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	<title>Lufthansa Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>An der Uhr gedreht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2013 07:17:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Überall wird gespart. Vor allem am Service. Das musste ich auch neulich feststellen, als ich in meinem Urlaub nach Tel Aviv aufbrach. Früher hatte die Lufthansa auf dieser Strecke deutlich größere Maschinen eingesetzt. Heutzutage sitzt man während dieses Linienflugs vier Stunden lang in der Economy-Klasse eingezwängt, links und rechts machen einem die Sitznachbarn den knappen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Überall wird gespart. Vor allem am Service. Das musste ich auch neulich feststellen, als ich in meinem Urlaub nach Tel Aviv aufbrach. Früher hatte die Lufthansa auf dieser Strecke deutlich größere Maschinen eingesetzt. Heutzutage sitzt man während dieses Linienflugs <span id="more-6680"></span>vier Stunden lang in der Economy-Klasse eingezwängt, links und rechts machen einem die Sitznachbarn den knappen Raum streitig, und vorne stoßen die Knie an die Rückenlehne der nächsten Reihe. Wer die Unverschämtheit besitzt, größer als 1,80 Meter zu sein, hält das Stillsitzen in dieser zusammengeknautschten Lage nicht allzu lange aus. Viele Fluggäste, vor allem großgewachsene Männer, haben die meiste Zeit daher im Gang stehend zugebracht, zur Freude der Stewardessen, die mit ihren Wagen nicht an ihnen vorbeikamen. Auch vom viel gepriesenen Inflight-Entertainment-Programm – in erster Linie für die Kinder – war weit und breit nichts mehr zu entdecken, denn in der kleinen Maschine fehlte es naturgemäß an Bildschirmen.</p>
<p>Doch jeder etwaigen Beschwerde war der Kapitän sogleich beim Einsteigen zuvorgekommen. Während man ringsum noch das Handgepäck verstaute, meldete er sich bereits zu Wort und bat seine Passagiere darum, ihren Unmut über die drangvolle Enge in der kleinen Maschine doch bitte nicht am Kabinenpersonal auszulassen. „Sie können nichts dafür“, nahm er seine Kollegen in Schutz. Vielmehr sehe sich die Lufthansa gezwungen zu sparen und setze daher auf kleinere, aber dafür gut besetzte Maschinen. Da hat sich also tatsächlich einmal jemand für seinen Arbeitgeber entschuldigt und indirekt eingeräumt, dass er selbst auch lieber einen Jumbo geflogen hätte. Zwei Toiletten für einen viereinhalbstündigen Flug mit einem voll besetzten Airbus A 321 (das sind gut 150 Menschen) von Tel Aviv nach Frankfurt – da kommt Freude auf. Aber nicht nur der Economy-Flieger muss leiden, auch in der Business Class müssen sich die Kunden auf den harten „Campingstühlen“ niederlassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Wie man seine Lage ein bisschen verbessern kann</b></p>
<p>Auch wenn ich mir für diesen Flug recht viel Lesestoff mitgenommen hatte, machte sich spätestens nach zwei Stunden mein Rücken schmerzhaft bemerkbar. Und dann zieht sich so ein Flug in die Länge. Dabei hätte ich zumindest bei der Zeitumstellung mit den Erkenntnissen der Verhaltensökonomie mein subjektiv empfundenes Unwohlsein zumindest ein wenig aufbessern können. Denn auf dem Flug von Israel nach Deutschland wird die Uhr um eine Stunde zurück gestellt. Wenn man dies gleich am Anfang der Reise macht, macht es für die eigene Wahrnehmung keinen allzu großen Unterschied, ob man nun vier plus eine Stunde Zeitumstellung zurücklegt. Doppelt schmerzhaft wird die Angelegenheit jedoch, wenn man wie ich – und da hatte ich zugegebenermaßen nicht aufgepasst – erst kurz vor dem Ziel noch einmal die Uhr von diesem Referenzpunkt um eine Stunde zurückstellen muss. Das fühlt sich an, als ob man kurz vor Erreichen eines heiß ersehnten Ziels noch einmal derb zurückgeworfen wird.</p>
<p>P. S.: Für den Hinflug hätte übrigens genau das Gegenteil gegolten. Denn wenn die Uhr aufgrund einer Zeitverschiebung vorgestellt werden muss, sollte man dies tunlichst gegen Ende der anstrengenden Reise tun: Das erfreuliche Gefühl mit einem letzten Riesenschritt in Richtung Referenzpunkt Ankunftszeit zu springen, sollte man nicht unterschätzen.</p>
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		<title>In der Sammelfalle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 08:55:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich mich vor etlichen Jahren dazu entschlossen hatte, an einem Bonusprogramm meiner Kreditkartengesellschaft teilzunehmen, wurde einem (sofern mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt) für eine Million Punkte als Prämie eine Weltreise mit dem Flugzeug versprochen. Damals fing ich an, auf diesem Kreditkartenkonto so viele Umsätze wie möglich zu tätigen, um möglichst bald meinen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich mich vor etlichen Jahren dazu entschlossen hatte, an einem Bonusprogramm meiner Kreditkartengesellschaft teilzunehmen, wurde einem (sofern mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt) für eine Million Punkte als Prämie eine Weltreise mit dem Flugzeug versprochen. Damals fing ich an, auf diesem Kreditkartenkonto <span id="more-3503"></span>so viele Umsätze wie möglich zu tätigen, um möglichst bald meinen Traum verwirklichen zu können. Sie werden es erahnen: Ich habe es bis heute nicht geschafft. Denn längst gab es Punkte-Reformen, Umtauschaktionen und neue Höchstpreise. Heute bekommt man für 11,2 Millionen Punkte immerhin einen BMW 1er M Coupé als Top-Prämie angeboten. Das sieht auf den ersten Blick nach einer dramatischen Punkte-Inflation aus.</p>
