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	<title>Verfügbarkeit Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Denen man nicht vergeben darf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jun 2014 15:18:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bewertung kleiner Wahrscheinlichkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Dark Pools]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich in der Freitagsausgabe der Börsenzeitung las, dass der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York der britischen Barclays Bank vorwirft, sie habe ihre Kunden beim Aktienhandel schutzlos aggressiven Investoren ausgeliefert, um selbst einen Vorteil daraus zu ziehen, fiel mir sogleich Bob Diamond ein. Der frühere Chef dieses Geldhauses hatte nämlich im Januar 2011 gefordert, mit der Kritik an den Bankern müsse endlich Schluss sein. Als er vor einem Ausschuss des britischen Parlaments Rede und Antwort stehen musste, fügte er sogar hinzu, die Zeit der Reue sei jetzt endgültig vorbei. Schon damals habe ich mich über dieses Statement derartig aufgeregt, dass ich sogleich einen Blog (<a href="https://www.joachim-goldberg.com/denen-man-nicht-mehr-vergibt/">hier</a>) dazu verfasste.</p>
<p>Heute geht es nun um den bankeigenen Dark Pool[1]. So hält die Staatsanwaltschaft Barclays vor, Anleger mit dem Versprechen dorthin gelockt zu haben, dass sie dort angeblich besser  als an regulären Börsen – vornehmlich vor Hochfrequenzhändlern – geschützt seien. Offensichtlich galt Diamonds Appell, endlich einen Schlussstrich zu ziehen, nur für die Opfer und deren Vertreter, nicht aber für die Investmentbanken selbst, die sich damals vor allem in Großbritannien, aber auch hierzulande heftige Kritik gefallen lassen mussten.</p>
<p>Allerdings geht es mir heute in erster Linie nicht darum, mich den Bank-Kritikern anzuschließen. Ohnehin frage ich mich, warum sich Anleger mit der Erfahrung aus der Finanzkrise an Handelsplätzen abseits der Börse, eben in Dark Pools, bewegen müssen. Denn spätestens seit Lehman müssten doch intransparente und illiquide Märkte tabu sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Warum nur Tagesgeld?</strong></p>
<p>Kürzlich habe ich mich mit ein paar Vermögensberatern unterhalten, die sich allesamt wunderten, warum so viele Sparer trotz negativer Realzinsen immer noch hohe Geldbeträge vornehmlich als Tagesgeld anlegten. Wo doch der Aktienmarkt während der vergangenen Monate so gut performed habe. Nun könnte man natürlich die permanenten Negativschlagzeilen aus der Bankenwelt als ein Hauptargument für die Risikoaversion der Anleger anführen. Oder man könnte einwenden, gerade der DAX sei für viele zu schnell, zu weit und zu heiß gelaufen.</p>
<p>Eine viel plausiblere Erklärung liefert jedoch ein Artikel, den ich gestern in der Financial Times[2] online fand. Dort wird nämlich mein ehemaliger Mitstreiter und Freund, Herman Brodie, zitiert, der sich zurzeit bei seinen Studien und Recherchen eingehend mit der Verteilung von Renditekurven beschäftigt. Danach fühlen sich – zu diesem Schluss führt die Logik der Prospect Theorie – Menschen mit regelmäßigen und ordentlichen Anlageergebnissen nicht wohl, wenn diese, wenn auch mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit, mit extrem negativen Kursveränderungen einhergehen[3]. Denn gemäß der Erkenntnisse der Behavioral Economics werden diese sehr geringen Wahrscheinlichkeiten von den meisten Menschen (genauso übrigens wie Lotterie-Jackpots) überbewertet, weswegen Anleihen gegenüber Aktien häufig vorgezogen werden. Selbst wenn Letztere nachweislich in der Vergangenheit deutlich höhere Renditen abgeworfen haben.</p>
<p>Abgesehen davon aber dürften viele Anleger gerade die während der Finanzkrise häufiger eingetretenen Kurseinbrüche ohnehin noch nicht aus ihrem Gedächtnis gestrichen haben, weil diese Negativerlebnisse aufgrund einschlägiger Erfahrung immer noch leicht in ihrem Bewusstsein verfügbar sind. Deswegen intransparente oder illiquide Märkte – zu denen übrigens auch Immobilien gehören – aufzusuchen, scheint mir allerdings höchst fragwürdig zu sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>[1] Dark Pools sind Handelsplätze/ -plattformen abseits der Börse</p>
<p>[2] Prospecting for a theory on investor behaviour, FT online vom 29.6.2014 <a href="http://m.ft.com/cms/s/0/329e1eb0-fd28-11e3-bc93-00144feab7de.html">http://m.ft.com/cms/s/0/329e1eb0-fd28-11e3-bc93-00144feab7de.html</a></p>
<p>[3] Statistiker sprechen in diesem Fall von einer linksschiefen Verteilung der Renditekurve</p>
