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	<title>Ratingagenturen Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Wenn der Druck nachlässt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 10:05:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Ratingagentur]]></category>
		<category><![CDATA[Finanztransaktionssteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Ratingagenturen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es scheint uns schon wieder ganz gut an den Finanzmärkten zu gehen. Das jedenfalls ist mein Eindruck. Der DAX hat die 7.200er Marke gestreift, die US-Konjunktur zeigt sich wider Erwarten recht robust, und selbst in Deutschland ist der seit Wochen befürchtete Wachstumseinbruch bislang ausgeblieben. Und Griechenland? Das haben wir offensichtlich schon völlig vergessen. Ist ja [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wenn-der-druck-nachlasst/">Wenn der Druck nachlässt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es scheint uns schon wieder ganz gut an den Finanzmärkten zu gehen. Das jedenfalls ist mein Eindruck. Der DAX hat die 7.200er Marke gestreift, die US-Konjunktur zeigt sich wider Erwarten recht robust, und selbst in Deutschland ist der seit Wochen befürchtete Wachstumseinbruch bislang ausgeblieben. <span id="more-3497"></span>Und Griechenland? Das haben wir offensichtlich schon völlig vergessen. Ist ja schön, wenn man ein bisschen Luft holen darf.</p>
<p>Aber ich erinnere mich an Zeiten, da wurden die US-Ratingagenturen regelrecht verdammt, allen voran Standard &amp; Poor&#8217;s. Erinnern Sie sich? Das war doch die Agentur, die am 13. Januar dieses Jahres acht Staaten der Eurozone einen so genannten Downgrade verpasst hatte – eine Herabstufung im Hauruckverfahren. Damals konnte einem noch richtig angst und bange werden. Vor allen Dingen kritisierte man das Timing der Hiobsbotschaft und dass diese gerüchtweise sogar vorzeitig in den Markt gelangte.</p>
<p>Es kann aber nicht an diesen 13. Januar 2012 gelegen haben – schließlich sind die Aktienkurse seither, abgesehen von ein paar unwesentlichen Korrekturen, nur noch nach oben gegangen –, dass die europäische Ratingagentur, die die Notenbanker und Politiker als Gegengewicht zu den amerikanischen Agenturen vehement gefordert hatten, bis jetzt immer noch nicht gegründet wurde. Sollte das tatsächlich am fehlenden Geld liegen?<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftn1"><span style="color: #0000ff;">[1]</span></a> Das Startkapital von 300 Millionen Euro wollte man doch bis spätestens Ende März 2012 aufgebracht haben. Aber die Sammlung gestaltet sich schwierig, weil keiner der Geldgeber mehr als drei Prozent Anteil beisteuern sollte. Um Interessenskonflikte zu vermeiden.</p>
<p>Natürlich soll die neue Rating-Agentur von Banken, Emittenten und Regierungen unabhängig bleiben. Dennoch wundere ich mich, dass von einem größeren Engagement der Euroländer nichts zu hören ist. Denn mit einer angemessenen Beteiligung der einzelnen Staaten hätte man – ungeachtet dessen, ob eine solche Agentur überhaupt sinnvoll ist<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftn2"><span style="color: #0000ff;">[2]</span></a> – zumindest für den rechtzeitigen Start der Institution sorgen können. Stattdessen entsteht nun der befremdliche Eindruck, man müsse sich angesichts der vertagten Euro-Krise gar nicht mehr so sehr beeilen.</p>
<p>Dazu passt auch, dass die Einführung einer Finanztransaktionssteuer innerhalb Europas offensichtlich auf mehr Widerstand stößt, als ursprünglich gedacht. Auch wenn man meinen könnte, dass einige Staaten durch die neue Steuer benachteiligt würden, weil deren Unternehmen und Institutionen vornehmlich mit ausländischen Banken handeln und so nicht in den Genuss von Steuereinnahmen kommen, muss ich mich auch hier über das Timing wundern. Denn diese Problematik dürfte den Wortführern der Transaktionssteuer schon längst bekannt sein – interessant ist, dass diese Diskussion zu einem Zeitpunkt beginnt, wo der Druck der Finanzmärkte, grundlegende Reformen in Angriff zu nehmen, nachgelassen hat. Der Wille der Entscheider, etwas Wesentliches zu verändern, sinkt offenbar immer in dem Moment, wo die Verluste erträglich werden.</p>
