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	<title>QE-Programme Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Eine heikle Diskussion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Sep 2017 15:58:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gerade während der vergangenen Tage ist wieder eine Debatte darüber entbrannt, wer eines Tages EZB-Präsident Mario Draghi beerben soll. Aus deutscher Sicht  kommt dafür einzig und allein Bundesbankpräsident Jens Weidmann in Frage. Außerdem: Deutschland sei jetzt einfach einmal dran, den nächsten EZB-Präsidenten zu stellen, ist vielerorts zu vernehmen. Italien und Frankreich sind dagegen. Sie hätten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/eine-heikle-diskussion/">Eine heikle Diskussion</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade während der vergangenen Tage ist wieder eine Debatte darüber entbrannt, wer eines Tages EZB-Präsident Mario Draghi beerben soll. Aus deutscher Sicht  kommt dafür einzig und allein Bundesbankpräsident Jens Weidmann in Frage. Außerdem: Deutschland sei jetzt einfach einmal dran, den nächsten EZB-Präsidenten zu stellen, ist vielerorts zu vernehmen. Italien und Frankreich sind dagegen. Sie hätten zwar nicht grundsätzlich etwas gegen einen Deutschen an der Spitze der EZB, aber Weidmann darf es nicht sein. Obgleich Draghis Nachfolge erst im Oktober 2019 ansteht, scheinen sich bereits heute zwei Lager in Sachen Nachfolgediskussion herauszubilden. Dabei gibt es ein offensichtliches Nord-Süd-Gefälle. Auf der einen Seite der Norden, insbesondere Deutschland, jene Länder also, die Weidmann vor allen Dingen wegen seiner Gegenposition zu Mario Draghis lockerer Geldpolitik gerne an der Spitze der Zentralbank sehen würden, um die Stabilität der Sparzinsen und der Währung zu gewährleisten. Auf der anderen Seite sind die Weidmann-Verhinderer, naturgemäß diejenigen, die bislang und auch in Zukunft von der lockeren Geldpolitik Mario Draghis profitieren, also vornehmlich Länder im Süden Europas.</p>
<p>Bei der ganzen Diskussion wird vergessen, dass der EZB-Präsident zwar die Zentralbank repräsentiert, Entscheidungen aber vom EZB-Rat getroffen werden. Das Gleiche gilt für das US-Pendant Mario Draghis, Janet Yellen. Gerade an der derzeitigen Position der Fed-Präsidentin – ihre Amtszeit endet bereits im Februar 2018 – wird deutlich, dass sie zwar den Offenmarktausschuss prägen, aber nicht unbedingt beherrschen kann. Tatsächlich wäre es möglich, dass US-Präsident Donald Trump ihr eine weitere Amtszeit zugesteht, wohl wissend, dass er außerdem noch neue Mitglieder für die derzeit drei vakanten Sitze im Direktorium benennen muss, die im Zweifel im Sinne der Trump-Administration bei wichtigen Entscheidungen votieren könnten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vernachlässigung dessen, was nicht entschieden wurde</strong></p>
<p>Aber selbst wenn man dazu neigt, die Macht des Präsidenten einer Zentralbank als sehr hoch ein- oder gar zu überschätzen, und womöglich auch noch vorschnell die lockere Geldpolitik eines Mario Draghi verurteilt, sollte man sich die Frage stellen, was eigentlich passiert wäre, wenn ein ausgewiesener Zinsfalke wie Jens Weidmann während der vergangenen Jahre das Sagen gehabt hätte. Denn wir tendieren immer dazu, nur die tatsächlich gefällten Entscheidungen im Nachhinein zu bewerten, während wir es meistens versäumen, uns auszumalen, was passiert wäre, hätte man einer anderen Option den Vorrang gegeben. Dies sich vorzustellen fällt naturgemäß schwerer, weil alternative Szenarios nicht so leicht verfügbar sind wie reale. Hätte ein geldpolitischer Falke an der Spitze der EZB, immer in Angst vor Inflation und in einem Umfeld nachhaltig sinkender Inflationsraten oder gar drohender Deflation, angemessen reagiert? Wie wäre es um die Rettung des Euro – sofern man sie denn tatsächlich wollte – ohne die quantitativen Lockerungsprogramme bestellt gewesen? Vielleicht hätten wir dann tatsächlich bereits heute einen Nord-Euro mit einem extrem hohen Außenwert und einen schwachen Süd-Euro, wie es sich Euro-Gegner immer gerne vorgestellt haben. Wenn heute schon die Exporteure angeblich jammern, weil ihnen der Euro zu fest erscheint, wie wäre es erst, wenn ein super stabiler Nord-Euro nicht 1,20, sondern womöglich 2,00 USD kosten würde? Antworten, die wir zum Glück nicht geben müssen, weil sie hypothetisch sind. Doch handelt es sich hierbei um Gedanken, die man sich – jenseits aller politischer Räson – bei der Vorauswahl für einen Notenbankpräsidenten durchaus einmal machen sollte.</p>
<p>Gedanken haben sich indes die Anleger gemacht, die wie jeden Mittwoch von der Börse Frankfurt zu ihrer Stimmung befragt werden. Das Ergebnis habe ich <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Wie-zwischen-Weihnachten-und-Neujahr-2305562" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #ff0000;">HIER</span></strong></a> in Schriftform und <span style="color: #00ff00;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=LTZl1U-3-2c" target="_blank" rel="noopener"><strong><span style="color: #00ff00;">DORT</span></strong></a> </span>als Video-Interview kommentiert.</p>
