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	<title>Sunk Cost Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Tra-ri Tra-ra, die Post ist nicht da!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2016 07:30:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Briefzustellung]]></category>
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		<category><![CDATA[Sunk Cost]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin immer daran interessiert, was sich auf dem Felde der Behavioral Finance/Economics tut, und bestelle daher regelmäßig neue Forschungsliteratur, oft aus den USA, die mir dann meist per DHL zugestellt wird. Gerade in letzter Zeit fällt mir jedoch auf, dass ich, obwohl ich daheim an meinem Schreibtisch saß, mehrfach schon einen Abholschein für einen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-9255 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Fotolia_61517728_S-300x199.jpg" alt="C' posta per te" width="300" height="199" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Fotolia_61517728_S-300x199.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Fotolia_61517728_S-768x510.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Fotolia_61517728_S-685x452.jpg 685w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Fotolia_61517728_S.jpg 850w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Ich bin immer daran interessiert, was sich auf dem Felde der Behavioral Finance/Economics tut, und bestelle daher regelmäßig neue Forschungsliteratur, oft aus den USA, die mir dann meist per DHL zugestellt wird. Gerade in letzter Zeit fällt mir jedoch auf, dass ich, obwohl ich daheim an meinem Schreibtisch saß, mehrfach schon einen Abholschein für einen Brief in meinem Postkasten vorfand, weil ich angeblich nicht zu Hause anzutreffen war. So auch gestern. Missmutig begab ich mich zum etwa zwei Kilometer entfernten Postamt, um einen DIN A4 großen Brief, gefüllt mit einem Taschenbuch, abzuholen.</p>
<p>Auf meine Frage, warum die Postbotin (seit ein paar Monaten ist eine neue Zustellerin für unser Wohngebiet zuständig) den Brief nicht in meinen Briefkasten gesteckt oder, wie bei ihrem Vorgänger üblich, beim Nachbar abgegeben hätte, bekam ich auf dem Postamt eine Antwort, die mir schlichtweg die Sprache verschlug. Die Zustellerin habe den Brief gar nicht erst auf ihre Tour mitgenommen, weil nicht alle Briefe in ihren Zustellwagen hineingepasst hätten. Mit anderen Worten: Ein Teil der Briefe ist einfach bei der DHL liegen geblieben und wurde auch nicht am kommenden Tag ausgetragen. Stattdessen muss die Zustellerin schon vorab diverse Abholscheine ausgefüllt haben, damit die Empfänger die Post selbst beim zuständigen Postamt abholen konnten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Porto ja, Service nein</strong></p>
<p>Eigentlich wollte ich jetzt nicht noch weitere Sunk Cost im Sinne zusätzlicher verlorener Zeit – auf dem Postamt muss man häufig auch noch 20 Minuten anstehen – auf mich nehmen und hätte die ganze Geschichte eigentlich auf sich beruhen lassen sollen. Aber ich war dann doch zu neugierig und rief bei der Beschwerdestelle der DHL an. Dort war man überhaupt nicht überrascht, denn die DHL hätte aufgrund einer betrieblichen Störung (unerwartete Erkältungswelle) seit 3 Wochen in ganz Deutschland erhebliche Schwierigkeiten bei der Zustellung. Und da müsste man schon einmal ein paar Tage Verspätung in Kauf nehmen oder auch selbst seine Beine in die Hand nehmen und die Post abholen – dazu sei die DHL im Übrigen berechtigt, erfuhr ich.</p>
<p>Vielleicht sollte ich das nächste Buch nicht mehr im Internet bei Amazon – dort verlässt man sich laut Angaben der Service-Line bei der Zustellung von Taschenbüchern ausschließlich auf die DHL –, sondern wie früher im Buchhandel kaufen. Vielleicht sollte ich sogar dazu übergehen, nicht mehr selbst die Märkte zu analysieren, sondern diese Dienstleistung meinen Kunden überlassen, selbstverständlich, ohne auf mein Honorar zu verzichten.</p>
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		<title>Commitment-Poker – eine Wiederholung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2015 06:03:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Delegation von Kontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Eskaliertes Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitulation]]></category>
		<category><![CDATA[Komplexitätsaversion]]></category>
		<category><![CDATA[Referendum]]></category>
