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	<title>Bankenrettung Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Spanische Eröffnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Aug 2012 05:43:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nun ist es also heraus: Spaniens Regierung braucht offenbar gar nicht die 100 Milliarden Euro zur Rettung ihrer maroden Banken, die ihnen die Euro-Retter bereits in Aussicht gestellt hatten. 60 Milliarden seien genug, hat Wirtschaftsminister Luis de Guindos nach Angaben der International Herald Tribune[1] erklärt. Doch Vorsicht: Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich Spaniens Bankensituation [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist es also heraus: Spaniens Regierung braucht offenbar gar nicht die 100 Milliarden Euro zur Rettung ihrer maroden Banken, die ihnen die Euro-Retter bereits in Aussicht gestellt hatten. 60 Milliarden seien genug, hat Wirtschaftsminister Luis de Guindos nach Angaben der International Herald Tribune<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> erklärt. Doch Vorsicht: Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich Spaniens Bankensituation tatsächlich zum Guten gewendet hat. Aber eben auch nicht zum Schlechten. Wie ich bereits Mitte Juni in meinem Blogbeitrag <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/gut-verkauftes-defizit/">Gut verkauftes Defizit </a> gemutmaßt hatte, war der angeblich benötigte Hilfsbetrag von 100 Milliarden Euro ohnehin viel zu hoch gegriffen. So hatte seinerzeit der IWF einen deutlich niedrigeren Betrag veranschlagt. Die Schätzungen lagen damals zwischen 40 und 80 Milliarden Euro, und der jetzt ermittelte Betrag befindet sich, oh Wunder, genau in der Mitte dieser Bandbreite, die allerdings von den meisten Menschen schon längst vergessen worden sein dürfte. Was jetzt für die Wahrnehmung zählt, ist einzig und allein der leicht zu vergegenwärtigende Referenzpunkt der ursprünglich verlautbarten 100 Milliarden Euro. Dagegen sieht ein Hilfsvolumen von „nur“ 60 Milliarden mental zwar immer noch wie ein Verlust aus, der gleichzeitig aber viel geringerer als erwartet ausgefallen ist. Mithin könnte man auch von einem relativen Gewinn sprechen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Cleverer Schachzug</strong></p>
<p>Ein cleverer Schachzug für die Öffentlichkeit also. 60, 80 oder 100 Milliarden: Diese Summen sind so unvorstellbar groß, dass die meisten ohnehin keinen großen Unterschied mehr zwischen diesen Beträgen machen würden. Wohl aber hätten alle erschrocken reagiert, wenn der Betrag zur Rettung spanischer Banken von den Offiziellen womöglich nachträglich noch einmal hätte aufgestockt werden müssen, weil er ursprünglich zu niedrig angesetzt worden war. Das hätten wir in unserer Wahrnehmung wie zwei separate Verluste erlebt. So aber haben wir alle das gute Gefühl, dass es nicht so schlimm gekommen ist, wie wir befürchtet haben. Aber wir sollten uns dennoch darüber im Klaren sein, dass sich im Grunde an der bedenklichen Lage Spaniens rein gar nichts geändert hat.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p>[1] <a href="http://www.nytimes.com/2012/08/27/business/global/spain-expects-to-use-60-billion-of-100-billion-in-banking-rescue-funds.html?_r=1&amp;pagewanted=all">http://www.nytimes.com/2012/08/27/business/global/spain-expects-to-use-60-billion-of-100-billion-in-banking-rescue-funds.html?_r=1&amp;pagewanted=all</a></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
