Und zwar physisch. Der Run auf das gelbe Metall [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie zu Beginn der Finanzkrise das Thema Gold in aller Munde war. Wer damals gegen drohende Inflation, einen mögliches Zerbrechen des Euro oder auch aus Angst vor einem großen Zusammenbruch der Banken Vorsorge treffen wollte, hatte sich Gold zugelegt. Und zwar physisch. Der Run auf das gelbe Metall war so stark gewesen, dass im September 2011 für eine Unze Gold rund 1.920 US-Dollar bezahlt wurden – das war das bisherige Allzeithoch.</p>
<p>Glücklicherweise sind viele Horrorszenarien, die während der vergangenen Jahre befürchtet wurden, bislang nicht oder nur in ganz abgeschwächter Form eingetreten. Und auch der Preis des Goldes ist oftmals längst nicht mehr auf dem Niveau, auf dem sich damals vor allen Dingen Privatanleger eingedeckt hatten. Deswegen wundert es nicht, wenn sich heute viele Menschen nicht mehr für das Edelmetall interessieren. Die einen, weil sie ihr Investment als Schieflage wahrnehmen, und die anderen, weil sie an jeder Straßenecke zu hören bekommen, dass Gold jetzt richtig angeschlagen sei.</p>
<p>Deswegen möchte ich dem einen oder anderen enttäuschten Anleger noch einmal ins Bewusstsein rufen, warum man sich eigentlich einst Gold zugelegt hat: als Versicherung gegen den globalen monetären GAU. Und dessen Eintrittswahrscheinlichkeit wird nicht geringer, nur weil er vorerst ausgeblieben ist. Aber weil eben jahrelang nichts passiert ist, hat sich der Fokus vieler Goldanleger mit der Zeit auf den Marktpreis verschoben. Und somit wird Gold mit einem Male zu einem spekulativen Investment, das, gemessen am Allzeithoch, sich wie eine große Schieflage anfühlt. Deswegen habe ich mich dieser Problematik in meinem jüngsten Thema des Monats, das ich wie immer für die WGZ Bank unter dem Titel <em>Gold – ein verlorenes Investment?</em> (<strong><a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html">HIER</a></strong>) verfasst habe, ausführlicher angenommen. Um irgendwelchen Missverständnissen sogleich vorzubeugen: Es handelt sich dabei nicht um eine Kaufempfehlung zum heutigen Zeitpunkt, aber um ein Plädoyer, sich auf die ursprünglichen Anlagemotive zurückzubesinnen.</p>
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		<title>Schweizer Bluff?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 07:19:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Panik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun ist es ja bald fünf Monate her, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) verkündete, sie werde ihre Währung an den Euro mit einer Untergrenze von 1,20 CHF pro Euro binden. Und dass sie im Zweifel dazu bereit sei, zur Verteidigung dieses Kursniveaus ausländische Valuten in unbegrenzter Höhe zu kaufen. Bis dahin hatte die SNB den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist es ja bald fünf Monate her, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) verkündete, sie werde ihre Währung an den Euro mit einer Untergrenze von 1,20 CHF pro Euro binden. Und dass sie im Zweifel dazu bereit sei, zur Verteidigung dieses Kursniveaus ausländische Valuten in unbegrenzter Höhe zu kaufen. Bis dahin <span id="more-3113"></span>hatte die SNB den Schweizer Franken immer wieder durch Interventionen erfolglos zu schwächen versucht. Damals, im September 2011, habe ich dieses Vorgehen als <a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/ein-schwerer-sundenfall" target="_blank">schweren Sündenfall </a>bezeichnet, vielleicht auch, weil ich mir bis dahin nicht hatte vorstellen können, dass eine konservative eidgenössische Zentralbank jemals ein derartiges Statement abgeben würde. Geschweige denn, dass sie ihr Versprechen einlösen könnte. Immerhin: Theoretisch bräuchte die SNB nur ihre eigene Währung  in großem Stile zu drucken und gegen ausländische Devisen, etwa Euros, zu tauschen.</p>
