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	<title>Silber Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Weniger ist manchmal mehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 10:09:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer am Gründonnerstag in Silber investiert war, muss sich hierzulande mit einem richtig guten Gefühl ins verlängerte Osterwochenende verabschiedet haben. Nicht nur, weil für die Jahreszeit ungewöhnlich warmes und schönes Wetter vorhergesagt worden war. Sondern – was viel wichtiger war – weil der Silberpreis bis knapp 46 USD pro Unze gestiegen war. Ein Gefühl wie im siebten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer am Gründonnerstag in Silber investiert war, muss sich hierzulande mit einem richtig guten Gefühl ins verlängerte Osterwochenende verabschiedet haben. Nicht nur, weil für die Jahreszeit ungewöhnlich warmes und schönes Wetter vorhergesagt worden war. Sondern – was viel wichtiger war – weil der Silberpreis bis knapp 46 USD pro Unze gestiegen war.<span id="more-1359"></span> Ein Gefühl wie im siebten Himmel!</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1368" title="Silber II" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/04/Silber-II2.png" alt="" width="480" height="360" />Und wer dann am folgenden Dienstag früh auch noch das erste Mal seit vier Tagen auf den Bildschirm blickte und feststellte, dass die 46-USD-Marke mittlerweile überschritten worden war, lebte immerhin in dem Gefühl, einen kleinen Extragewinn gemacht zu haben. Eine Entwicklung, die normalerweise zu Risikoaversion, meist sogar verbunden mit einer Realisierung aufgelaufener Gewinne, führt.</p>
<p>Betrachtet man jedoch die Entwicklung des Silberpreises über Karfreitag und vor allem am Ostermontag etwas genauer, so sieht die Welt nicht mehr so heil aus: Der Preis des Edelmetalls war zwar am Dienstag verglichen mit vergangenem Donnerstag ein bisschen höher. Aber im Verhältnis zum Ostermontag, als beinahe an der berüchtigten 50-Dollar-Marke gehandelt wurde, hatte Silber einen <em>herben Verlust</em> hinnehmen müssen: Mehr als drei Dollar! Mit gravierenden Konsequenzen.</p>
<p><a href="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/04/Silber-I3.png"><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1369" title="Silber I" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/04/Silber-I3.png" alt="" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Denn die meisten Investoren verhalten sich in einer Verlustsituation nicht risikoscheu, sondern risikofreudig. Mit der Folge, dass sogar jeder weitere Preisrückgang mit abnehmender Sensitivität wahrgenommen wird. Eine Verhaltensweise, die sich vor allen Dingen dann als kostspielig herausstellt, wenn die Abwärtskorrektur noch viel weiter tragen sollte oder gar der Aufwärtstrend zum Ende gekommen sein sollte.</p>
<p>Anders ausgedrückt: Unser Risikoverhalten hängt nicht von der absoluten Performance eines Investments ab, sondern davon, ob man sich gegenüber einem Referenzpunkt im Gewinn-  oder im Verlustbereich befindet. In diesem Fall kann man durchaus behaupten, weniger Information sei besser gewesen als das Wissen um die genaue Entwicklung des österlichen Kursverlaufs.</p>
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		<title>Blasenreiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 11:50:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Overconfidence]]></category>
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		<category><![CDATA[relativer Verlust]]></category>