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		<title>Kurze Flitterwochen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Sep 2012 08:26:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[QEternity]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmung]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>So schnell kann also ein Honeymoon vorbei sein, wie man am Beispiel der konzertierten quantitativen Lockerungsmaßnahmen der großen Zentralbanken EZB, Fed und BoJ und der damit verbundenen, rasch verflogenen Euphorie der Investoren sehen kann. Denn unter den Akteuren an den Finanzmärkten hat sich das Sentiment wieder deutlich verschlechtert. Dies mag nicht nur an den Bildern liegen, die wir aus Spanien und Griechenland derzeit in den Fernsehprogrammen geliefert bekommen. Bilder, die wir übrigens nicht zum ersten Mal sehen, die aber ihre Wirkung beim Betrachter keinesfalls verfehlen – sie sind aufgrund ihrer Dramatik leicht verfügbar und werden daher anderen Informationen gegenüber bevorzugt wahrgenommen. So kann man sich durchaus vorstellen, was im Kopf einer interviewten griechischen Polizeibeamtin vorgehen mag, die gegen ihre eigenen Landsleute – die sie übrigens im Recht sieht – vorzugehen verpflichtet ist. Dabei ist gar nicht einmal der Hungerlohn von weniger als 600€ pro Monat das entscheidende Moment, weswegen man sich leicht vorzustellen kann, dass Polizeibeamte eines Tages nur halbherzig gegen die Streiks des eigenen Volk vorgehen und sich am Ende womöglich auch noch auf deren Seite stellen könnten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>EZB-Vorlage bleibt politisch ungenutzt</strong></p>
<p>Mindestens so dramatisch sehe ich, dass die politischen Entscheider in der Eurozone die Vorlage, die die EZB mit der Ankündigung von unlimitierten Anleihekäufen im Rahmen ihres Mandates gegeben hat, abermals nicht nutzen. Nicht nur weil Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy von den immer (noch) niedrigen Zinsen zu profitieren scheinen möchte und sich daher Zeit lässt, die Hilfe des Rettungsschirms in Anspruch zu nehmen. Vielmehr wird auch bei den Kernländern der Eurozone versucht, hier und da nachzuverhandeln oder früher gemachte Versprechen infrage zu stellen. Und so bleibt nicht nur bei den internationalen Investoren der Eindruck, sobald die EZB der Politik auch nur ein bisschen Erleichterung verschafft, diese den ihr zu gespielten Ball nicht aufnehmen will, sondern den so geschaffenen Vorteil mit Nichtstun vertändelt, bis er ihnen von den Marktteilnehmern abgenommen wird. Was sich etwa im gestrigen Renditesprung für zehnjährige spanische Staatsanleihen über 6 Prozent niederschlägt. Wollen wir hoffen, dass das internationale Kapital, das während der vergangenen Wochen in deutsche und europäische Aktien geflossen ist, durch die jüngsten Ereignisse nicht schon wieder aufgeschreckt wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Man spricht schon von QEternity</strong></p>
<p>Aber auch in den USA ist die jüngste Lockerungsansage der Fed nicht nur mit Wohlwollen aufgenommen worden. Vielmehr ist man sich in der Notenbank selbst über die Wirkung von QEternity, wie mancher Kommentator das neueste Programm liebevoll bezeichnet, alles andere als einig. Wenn dann auch noch der Chef der Chicago-Fed, Charles Evans, sich dafür ausspricht, die Fortdauer der Lockerungen an bestimmten ökonomischen Eckdaten festzumachen, hat man fast schon den Verdacht, jener wolle sich auf diese Weise eine möglicherweise unbewusst verloren gegangene psychische Kontrolle wieder zurückholen: Das Programm soll laufen, solange der mittelfristige Inflationsausblick unter 3 Prozent und die Arbeitslosenquote über 7 Prozent bleibt. Das Dumme daran ist nur, dass man derzeit überhaupt nicht sagen kann, ob die quantitativen Lockerungsprogramme sich überhaupt auf die Beschäftigung auswirken.</p>
<p>Zumindest bei den mittelfristigen Anlegern hierzulande hat sich die Stimmung unterdessen nachweislich noch einmal deutlich verschlechtert, wie die jüngste Sentimenterhebung der Börse Frankfurt zeigt. Welche Auswirkungen dies auf den DAX haben kann und ob die Aktien die gestrige Korrektur fortsetzen werden, kommentierte mein Kollege <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/dax+sentiment+optionsverfall+bewirkt+tiefen+pessimismus+41184" target="_blank">Gianni Hirschmüller an dieser Stelle</a> – meine Analyse zur <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/detailanalyse+mehr+pessimisten+auf+aehnlichem+niveau+41185" target="_blank">erweiterten DAX -Befragung finden Sie hier</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/kurze-flitterwochen/">Kurze Flitterwochen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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