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	<title>Überoptimierung Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Tue, 20 Apr 2021 04:57:56 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Süße oder bittere Sechzehn?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Apr 2021 04:56:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentativitätsirrtum]]></category>
		<category><![CDATA[Runde Zahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Überoptimierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun hat es der Euro gestern endlich geschafft, nach einem kleinen Rücksetzer die Marke von 1,20 zu überwinden. Nicht dass ich runden Zahlen eine besondere Bedeutung beimessen würde. Vielmehr halte ich sie für ganz normale Kursstände wie alle anderen auch, aber viele technische Analysten sehen in ihnen „psychologisch wichtige Niveaus“, und tatsächlich glauben viele Anleger, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hat es der Euro gestern endlich geschafft, nach einem kleinen Rücksetzer die Marke von 1,20 zu überwinden. Nicht dass ich runden Zahlen eine besondere Bedeutung beimessen würde. Vielmehr halte ich sie für ganz normale Kursstände wie alle anderen auch, aber viele technische Analysten sehen in ihnen „psychologisch wichtige Niveaus“, und tatsächlich glauben viele Anleger, mit ihrer Überwindung sei eine magische Schwelle überschritten. Irgendetwas muss dran gewesen sein, dass die Gemeinschaftswährung seit vergangenen Mittwoch immer kurz vor besagter 1,20 haltmachte. Aber vielleicht gelang der Sprung über diese Hürde gestern einfach nur deshalb, weil es keine wichtigen ökonomischen Daten zu begutachten gab – mancherorts wurde auch auf fehlende große Optionsfälligkeiten verwiesen. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13340" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/04/20042021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/04/20042021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/04/20042021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Runde Zahlen als Weckfunktion</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber genauso wie die runden Zahlen bestenfalls als Weckfunktion für Finanzmarktteilnehmer dienen, die sich nicht jeden Tag mit Devisen- oder Aktienkursentwicklungen beschäftigen mögen, verhält es sich mit manchen Phänomenen, die immer wieder dann gerne hervorgekramt werden, wenn es an den Märkten gerade ruhig ist oder die Kommentatoren nicht so recht wissen, wie es weitergeht. Marktphänomene, die funktionieren können, aber nicht müssen. Jedenfalls wundere ich mich dabei immer wieder, was da an angeblich profitablen Regeln herausgefunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Korrektur am US-Aktienmarkt fällig?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So fand nun etwa eine schlaue Kommentatorin heraus, dass der US-Aktienindex S&amp;P 500 während der Pandemie immer dann ein Signal für eine (größere) Abwärtskorrektur gegeben hat, wenn sich der Index um 16 Prozent von seiner 200-Tage-Linie nach oben entfernte. Ein Phänomen, das man seit September vergangenen Jahres insgesamt fünf Mal beobachten konnte. Und gestern hatte sich nun der Index während der Handelssitzung wieder einmal um genau diese 16 Prozent von seiner 200 Tage-Linie nach oben entfernt und somit ein weiteres Signal für eine (größere) Korrektur gegeben<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><span style="color: #000000;">[<strong>1</strong>]</span></a>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Die Strategie funktioniert …</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun könnte man natürlich festhalten, dass solche Regeln etwas Magisches haben. Ein ausgefeilter Prozentsatz von 16 Prozent – das ist eine Zahl, die dem Betrachter durchaus zum Repräsentativitätsirrtum verleiten kann. Einer solchen eigentlich unauffälligen Zahl muss einfach – so der mentale Kurzschluss – eine ausgeklügelten Strategie zugrunde liegen, könnte man meinen. Warum ausgerechnet die 16? Warum nicht 15,14, oder gar 13,5 Prozent? Der Verdacht liegt nahe, dass jemand so lange herumprobiert hat, bis der Wert herausgefunden war, der das beste Ergebnis lieferte. Man könnte auch von einer Optimierung einer Variablen sprechen. Und bösartigerweise könnte ich nun behaupten, dass der Wert von 16 Prozent am besten funktioniert hat.