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	<title>EU-Schuldenkrise Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Auf ein Wort, Herr Monti</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jun 2012 07:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bailout]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Schuldenkrise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es hatte schon fast etwas Schicksalhaftes, als gestern in einem Interview des bayerischen Rundfunks der italienische Premierminister Mario Monti auf die Frage, ob sein Land ein Rettungsersuchen stellen könnte, mit einem &#8222;ich glaube nicht&#8220; antwortete. Immerhin sprach er diesen Satz nicht mit der gleichen Vehemenz wie zuletzt der spanische Premier oder andere Lenker europäischer Pleitestaaten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es hatte schon fast etwas Schicksalhaftes, als gestern in einem Interview des bayerischen Rundfunks der italienische Premierminister Mario Monti auf die Frage, ob sein Land ein Rettungsersuchen stellen könnte, mit einem &#8222;ich glaube nicht&#8220;<span id="more-4378"></span> antwortete. Immerhin sprach er diesen Satz nicht mit der gleichen Vehemenz wie zuletzt der spanische Premier oder andere Lenker europäischer Pleitestaaten aus, was bei manchem Akteur an den Finanzmärkten die Hoffnung geweckt haben mag, dieser Satz sei tatsächlich ehrlich gemeint. Die Frage des BR mag insofern etwas brisant gewesen sein, als unlängst am vergangenen Montag die österreichische Finanzministerin Maria Fekter durchblicken ließ, dass Italien womöglich Hilfe bräuchte. Inwieweit die Bemerkungen der Finanzministerin tatsächlich die Märkte beeinflusst haben dürften, finden Sie im heutigen Artikel des österreichischen Der Standard<a href="http://derstandard.at/1338559530188/Boersenpsychologe-Investoren-warten-nicht-auf-die-Politik" target="_blank"> <em>Investoren warten nicht auf die Politik</em></a>, wo ich Bettina Pfluger Rede und Antwort stehen durfte.</p>
<p>Am interessantesten vom Monti-Interview fand ich jedoch die Bemerkung des Premiers, Italien müsse im Gegensatz zu Deutschland gleich zweimal bezahlen. Einmal für seine eigenen Schulden und dann für den Bailout anderer Länder. Und das auch noch zu hohen Zinsen. Ich glaube jedoch nicht, dass Monti diese Äußerung ernst gemeint haben kann. Zumal die bereits vor Jahren entstandene hohe Verschuldung Italiens nicht auf fremde Einflussfaktoren zurückzuführen ist. Vielmehr dürfte der Premier diese leichte Provokation verwendet haben, um auf die Dringlichkeit der Lösung der Eurokrise, am liebsten via Eurobonds, aufmerksam zu machen. Genauso wie dies der gestrige Aufmacher der italienischen Tageszeitung <em>Il Sole 24 Ore</em> vermittelt, dessen Überschrift „Schnell, Frau Merkel“ lautete.</p>
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		<title>Relative Krisenbewältigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 13:45:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Reaktion der Finanzmärkte auf den gestrigen Lösungsbeitrag für die EU-Schuldenkrise ist zumindest anfangs fast schon ein bisschen euphorisch ausgefallen. Da muss der Referenzpunkt der Erwartungen schon sehr niedrig gelegen haben, wenn der DAX heute Früh mit einem weiteren Jubelsprung eröffnete. Gemessen an dem von Optimisten einmal erwarteten „großen Wurf“ beim Gipfel der EU-Staats- und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Reaktion der Finanzmärkte auf den gestrigen Lösungsbeitrag für die EU-Schuldenkrise ist zumindest anfangs fast schon ein bisschen euphorisch ausgefallen. Da muss der Referenzpunkt der Erwartungen <span id="more-2723"></span>schon sehr niedrig gelegen haben, wenn der DAX heute Früh mit einem weiteren Jubelsprung eröffnete. Gemessen an dem von Optimisten