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	<title>Präsentationsreihenfolge von Gewinn und Verlust Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Pandoras Päckchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2013 07:17:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Peak-End-Effekt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich gestern in meinen Briefkasten blickte, staunte ich nicht schlecht. Neben all den Zeitungen vom Pfingstwochenende fand ich ein Päckchen vor, das aussah wie eine Pralinenschachtel. Voller Neugier schüttelte ich es sachte – kein Rascheln. Ich blickte auf den Absender. Es war American Express, der Platinum-Service. Wenn die ein so großes Päckchen schicken, kann [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich gestern in meinen Briefkasten blickte, staunte ich nicht schlecht. Neben all den Zeitungen vom Pfingstwochenende fand ich ein Päckchen vor, das aussah wie eine Pralinenschachtel. Voller Neugier schüttelte ich es sachte – kein Rascheln. Ich blickte auf den Absender. <span id="more-6109"></span>Es war American Express, der Platinum-Service. Wenn die ein so großes Päckchen schicken, kann dies nichts Gutes bedeuten, dachte ich mir. Aber zunächst sollte ich mich irren. Ein dicker gebundener Prospekt lag obenauf, als ich die Schachtel inspizierte. Mit neuen Vergünstigungen und neuen Partnern von Amex. Naja, ganz schön viel Papierverschwendung, dachte ich mir. Abgesehen von der Umweltbelastung fragt man sich natürlich, wer solche dicken Hochglanzprospekte am Ende bezahlen muss.</p>
<p>Mit detektivischem Spürsinn untersuchte ich weiter den schmalen Pappkarton und fand schließlich ein kleines Heftchen mit Informationen zu den Versicherungen des Kreditkarteninstituts. Intuitiv wusste ich: Als Platinkunde hatte ich mich wahrscheinlich deutlich verschlechtert. Und ich sollte Recht behalten. Das Heftchen führte zahlreiche Neuerungen an, die ich aber keine Lust hatte, im Einzelnen durchzulesen. Beim Überfliegen erfuhr ich dennoch, dass die Kunden im Schadensfall von nun an mit einer deftigen Selbstbeteiligung zur Kasse  gebeten werden. Mehr noch: In Zukunft werden im Gegensatz zu früher viele Versicherungsleistungen an den Einsatz der Karte gebunden sein. Entnervt legte ich den Prospekt beiseite.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Kein Happy End</b></p>
<p>Stattdessen konzentrierte ich mich aufs Wesentliche, auf das Anschreiben von Amex. Und das begann mit der Aufzählung etlicher neuer Vorteile, die sich mir nicht wirklich erschließen wollten. Gleichzeitig wurde das Thema der veränderten Versicherungsbedingungen erneut gestreift. Ich hatte richtig gelesen: Die Leistungen werden sich in Zukunft verschlechtern. Naja, dachte ich, ein richtig guter Marketingbrief endet doch normalerweise mit etwas Positivem. Denn eine Leidensepisode (etwa die angekündigte Verschlechterung eines Services) wird für Menschen erträglicher, wenn sie am Ausgang des Briefes noch etwas Positives erfahren (Peak-End-Effekt). Doch der Brief endete mit einer weiteren Grausamkeit, einem weiteren Verlust. Die Jahresgebühr wird auch noch um 20 Prozent erhöht, musste ich erfahren. Einziger Trost: Immerhin sei die Kündigung des Kreditkartenvertrages bis zum 1. August 2013 kostenfrei, belehrte mich zum Schluss das Schreiben. Das nenne ich nachlassenden Schmerz. Oder „gelungenes“ Marketing. Statt Pralinen hatte Amex mir offenbar Pandoras Box geschickt. Schlimmer: Ein Päckchen, in dem noch nicht einmal als Einziges die Hoffnung geblieben war.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Im Auf und Ab des Komforts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jun 2012 05:33:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Downgrade]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentationsreihenfolge von Gewinn und Verlust]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Ritz Carlton]]></category>