		<category><![CDATA[Sunk Cost]]></category>
		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor fünf Jahren hatten wir alle noch auf ein griechisches Wunder gehofft. Damals hatte die EU-Kommission gerade neue Pläne entwickelt, wie man die Griechen an die Hand nehmen und durch einen strikten Sparkurs führen könne. Dazu sollte auch gehören, die Verantwortlichen in der Regierung regelmäßig zum Rapport zu bitten. Schon damals fragte ich mich, womit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor fünf Jahren hatten wir alle noch auf ein griechisches Wunder gehofft. Damals hatte die EU-Kommission gerade neue Pläne entwickelt, wie man die Griechen an die Hand nehmen und durch einen strikten Sparkurs führen könne. Dazu sollte auch gehören, die Verantwortlichen in der Regierung regelmäßig zum Rapport zu bitten. Schon damals fragte ich mich, womit man einem Beinahe-Bankrotteur noch drohen könnte. Mit Geldstrafen etwa, wie sie seinerzeit im Gespräch waren? Auch kann ich mich noch gut daran erinnern, wie Griechenland der EU-Kommission versprach, seine Neuverschuldung bis zum Jahre 2012 unter drei Prozent des BIP zu drücken – damals hatte dieses Defizit gerade die 13-Prozent-Marke erreicht. Das war im Jahr 2010. Und jeder wusste damals: Es kann und es wird nicht klappen.</p>
<p>Dennoch wird weiter Commitment-Poker gespielt, weil die Einsätze aller Beteiligten viel zu hoch sind, als dass einer passen könnte. Das Fatale an solchen Commitments ist, dass die Bindung an frühere Entscheidungen mit steigenden Verlusten immer größer wird. Wie bei einem Aktieninvestor, der den Einstandspreis seines schal gewordenen Engagements durch Hinzukäufe in einen fallenden Markt absenken möchte. Natürlich mit der Absicht, eines Tages, wenn sich der Markt erholt hat, mit plus-minus Null aus seiner Fehlinvestition wieder herauszukommen. In der großen Mehrheit der Fälle klappt dies auch. Aber wenn es nicht funktioniert, bleibt am Ende nur die Kapitulation, die Realisation aller Buchverluste – dazwischen sind die Verlierer psychisch gefesselt und so häufig zur Untätigkeit gezwungen. Mit anderen Worten: Neue Entscheidungen werden immer nur im Lichte dieser Verluste gefällt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Alle in der Falle</strong></p>
<p>In dieser Commitment-Falle befinden sich die Gläubiger Griechenlands und deshalb schieben sie den Termin der Einsicht vor sich her, solange sie können. Zu groß ist die Verlustaversion, die tiefe Abneigung, die Notbremse zu ziehen. Lieber noch ein paar Milliarden draufsatteln, darauf komme es jetzt auch nicht mehr an, hört man Entscheider in solch einer Lage oft sagen.</p>
<p>Aber auch die griechische Regierung sitzt in der Falle, wobei man wissen muss, dass sich das Commitment, die Bindung an eine Entscheidung, nicht nur durch Verluste erhöht. Einen wesentlichen Bestandteil des Commitments stellt der Grad der Verantwortung der Entscheider dar. Je größer die Verantwortung, desto stärker die Bindung an die Entscheidung, die im Falle eines Spitzenpolitikers durch die starke Wahrnehmung in der Öffentlichkeit besonders hoch ist. Deswegen mag der griechische Premierminister Alexis Tsipras, als er sich für das am Wochenende stattfindende Referendum entschied, nicht nur vom demokratischen Gedanken geleitet worden sein. Denn mit dem Referendum wird die Verantwortung an den Wähler zurückgegeben und so auf viele Köpfe verteilt. Und Tsipras‘ Commitment, die Bindung an das, was er bislang getan oder unterlassen hat, wird dadurch deutlich gesenkt. Ein Referendum übrigens, bei dem sich viele Bürger bei der Frage nach ihrer Bereitschaft für weitere Opfer eher für ein einfaches Nein als für ein Ja mit vielschichtigen Folgen (Komplexitätsaversion) entscheiden dürften.</p>
<p>Das Referendum – eine Frage nach der Opferbereitschaft der Bevölkerung, die den Deutschen nie gestellt wurde.</p>
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		<title>Weichgespült</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 May 2013 07:43:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Hindsight Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Mentale Konten]]></category>