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		<title>„It stinks“ – Wenn ein Aktienindex zum Bruttoinlandsprodukt wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 10:23:08 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon bemerkenswert, wenn man in der US-Notenbank anlässlich eines zehnprozentigen Rückgangs der Aktienkurse (gemessen am S&amp;P 500 Index) – manche sprechen von einer gesunden Korrektur – offenbar ins Grübeln gerät. Denn in der vergangenen Woche kamen die nicht stimmberechtigten Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed, John Williams und James Bullard, zumindest verbal den strauchelnden Aktienmärkten zu Hilfe. Obwohl die Mehrheit der Marktteilnehmer davon ausgeht, dass das quantitative Lockerungsprogramm QE3 mit der Oktober-Sitzung auf null zurückgefahren und damit beendet wird, sind durch die Statements der beiden Chefs der Notenbank von San Francisco und St. Louis zumindest temporär neue Fantasien geweckt worden. Nicht umsonst haben die Aktienbullen am vergangenen Freitag gejubelt, als ihnen wieder einmal vermittelt wurde: Wenn es runter geht, hilft die Fed und ansonsten geht’s nach oben.</p>
<p>So hat es den Anschein, als würde man bei der US-Notenbank darüber nachdenken, angesichts der Aktienschwäche den Zeitpunkt einer Zinswende lieber wieder in die fernere Zukunft zu verschieben, nachdem man vor einer guten Woche noch vielerorts eher für das erste Quartal 2015 eine Anhebung der US-Leitzinsen erwartet hatte. Mehr noch rechnet man damit, dass einer fortgesetzten Aktien-Baisse in den USA mit einem erneuten quantitativen Lockerungsprogramm oder zumindest einer Pause im laufenden QE3-Prozess zu Leibe gerückt wird. Das Ganze natürlich unter dem Vorwand, dass man sich Sorgen um die niedrige Inflation macht.</p>
<p>Die Situation am Aktienmarkt erinnert mich ein bisschen an den Februar dieses Jahres, als sich die Chancen für eine konjunkturelle Erholung in den USA innerhalb weniger Wochen deutlich zu verschlechtern schienen. Glücklicherweise gab es damals eine Begründung für die ungünstiger als erwartet ausgefallenen Wirtschaftsdaten: Die extremen Wetterbedingungen in den USA, die im Dezember 2013 vorherrschten, wurden seinerzeit für die schwächelnde Wirtschaft verantwortlich gemacht. Dieses Mal kann man den Kursrückgang am Aktienmarkt allerdings nicht irgendwelchen unkontrollierbaren externen Wetterkräften in die Schuhe schieben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>„It stinks“</strong></p>
<p>Die nervöse Reaktion einiger Notenbanker vermittelt vielmehr den Eindruck, als sei man sich dort bewusst, dass große Teile der Vermögen der Superreichen, der so genannten „high beta rich“, an das Schicksal der Aktienmärkte gebunden sind. Und das in großem Maße mit Aktienkäufen auf Kredit. So verfehlte die so genannte NYSE Margin Debt im August das historische Februar-Hoch von 466 Mrd. nur noch um 3 Mrd. US-Dollar.</p>
<p>Dabei ist in jüngster Zeit immer wieder davon zu hören, dass die Entwicklung der Ungleichheit in den USA weiter zugenommen haben soll. In einem Blogbeitrag habe ich seinerzeit im Februar (<strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/zur-falschen-zeit-das-richtige-tun/">HIER</a></strong>) bereits dargelegt, dass allein im Jahr 2012 die oberen fünf Prozent der Spitzenverdiener gemäß einer Studie<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> für 38 Prozent des heimischen Verbrauchs verantwortlich waren und man davon ausgehen kann, dass 90 Prozent der inflationsbereinigten Konsumausgaben von den oberen 20 Prozent der am Einkommen gemessenen Haushalte getätigt wurden. Sobald Highend­produkte nicht mehr nachgefragt werden, weil sich bei den Superreichen eine Korrektur im Aktienmarkt in deren Portfolien überproportional niederschlägt, bedarf es nicht mehr viel Fantasie, um zu verstehen, was der Journalist und Schriftsteller Robert Frank meint, wenn er den S&amp;P 500 als das neue Bruttoinlandsprodukt bezeichnet. Immerhin: Im Februar dieses Jahres hat man seitens der US-Notenbank das Zurückfahren der Anleihekaufprogramme, das so genannte Tapering, wahrscheinlich aufgrund der Wetterausrede nicht gestoppt.</p>
<p>Dieses Mal liegt der Fall anders, insbesondere weil sich überdies die konjunkturelle Situation in der Eurozone deutlich verschlechtert hat und es nicht den Anschein hat, als besäße die EZB eine schnelle und wirkungsvolle Antwort darauf. Nicht umsonst hat Wolfgang Münchau in einer Kolumne der gestrigen Ausgabe der „Financial Times“ darauf hingewiesen, dass die eigentliche Gefahr für die Eurozone nicht primär in deren Verschuldung, sondern in einer wirtschaftlichen Stagnation liegt.</p>
<p>War das also alles nach unten am Aktienmarkt? Selbst wenn sich die Börsen dies-und jenseits des Atlantiks kurzfristig stabilisieren sollten – mich treibt eine Ahnung um, die ein Brite so beschreiben würde: „It stinks“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Cynamon, Barry Z. and Fazzari, Steven M. (Jan 23rd, 2014): <em>Inequality, the Great Recession, and Slow Recovery</em>, <a href="http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2205524">http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2205524</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/it-stinks-wenn-ein-aktienindex-zum-bruttoinlandsprodukt-wird/">„It stinks“ – Wenn ein Aktienindex zum Bruttoinlandsprodukt wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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