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>… aber nur in der Vergangenheit</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Einmal abgesehen davon, dass in der mir vorliegenden Grafik nur die (viel zu kurze) Zeit seit Beginn der Pandemie untersucht wurde, hat diese Optimierung tatsächlich fünf Ereignisse hervorgebracht, die alle ein richtiges Signal gegeben haben sollen, was einer Trefferquote von 100 Prozent entspräche. Aber eben nur in der Vergangenheit. Und es gibt keine Garantie dafür, dass es sich beim gestrigen Signal ebenfalls wieder um einen Treffer handeln wird. Zumal die Regel nicht verrät, wann etwaige Gewinne, die dieser wunderbaren Regel entspringen sollen, realisiert werden sollen. Ich frage mich jedenfalls, worin der Nutzen – abgesehen von ihrem Spannungsfaktor und Unterhaltungswert – solcher Erkenntnisse liegen mag.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber zurück zum Euro: Der bleibt trotz des Überspringens von 1,20 in seiner Seitwärtsentwicklung, befindet sich aber in einem stabilen Umfeld, solange er sich nun oberhalb von <strong>1,1910/15</strong> (also deutlich höher) bewegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[<strong><span style="color: #000000;">1</span></strong>]</a> Anm.: Ich habe die einzelnen Signale lediglich anhand einer Grafik verifizieren können, bei der nicht erkennbar war, ob es sich um Schlusskurse oder wie gestern um einen Intraday-Kurs des S&amp;P 500-Index handelte.</span></p>
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		<title>In Hysterie hineingehandelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2019 04:46:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Rezessionsängste]]></category>
		<category><![CDATA[self-fulfilling prophecy]]></category>
		<category><![CDATA[Überoptimierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Thema Rezessionsängste lastete gestern weiter auf den Finanzmärkten, und mittlerweile wird auch in den Medien ausgiebig über inverse Zinsstrukturkurve und ihre Prognosekraft in Sachen Rezession diskutiert. Obwohl der mittlerweile viel beachtete Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit schon seit einigen Wochen negativ ist</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1100)</strong>             Gestern bestimmten an den Finanzmärkten dieselben sein Diener Themen die Stimmung wie am Vortag und sorgten für recht viel Volatilität. Vor allen Dingen gab es Reaktionen, sobald sich wichtige Neuigkeiten im US-chinesischen Handelsstreit anzubahnen schienen. Das Einzige, was derzeit mit Sicherheit behauptet werden kann, ist, dass es wohl Gespräche gibt. Und es sind allein manche Akteure an den Finanzmärkten, die die Verschiebung der Strafzölle für bestimmte China-Importgüter vom 1. September auf den 15. Dezember als echtes Entgegenkommen der USA gegenüber China interpretieren. Gleichzeitig spricht wenig dafür, dass China gegenüber den USA als massiver Käufer von Agrarprodukten auftreten wird. Auch dürfte es in Peking gestern nicht gut angekommen sein, dass US-Präsident Donald Trump ein Handelsabkommen mit dem Ausgang der politischen Unruhen in Hongkong verknüpfen möchte („Let them work with Hongkong humanely first“). Natürlich klingt es gut, wenn Donald Trump wie gestern geschehen vorschlägt, dass er den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping treffen könnte, um über den Handelskonflikt und Hongkong zu sprechen. Aber es sollte auch nicht verwundern, dass China noch einmal ankündigte, es werde die „notwendigen Gegenmaßnahmen“ gegen die US-Strafzölle ergreifen. Kurzum: Echte Annäherung sieht anders aus.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10979" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/16082019-1.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/16082019-1.