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	<title>Covid-19 Virus Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Verflogene Inflationserwartungen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2021 05:49:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktienmärkte]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Blasenbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Covid-19 Virus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist nicht so, dass der EUR/USD-Handel gestern keine interessanten Bewegungen geboten hätte. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass der Handel gleich zu Beginn gestern früh in Fernost auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Aber statt anfänglicher Risikofreude zeichnete sich mehr und mehr ab, dass die Risikoaversion – sofern man den Wechselkurs des Euro gegen den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist nicht so, dass der EUR/USD-Handel gestern keine interessanten Bewegungen geboten hätte. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass der Handel gleich zu Beginn gestern früh in Fernost auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Aber statt anfänglicher Risikofreude zeichnete sich mehr und mehr ab, dass die Risikoaversion – sofern man den Wechselkurs des Euro gegen den Dollar als Maßstab dafür überhaupt nehmen möchte – vor allen Dingen an den Aktienmärkten mit einem Mal überhandnahm. Am Ende des Tages sah es aber dann doch nicht so schlimm für die Gemeinschaftswährung aus, die einmal mehr nur einen Windhauch im Wasserglas produzierte.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12997" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/26012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/26012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/26012021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Blasengeschichten zuhauf</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass man zu Wochenanfang in der Frühphase noch an wieder aufkeimende Risikofreude dachte, mag an den vielen Artikeln gelegen haben, die derzeit zum Thema Blasenbildung an den Aktienmärkten (und natürlich bei den Bitcoins) kursieren. Auf der Suche nach einer griffigen Definition für eine Blase hat sich gestern vor allem der von mir so geschätzte John Authers (Bloomberg) verdient gemacht (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2021-01-25/the-stocks-bubble-o-meter-is-flashing-bright-red?sref=RGiuAY0X" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>). Aber bei all den seitenlangen Belegen für das Vorliegen einer Blase an den Aktienmärkten hat sich für mich wieder einmal mehr bestätigt, dass es ausgesprochen schwierig ist, objektive Tatbestände für das Vorliegen einer Blase aufzulisten. Es mag sich dabei vielmehr um einzelne Indizien oder gar subjektive Eindrücke handeln.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ein altes Rezept</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am ehesten konnte ich mich noch mit der (ebenfalls unscharfen) Definition einer Blase im Sinne des Ökonomen Charles Kindleberger aus dessen Buch <em>Manias, Panics, and Crashes</em> (1978) anfreunden. Dabei nennt Kindleberger zwei notwendige Voraussetzungen für das Vorhandensein einer Blase: billiges Geld und eine Story, die Menschen zum Investieren verleitet. Daraus wird eine Blase, wenn die [Aktien]-Bewertungen exzessiv werden und das Verhalten der Investoren lediglich dadurch geleitet wird, [Aktien] jemand anderem zu einem höheren Preis, als man diese selbst erworben hat, ohne weiteres Nachdenken weiterzuverkaufen. Nun ja: Billiges Geld ist tatsächlich vorhanden, und man kann sich vorstellen, dass beim ersten Versuch der Notenbanken, insbesondere der Fed, den Geldhahn nur ein bisschen zuzudrehen, die Aktienmärkte entsprechend reagieren werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verzögerungen drohen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun sind am gestrigen Handelstag zwei wichtige Ereignisse zusammengekommen, die zu einem (temporären) Rücksetzer an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks geführt haben. Nichts Dramatisches, aber dennoch