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	<title>Renditeanstieg Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Wie schnell ist schnell?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2021 05:50:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
		<category><![CDATA[Renditeanstieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Wochenbeginn stand natürlich noch unter der Nachwirkung der Entwicklung an den US-Anleihemärkten, die zuletzt durch ein starkes Anziehen der Renditen gekennzeichnet war. Dabei hat wohl weniger das absolute Niveau der erreichten Renditen Sorge bereitet, sondern vielmehr die Geschwindigkeit, mit der man etwa am vergangenen Donnerstag zeitweise bei den Renditen der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Fälligkeit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Wochenbeginn stand natürlich noch unter der Nachwirkung der Entwicklung an den US-Anleihemärkten, die zuletzt durch ein starkes Anziehen der Renditen gekennzeichnet war. Dabei hat wohl weniger das absolute Niveau der erreichten Renditen Sorge bereitet, sondern vielmehr die Geschwindigkeit, mit der man etwa am vergangenen Donnerstag zeitweise bei den Renditen der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Fälligkeit Werte von mehr als 1,6 Prozent notieren konnte. Nun hat sich der Pulverdampf etwas gelegt, und man begann gestern immerhin bei 1,4 Prozent, was einem Anstieg von rund 40 Basispunkten, verglichen mit Ende Januar, entsprach. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13167" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/02032021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/02032021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/03/02032021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fragwürdige Vergleiche</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Manche Kommentatoren fühlten sich an das Jahr 2013 erinnert, als seinerzeit Fed-Chef Ben Bernanke die Finanzmärkte mit einer geplanten Straffung der geldpolitischen Linie überraschte. An einer Stelle las ich, dass der damalige Renditeanstieg 0,8 Prozent Punkte [Anm.: in seiner steilen Phase] innerhalb von zwei Monaten betragen habe. Natürlich sind es abgesehen vom Ausrutscher am vergangenen Donnerstag in den ersten beiden Monaten dieses Jahres bislang „nur“ 0,5 Prozent gewesen, um die die Rendite bei den zehnjährigen Papieren angestiegen ist. Aber der Großteil davon fand eben fast nur im Februar statt, und wenn man diese 0,4 Prozent auf einen weiteren Monat hochrechnet, landet man eben doch bei vorgenannten 0,8 Prozent.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gewöhnungsprozesse helfen </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Solche Vergleiche hinken und sind so auch nicht wirklich zulässig. Zumal der Ausgangspunkt bei diesen Entwicklungen jeweils ein völlig anderer war, genauso wie der ökonomische und politische Hintergrund. Auch sollten wir uns nicht wundern, wenn die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen in den kommenden Tagen noch einmal das Niveau von 1,6 Prozent streifen wird. Und die Tendenz zur Gewöhnung sagt uns schon heute, dass wir uns beim zweiten Mal über diesen Anstieg nicht mehr so aufregen werden. Eine Einstellung, die sich möglicherweise auch in der positiven Entwicklung an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks niedergeschlagen hat. Zumindest schien man gestern dort die Renditeängste zunächst einmal verdrängt zu haben.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fed-Vertreter ohne Bedenken</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Sonntag stellte ich an dieser Stelle noch die Frage, wie die Zentralbanken der USA und der Eurozone auf die Entwicklung der langfristigen Renditen reagieren würden. In den USA gab es immerhin Reden diverser Mitglieder des Offenmarktausschusses, die ihre Bedenken hinsichtlich eines zu starken Renditeanstiegs ja hätten kundtun können. Aber nichts davon habe ich gestern gehört. Im Gegenteil: Der Chef der Fed von Richmond, Thomas Barkin, äußerte etwa in einem Interview mit dem Wall Street Journal, dass er sogar enttäuscht gewesen wäre, wenn die Renditen als Ausdruck eines starken Wachstumsausblicks <em>nicht</em> angezogen hätten. Die Händler reagierten prompt und sorgten dafür, dass die Renditen der Staatsanleihen durch entsprechende Bond-Verkäufe vorübergehend wieder anzogen. Kaum jemand nahm Notiz davon, dass das Interview mit Thomas Barkin vom vergangenen Mittwoch datierte, als die Anleihemärkte noch nicht verrücktspielten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine belastbaren Daten</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Hierzulande blickte man hingegen auf die Höhe der Anleihekäufe, die die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programmes in der vergangenen Woche hätte vorgenommen haben können, um ihre verbal ausgedrückte Sorge vor den hierzulande ebenfalls steigenden Renditen mit Taten zu unterlegen. Die Daten von gestern zeigen allerdings, dass die Anleihekäufe gegenüber der Vorwoche