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	<title>Verbilligen Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Neuer Free Lunch der SNB?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2015 07:34:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Seit einigen Tagen wird im Handel, aber auch in den Medien darüber spekuliert, ob die Schweizerische Nationalbank (SNB) wieder Fremdwährungen gegen Franken kauft, um dessen Aufwertung zu verhindern. Nun ist es nicht einmal drei Wochen her, dass die SNB, verbunden mit schweren Bewertungsverlusten ihrer Währungsreserven, die feste Untergrenze des Euro von 1,20 CHF aufgeben musste. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Tagen wird im Handel, aber auch in den Medien darüber spekuliert, ob die Schweizerische Nationalbank (SNB) wieder Fremdwährungen gegen Franken kauft, um dessen Aufwertung zu verhindern. Nun ist es nicht einmal drei Wochen her, dass die SNB, verbunden mit schweren Bewertungsverlusten ihrer Währungsreserven, die feste Untergrenze des Euro von 1,20 CHF aufgeben musste. Die Folge: Wer sich auf die Zentralbank verlassen oder sich gar auf ihre Seite geschlagen hatte, musste dies teuer bezahlen. Hatte bis dahin die Börsenweisheit gegolten, man solle sich mit seiner Position nie gegen die Zentralbank stellen, wurde plötzlich genau dieses Verhalten fürstlich belohnt.</p>
<p>Wenn nun die SNB tatsächlich – und die Indizien sprechen dafür – erneut und möglicherweise verdeckt interveniert haben sollte, ist das eine Sache. Zumal inoffizielle, also verdeckte Interventionen schon seit Jahrzehnten zum Arsenal der Wechselkurspolitik einer Zentralbank gehören. Im Gegensatz zur offenen Intervention, bei der die Zentralbank direkt mit den Kontrahenten handelt, tritt jene bei der verdeckten Intervention über eine dritte Adresse (die natürlich zum Stillschweigen verpflichtet ist) mit ihren Handelspartnern in Verbindung. Gerade das Beispiel der Bank von Japan und anderen Zentralbanken hat in früheren Zeiten immer wieder gezeigt, dass diese Art des Markteingriffs besonders beliebt ist, weil sie eine Notenbank weniger berechenbar macht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Interventionsband mit fatalen</strong> <strong>Folgen </strong></p>
<p>Umso mehr erstaunt es mich, dass schon wieder Gerüchte die Runde machen, die SNB hätte sich womöglich für eine Bandbreite zwischen 1,05 und 1,10 CHF entschieden, innerhalb derer sie mit Eurokäufen (bzw. Frankenverkäufen) stützenderweise zu operieren beabsichtige. Tatsächlich hat sich der Kurs während der vergangenen fünf Handelstage von der Parität wie von Geisterhand ziemlich exakt auf die Untergrenze dieser Zone hin bewegt. Mit anderen Worten: Der Euro hat in Folge von Käufen im Vergleich zum US-Dollar erheblich stärker, und zwar um satte fünf Prozent, zugelegt, getragen natürlich von der Hoffnung der Spekulanten, die SNB werde im Zweifel diese gekauften Euro eben zumindest mit 1,05 CHF ankaufen. Sollte sich dieses Gerücht bewahrheiten, würde die neue Strategie der SNB nicht nur einem neuerlichen <em>free lunch </em>für die betroffenen Devisenakteure gleichkommen. Vielmehr würde ein derartiges Verhalten die Währungsreserven der Zentralbank – und das zu einem möglicherweise unnötig künstlich hochgehaltenen Kurs – weiter aufblähen.</p>
<p>Bei allen anderen Finanzmarktteilnehmern würde man eine derartige Strategie als „verbilligen“ [des Einstandspreises] oder als „Hinzumischen“ zu einem bereits bestehenden (schal gewordenen) Engagement bezeichnen. Die Behavioral Finance spricht übrigens von einem so genannten <em>Sunk Cost Effect</em>, Finanzmarktstrategen liebevoll von einer „strategischen Position“.</p>
<p>Ich kenne übrigens keine einzige strategische Position, die jemals größere Gewinne gezeitigt hätte.</p>
<p>Sollte sich die Erwartung eines neuen Interventionsbandes bestätigen, fehlte eigentlich nur noch das Versprechen der SNB, notfalls erneut unbegrenzt ausländische Valuten aufzukaufen. Dabei ist das neue Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank, das angeblich die SNB dazu bewogen hatte, ihre Interventionsbereitschaft bei 1,20 CHF aufzugeben, noch nicht einmal in Gang gesetzt. Und sollte die SNB dann tatsächlich aus irgendwelchen Gründen ihr Versprechen nicht einhalten können, würde ein neuerlicher Kapitalfluss in Richtung des „sicheren Hafens“ Schweiz dafür sorgen, dass die Nationalbank weitere milliardenschwere Verluste bei ihren Währungsreserven zu verbuchen hätte.</p>
<p>Oder ist alles nur ein Bluff der Nationalbank, um weitere drohende Kapitalflüsse in die Schweiz abzuwehren? Die Akteure an den Finanzmärkten werden mit der Zeit auch das schonungslos testen. Und hoffentlich war dann alles nur ein Gerücht.</p>