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		<title>Unwissenheit soll belohnt werden!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Aug 2012 05:30:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als die spanische Regierung im vergangenen Monat gemeinsam mit den Vertretern der Eurozone das Rettungspaket für die Banken ihres Landes beschloss, verpflichtete sie sich im Gegenzug, Hybridanleihen, die die Banken zuvor an Anleger verkauft hatten, abzuschreiben. Was nichts anderes bedeuten dürfte, als dass die Inhaber dieser riskanten Produkte, einer Mischung aus Anleihen und Aktien, leer [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als die spanische Regierung im vergangenen Monat gemeinsam mit den Vertretern der Eurozone das Rettungspaket für die Banken ihres Landes beschloss, verpflichtete sie sich im Gegenzug, Hybridanleihen, die die Banken zuvor an Anleger verkauft hatten, abzuschreiben. Was nichts anderes bedeuten dürfte,<span id="more-4903"></span> als dass die Inhaber dieser riskanten Produkte, einer Mischung aus Anleihen und Aktien, leer ausgehen würden. Das betrifft auch viele Kunden der spanischen Sparkassen, von denen etliche auf Grund dieser Vereinbarung ihre kompletten Ersparnisse für die Altersversorgung zu verlieren drohen. Kein Wunder also, dass sich die spanische Regierung nachträglich bemüht, die Folgen der eigenen Zusage abzumildern.</p>
<p>Ein Kompromissvorschlag würde beispielsweise vorsehen, dass die betroffenen Sparer nicht ihre gesamten Einlagen verlören, sondern nur eine sofortige und massive Abschreibung auf die Hybridanleihen hinnehmen müssten, verbunden mit dem Versprechen, zu einem späteren Zeitpunkt ihre Einlage zu 100 Prozent zurückzubekommen. Die heute abgeschriebene Einlage würde somit über die Jahre hinweg gut verzinst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zwei Gruppen von Anlegern… </strong></p>
<p>Abgesehen davon, dass wir, wie wir bereits in einem Blog ausführlich dargelegt hatten (<a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/spaniens-meilensteinchen/" target="_blank">Spaniens Meilensteinchen</a>) aus verhaltensorientierter Sicht der Idee einer Rettung dieser riskanten Spareinlagen mit Hilfe einer Mehrwertsteuererhöhung oder anderer Sparmaßnahmen in Spanien nicht viel abgewinnen können, sollte man außerdem die ethische Dimension dieses Problems nicht unberücksichtigt lassen. Denn vermutlich wurde mit diesen Hybridanleihen nichtsahnenden und gutgläubigen Kunden ein Produkt angedreht, für das sie zum Teil ihre kompletten Ersparnisse ausgegeben haben. Und jetzt könnte das ganze Geld auf einen Schlag verloren sein. Zum anderen dürfte es aber unter den Betroffenen auch Anleger gegeben haben, die durchaus wussten, worauf sie sich bei diesem Kauf einließen.</p>
<p>Als ich aber heute die Financial Times aufschlug, musste ich mich doch sehr über den Vorschlag eines Kommentators wundern. So fordert er, Sparern, denen solche Produkte nachweislich aufgeschwatzt wurden, zu entschädigen. Natürlich auf Basis eines gerichtlichen Grundsatzurteils, aber unter jeweiliger Würdigung des Einzelfalles. Im Gegenzug könne man ja die anderen, smarten Investoren mit einem drastischen Haircut bestrafen, findet der Autor der FT.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>… aber dasselbe Renditeversprechen</strong></p>
<p>Abgesehen davon, dass eine solche Regelung einen immensen Verwaltungsaufwand mit sich brächte und auch die Wahrheitsfindung nicht ganz leicht sein dürfte, weil sich bestimmt auch so mancher alerte Finanzmarktakteur plötzlich wie ein naiver und unwissender Kleinsparer gerieren würde, scheint doch eines offenkundig: Beide, der unbedarfte Sparer wie auch der smarte Investor, sind dieses Geschäft wohl deshalb eingegangen, weil sie sich davon eine deutlich höhere Verzinsung als bei normalen Spareinlagen erhofften. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Anlegergruppen besteht darin, dass sich der naive Sparer im Gegensatz zum gewieften Investor nie die Frage gestellt hat, warum ausgerechnet ihm so viel mehr Zinsen in Aussicht gestellt wurden als den vielen anderen Kunden seiner Bank. Wer diese Frage – egal, wie smart oder gutgläubig man auch immer sein mag – nicht stellt, handelt in meinen Augen grob fahrlässig und sollte dafür nicht auch noch belohnt werden.</p>