		<category><![CDATA[Silber]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulationsblase]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Börsenszene kann man derzeit viele Menschen treffen, die angesichts der jüngsten, teils dramatischen Ereignisse an den Finanzmärkten – etwa an den Anleihe- und Rohstoffmärkten oder aber auch bei Gold und Silber – schnell auf die Bildung gefährlicher Blasen zu sprechen kommen. Manche Akteure sind aus der Finanzmarktkrise sogar geradezu als Meister im Erkennen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Börsenszene kann man derzeit viele Menschen treffen, die angesichts der jüngsten, teils dramatischen Ereignisse an den Finanzmärkten – etwa an den Anleihe- und Rohstoffmärkten oder aber auch bei Gold und Silber – <span id="more-6645"></span>schnell auf die Bildung gefährlicher Blasen zu sprechen kommen. Manche Akteure sind aus der Finanzmarktkrise sogar geradezu als Meister im Erkennen von Blasen hervorgegangen.Wobei die erste Reaktion eigentlich immer auf den kategorischen Imperativ eines „Finger weg!&#8220; vom gefährdeten Markt hinausläuft. In der Vergangenheit hatte das häufig zur Folge, dass sich Investoren viel zu früh aus den betroffenen Marktsegmenten zurückzogen. Wer etwa im Dezember 1996 auf den damaligen Fed-Chef Alan Greenspan gehört hatte, der eindringlichst vor dem irrationalen Überschwang gewarnt hatte, in welchen sich die Märkten hineingesteigert hätten, der musste im Anschluss daran ganze drei Jahre lang zusehen, wie jene erst recht zu einer Mega-Hausse ansetzten, bevor die Blase dann tatsächlich platzte.</p>
<p>&#8222;Blasen kann man richtig reiten&#8220;, sinnierte unlängst ein Profi-Bekannter von mir, um unvermittelt fortzufahren: &#8222;Und ich glaube, dass die meisten von uns mittlerweile clever genug sind, um rechtzeitig wieder abzusteigen.“ Ich dachte mir meinen Teil, denn ich kenne nicht viele, die damals, am Höhepunkt der Dotcom-Blase, wirklich den Ausstieg geschafft haben. So hatte etwa ein guter Freund von mir lediglich Glück gehabt, weil er Anfang März 2000 zufällig gerade sein neues Eigenheim bezahlen und dafür einen Großteil seiner Aktien verkaufen musste.</p>
<p>Auch bin ich skeptisch, ob heutzutage der Ausstieg aus einem „Blasenmarkt“ tatsächlich besser gelingen könnte. Und das nicht nur deshalb, weil ich glaube, dass die meisten Menschen sowieso viel zu overconfident sind, also ein zu großes Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten setzen, was gerade in Phasen der Euphorie ihren Blick auf die Märkte vernebelt. Oder weil uns das Erfolgsgerede der anderen, erfolgreichen Mitstreiter an den Märkten am Ende einer Blasenphase allzu sehr beeindruckt und der sichtbare Beweis täglicher Erfolge selbst die Warner (die naturgemäß zu dieser Zeit von der Seitenlinie und ohne materielles Commitment zusehen) verstummen lässt.</p>
<p>Nein, es sind vor allem unsere eigenen Referenzpunkte, die uns immer wieder einen Streich spielen. Denn wer gerade an einem Jahres-oder Allzeithoch steht, dürfte unschlüssig sein, ob er die Party ausgerechnet dann verlassen möchte, wo es am schönsten ist. Sollte er jedoch mit ansehen müssen, wie sein Lieblingsinvestment urplötzlich und scheinbar aus dem Nichts an einem Tag 5 Prozent seines Wertes verliert, wird er sich alsbald beruhigen und glauben, dabei handele es sich nur um eine gesunde Korrektur. Mental aber sorgt der Bezugspunkt &#8222;Allzeithoch&#8220; dafür, dass sich die meisten Akteure bereits von diesem Moment an in einer Verlustsituation wähnen. Und wie versucht man gemeinhin,  einen solchen <em>relativen</em> Verlust wieder wett zu machen? Richtig! Durch Aussitzen. Und deswegen dürften die meisten von uns es nicht einmal bemerken, wenn just in diesem Augenblick die Blase platzt. Und ehe wir uns versehen, hat sie uns bereits aus dem Sattel geworfen, und wir landen unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Oder noch tiefer, dort, wo die Kurse in den Keller fallen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/blasenreiter/">Blasenreiter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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