einmal erwarteten „großen Wurf“ beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs, ist allerdings nicht allzu viel übrig geblieben. Und das, was beim gestrigen Treffen beschlossen wurde, mag vielleicht genügen um einen Brand, ausgehend von Griechenland, zu löschen. Nachhaltig ist diese Lösung jedoch nicht. Allein schon der Hebel für den EFSF, der dessen Volumen auf gut 1 Billion Euro aufblähen wird, ist zwar mit dem Faktor vier oder fünf schon recht hoch – doch die Erwartungen der Akteure für eine nachhaltige Beruhigung der Finanzmärkte liegen indes doppelt so hoch. Und so darf man auch für die gestrigen Beschlüsse, die überdies bezüglich des EFSF-Hebels noch zu konkretisieren sind, keine allzu langen Halbwertszeiten erwarten.</p>
<p><span style="font-size: small;">Immerhin konnte sich Angela Merkel zuvor im Bundestag eine Mehrheit von knapp 85 % der Abgeordneten sichern, von denen bestenfalls eine kleine Minderheit verstanden haben dürfte, wofür sie konkret gestimmt haben. Aber auch hier spielt der Referenzpunkt der Handlungsalternative (d. h. mit Nein zu stimmen oder sich zu enthalten) eine Rolle. Denn im Vergleich zu den <em>wahrgenommenen</em> unwägbaren, möglicherweise fürchterlichen Risiken und Konsequenzen, die eine Ablehnung der Aufblähung des EFSF-Schirms mit sich gebracht hätte, sieht eine irgendwie geartete &#8222;Rettung&#8220; schon richtig toll aus. Über diese und andere Themen, aber auch für die Folgen für die Märkte, habe ich übrigens in meinem heutigen Interview, das Andreas Scholz vom <a href="http://www.daf.fm/video/goldberg-nicht-zu-euphorisch-werden-50148850-DE0008469008.html" target="_blank">Deutschen Anlegerfernsehen (DAF)</a> mit mir führte, ausführlich gesprochen. </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Mein Kollege Gianni Hirschmüller sprach zudem im <a href="http://www.teleboerse.de/mediathek/mediathek_videos/teleboerse/Teleboerse-von-11-15-Uhr-article2995906.html">n-tv Interview </a>mit Sabrina Marggraf über das Markt-Sentiment und die Gefahren einer Short-Squeeze.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Freundliche Übernahme</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 14:28:58 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[EU-Schuldenkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzsichtige Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alles andere als einig scheinen sich die europäischen Finanzminister über die zukünftige Ausgestaltung des Rettungsfonds zu sein. Allen ist zwar klar, dass er besser und flexibler werden muss, doch über die konkreten Details herrscht bislang kein Konsens. Und so konnte man am vergangenen Montag auch keine gemeinsame Stellungnahme abgeben. Aber Eile scheint ja nicht geboten. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Alles andere als einig scheinen sich die europäischen Finanzminister über die zukünftige Ausgestaltung des Rettungsfonds zu sein. Allen ist zwar klar, dass er besser und flexibler werden muss, doch über die konkreten Details herrscht bislang kein Konsens. <span id="more-6655"></span> Und so konnte man am vergangenen Montag auch keine gemeinsame Stellungnahme abgeben. Aber Eile scheint ja nicht geboten. Zumal Portugal und Spanien zuletzt keine Probleme hatten, ihre Anleihen zu platzieren. Immerhin: die EU-Kommission will spätestens beim Gipfel im März eine dauerhafte Lösung der Schuldenkrise präsentieren. Und wenn auch wieder nur ein Minimalkonsens oder überhaupt keine Lösung zu Stande kommen sollte? Dann gibt es sicherlich noch andere, die bereitwillig ihre Hilfe anbieten.</p>