<p>Schon gar nicht von der Gemeinschaft der Steuerzahler.</p>
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		<title>Gut verkauftes Defizit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jun 2012 05:49:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Dass sich Spanien am Samstag dem Druck der Euro-Staaten gebeugt hat und nun anscheinend Hilfskredite aus dem EFSF-Krisenfonds beantragen möchte, um seine Banken zu retten, dürfte wohl nur wenige Marktteilnehmer überrascht haben. Mich eingeschlossen. Denn im Grunde hatte sich dieser Schritt bereits am vergangenen Freitag angebahnt. Allein die Höhe des angekündigten Gesamtbedarfs von 100 Mrd. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass sich Spanien am Samstag dem Druck der Euro-Staaten gebeugt hat und nun anscheinend Hilfskredite aus dem EFSF-Krisenfonds beantragen möchte, <span id="more-4349"></span>um seine Banken zu retten, dürfte wohl nur wenige Marktteilnehmer überrascht haben. Mich eingeschlossen. Denn im Grunde hatte sich dieser Schritt bereits am vergangenen Freitag angebahnt. Allein die Höhe des angekündigten Gesamtbedarfs von 100 Mrd. EUR, der angeblich zur Rettung der taumelnden spanischen Banken benötigt wird, hat die bisherigen Schätzungen noch einmal an der Oberseite deutlich übertroffen. Ja, er scheint fast etwas übertrieben, wenn man etwa den bisherigen Schätzungen des IWF glaubt. Nein, es waren keine 40, keine 80 Mrd. EUR, sondern noch mehr. Und ganz unverblümt verkündet man auf offizieller Seite, mit der Summe von 100 Mrd. wolle man alle denkbaren Risiken abdecken. Das ist lobenswert. Wollen wir hoffen, dass da nicht noch ein paar schwarze Schwäne über die Biskaya fliegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Abnehmende Sensitivität bei höherem Kreditbedarf</strong></p>
<p>Gleichwohl scheint man bei den Krisenländern, zumindest was die Außendarstellung betrifft, etwas aus der verhaltensorientierten Ökonomie gelernt zu haben. Denn statt wie sonst bei Verkündung hoher Verluste, vielleicht aus Angst vor einem drohenden Sturm der Entrüstung, eher tiefzustapeln und das Ausmaß des Defizits herunterzuspielen, statt zu knapp bemessene Rettungsschirme aufzuspannen, an die dann immer noch hier und da ein Kredit angeflickt werden muss, damit er ausreichend Schutz bietet, hat Spanien gleich richtig zugelangt und möglicherweise einen zu hohen Kreditbedarf angegeben. Denn es hätte für die öffentliche Wahrnehmung vermutlich sowieso keine Rolle mehr gespielt, ob man nun 80 oder 100 Mrd. EUR beantragt. Dazu haben wir uns alle schon viel zu sehr an diese astronomisch hohen Summen gewöhnt. Vielleicht wollte man sich auch das lästige Procedere ersparen, durch später notwendige „Korrekturen“ und neue Stresstests der Banken um mehr Geld bitten zu müssen, als man ursprünglich für erforderlich gehalten hatte. Denn jedes Nachbessern wäre in der Außenwirkung als weiterer Verlust empfunden worden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ende gut, alles gut à la Behavioral Finance</strong></p>
<p>Und wenn das Land am Ende für die Rettung seiner Banken weniger Geld benötigen sollte, folgt diesem ersten und einzigen Verlust sogar noch ein relativer Gewinn, entstanden durch den geringer als erwartet ausgefallenen Kreditbedarf.</p>
<p>Übrigens gilt diese Regel für alle Lebensbereiche. Denn die Neigung der Menschen, für jede Entscheidung ein separates mentales Konto zu eröffnen, legt nahe, Verluste (die ohnehin schwerer als Gewinne wiegen) möglichst zu aggregieren und Profite zu segregieren, d.h. einzeln auszuweisen. Und wem es dann noch gelingt, die Episode eines anfänglich horrend erscheinenden Verlustes mit einem kleinen Gewinn etwas versöhnlicher ausklingen zu lassen, der hat zumindest trotz Krise noch etwas gut gemacht. Und das wahrscheinlich auch noch kostenlos.</p>
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