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/16082019-1-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Von der self-fulfilling prophecy zur Hysterie</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Das Thema Rezessionsängste lastete gestern ebenfalls weiter auf den Finanzmärkten, und mittlerweile wird auch in den Medien ausgiebig über inverse Zinsstrukturkurve und ihre Prognosekraft in Sachen Rezession diskutiert. Obwohl der mittlerweile viel beachtete Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit schon seit einigen Wochen negativ ist und gestern -37 Basispunkte erreichte, trat noch einmal ein anderer Abschnitt der Zinsstrukturkurve ins Zentrum des Interesses. Denn die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen war nun am Mittwoch zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder unter diejenige der US-Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit gefallen. Genau genommen nur um einen winzigen Basispunkt. Und zunächst nicht einmal einen ganzen Tag lang.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber ein Teil der Akteure spielte geradezu verrückt: Die Aktien-Marktteilnehmer bekamen es mit der Angst zu tun, und Anleihehändler griffen angesichts dieses Warnsignals vor allem am Mittwoch noch einmal kräftig zu, so dass die US-Anleihekurse weiter stiegen und die Renditen folgerichtig fielen: Man konnte von einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung sprechen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Überoptimierte Datenreihen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Abgesehen davon, dass man über die invertierte Zinsstrukturkurve stundenlang diskutieren könnte und angesichts von neun US-Rezessionen in den vergangenen 50 Jahren erstaunlich viel mit einzelnen Zahlen und Renditeentwicklungen verschiedener Laufzeiten spielen könnte, bleibt ein schaler Eindruck: Es wird so lange ausprobiert, bis das optimale Ergebnis gefunden wird. Wohl gemerkt: Dieses optimierte Ergebnis betrifft die Vergangenheit. Eine Garantie für die Wirksamkeit in der Zukunft wird nicht übernommen. Ein schlauer Ökonom hat sogar herausgefunden, dass der zeitliche Abstand zwischen einer erstmals inversen Zinsstrukturkurve und der darauf folgenden Rezession seit 1980 im Durchschnitt 21 Monate betragen habe – im Extremfall betrug dieser „Time lag“ sogar drei Jahre. Und das Ganze errechnet sich aus sage und schreibe vier Rezessionsereignissen, die sich seit dem Jahr 1980 in den USA zugetragen haben! Kann das repräsentativ sein? Mitnichten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich gab es gestern aus den USA auch harte ökonomische Daten, die per Saldo auf der positiven Seite überraschten. So sind die Einzelhandelsumsätze im Juli deutlich besser als erwartet ausgefallen. Auch der Philly-Fed-Index für August überraschte positiv, genauso wie der US-Empire-Produktionsindex. Und weil per Saldo auch das viel beachtete Prognosemodell der Fed von Atlanta für das dritte Quartal ein annualisiertes Bruttoinlandsprodukt von nunmehr 2,2 Prozent (zuvor 1,9 Prozent) berechnet, konnte sich der Dollar gestern erneut ein wenig befestigen. Dabei hat der Euro die Untergrenze seiner von uns markierten Konsolidierungszone zwischen 1,1100/05 und 1,1365/70 verletzt. Allerdings fällt es schwer, angesichts der Fehlsignale, die der Euro bislang in diesem Jahr lieferte, von einem neuen kurzfristigen Abwärtstrend zu sprechen. Aber wie von uns bereits angekündigt, bleibt der Euro leicht angeschlagen mit Potenzial bis nunmehr <strong>1,1075/80</strong>. Und zwar, solange <strong>1,1180/85 </strong>an der Oberseite unverletzt bleibt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Ohne Rücksicht auf Verluste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 11:52:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Backtrading]]></category>