<div><br clear="all" /></p>
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<p><span style="font-size: small;"><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftnref1"><span style="color: #0000ff;">[1]</span></a><span style="font-family: Calibri;"> Vgl. Börsenzeitung vom 16. März 2012: <em>Europäische Ratingagentur muss Start verschieben</em> </span></span></p>
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<p><span style="font-size: small;"><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftnref2"><span style="color: #0000ff;">[2]</span></a><span style="font-family: Calibri;"> Vgl. </span><a href="http://www.blognition.de/blog/markte/warnung-vor-dem-hund-%e2%80%93-oder-eine-kleine-rating-fabel/"><span style="color: #0000ff; font-family: Calibri;">http://www.blognition.de/blog/markte/warnung-vor-dem-hund-%e2%80%93-oder-eine-kleine-rating-fabel/</span></a></span></p>
<p><span style="font-family: Calibri; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>Eine unglückliche Allianz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 09:08:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[EFSF]]></category>
		<category><![CDATA[Ratingagenturen]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldenkrise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ratingagenturen mussten sich während der vergangenen Monate von europäischen Politikern und Notenbankern immer wieder heftige Kritik gefallen lassen: Fitch, S&#38;P und Moody’s wurde nicht nur die Subprime-Krise angelastet, sondern sie mussten sich vorhalten lassen, sie seien während der europäischen Schuldenkrise nicht besser als andere Akteure informiert gewesen, sie handelten (vielleicht auch als Reaktion auf vorangegangene [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ratingagenturen mussten sich während der vergangenen Monate von europäischen Politikern und Notenbankern immer wieder heftige Kritik gefallen lassen: Fitch, S&amp;P und Moody’s wurde nicht nur die Subprime-Krise angelastet, sondern <span id="more-191"></span>sie mussten sich vorhalten lassen, sie seien während der europäischen Schuldenkrise nicht besser als andere Akteure informiert gewesen, sie handelten (vielleicht auch als Reaktion auf vorangegangene Kritik, zu langsam gewesen zu sein) verfrüht, voreilig und mit einem zweifelhaften Timing. Da muss es geradezu inkonsequent wirken, wenn die jüngst ins Leben gerufene EFSF*  – entgegen aller Kritik – sich ausgerechnet bei diesem Trio eiligst um ein AAA-Rating bemüht.</p>
<p>Aber die Repräsentanten der Gesellschaft werden natürlich trotz aller offensichtlichen Mängel Kritikern gegenüber einwenden, Ratingagenturen seien nun einmal Teil der Welt in der wir leben: Die EFSF möchte ihre Anleihen an Investoren verkaufen, deren Kaufbereitschaft eben durch die Einschätzungen der Ratingagenturen bestimmt würden.</p>
<p>Aber da macht man es sich es ein bisschen zu einfach. Von den Teilhabern der EFSF, den europäischen Mitglieds-staaten, haben nämlich gerade einmal drei ein AAA-Rating und von den übrigen Ländern kann man einigen getrost das Prädikat „subprime“ verleihen. Damit die EFSF trotzdem ein Top-Rating für ihre Anleihen erhält, muss jeder Staat 120 Prozent seiner Beteiligung garantieren. Ein Commitment, das jedoch erst einer Prüfung standhält, wenn ein Land gerettet werden muss. Frühestens in diesem Fall, würde nämlich die EFSF überhaupt versuchen, Anleihen an den Mann zu bringen. Aber spätestens dann sollte man sich fragen, ob diese Bonds von den Agenturen immer noch das einstige Top-Rating erhielten. Vermutlich würden die Eurogruppe und die EZB erneut die bösen Ratingagenturen heftig tadeln. Aber dies würde dem Land, das dringend eine günstige Finanzierung benötigt, dann auch nicht mehr helfen.  </p>
<p>*(Europäische Finanzmarktstabilisierungsfazilität), der Rettungsschirm für finanziell angeschlagene Länder der Eurozone</p>
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