		<category><![CDATA[Peak-End-Effekt]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[Sunk Cost]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich vor knapp einem Vierteljahr den Kundendienst rufen musste, weil unsere Spülmaschine ihren Dienst versagte, dachte ich, es würde bei einem Besuch bleiben. Denn das zweifelhafte Reparatur-Vergnügen kostete immerhin 320 Euro, was ziemlich genau an der Grenze dessen lag, was ich als Alternative zur Anschaffung einer neuen Maschine zu bezahlen noch bereit gewesen war. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich vor knapp einem Vierteljahr den Kundendienst rufen musste, weil unsere Spülmaschine ihren Dienst versagte, dachte ich, es würde bei einem Besuch bleiben. Denn das zweifelhafte <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-livin/monteur-marketing/">Reparatur-Vergnügen</a></span> kostete immerhin 320 Euro, was ziemlich genau an der Grenze dessen lag, <span id="more-6089"></span>was ich als Alternative zur Anschaffung einer neuen Maschine zu bezahlen noch bereit gewesen war. Damals wollte mir der beflissene Monteur – neben der überteuerten Reparatur – auch noch eine Versicherung für künftige Schäden an diversen anderen Maschinen in unserem Haushalt verkaufen. 16 Euro pro Monat sollte der Spaß kosten, aber nur für ausgewählte, nicht für alle unsere Elektrogeräte. Meine innere Behavioral-Economics-Stimme sagte mir seinerzeit: „Tu’s nicht, derlei Versicherungen sind immer zu teuer!“.</p>
<p>Und nun war es doch wieder geschehen. Ein neuer Schaden am erst acht Jahre alten Geschirrspüler. Eigentlich war „nur“ etwas Wasser ausgelaufen, eine kleine undichte Stelle an einem Schlauch, vermutete ich – aber, da ich kein Installateur oder Klempner bin, rief ich noch einmal den Kundendienst an und hoffte, ich würde angesichts der teuren Reparatur vom Januar bestenfalls noch einmal ein paar Euro im zweistelligen Bereich einsetzen müssen.</p>
<p>Das Prozedere verlief wie gewohnt. Eine Woche Wartezeit auf den Monteur von Siemens, wahrscheinlich, damit man schon einmal weichgekocht ist. Als er denn endlich bei uns in der Küche erschien, hatte ich die Kinder gerade so weit, dass sie sich nicht mehr nach jeder Mahlzeit erbittert stritten, wer an der Reihe mit Spülen und Abtrocknen sei, sondern bereitwillig mitzuhelfen begannen. Und damit ich gar nicht erst in Versuchung kommen würde, mich noch einmal auf eine größere Reparatur einzulassen und damit weitere (versunkene) Kosten produzieren zu müssen, bat ich dieses Mal meine Frau statt meiner das Reparatur-Stelldichein wahrzunehmen. Sozusagen, um nicht den Sirenengesängen des Monteurs lauschen zu müssen – entscheiden wollte ich bestenfalls aus der Ferne am Telefon.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Ein Quell für Regret: Hätte, würde, könnte </b></p>
<p>Aber es gab nichts mehr zu entscheiden, denn der Geschirrspüler hatte einen irreparablen Schaden, der Motor war futsch. Zur Reparatur vom Januar kamen nun noch einmal knapp 70 Euro für Anfahrt und Schadensdiagnose des Servicecenters hinzu. Kurzum, in summa lag ich jetzt bei fast 400 Euro und einem Totalschaden. &#8222;Hätten Sie doch nur mein Versicherungs-Angebot von damals wahrgenommen“, konnte sich der Monteur meiner Frau gegenüber nicht verkneifen, &#8222;dann hätten Sie jetzt schon wieder etwas zurückbekommen!&#8220;. Ob dieses „Etwas“ auch den Kauf einer neuen Maschine abgedeckt hätte? – Ich ersparte mir weitere Nachforschungen, aus Rücksicht auf meinen Seelenfrieden, um mir weitere Reuegefühle (Regret) zu ersparen.</p>
<p>Zum Glück war ich nicht selbst anwesend, um unter dem Eindruck des Totalschadens wenigstens für künftige Fälle doch noch eine Reparatur-Versicherung abzuschließen. Und so bekam ich auch nicht mit, wie der Fachmann meine Frau noch mit den Worten und einem Brief des Herstellers in der Hand tröstete: &#8222;Wenn Sie das gleiche Fabrikat wieder kaufen, bekommen Sie eine Treueprämie in Höhe von 31 Euro, dann haben Sie meinen Besuch schon wieder zur Hälfte raus!&#8220; Ja, die Hersteller von Elektrogeräten sind auf alle Eventualitäten des Lebens eingerichtet und schaffen es, mit 5 Prozent Eventual-Rabatt am Ende des Montagebesuchs, dass die unangenehme Reparatur-Episode auch noch ein halbwegs versöhnliches Ende findet. Ich jedenfalls hatte genug von mentalen Konten, Sunk Cost und Regret und konnte mir allerdings ein bisschen Selbstbestrafung nicht verkneifen: Hätte ich doch nur gleich eine neue Maschine gekauft und mir wären allerhand psychische und materielle Kosten erspart geblieben!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/weichgespult/">Weichgespült</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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