<p>Gemeint ist natürlich China, das angesichts des Staatsbesuchs seines Präsidenten Hu Jintao in den USA derzeit die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse beherrscht. Tatsächlich hat sich China im einen oder anderen Falle schon als Helfer eines in Not geratenen Peripherielandes gezeigt. Allein die jüngst  bekräftigte Absicht, Anleihen zu kaufen und mit Spanien Handelsverträge in Höhe von sieben Mrd. Euro abzuschließen, dürfte sicherlich attraktiver klingen, als sich im Extremfall demütig unter einen Rettungsschirm begeben zu müssen. Die Versuchung unter den krisengeschüttelten Euroländern ist also groß, statt auf eigene, gemeinsame Lösungen im Zweifel abermals auf Chinas Hilfe zu setzen. Sei es nur, dass eine Anleihe sozusagen unter dem Tisch, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, an chinesische Geldgeber verkauft wird. Ja, selbst für Deutschland lässt sich das Ganze auf eine einfache Formel reduzieren: Wo China hilft, brauchen wir nicht zu helfen. Dabei müsste doch allen Beteiligten klar sein, dass derlei Großzügigkeit auch ihren Preis hat. Ein Preis, der nicht heute, aber in der ferneren Zukunft zu zahlen ist. Sollten wir nicht aus der Finanzkrise gelernt haben, verlockende Gewinne lieber nicht sofort und mit dem Risiko künftiger hoher Verluste vom Tisch zu nehmen? Mangelnde Selbstkontrolle (myopic loss aversion) nennen dies die Vertreter der Behavioral Economics.</p>
<p>Wie solche Verluste in der Zukunft aussehen können, zeigen uns verschiedene Länder in Afrika, die in den Genuss chinesischer Hilfestellung gerieten. Etwa die erdölreichen Staaten Nigeria, Sudan und Angola. Tatsächlich haben die Chinesen in den vergangenen Jahren überall in Afrika Milliarden Dollar ausgeliehen, gebunden an wenige Bedingungen. Sie halfen mit, Straßen, Brücken und Kraftwerke zu bauen. Und bei der Gelegenheit haben sie auch gleich ihre eigenen Arbeitskräfte mitgebracht: Auf den Baustellen arbeiten Chinesen und Einheimische zusammen. Man könne sich lebhaft ausmalen, wer dort die guten Jobs bekommt und wer die Drecksarbeit machen darf, meinen Kritiker<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1">[i]</a>. Ja, das soll sogar so weit gehen, dass China neuerdings Häftlinge aus den eigenen Gefängnissen nach Afrika exportiert hat, wodurch der Anteil heimischer Arbeiter auf ein Minimum reduziert wurde<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn2">[ii]</a>. Nachdem ich das gehört hatte, verstand ich den Satz, den ich neulich in einem schwedischen Kriminalroman las, dass es nämlich noch nie so viele Sklaven auf der Welt gegeben habe wie in unseren ach so modernen, aufgeklärten Zeiten.</p>
<p>Man kann also, ohne zu übertreiben, sagen, dass China mittlerweile überall auf dem Kontinent präsent ist und sich damit nicht nur den Zugang zu wichtigen Rohstoffen, sondern auch einen Absatzmarkt für eigene Produkte erobert hat.</p>
<p>Könnte Europa dasselbe Schicksal drohen? Hoffentlich stehen am Ende dieser freundlichen Rettungsaktion nicht auch in Europa jede Menge Unternehmen, die in Chinas Besitz übergegangen sind, samt ihres Know-how<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn3">[iii]</a>. Und qualifizierte, tüchtige und preisgünstige Arbeitskräfte, die bringt der freundliche Helfer dann auch noch gleich mit.</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1">[i]</a>  <em>China in Africa</em>, CBC News, 2010/03/29</p>
<p><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref2">[ii]</a> Chellaney, Brahma <em>China‘s newest export: convicts, </em>guardian.co.uk vom 29.7.2010</p>
<p><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref3">[iii]</a> Zur Verdeutlichung: Deutschlands Exportvolumen in die Staaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien betrug allein im Jahre 2009 rund 100 Mrd. Euro</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/freundliche-ubernahme/">Freundliche Übernahme</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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