bemerkenswert. Denn zum einen ist die Befürchtung, dass die jüngsten Covid-19-Mutanten womöglich gegen die derzeitigen Impfstoffe Resistenzen entwickeln könnten, bei den Akteuren deutlich gestiegen. Auch der entmutigende Hinweis, dass eine Modifikation der bestehenden Impfstoffe Monate benötigen könnte, um ihre Zulassungsreife erlangen, machte die Runde. Gepaart mit der Ankündigung des Mehrheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, das neue Covid-19-Rettungspaket könne nicht vor Mitte März in Kraft treten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mit der Folge, dass der Fantasie vieler Strategen, es könne sich im Laufe dieses Jahres eine global ansteigende Inflation entwickeln, ein erheblicher Dämpfer versetzt werden könnte. Auch scheinen sich meine Befürchtungen zu bestätigen, dass das Konjunkturpaket von US-Präsident Joe Biden viel länger als gedacht benötigt, um von allen Instanzen des US-Kongresses abgesegnet zu werden. Ganz zu schweigen davon, dass am Ende nur ein Bruchteil des angekündigten 1,9 Billionen USD schweren Pakets umgesetzt werden kann.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen hat jedenfalls reagiert und ist auf den niedrigsten Stand seit dem 7. Januar, dem Tag nach der Stichwahl in Georgia, gefallen. Der Euro setzt im gleichen Zuge die Korrekturentwicklung im Rahmen seines mittlerweile kaum mehr spürbaren Aufwärtstrends fort. Eine Entwicklung, die frühstens mit Überschreiten von <strong>1,2235</strong> beendet werden kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Wenn Lastwagen und Gin teurer werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2020 04:51:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Covid-19 Virus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Plötzlich war sie dann doch dahin, die gute Stimmung, die die vorläufigen Zahlen zu den Einkaufsmanagerindices (Markit) für die Eurozone noch am Vortag vermittelt hatten. Da half auch der leicht besser als erwartet ausgefallene ifo-Index für Deutschland nicht mehr. Denn mit einem Male waren sie wieder etwas stärker in den Vordergrund geraten: die Ängste. Über die neuen IWF-Vorhersagen zur globalen ökonomischen Situation möchte ich mich gar nicht erst länger auslassen. Zumal eine Herabsetzung der Projektionen gegenüber April kaum jemanden überrascht haben dürften. Denn lag die Vorhersage damals noch bei einer Schrumpfung der Weltwirtschaft um 3 Prozent, sollen es nun in diesem Jahr 4,9 Prozent sein. Darüber hinaus...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1245)</strong>             Plötzlich war sie dann doch dahin, die gute Stimmung, die die vorläufigen Zahlen zu den Einkaufsmanagerindices (Markit) für die Eurozone noch am Vortag vermittelt hatten. Da half auch der leicht besser als erwartet ausgefallene ifo-Index für Deutschland nicht mehr. Denn mit einem Male waren sie wieder etwas stärker in den Vordergrund geraten: die Ängste. Über die neuen IWF-Vorhersagen zur globalen ökonomischen Situation möchte ich mich gar nicht erst länger auslassen. Zumal eine Herabsetzung der Projektionen gegenüber April kaum jemanden überrascht haben dürften. Denn lag die Vorhersage damals noch bei einer Schrumpfung der Weltwirtschaft um 3 Prozent, sollen es nun in diesem Jahr 4,9 Prozent sein. Darüber hinaus soll die Erholung, die für das Jahr 2021 erwartet wird, wohl nicht mehr ganz so stark wie zuvor ausfallen. V-förmig sieht auf jeden Fall anders aus.<img decoding="async" class="alignright wp-image-12186" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/06/25062020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/06/25062020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/06/25062020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>„Historisch“ schlimm</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wie bereits bei den Einkaufsmanagerindices am Dienstag tue ich mich schwer, etwas Greifbares herauszuarbeiten, um damit Rückschlüsse auf die Entwicklung der Finanzmärkte zu ziehen. Wahrscheinlich geht es mir wie vielen anderen Akteuren, die zwar spüren, dass die vom IWF als „historisch“ bezeichnete Lage nichts Gutes mit sich bringt. Und nachdem man die gestrigen Covid-19-Infektionszahlen für manche US-Staaten sowie die gleichzeitig gestiegenen Krankenhauseinweisungen zur Kenntnis genommen hat, kann ich diejenigen verstehen, die der Trump-Administration nicht mehr attestieren wollen, sie habe die Lage im Griff.