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	<title>Zufriedenheit Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Macht Transparenz glücklich?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2015 16:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angestellter: “Kann ich eine Gehaltserhöhung bekommen?” – “Nein”, antwortet der Chef. – “Na gut, aber könnten Sie dann wenigstens die Gehälter meiner Kollegen senken?” Gäbe es auf der Welt tatsächlich nur rationale Vertreter der ökonomischen Theorie, würde wohl niemand über diesen Wortwechsel lachen können, vermutlich würde er gar nicht erst  stattfinden. Dass die meisten von uns [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Angestellter: “Kann ich eine Gehaltserhöhung bekommen?” – “Nein”, antwortet der Chef. – “Na gut, aber könnten Sie dann wenigstens die Gehälter meiner Kollegen senken?”</p>
<p>Gäbe es auf der Welt tatsächlich nur rationale Vertreter der ökonomischen Theorie, würde wohl niemand über diesen Wortwechsel lachen können, vermutlich würde er gar nicht erst  stattfinden. Dass die meisten von uns die Geschichte trotzdem amüsant finden, liegt daran, dass der Angestellte mit seiner zweiten Forderung ja gar nichts an seiner tatsächlichen Lage ändert – bis auf seinen Status, der sich dadurch verbessert, dass er den der anderen absenken möchte. Und das scheint ihm Trost genug zu sein, wenn er denn selbst schon nicht mehr Geld kriegen soll.</p>
<p>So hatten verhaltensorientierte Wissenschaftler bereits vor einiger Zeit herausgefunden, dass das Maß eines Nutzens – in diesem Fall Zufriedenheit – nicht von einer absoluten Größe (etwa dem Gesamtvermögen eines Menschen) abhängt. Vielmehr ist es der Vergleich mit einem Referenzpunkt, der uns entweder glücklich oder unzufrieden macht. Wenn wir uns oberhalb dieses Bezugspunktes befinden (verglichen zum Beispiel mit unserem letzten oder dem Gehalt eines Kollegen), ist unsere Welt in Ordnung. Und sie gerät ins Wanken, wenn wir uns hingegen unterhalb dieses Bezugspunkts eingruppieren müssen.</p>
<p>Eine Studie zeigt indes, dass diese Erkenntnis leicht korrigiert werden muss. In einem Experiment haben vier Wirtschaftswissenschaftler* Mitarbeitern der Universität von Kalifornien die Möglichkeit gegeben, sich auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite einen generellen Überblick über die Einkommen von Angestellten des öffentlichen Dienstes, einschließlich der Bediensteten der Universität, zu verschaffen. Mehr als die Hälfte der Befragten rief diese Seite auf, wobei die meisten von ihnen nur eines interessierte: Was verdienen die Kollegen aus meiner Abteilung, weniger oder mehr als ich? Anschließend mussten die Probanden sowohl den Grad ihrer Zufriedenheit am Arbeitsplatz als auch die Intensität, mit der sie sich einen neuen Job wünschten, beschreiben. Natürlich zeigten sich diejenigen, deren Gehalt unter dem Durchschnittseinkommen der Abteilung lag, besonders unzufrieden. Auch der Drang, sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen, war bei ihnen stärker ausgeprägt. Kein Wunder, dass in dieser Gruppe eine höhere Wahrscheinlichkeit bestand, sich von der Uni ungerecht behandelt zu fühlen. Erstaunlicherweise traf der Umkehrschluss aber nicht zu. So zeigte sich, dass diejenigen, deren Gehälter über dem Durchschnitt lagen, keineswegs zufriedener als alle anderen waren. Auch um ihre Loyalität zum Arbeitgeber war es nicht besser bestellt.</p>
