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	<title>Scheinkorrelation Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Welt ohne Risiken?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2016 15:43:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Vize-Chef der US-Notenbank, Stanley Fischer, fällt derzeit schon etwas aus dem Rahmen. Zum einen, weil er unlängst mit einem Statement dafür gesorgt hat, dass die Anleger ihre Erwartung an mindestens einen Zinsschritt der Fed noch in diesem Jahr deutlich nach oben geschraubt haben. Aber auch in Sachen Negativzinsen scheint Fischer von der Ansicht seiner [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9067 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/08/Senti_31082016-300x114.jpg" alt="Senti_31082016" width="300" height="114" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/08/Senti_31082016-300x114.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/08/Senti_31082016-768x293.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/08/Senti_31082016.jpg 810w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Der Vize-Chef der US-Notenbank, Stanley Fischer, fällt derzeit schon etwas aus dem Rahmen. Zum einen, weil er unlängst mit einem Statement dafür gesorgt hat, dass die Anleger ihre Erwartung an mindestens einen Zinsschritt der Fed noch in diesem Jahr deutlich nach oben geschraubt haben. Aber auch in Sachen Negativzinsen scheint Fischer von der Ansicht seiner Mitstreiter leicht abzuweichen. Da Janet Yellen beim Symposium in Jackson Hole nicht über Negativzinsen sprechen wollte, schien es eigentlich klar, dass dieses Thema derzeit auch nicht innerhalb der Fed diskutiert wird. Fischer hingegen schien in diesem Fall Gesprächsbedarf zu haben. Zwar schließt er genau wie die Fed-Chefin Negativzinsen derzeit aus und hält sie für nicht unproblematisch. Aber interessanterweise erkannte er unlängst in einem Interview an, dass Negativzinsen in anderen Ländern zu funktionieren scheinen, schon deshalb, weil sie mitunter mit stabilen Aktienmärkten einhergehen.</p>
<p>Dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank derzeit nicht allzu viel über Minuszinsen diskutieren müssen, liegt natürlich daran, dass sich die US-Konjunktur (noch) in robuster Verfassung befindet. Wenn sich die Lage dortzulande jedoch verschlechtern sollte, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass man im Zweifel selbst innerhalb der Fed zu Werkzeugen greift, die anderswo zu funktionieren scheinen. Dies wird umso mehr der Fall sein, falls sich die Fed in vergleichsweise „guten Zeiten“ wie in diesem Jahr nicht über eine Zinserhöhung ein kleines Polster für schwierigere Phasen verschafft. Der fortwährende Hinweis der Fed-Präsidentin und ihres Stellvertreters, die Notenbank werde bezüglich eines Zinsschritts datenabhängig entscheiden, lässt mich dennoch nicht glauben, dass man sehr kurzfristig auf ökonomische Daten wie den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht reagieren wird. Vielmehr wird sich unter all den vorliegenden Daten immer etwas finden lassen, das sich als Begründung dafür eignet, eine Zinserhöhung auf die lange Bank zu schieben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ruhiger Markt = geringes Risiko?</strong></p>
<p>Diese Einstellung scheint auch im deutschen Aktienmarkt vorzuherrschen, wo wir nun innerhalb der vergangenen drei Wochen beim DAX eine ausgesprochen enge Handelsrange von nicht einmal 3,5 Prozent Spannweite zu sehen bekommen haben. Offensichtlich gehen viele Börsianer davon aus, dass wir für lange Zeit in einer Welt niedrigen Wachstums und niedriger Inflation leben werden. Daraus wird interessanterweise der Schluss gezogen, dass die Marktrisiken ebenfalls niedrig sein müssen. Vor allen Dingen eben, weil sich der DAX während der vergangenen Wochen nicht gerade volatil gezeigt hat. Aber ich kann nur davor warnen, sich auf die Regel „ruhiger Markt, geringes Risiko“ längerfristig zu verlassen. Denn es handelt sich um eine so genannte Scheinkorrelation, die sich einzig auf die Vergangenheit bezieht und wenig über künftige Risiken aussagt.</p>