<p>Bis heute ist die besagte Untergrenze des Euro gegenüber dem Franken von den Marktteilnehmern nicht einmal ansatzweise getestet worden. Im Gegensatz etwa zur Bank von Japan (BoJ), die unter ähnlichen Kapitalzuflüssen zu leiden hatte und erhebliche Beträge zur Stützung des US-Dollar aufbringen musste, reichte der SNB über Monate hinweg alleine die Drohung, dass sie im Ernstfall eingreifen würde. Ja, der vorauseilende Gehorsam der Marktteilnehmer war so stark, dass viele Akteure der Nationalbank sogar die Arbeit abnahmen und bis heute teils stattliche Long-Positionen in Euro gegen Schweizer Franken unterhalten. Engagements, von denen auch spekulativ veranlagte Privatanleger glauben, sie seien bei 1,20 CHF pro Euro geschützt. Nicht umsonst haben immer wieder Gerüchte die Runde gemacht, die SNB werde diesen Interventionsboden, um ihrer Politik Nachdruck zu verleihen, sogar auf 1,25 wenn nicht gar 1,30 CHF anheben. Gerüchte allerdings, die besonders gerne von denen verbreitet wurden, die in diesem Falle einen von der Zentralbank subventionierten Gewinn ohne großes Risiko, einen so genannten „Free Lunch“, erhalten hätten.</p>
<p>Wenn man unterdessen die Kursentwicklung des Euro gegenüber der Schweizer Valuta während der vergangenen neun Wochen verfolgt, lässt sich ein langsames, aber verdächtig stetiges Abgleiten des Wechselkurses  beobachten. Demnach scheint die Interventionsdrohung vieles von ihrem Schrecken verloren zu haben. Allein schon durch den Rücktritt ihres Präsidenten Hildebrand hat die SNB an Glaubwürdigkeit und damit einen Vertrauensvorschuss der Akteure verloren, von dem ihre Politik monatelang profitiert hat.</p>
<p>Aber auch der Zeitverlauf selbst – der ganz alltägliche Gewöhnungseffekt – hat dazu geführt, dass die einstige Drohung der SNB mittlerweile nicht mehr ganz so ernst genommen wird. Zumal massive Interventionen für die schweizerische Wirtschaft nicht folgenlos blieben. Es würde mich daher kaum verwundern, wenn die Marktverhältnisse die SNB schon bald dazu zwängen, ihr Pokerblatt auf den Tisch zu legen. Wollen wir hoffen, dass die Notenbanker dann genügend Asse auf der Hand haben, um all die Investoren bedienen zu können, die bislang wegen der Interventionsdrohung davor zurückschreckten, ihr Geld in Schweizer Franken anzulegen. Mehr noch, würde sie von all den Marktteilnehmern unter Druck gesetzt werden, die im Glauben auf einen sicheren Gewinn ihre Positionen mit Verlust (und hoffentlich ohne Panik) wieder auflösen müssten.</p>
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		<title>Ist denn alles schon vergessen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 12:17:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der DAX scheint fast ungehemmt auf dem Weg nach oben zu sein, doch die Stimmung der Akteure passt nicht so recht dazu. Das Neueste vom Sentiment der institutionellen Investoren der Börse Frankfurt, aber auch die Auswirkungen der Ereignisse in Japan und Libyen auf die Finanzmärkte, der Regierungskrise in Portugal auf den Euro und die Folgen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der DAX scheint fast ungehemmt auf dem Weg nach oben zu sein, doch die Stimmung der Akteure passt nicht so recht dazu. Das Neueste vom Sentiment der institutionellen Investoren der Börse Frankfurt, aber auch die Auswirkungen der Ereignisse in Japan<span id="more-1133"></span> und Libyen auf die Finanzmärkte, der Regierungskrise in Portugal auf den Euro und die Folgen einer vordergründig beharrlichen EZB-Zinspolitik – zu all diesen Fragen äußerte sich heute<a href="http://link.reuters.com/duw68r"> Joachim Goldberg im Interview </a>mit Eva Kühnen auf Reuters Insiders und im Deutschen Anlegerfernsehen<a href="http://www.daf.fm/video/boersenplatz-5-goldberg---dax-droht-weitere-korrektur-50142904-DE0008469008.html"> im Gespräch mit Andreas Scholz</a>.</p>
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