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	<title>Verschiebung von Referenzpunkten Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Verschobene Normen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2020 04:49:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtliche Normen]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiebung von Referenzpunkten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei „Joe Normal“ mag der Aktionismus Trumps („Der tut was!“) sogar gut angekommen sein, waren doch die Verhandlungen über das neue Stimulus-Paket in den USA zum Wochenende ins Stocken geraten. Nicht zuletzt, weil die Positionen von Republikanern und Demokraten hinsichtlich des Volumens immer noch weit auseinander liegen – die Gebote der beiden Seiten trennten zuletzt 1,4 Billionen USD. Auch wenn manche Kommentatoren geneigt waren, insbesondere die ökonomisch bedeutsame Executive Order zur Unterstützung der Arbeitslosen mit „besser als nichts“ zu bewerten, ist man sich doch darüber einig, dass es sich nur um eine Art Erste-Hilfe-Maßnahme handeln kann. Und weil...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1750)</strong>             Der gestrige Handelstag gehörte eher zu den ruhigeren in Sachen Euro – man muss schon bis Mitte Juli zurückgehen, um eine ähnlich träge Sitzung im Verhältnis zum US-Dollar zu finden. Zwar hat der Euro gestern etwas an Boden verloren, verbleibt aber in seiner Konsolidierung zwischen <strong>1,1705</strong> und <strong>1,1920</strong>, die den weiteren Verlauf des Aufwärtstrends derzeit behindert.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12367" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/11082020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/11082020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/11082020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings gab es doch noch einiges an Nachrichten vom Wochenende zu verarbeiten. Dabei wird immer wieder gerne übersehen – trotz der positiv empfundenen Überraschungen bei der Entwicklung am Arbeitsmarkt während der vergangenen drei Monate –, dass seit Ausbruch der Corona-Pandemie immerhin noch 13 Millionen Stellen nicht wieder neu besetzt wurden. Aber das Hauptinteresse der Kommentatoren galt sowieso den am Wochenende erlassenen Dekreten von US-Präsident Donald Trump.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Nicht mehr als Erste Hilfe </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und bei „Joe Normal“ mag der Aktionismus Trumps („Der tut was!“) sogar gut angekommen sein, waren doch die Verhandlungen über das neue Stimulus-Paket in den USA zum Wochenende ins Stocken geraten. Nicht zuletzt, weil die Positionen von Republikanern und Demokraten hinsichtlich des Volumens immer noch weit auseinander liegen – die Gebote der beiden Seiten trennten zuletzt 1,4 Billionen USD.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn manche Kommentatoren geneigt waren, insbesondere die ökonomisch bedeutsame Executive Order zur Unterstützung der Arbeitslosen mit „besser als nichts“ zu bewerten, ist man sich doch darüber einig, dass es sich nur um eine Art Erste-Hilfe-Maßnahme handeln kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zwischen zwei Referenzpunkten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Denn bei der angekündigten wöchentlichen Hilfe für die Betroffenen geht es um eine Hilfe von 400 USD pro Kopf, von denen 100 USD von den einzelnen Bundesstaaten zu erbringen wären. 400 USD – das klingt wie ein Kompromiss zwischen den bislang auf Bundesebene gezahlten 600 USD pro Woche und dem, was die Trump-Administration angeblich selbst eigentlich nur zu zahlen bereit war, nämlich 200 USD.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings wird schon jetzt deutlich, dass der Anteil der wöchentlichen Hilfe der Bundesstaaten, also besagte 100 USD pro Kopf, mancherorts nicht so ohne weiteres finanzierbar sind. Zumal dem Vernehmen nach die Steuereinnahmen beispielsweise in New York gegenüber dem Vorjahr um 37 Prozent und in Kalifornien gar um 42 Prozent eingebrochen sein sollen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so dürfte nach Schätzung mancher Analysten das Geld für die Zahlung der zusätzlichen staatlichen Arbeitslosenunterstützung, selbst wenn die Finanzierung über die vorhandenen Quellen, etwa über nicht ausgeschöpfte Etats, glatt gehen sollte, nicht viel weiter als einen Monat reichen. Damit