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	<title>Staatsdefizit Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Verkauftes Tafelsilber</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 14:08:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn der irische Premierminister behauptet, die Bedingungen, welche die EU beziehungsweise der IWF für die Rettung (den so genannten Bailout) gestellt hätten, seien im besten Interesse der Nation, liegt er nicht ganz richtig. Denn ein Teil dieses Geldes kommt von einer staatlichen Investmentagentur des eigenen Landes, der National Pensions Reserve. Dieser Fonds wurde im Jahre [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn der irische Premierminister behauptet, die Bedingungen, welche die EU beziehungsweise der IWF für die Rettung (den so genannten Bailout) gestellt hätten, seien im besten Interesse der Nation, liegt er nicht ganz richtig. <span id="more-6646"></span>Denn ein Teil dieses Geldes kommt von einer staatlichen Investmentagentur des eigenen Landes, der National Pensions Reserve. Dieser Fonds wurde im Jahre 2001 ins Leben gerufen, um sowohl Zahlungen der Sozialhilfe als auch öffentliche Pensionsansprüche von 2025 an sicherzustellen. Zum Ende des dritten Quartals 2010 betrug der Wert des Fonds 24,5 Milliarden Euro. Davon waren 27 Prozent in Aktien der mittlerweile verstaatlichten Allied Irish Bank plc sowie der demnächst noch zu verstaatlichenden Bank of Ireland investiert. Der Rest von etwa 17,9 Milliarden Euro wurde in einem nach eigenem Ermessen geführten Portfolio gemanagt. Und genau dieses Portfolio wird jetzt dazu genutzt, die Rettung Irlands zu finanzieren.</p>
<p>Interessanterweise ist dem Quartalsbericht zu entnehmen, dass das Portfolio fast keine Staatsanleihen enthielt (1,4 Prozent). Den größten Teil machte der Aktienbestand mit 54,6 Prozent aus, gefolgt von einem Kasseanteil von 23,1 Prozent sowie sonstigen Anlagen in Höhe von 14,4 Prozent. Darüber hinaus wies der Fonds einen annualisierten Ertrag von 8 Prozent per 30. September aus. Von nun an wird der Fonds sozusagen in die irische Regierung investieren müssen. Selbst, wenn man davon ausgeht, dass sich dieses Investment genauso wie bei den übrigen Gläubigern des Landes mit durchschnittlich 5,8 Prozent p. a. verzinsen wird, glauben wir, dass zumindest eine Gruppe Premier Cowen widersprechen wird: die zukünftigen Pensionäre des öffentlichen Dienstes.</p>
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		<title>Ein unmoralisches Vorhaben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 13:46:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Falls das Gesetzvorhaben Nr. 19 in Kalifornien tatsächlich in Kraft treten sollte, wäre sowohl der Besitz als auch der Handel mit Cannabis in Zukunft legal. Und da in den USA Wahlen vor der Tür stehen, wird „Prop 19“ der Wählerschaft zur Abstimmung vorgelegt – allerdings mit ungewissem Ausgang. Denn die bisherigen Umfragen zeigen wahrlich ein [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Falls das Gesetzvorhaben Nr. 19 in Kalifornien tatsächlich in Kraft treten sollte, wäre sowohl der Besitz als auch der Handel mit Cannabis in Zukunft legal. Und da in den USA Wahlen vor der Tür stehen, wird „Prop 19“ der Wählerschaft zur Abstimmung vorgelegt – allerdings mit ungewissem Ausgang. Denn die bisherigen <span id="more-547"></span>Umfragen zeigen wahrlich ein gemischtes Bild, aber nicht ohne eine gewisse Polarisierung: Die jungen Wähler sind mehrheitlich für das Gesetz, die älteren dagegen. Auch zwischen den Parteien ist eine Kluft zu verzeichnen. Während die Republikaner  mehrheitlich gegen die Freigabe von Cannabis sind, stehen die Demokraten eher auf der anderen Seite. Genauso wie eine Trennungslinie zwischen Frauen (dagegen) und Männern (dafür) verläuft. Ja, selbst zwischen dem überwiegend ablehnenden Süden und dem befürwortenden Norden Kaliforniens war bislang ein deutlicher Unterschied feststellbar.</p>
<p>In diesem Zusammenhang mag es interessant sein, dass beim Wettanbieter InTrade.com die Quote, die für eine Annahme dieses Gesetzes vor knapp vier Wochen noch bei stolzen 75 Prozent lag, bis heute auf 35 Prozent geschrumpft ist – die Tendenz bei entsprechenden Umfragen war ähnlich und zeigt immer weniger Unterstützung für das Gesetz.</p>
<p>Natürlich dürften auf den ersten Blick die monetären Aspekte dieses Gesetzesvorhabens bei den Stimmberechtigten überwogen haben. Angesichts eines geschätzten Defizits von mehr als 26 Mrd. Dollar sind Steuern auf den Verkauf von Marihuana und die damit einhergehenden deutlichen Einsparungspotenziale bei den Gesetzeshütern ein schlagendes Argument. Allerdings verbunden mit einem großen Wermutstropfen. Denn im Gegenzug  müssten sich die Kalifornier in Zukunft an jeder Straßenecke mit Cannabisläden anfreunden.</p>
<p>Wie aber konnte es zu einer solch starken Verschiebung bei den Umfragen kommen? Aus der sicheren zeitlichen Distanz von vier Wochen mag ein um jährlich 1,4 Mrd. Dollar aus Cannabis-Steuern verringertes Staatsdefizit tatsächlich die Nachteile eines legalisierten Haschisch-Geschäfts mehr als ausgleichen – beide Verluste liegen in der Zukunft und werden daher kräftig diskontiert.</p>
<p>Spätestens aber am Wahltag selbst dürfte sich diese Wahrnehmung bei den meisten Menschen jedoch geändert haben. Die Eröffnung der Haschisch-Läden stünde dann nämlich mit der Abgabe des Stimmzettels und des Kreuzes am richtigen Fleck unmittelbar bevor. Also ein Verlust mit voller Wirkung, während die Verringerung des Staatsdefizits immer noch weit (und stark diskontiert) in der Zukunft läge. Kein Wunder also, wenn es bei den Wählern zu einer Präferenzumkehr kommt. Eigentlich müsste die Quote für eine entsprechende InTrade-Wette bei Null liegen.</p>
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