sogar von 17 auf 12 Mrd. EUR zurückgegangen sind. Ein Rückgang, der allerdings einen großen Posten auslaufender Anleihen noch nicht berücksichtigt. Ganz zu schweigen davon, dass die Zahlen der vergangenen Woche nicht wie mancherorts kolportiert per Freitag, sondern lediglich Stand Mittwoch ausgewiesen sind. Also bevor es auch an den hiesigen Anleihemärkten unruhig wurde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen macht sich bei Devisenhändlern offenbar der Eindruck breit, dass die Fed im Gegensatz zur EZB zurzeit kein Problem mit den steigenden Anleiherenditen zu haben scheint – zumindest gibt es keine Statements in diese Richtung. Ganz anders die EZB, wo sich etwa Ratsmitglied Villeroy de Galhau gestern zu Wort meldete und deutlich machte, dass die EZB bereit sei, einem übermäßigen Anstieg der Renditen am langen Ende entgegenzuwirken. Damit bleibt der Euro gegenüber dem US-Dollar in angeschlagener Position – eine Stabilisierung des Umfelds wäre ohnehin erst nach Überschreiten von <strong>1,2160</strong> angezeigt, während das nächste wichtige Nachfrageniveau der übergeordneten Seitwärtsbewegung derzeit bei <strong>1,1900/05</strong> liegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Geborgter Aufschwung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2013 07:42:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[DAX-Sentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Renditeanstieg]]></category>
		<category><![CDATA[Tapering]]></category>
		<category><![CDATA[US-Konjunktur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder ist zu lesen, der Anstieg der Renditen im US-Bondmarkt sei mit deren massiven Aufwärtstrend aus dem Jahre 1994 vergleichbar. Natürlich suchen die Ökonomen immer wieder gerne nach historischen Parallelen. Und wenn sich Geschichte schon nicht wiederholt, weil angesichts einer bislang in dieser Form noch nie da gewesenen Situation infolge quantitativer Interventionsprogramme der Fed [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder ist zu lesen, der Anstieg der Renditen im US-Bondmarkt sei mit deren massiven Aufwärtstrend aus dem Jahre 1994 vergleichbar. Natürlich suchen die Ökonomen immer wieder gerne nach historischen Parallelen. Und wenn sich Geschichte schon nicht wiederholt,<span id="more-6499"></span> weil angesichts einer bislang in dieser Form noch nie da gewesenen Situation infolge quantitativer Interventionsprogramme der Fed das Ziehen solcher Vergleiche eigentlich auch nicht statthaft ist, versucht man zumindest – im Sinne von Mark Twain<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> – nachzuhören, ob sich die Geschichte der Anleihemärkte zumindest mit der damaligen Entwicklung reimt.</p>
<p>Sicherlich versucht man beim Herausfinden historischer Parallelen das eigene Kontrollbedürfnis, den Wunsch nach Prognosen, zu stillen. Und wenn nicht wenige Akteure derzeit Ähnlichkeiten in der Bondmarkt-Entwicklung von vor knapp 20 Jahren sehen wollen, ist dies wohl auch dem Umstand geschuldet, dass es sich beim diesjährigen Renditeanstieg infolge der Ankündigung der Tapering-Programme der US-Notenbank um eine Trendwende mit Ansagen handelt. Eigentlich ist dies das Schönste, was einem Händler passieren kann: Eine Trendwende rechtzeitig zu erkennen und von ihr zu profitieren.</p>
<p>In den vergangenen Wochen konnte man immer öfters vernehmen, die stärkere US-Konjunktur sei für den jüngsten Anstieg der Anleiherenditen ursächlich gewesen. Für mich bleibt dennoch bei diesem für viele überraschend gut ausgefallenen wirtschaftlichen Aufschwung der USA ein großes Fragezeichen. Denn der für alle spürbare Renditeanstieg hat auch für Konsumenten Signalwirkung: Wer etwas anzuschaffen hat, wird dies schleunigst tun, weil die Kredite eigentlich nur teurer werden können. Zumal, wenn die Notenbank diesen Trend auch noch ausgelöst hat. So gesehen, wird die US-Konjunktur derzeit auch durch vorgezogene Anschaffungen angekurbelt – eine Reaktion der Verbraucher, wie wir sie hierzulande etwa im Anschluss an eine angekündigte Mehrwertsteuererhöhung in der Vergangenheit schon einmal beobachten konnten.</p>
<p>Obgleich sich auch am Aktienmarkt die Stimmung zum Positiven gedreht hat, ist dennoch eine Zurückhaltung der Börsianer unverkennbar – man kann fast den Eindruck bekommen, bei den DAX-Händlern herrsche Zwangsoptimismus. Eine Analyse der von der Börse Frankfurt erhobenen Sentiment-Daten hat mein Kollege Gianni Hirschmüller deswegen <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+immer+mehr+baeren+knicken+ein+56590">hier</a></span> veröffentlicht. Ich bin <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+immer+mehr+baeren+knicken+ein+56590#reiter=detailanalyse">hier</a></span> der Frage nachgegangen, wie stark es um den Glauben an steigende Kurse bei den neu hinzugekommenen Optimisten tatsächlich bestellt ist.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> „History doesn’t repeat itself, but it does rhyme“</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
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