kann man den Trumpschen Executive Orders bestenfalls positiv abgewinnen, dass durch sie dem Kongress eine Art Deadline für einen Kompromiss gesetzt wurde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verschobene rote Linien</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Problematischer, wenn auch weniger wichtig für die Finanzmärkte, sind Trumps Dekrete hinsichtlich ihrer rechtlichen Gültigkeit. Denn es bleibt mehr als fraglich, ob der Präsident überhaupt die Macht hat, derartige Dekrete zu erlassen. Aber wer fragt danach in der Krise? Zumal sich niemand damit beliebt machen würde, etwa die Hilfen für Arbeitslose durch ein Gericht ausbremsen zu lassen. Donald Trump scheinen rechtliche Hindernisse sowieso egal zu sein. Vielleicht legt er es sogar darauf an, die US-Bevölkerung an solche scheinbar beiläufigen Übertretungen allmählich zu gewöhnen. Mit der Folge, dass sich die rote Linie zwischen „noch verfassungsgemäß“ und „illegal“ klammheimlich verschiebt. Möglicherweise verschiebt sich so auch der Wahltermin.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber es geht um mehr. Denn die Wahrnehmung dessen, was bislang als rechtlich oder ethisch korrekt angesehen wurde, verändert sich peu à peu wegen eben jener Verschiebung des Bezugspunktes zwischen Recht und Unrecht. Genauso wie Gewinne und Verluste nicht absolut, sondern relativ zu einem Bezugspunkt wahrgenommen werden, verhält es sich mit der moralischen Bewertung von „legal“ und „illegal“. Mit der Zeit kann so aus <em>absolut </em>„unrechtmäßig“<em> relativ „</em>rechtmäßig“ werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Dogville</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2014 19:51:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[abnehmende Sensitivität]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstwahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiebung von Referenzpunkten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Normalerweise gebe ich nicht gerne Tipps, aber mein jüngster Besuch im Frankfurter Schauspielhaus erwies sich als Volltreffer. Dort wurde nämlich Dogville von Lars von Trier aufgeführt, ein Drama, das ich schon einmal als großartigen Film vor einigen Jahren bei einem Kinobesuch sehen durfte. Und wer Zeit hat, Dogville, den Ort von Rechtschaffenheit und Hilfsbereitschaft einmal [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise gebe ich nicht gerne Tipps, aber mein jüngster Besuch im Frankfurter Schauspielhaus erwies sich als Volltreffer. Dort wurde nämlich Dogville von Lars von Trier aufgeführt, ein Drama, das ich schon einmal als großartigen Film vor einigen Jahren bei einem Kinobesuch sehen durfte. Und wer Zeit hat, Dogville, den Ort von Rechtschaffenheit und Hilfsbereitschaft einmal live zu erleben, sollte sich schnellstens einen Platz für eine der verbliebenen Veranstaltungen sichern.</p>
<p>In Dogville wird nämlich gezeigt, wie eine schöne Heldin (im Film gespielt von Nicole Kidman) namens Grace Schritt für Schritt ihre Persönlichkeit zu Gunsten der Bewohner eines Dorfes aufgibt, das sich permanent „moralisch aufrüsten“ muss. Und wenn man das erste und das siebte Kapitel der berühmten Verfilmung, miteinander vergleicht, hält man es kaum für möglich, wie Menschen einen anderen innerhalb von fünf Akten auf grausamste und unerträgliche Weise unterwerfen können.</p>
<p>Dieser erste Film aus von Triers Trilogie <em>USA – Land der Möglichkeiten </em>wurde von US-Kritikern als sinnloser und ignoranter Antiamerikanismus abgetan, was jedoch am Kern der Sache vorbeigeht. Denn eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses philosophischen Dramas besteht nämlich darin, wie sich Menschen peu à peu an immer stärkere Grausamkeiten <em>gewöhnen</em> können, während die Selbstwahrnehmung der moralischen Integrität intakt bleibt &#8211; ein Klassiker übrigens für die &#8222;Abteilung&#8220; Behavioral Ethics. Anders ausgedrückt: Eine kaum wahrnehmbare Verschiebung von Referenzpunkten kann mit der Zeit zu massiven Verhaltensänderungen führen.</p>
<p>Weniger um Ethik, aber dafür um Finanzmärkte, geht es in einem anderen „Filmchen“, dem allmonatlichen Interview zur Stimmungslage beim DAX, dass Viola Grebe vom Deutschen Anlegerfernsehen (DAF) heute (<a href="http://www.daf.fm/video/goldberg-markt-hat-noch-luft-nach-oben-50169439.html"><strong>hier</strong></a>) mit mir führte.</p>
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