		<category><![CDATA[Disziplin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kaum traute ich meinen Augen, als ich vor ein paar Tagen im ansonsten von mir hoch geschätzten Handelsblatt (Online-Ausgabe vom 25. Juli)  in der Kolumne &#8222;Nachgerechnet&#8220; eine Abhandlung über den „Zweifelhaften Nutzen von Stopp-Loss-Orders“ entdeckte. Bekanntermaßen gehe ich in Sachen Verlustbegrenzung keine Kompromisse ein. Deshalb schon hat mich die Botschaft, die die Autorin in geradezu [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ohne-rucksicht-auf-verluste/">Ohne Rücksicht auf Verluste</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Kaum traute ich meinen Augen, als ich vor ein paar Tagen im ansonsten von mir hoch geschätzten Handelsblatt (Online-Ausgabe vom 25. Juli)  in der Kolumne &#8222;Nachgerechnet&#8220; eine Abhandlung über den „Zweifelhaften Nutzen von Stopp-Loss-Orders“ entdeckte. Bekanntermaßen gehe ich in Sachen Verlustbegrenzung keine Kompromisse ein.<span id="more-2133"></span> Deshalb schon hat mich die Botschaft, die die Autorin in geradezu fahrlässiger Weise ihren Lesern vermitteln möchte, nachhaltig verstimmt. Doch nachgerade erschüttert war ich über die Argumentation, mit der diese den Sinn automatischer Verlust-Limits in Frage zu stellen versucht. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Um zu belegen, dass eine systematische Stopp-Loss-Strategie nur wenig Erfolg verspricht, hat Gertrud Hussla als Beispiel einen iShares-Indexfonds, der den DAX abbildet, ausgewählt und dessen Performance über die vergangenen drei Jahre verfolgt. Bei ihrer Analyse wendet sie folgende simple Regel an: Ein Anleger investiert 10.000 Euro in diesen Fonds, wobei unterstellt wird, dass er nach einem Verlust von 15 Prozent aussteigt und am Anfang des folgenden Monats seine Anteile wieder zurückkauft. Das Ergebnis dieser Strategie ist in der Tat eher bescheiden, so dass die Autorin zu dem Schluss gelangt, dass es sinnvoller gewesen wäre, den Indexfonds einmal zu kaufen und ohne Rücksicht auf Verluste bis heute zu halten.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Ich habe mich gefragt, warum Gertrud Hussla ausgerechnet 15 Prozent als Verlustbegrenzung angesetzt hat. Ich habe mich auch gefragt, warum sie für den Ausstieg eine preisabhängige Prozentregel und für den Wiedereinstieg ein zeitabhängiges Datum, nämlich ausgerechnet den Monatsanfang, wählt. Verhält sich so ein Privatanleger? Tatsächlich möchten die meisten Anleger doch erst einmal einen Beweis für eine deutliche Erholung nach einem großen Verlust sehen. Wäre es nicht folgerichtiger gewesen, wenn ein Wiedereinstieg ebenfalls preisabhängig erfolgt wäre, etwa nachdem der Indexfonds wieder 15 Prozent gestiegen wäre? Ganz zu schweigen vom Testzeitraum der Strategie, der mit einer Dauer von drei Jahren und mit ein paar Signalen (die werden im zum Artikel gehörenden Videoclip von der Autorin erläutert) viel zu kurz ist. Außerdem beginnt er ausgerechnet auch noch mit einem außergewöhnlichen Ereignis (Lehman) und einem statistisch nicht gerade alltäglichen Kurssturz. Immerhin betont Frau Hussla mehrfach, dass das Beispiel natürlich willkürlich gewählt sei, um aber sogleich hinzuzufügen, wissenschaftliche Studien kämen zu einem ähnlichen Schluss.  Wobei sie uns leider Titel, Autor, Erscheinungsort und -jahr dieser Studien verschweigt.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Was kann uns dieser Artikel also trotz meiner Bedenken beweisen? Sicherlich nicht, dass Stopp-Loss-Orders von geringem Nutzen sind. Stattdessen hat die Journalistin eindrucksvoll bewiesen, wie wenig sinnvoll die von ihr selbst gewählte Strategie ist. Viel gravierender scheint mir aber, dass auch sie glaubt, mit solch einem “Backtraden“, also mit dem nachträglichen Handeln und Optimieren von Handelssignalen einer bekannten Vergangenheit,  eine gute Strategie für eine unbekannte Zukunft finden zu können – ein Irrglauben, dem auch immer wieder selbst erfahrene Marktteilnehmer erliegen. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Etwas Positives kann die Kolumne am Ende Stopp-Loss-Orders doch noch abgewinnen: Sie beruhigen ungemein die Nerven. Deswegen würde selbst Gertrud Hussla sie „ab und zu vielleicht doch mal nutzen“. Wann, das sollte sich der geneigte Leser oder Anleger am besten selbst aussuchen. Und diese Nonchalance nenne ich konsequent unsystematisch, und ich fürchte: Das kann teuer werden …</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ohne-rucksicht-auf-verluste/">Ohne Rücksicht auf Verluste</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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