<p>Wer also die Offenlegung von Gehältern in Unternehmen fordert, so die Autoren der Studie, sollte sich darüber im Klaren sein, dass eine derartige Transparenz insgesamt zu weniger Zufriedenheit unter den Angestellten führt. So gesehen, könnte der  Chef aus dem Einleitungsbeispiel auf die zweite Frage seines Angestellten durchaus zustimmend reagieren. Aber nur, wenn er sicherstellen kann, dass niemand das neue (im Zweifel unveränderte) Gehalt der Kollegen erfahren wird.</p>
<p>*Card, David; Mas, Alexandre; Moretti, Enrico; Saez, Emmanuel (2012): <em>Inequality at Work: The Effect of Peer Salaries on Job Satisfaction, </em>The American Economic Review, Volume 102, Number 6, October 2012, pp. 2981-3003(23)</p>
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		<title>Lob der Diäten-Disziplin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2013 08:13:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Abnehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Anstrengung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch ich gehöre zu den Menschen, die Zeit ihres Lebens auf ihr Gewicht achten müssen. Dabei habe ich alles Mögliche ausprobiert, um schlank zu bleiben beziehungsweise zu werden. Manchmal ist es mir tatsächlich gelungen, viel abzunehmen, aber ich war mindestens so erfolgreich darin, alles, was ich an Pfunden verloren hatte, erneut in Form von Fettreserven [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/lob-der-diaeten-disziplin/">Lob der Diäten-Disziplin</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch ich gehöre zu den Menschen, die Zeit ihres Lebens auf ihr Gewicht achten müssen. Dabei habe ich alles Mögliche ausprobiert, um schlank zu bleiben beziehungsweise zu werden. Manchmal ist es mir tatsächlich gelungen, viel abzunehmen, aber ich war mindestens so erfolgreich darin, alles, was ich an Pfunden verloren hatte, <span id="more-6528"></span>erneut in Form von Fettreserven wieder aufzubauen. Ja, ich kenne mich wirklich aus. Man könnte mich mit verbundenen Augen die verschiedenen Diät-Pulversorten kosten lassen, und ich würde die jeweilige Marke sofort am Geschmack erkennen und benennen können. Ich könnte Ihnen auch aus dem Stand seitenlange Kalorientabellen auswendig aufsagen. Ja, ich habe, ach, auch die Low-Carb und die Low-Fat-Theorien  studiert und verfüge zusätzlich über Jahre lange Erfahrungen mit Trennkost. Meiner Schwiegermutter verdanke ich die Bekanntschaft mit der berühmten Kohlsuppen-Diät nach Köhnlechner, nur muss ich an dieser Stelle bekennen, dass ich dieses Experiment vorzeitig abgebrochen habe. Noch heute beschleicht mich Übelkeit, wenn ich nur an diese grünlich-wässrige Brühe denke. Kurzum: Auf dem Felde der Diäten kann man mir nichts mehr vormachen.</p>
<p>Dachte ich jedenfalls, bis mich neulich ein Beitrag in der Online-Ausgabe der Zeitung <i>Die Welt<a title="" href="#_ftn1"><b>[1]</b></a> </i>aufhorchen ließ, wo nach neuesten Erkenntnissen zufolge harte Abmagerungskuren Kilo nachhaltiger purzeln lassen als jede sanfte Diät. Also Schluss mit dem langsamen Abnehmen, so wie es mir Ernährungs-Profis und Ärzte immer geraten haben. Von wegen realistische Ziele setzen, gepaart mit etwas mehr Bewegung im Alltag, weil  Körper und Gehirn Zeit bekommen sollen, sich an die Gewichtsreduktion zu gewöhnen – offenbar alles ein Trugschluss, wie ein Forscherteam der University of Florida bereits vor drei Jahren ermittelt hat!<a title="" href="#_ftn2">[2]</a> Danach verloren  Menschen mit einem höheren Gewichtsverlust in den ersten Monaten (mehr als 680 g pro Woche) am Ende nicht nur mehr Gewicht als diejenigen, bei denen der Zeiger auf der Waage im ersten Monat deutlich weniger nach links zurückging. Die disziplinierten Schnellabnehmer konnten außerdem mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit als ihre bedächtigeren Mitstreiterinnen selbst nach 18 Monaten noch ihren zehnprozentigen Gewichtsverlust halten.</p>