<p>Mehr Aufschluss verspreche ich mir von der jüngsten Stimmungserhebung der Börse Frankfurt, die ich <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Ein-ganz-normaler-August-855621" target="_blank"><strong>HIER </strong></a></span>kommentiert habe<strong>.</strong></p>
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		<title>Leerverkauf-Kurzschluss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 12:49:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[FTD]]></category>
		<category><![CDATA[Leerverkaufsverbot]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentativität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man mag ja zu ungedeckten Leerverkäufen stehen wie man will. Aber als ich heute in der FTD den Beitrag mit der Überschrift „Leerverkaufsverbot beruhigt Märkte“ sah, wurde ich sofort skeptisch: Zum Beweis für den Erfolg des erst seit 10. Mai 2010 geltenden Schäuble-Verbots zieht man die seither ruhig verlaufenen Aktienmärkte heran. Abgesehen davon, dass eine [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Man mag ja zu ungedeckten Leerverkäufen stehen wie man will. Aber als ich heute in der FTD den Beitrag mit der Überschrift „Leerverkaufsverbot beruhigt Märkte“ sah, wurde ich sofort skeptisch: <span id="more-356"></span>Zum Beweis für den Erfolg des erst seit 10. Mai 2010 geltenden Schäuble-Verbots zieht man die seither ruhig verlaufenen Aktienmärkte heran. Abgesehen davon, dass eine Spanne von drei Monaten (die zu einem Gutteil auch noch die Sommerferien umfasst) nicht gerade repräsentativ für das Geschehen am Aktienmarkt sein kann, ist ein einziges Quartal an Beobachtungen auch per se zu kurz für derart wichtige Schlussfolgerungen. Vielleicht hat die seit Mai anhaltende Seitwärtsbewegung im DAX gar nichts mit dem Leerverkaufsverbot zu tun. Auch die während dieser Zeit gesunken Umsätze sind womöglich auf fehlendes Interesse der Anleger am Aktienmarkt im Allgemeinen zurückzuführen. Überdies würde ein träger Markt vermutlich auch dann keine Leerverkäufer anziehen, wenn es kein Verbot gegeben hätte. </p>
<p>Ich würde ja noch mit mir reden lassen, wenn nicht derselbe Artikel einer Studie des IWF, die zu einem gegenteiligen Ergebnis kommt, die Aussagekraft absprechen würde. Die Studie, die sich zwar nicht auf die gleiche Periode bezieht, aber immerhin einen etwas größeren Zeitraum von 15 Wochen vor und nach dem 19. September 2008 umfasst, also kurz nach der Lehman-Pleite, stellt fest, die Volatilität habe nach dem damals immerhin von vielen Ländern Europas und den USA erlassenen temporären Leerverkaufsverbot sogar deutlich zugenommen. Aber dies will der Autor nicht gelten lassen. Vielmehr heißt es lapidar, die wilden Kursausschläge der Zeit rund um die Lehman-Pleite seien vor allem „auf die ohnehin große Nervosität der Anleger zurückzuführen – und nicht etwa auf ein Verbot ungedeckter Leerverkäufe.“</p>
<p>Mir selbst fällt übrigens adhoc ein (nicht zwingenderweise repräsentatives) Beispiel ein, wo ein Leerverkaufsverbot ebenfalls nicht gefruchtet hat. Etwa in Pakistan im Jahr 2008, als an den Börsen in Karatschi und anderswo die Steine flogen und die Fensterscheiben barsten, weil erboste Anleger ihren Unmut abreagieren mussten. In Karatschi ging es damals täglich nach unten. Auch, nachdem ein Leerverkaufsverbot verfügt wurde: Der KSE-100, machte zwar am Tag des Verbotes noch einen letzten großen  Jubelsprung – bevor es erneut, um rund 20 Prozent, nach unten ging.</p>
<p>Abgesehen davon gibt es eine lesenswerte, umfassende Studie über 111 Staaten, wonach kein Beleg dafür existiert, dass ein Verbot von Leerverkäufen die Volatilität oder die Wahrscheinlichkeit eines Crash beeinflusst*.</p>
<p>*A. Charoenrook and H. Daouk: <em>A Study of Market-Wide Short-Selling Restrictions</em>, Vanderbilt University and Cornell University Working Paper 2009</p>
<p><strong> </strong></p>
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