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		<title>Selektives Entscheiden und Kapitulation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jan 2013 15:44:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Thema Selektives Entscheiden und Kapitulation an Finanzmärkten habe ich für WGZ Cognitrend TV ein Special produziert, das Sie hier abrufen können. Diese Sonderbeiträge werden in loser Reihenfolge aufgenommen und sollen die wichtigsten Themen aus der Behavioral Finance/Economics im Zusammenhang mit dem Anlegerzyklus (ebenfalls auf WGZ Cognitrend TV zu sehen) näher beleuchten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Thema <em>Selektives Entscheiden und Kapitulation</em> <em>an Finanzmärkten</em> habe ich für WGZ Cognitrend TV ein Special produziert, das <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/" target="_blank">Sie hier abrufen können</a>. Diese Sonderbeiträge werden in loser Reihenfolge aufgenommen und sollen die wichtigsten Themen aus der Behavioral Finance/Economics im Zusammenhang mit dem Anlegerzyklus <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/erklaervideos/index.html" target="_blank">(ebenfalls auf WGZ Cognitrend TV</a> zu sehen) näher beleuchten.</p>
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		<title>Ausgelöffelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 06:10:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Aggregation]]></category>
		<category><![CDATA[Segregation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer (wie ich vor wenigen Wochen) mit Kindern in Italien Sommerurlaub macht, wird natürlich auch Eis essen gehen. Hierzulande ist das ein relativ einfaches Rechenexempel: Eine Kugel kostet 90 Cent oder einen Euro, mehrere Kugeln ein Mehrfaches davon. In Venedig sieht die Preisgestaltung indes ganz anders aus. Die haben sich wirklich etwas einfallen lassen, stellte [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ausgeloffelt/">Ausgelöffelt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: small;">Wer (wie ich vor wenigen Wochen) mit Kindern in Italien Sommerurlaub macht, wird natürlich auch Eis essen gehen. Hierzulande ist das ein relativ einfaches Rechenexempel: Eine Kugel kostet 90 Cent oder einen Euro, mehrere Kugeln ein Mehrfaches davon. In Venedig sieht die Preisgestaltung indes ganz anders aus. Die haben sich wirklich etwas einfallen lassen, <span id="more-2276"></span>stellte ich schon bei meinem ersten Spaziergang auf dem Lido fest. Da blieb ich also mit meinen drei Kindern im Gefolge an einem Eisstand stehen, bei dem die erste Kugel 1,30, zwei Kugeln 2,00, drei 2,80 und vier Bällchen für 3,50 Euro angeboten wurden. In Anbetracht des Umstands, dass der Urlaub gerade erst begonnen und dies sicher nicht das letzte Eis, das wir verspeisen würden, bleiben sollte, hätte ich normalerweise für jeden von uns eine Kugel in der Waffel geordert. Doch mein Sohn rechnete blitzschnell nach und kam auf den stattlichen Betrag von 5,20 Euro für vier Personen. Sofort war mir klar, dass ich mich wieder einmal in einer Falle befand.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Die Preisstrategie der venezianischen Eisdiele erinnerte mich an meine Zeit als Devisenhändler, als ich immer wieder beobachten konnte, wie Kollegen bereit waren, zu einer Verlustposition weitere Engagements zu günstigeren Preisen hinzu zu mischen. Eine Strategie, die man landläufig auch als &#8222;verbilligen &#8220; bezeichnet und von der ich nichts halte, vor allem nicht, wenn man dann bei Erreichen des durchschnittlichen Einstandspreises die komplette Position glatt stellt, um ohne Verlust wieder aus der Geschichte herauszukommen. Deshalb wollte ich auch auf dem Lido meinen Prinzipien treu bleiben. Aber vier einzelne Eisportionen hörte sich für mich wie vier Verluste à 1,30 €, also richtig brutal an. Und so überwand ich meine üblichen Bedenken und entschied mich für eine Strategie, die mir eigentlich durch die Preisgestaltung der Eisdiele suggeriert worden war: Ich entschied mich, vier Kugeln in einem Becher für uns alle zusammen zu bestellen, womit ich mir den Effekt des Verbilligens auf meine Weise zunutze machte: Statt der 5,20 musste ich nur noch 3,50 Euro bezahlen. Das war günstiger als die 3,60 Euro, die ich in Frankfurt mindestens für vier Kugeln hätte bezahlen müssen.  Allerdings hatte dieser Trade einen gravierenden Nachteil, den wir wenige Schritte nach Verlassen der Eisdiele unmittelbar zu spüren bekamen: Wir vier hatten zwar dem Eisverkäufer ein Schnippchen geschlagen, besaßen aber nur einen Löffel, um das Eis gemeinsam zu verzehren. </span></p>
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