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Neue Strafzölle drohen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Somit war gestern verständlicherweise erneut Risikoaversion angesagt. Und auch der Dollar war sozusagen als Reflex darauf angeblich als Fluchtwährung wieder einmal gefragt. Obwohl es mir überhaupt nicht in den Kopf gehen will, warum man in einer ersten Reaktion ausgerechnet die Valuta eines Staates nachfragt, der nun mit dem Covid-19-Virus und dessen Bekämpfung zuletzt ganz besonders seine liebe Not zu haben scheint.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Wenn man die Entwicklung von anderen typischen Fluchtwährungen wie den Schweizerfranken oder den Yen am gestrigen Tag betrachtet, hielt sich zumindest bis zum europäischen Handelsschluss der Exodus aus dem Euro in Grenzen. Vielleicht litt der Euro gestern aber auch unter der Androhung neuer Zölle seitens des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer, der nun zusätzlich verschiedene Importgüter aus der EU in einem Gesamtvolumen von 3,1 Mrd. USD mit neuen Strafzöllen belegen möchte. Darunter sollen in Zukunft Oliven, Bier, Gin und Lastwagen fallen, während etwa Luxusgüter und Flugzeugteile in Zukunft mit einem erhöhten Importzoll belastet werden dürften.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Ende des Tages wurde jedenfalls sichtbar, dass der kurzfristige Aufwärtstrend des Euro – wir verorten ihn mittlerweile zwischen <strong>1,1200</strong> und <strong>1,1590/95</strong> – nicht zum ersten Mal in einer vielversprechenden Situation einen Dämpfer erhalten hat.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Von Leitzinsen und Lieferketten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2020 05:46:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Außerorendlicher Fed-Entscheid]]></category>
		<category><![CDATA[Covid-19 Virus]]></category>
		<category><![CDATA[Irrationalität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich klang es enttäuschend, als die G-7-Finanzminister und Notenbanker im Anschluss an ihre Telefonkonferenz gestern nicht mehr als das Versprechen abgaben, sie würden alles Erdenkliche tun, um den durch das Covid-19 Virus bedrohten globalen Handel und das Wachstum zu unterstützen. Das klang schon eher phrasenhaft, denn die Finanzmarktteilnehmer hatten sicherlich mehr als irgendwelche leeren Absichtserklärungen erwartet. Vor allem die Idee einer konzertierten Aktion ließ sich wohl nicht durchsetzen. Aber: Erstaunlicherweise reagierten die Aktienmärkte zunächst überhaupt nicht. Und es ist wohl einzig der US-Notenbank zu verdanken, dass die Telefonkonferenz der G-7 im Nachhinein zumindest mit etwas Leben gefüllt wurde...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1160)</strong>             Eigentlich klang es enttäuschend, als die G7-Finanzminister und Notenbanker im Anschluss an ihre Telefonkonferenz gestern nicht mehr als das Versprechen abgaben, sie würden alles Erdenkliche tun, um den durch das Covid-19 Virus bedrohten globalen Handel und das Wachstum zu unterstützen. Das klang schon eher phrasenhaft, denn die Finanzmarktteilnehmer hatten sicherlich mehr als irgendwelche leeren Absichtserklärungen erwartet. Vor allem die Idee einer konzertierten Aktion ließ sich wohl nicht durchsetzen. Aber: Erstaunlicherweise reagierten die Aktienmärkte zunächst überhaupt nicht. Und es ist wohl einzig der US-Notenbank zu verdanken, dass die Telefonkonferenz der G7 im Nachhinein zumindest mit etwas Leben gefüllt wurde.