<p>Wie kann es zu solch umwerfenden neuen Erkenntnissen kommen? Zunächst einmal verweisen Psychologen darauf, dass es früher nur wenige Studien gab, die sich mit nicht-klinischen Beispielen  massiven Übergewichts beschäftigten. Ganz zu schweigen davon, dass sich viele Studien zum Thema Diäten alleine mit dem Gewichtsverlust, nicht aber mit deren Einflüssen auf das Verhalten der Betroffenen auseinandersetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Zielvorgabe ist Referenzpunkt </b></p>
<p>Denn oftmals wird übersehen, dass Zielvorgaben –  egal, ob es sich um das Traumgewicht für den Strand oder eine Gewinnvorgabe an der Börse handelt – gleichzeitig als Referenzpunkt und als Trennlinie zwischen Zufriedenheit und Enttäuschung fungieren. Menschen mit hohen Zielen setzen ihre Zufriedenheitsmarke demnach höher, weswegen ein Gewichtsverlust von fünf Kilogramm bei einem Abnehm-Ziel von zehn Kilo zu einer größeren Unzufriedenheit führt als bei jemandem, der sich nur einen Gewichtsverlust von sechs Kilogramm vorgenommen hat. Daher mag auch die Überlegung rühren, dass hohe Ziele leicht zu großer Frustration bei den Betroffenen führen können. Allerdings strengen sich Menschen mit hohen Zielvorgaben wesentlich mehr an, weil sie so diesem Gefühl der Unzufriedenheit aus dem Wege gehen möchten. Im Gegensatz zu denjenigen, die sich nur kleine Ziele setzen<a title="" href="#_ftn3">[3]</a>.</p>
<p>Hochgesteckte Ziele sind jedoch nur mit eiserner Disziplin als einem wesentlichen Bestandteil aller Anstrengungen zu erreichen. Geringe Zielvorgaben mögen zwar schneller und leichter erfüllbar sein, aber genau deswegen erfordern sie auch keine so große Anstrengung, so dass in der Konsequenz auch die Notwendigkeit der Disziplin meist nicht erkannt wird. Vor allem wenn kleine Ausrutscher in Form von Sahnetorte oder Pizza immer wieder vom geraden Weg zum Ziel ablenken. Verführungen, denen Menschen ohne Disziplin nicht nur häufiger nachgeben. Sie glauben außerdem, dass sie diese Kalorienüberschüsse auch nicht sofort wieder durch knallharte Reduktion der Essensmenge am nächsten Tag gleich wieder ausgleichen müssen. Nach dem Motto: „Ich kann mir ja Zeit lassen. Die Vorgabe, bis Jahresende insgesamt fünf Kilo abgenommen zu haben, schaffe ich trotzdem noch.“ Hier wird der Weg so häufig zum Ziel gemacht, dass man dort nie mehr ankommt und der Referenzpunkt „Zufriedenheit“ in unerreichbare Ferne rückt.</p>
<p>Und ein Leben, das nur aus Disziplin besteht? Das macht auch keinen Spaß.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Die Welt online vom 15.7.2013 </p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> Nackers, L. et al (2010): <i>The Association Between Rate of Initial Weight Loss and Long-Term Success in Obesity Treatment: Does Slow and Steady Win the Race?</i> International Journal of Behavioral Medicine, 2010, Sep, 17 (3), pp. 161-167</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref3">[3]</a> Vgl. Locke, Edwin A. et Latham, Gary, P. (2002): <i>Building a Practically Useful Theory of Goal Setting and Task Motivation, A 35-Year Odyssey</i>, American Psychologist, Vol 57, No. 9, 705-717</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
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