		<category><![CDATA[upgrade]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Hotels habe ich so meine Erfahrungen gemacht. Manchmal gute, häufiger aber schlechte. Und so wählte ich mir bei meinem letzten Berlin-Besuch das „Ritz Carlton“ als Destination aus. Fünf Sterne, da dürfte eigentlich nicht viel schief gehen. Weil ich mich vor Veranstaltungen gerne noch etwas ausruhe, reserviere ich mir meist ein ruhiges Nichtraucherzimmer. Und da [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Hotels habe ich so meine Erfahrungen gemacht. Manchmal gute, häufiger aber schlechte. Und so wählte ich mir bei meinem letzten Berlin-Besuch <span id="more-4357"></span>das „Ritz Carlton“ als Destination aus. Fünf Sterne, da dürfte eigentlich nicht viel schief gehen. Weil ich mich vor Veranstaltungen gerne noch etwas ausruhe, reserviere ich mir meist ein ruhiges Nichtraucherzimmer. Und da ich weiß, dass das Ritz besonders gute Betten hat, war meine Vorfreude auf eine Stunde Mittagsschlaf entsprechend groß. Ja, sie stieg sogar noch, als ich bei Ankunft am Check-in erfuhr, dass man mir ein Upgrade gegeben hatte.</p>
<p>Doch die gute Stimmung sollte nicht lange währen, denn bei Betreten meines Zimmers erblickte ich mit Staunen, dass das Parkett im Eingangsbereich ziemlich verstaubt war, auch der Teppichboden wies einige unschöne Fußabdrücke und Spuren meiner „Vormieter“ auf. Naja, kann ja mal passieren, dachte ich mir, und als die drei Frauen von der Reinigungskolonne bereits fünf Minuten später anrückten, um die vergessene Säuberung des Raumes nachzuholen, war ich fast schon wieder guter Dinge. Dennoch verneinte ich höflich, als mich die Chefin fragte, ob sie mir denn noch etwas Gutes tun könne. Denn ich konnte mir nicht so recht vorstellen, was sie unter diesem Angebot verstand.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Von Upgrade zu Upgrade</strong></p>
<p>Ich schlug die Tagedecke auf und entdeckte angewidert einige unappetitliche Flecken auf dem Laken und der Bettdecke. Und das angeblich ruhige Zimmer war anscheinend per Akustikbrücke mit einem Raum verbunden, in dem, so jedenfalls klang es in meinen Ohren, einen Staubsauger und ein Schleifgerät mit laut dröhnender Inbrunst im Duett wüteten. „Möchten Sie vielleicht das Zimmer wechseln?&#8220;, fragte mich der Concierge bei meinem zweiten Anruf – offenbar war jetzt die Eskalationsstufe meiner Beschwerden erreicht, die ein weiteres Upgrade rechtfertigten. „Ich glaube, das ist wohl das Beste&#8220;, erwiderte ich zuversichtlich. Minuten später stand der Zimmerchef vor meiner Tür, um mein Gepäck zu übernehmen. Aus Erfahrung bat ich darum, mir zunächst mein neues Gemach ansehen zu dürfen. „Wir haben eine Suite für Sie gefunden!&#8220;  Das wäre doch nicht nötig gewesen, dachte ich mir. Wir wanderten durch endlos lange Hotelflure, an deren Ende sich endlich mein neues Refugium befinden sollte. Aber schon von weitem hörte ich eine Bohrmaschine so lautstark jaulen, dass man damit Tote aus ihrer letzten Ruhe hätte aufwecken können. Vor allem wenn die Bohrerspitze genau an der Rückwand der Suite angesetzt wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mentale kalte Dusche inklusive</strong></p>
<p>Fast schon flehend blickte ich den Herrn der 1000 Zimmer an: „Ich möchte doch nur eine Stunde Schlaf&#8220;, bettelte ich. Er zögerte: „Dann hätte ich nur noch etwas auf der anderen Seite des Trakts, aber…&#8220; – &#8222;keine Suite&#8220;, ergänzte ich im Geiste. Rauf und runter, jetzt also wieder ein Downgrade, dachte ich mir. Aber die gewonnene Stunde Schlaf war mir diesen mentalen Verlust allemal wert. Und als man mir am nächsten Morgen meine Schuhe unpoliert vor mein Zimmer stellte, entlockte mir das nur mehr ein gleichgültiges Achselzucken. Auch meine Erwartungen an den Service im „Ritz“ hatten einen Downgrade erfahren. Was allerdings dadurch abgemildert wurde, dass man mir das Frühstück, zu dem ich meinen Bruder eingeladen hatte, als Ausgleich für meine Irrfahrt durch die verschiedenen Preiskategorien des Hotels gar nicht erst in Rechnung stellte.</p>
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