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11689" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/04032020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/04032020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/04032020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed senkt Leitzins </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Rede ist von der dann doch überraschenden, nicht turnusmäßigen Zinssenkung der US-Notenbank – die Zielzone für die Fed Funds wurde um 50 Basispunkte auf einen neuen Korridor von 1,0 bis 1,25 Prozent gesenkt. Der Beschluss des Offenmarktausschusses fiel einstimmig, und in der Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell wurde abermals deutlich, dass eine Zinssenkung nicht die Probleme der unterbrochenen globalen Lieferketten lösen werde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dann kam eigentlich alles wie – nicht nur von mir gestern – erwartet. Die Aktienkurse dies- und jenseits des Atlantiks machten einen kleinen Satz, um anschließend wieder deutlich zurückzufallen. „Buy the rumour, sell the fact“ eben. Im gleichen Zuge fiel die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries, zum ersten Mal überhaupt, unter die Marke von 1 Prozent. Und vielerorts war im Anschluss an die Zinssenkung zu vernehmen, dass die Fed bei ihrer kommenden Sitzung noch einmal nachlegen müsse.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Noch nicht genug &#8222;geliefert&#8220;</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und die EZB? Immerhin stieg der Euro im Zuge der Fed-Zinssenkung über die Marke von 1,12, als ob die Händler sagen wollten, auch die EZB müsse etwas tun. Deren Chefin, Christine Lagarde, versprach gestern noch vor dem Zinsschritt der Fed, „geeignete und zielgerichtete Maßnahmen“ ergreifen zu wollen. Und mit „zielgerichtet“ sind wohl langfristige Refinanzierungsgeschäfte für Banken gemeint („TLTRO“), die ihrerseits ihre Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen ausweiten. Aber die Geldmärkte preisen derzeit auch für die kommende Woche eine Leitzinssenkung der EZB in Höhe von acht Basispunkten ein sowie eine Zinssenkung der Bank of England von 30 Basispunkten. Kurzum: Die Händler möchten noch mehr sehen, als das, was bisher von den Notenbankern „geliefert“ wurde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rationalität in einer irrationalen Umgebung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber man kann bereits heute schon konstatieren, dass es vermutlich nie genug sein wird, solange die Corona-Krise nicht ihren Höhepunkt überschritten hat. Denn bei aller Rationalität, die den Akteuren und Investoren abverlangt wird, sind es auch die Situationen, die jeder von uns derzeit erlebt, die zusätzlich verunsichern. Sei es, dass öffentliche Veranstaltungen und Messen abgesagt werden oder dass im Supermarkt das Toilettenpapier seit Tagen ausverkauft ist.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich sind vor allen Dingen und wie immer die anderen irrational. Aber ihr Verhalten hinterlässt eben doch Spuren auch bei denen, die normalerweise einen kühlen Kopf bewahren. Ohne es eigentlich zu wollen, wird man Opfer der Massenbewegung, wenn man nur ein Kilo Mehl zum Kuchenbacken benötigt und dann feststellen muss, dass die Regale im Supermarkt bereits von anderen leergeräumt wurden. Hinzu kommen die vielen dramatisch in Szene gesetzten Fernsehbilder. Auch wenn man um deren suggestive Wirkung weiß, denkt man sich dennoch: „Damit ich nicht noch einmal zu spät komme, decke ich mich „vollkommen rational“ ebenfalls ordentlich mit den lebensnotwendigen Gütern ein.“</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber zurück zum Euro, der gestern einen Spitzenkurs von rund 1,1210 zum Dollar, praktisch auf Niveau des Schlusskurses vom Vorjahr, markierte und damit den achten Handelstag hintereinander mit einem Plus beendete. Auch wenn man sich sträuben mag, der Euro-Entwicklung den Status eines Aufwärtstrends (Potenzial <strong>1,1450</strong>) zuzubilligen, weil die die neu entstandene Stabilität der Gemeinschaftswährung bislang noch nicht durch eine größere Gegenbewegung getestet wurde, bleibt deren bullishe Position unangetastet, solange <strong>1,0990</strong> nicht unterlaufen wird. Erste gute Nachfrage sollte nun im Falle eines Rücksetzers bei <strong>1,1045</strong> einsetzen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/von-leitzinsen-und-lieferketten/">Von Leitzinsen und Lieferketten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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