<p>Leider konnte ich deren tatsächliche Geschwindigkeit niemals berechnen, da ich auf meinem langen Weg zum Höchstpreis immer wieder abgelenkt wurde. Denn nach einigen Jahren des Sammelns wies mich ein Freund darauf hin, dass die Sachprämien von Jahr zu Jahr immer teurer würden. Und so beschloss ich, einen großen Teil meiner Punkte in eine wunderbare Küchenmaschine, eine Flasche superteuren Cognacs und diverse andere Dinge, die ich mir von meinem normalen Geld niemals geleistet hätte, zu investieren. Denn bei den so genannten <em>Windfall-Profits</em> überlegt man weit weniger als bei erarbeitetem Geld, wofür man sie ausgibt. Zumal wenn die Inflation droht, einem diese hart verdienten Rabattpunkte wegzufressen.</p>
<p>Umso hellhöriger wurde ich, als ich unlängst einen Gerichtsbericht über den so genannten „Vielflieger-Prozess“ las, den ein Mann gegen die Lufthansa gewonnen hat. So urteilte das Kölner Landgericht<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftn1">[1]</a>, dass der Kläger, der immerhin 887.000 Bonusmeilen im Rahmen seines &#8222;Miles &amp; More&#8220;-Programms gesammelt hatte, durch die Änderung des Prämienkataloges eindeutig benachteiligt worden sei. Denn die Lufthansa hatte Anfang 2011 die Prämienbedingungen derart verändert, dass seitdem durchschnittlich 15-20 Prozent mehr Meilen für das Eintauschen in interkontinentale Flüge notwendig sind. Unter anderem bemängelten die Richter, dass die Lufthansa diese Änderung erst einen Monat vor Inkrafttreten publik gemacht habe – das sei zu kurzfristig, so die Einschätzung der Juristen.</p>
<p>Schön für den Kläger, dass er nun seine Meilen, die er bis Anfang 2011 gesammelt hatte, zu den alten Bedingungen eintauschen darf. Wenn man allerdings argumentiert, dass der Flugprämienkatalog zuvor acht Jahre lang unverändert geblieben war und sich dadurch &#8222;ein gewisser Vertrauensbestand&#8220; entwickelt habe, sollte man dabei nicht außer Acht lassen, dass die Lufthansa über Jahre hinweg eine Leistung trotz gestiegener Kosten ohne Inflationsausgleich angeboten hat. Aber das dürfte von den meisten Vielfliegern ohnehin nicht bemerkt worden sein. Auch scheint es mir nicht übertrieben, während dieses Zeitraums eine Inflationsrate von 2,5 Prozent p. a. anzunehmen.</p>
<p>Es ist allein die Art und Weise, wie diese Angleichung vorgenommen wurde, nämlich die Meilen auf einen Schlag und auch noch im Nachhinein abzuwerten, die Punktesammler und Richter so richtig erschreckt haben mag. Zumal als besonders schlimm gilt, jemandem etwas, das er bereits mit Mühen erworben hat, wieder wegzunehmen, und sei es nur teilweise. Denn Verluste wiegen bekanntlich nun einmal schwerer als Gewinne. Noch gravierender dürfte sein, dass dem Kunden mit diesem Schritt – so gerechtfertigt er formal auch sein mag – wieder einmal klar geworden ist: Wer am Bonus-Programm teilnimmt, soll als Kunde gebunden werden. Wer dabei allerdings eine  Sammelleidenschaft entwickelt, der sitzt so richtig in der Falle, weil man sich als Dienstleister nicht mehr um ihn bemühen muss. </p>
<div><br clear="all" /></p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=345-20111127#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Vgl. Welt am Sonntag online vom 15.3.2012</span></span></p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Von Punkten und Pünktlichkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Nov 2010 10:57:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Irgendwann geht jeder Urlaub einmal zu Ende. Schweren Herzens packten wir die Koffer, die deutlich schwerer waren als bei der Hinreise. Denn es war ja nicht bei dem einen Besuch auf dem Basar geblieben. Vier Stunden sollte der Rückflug dauern.  Doch kaum saß ich auf meinem engen, unbequemen Sitz in der Bretterklasse, ordnungsgemäß angeschnallt, die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann geht jeder Urlaub einmal zu Ende. Schweren Herzens packten wir die Koffer, die deutlich schwerer waren als bei der Hinreise. Denn es war ja nicht bei dem einen Besuch auf dem Basar geblieben. Vier Stunden sollte der Rückflug dauern.  <span id="more-586"></span>Doch kaum saß ich auf meinem engen, unbequemen Sitz in der Bretterklasse, ordnungsgemäß angeschnallt, die Lehne senkrecht gestellt und das Tischchen  hochgeklappt, da meldete sich der Kapitän mit einer wichtigen Durchsage zu Wort. Sie kennen das bestimmt auch: &#8222;Uns wurde gerade ein   Slot zugewiesen. Deswegen wird sich der Abflug um 45 Minuten verzögern.&#8220; Ein unwilliges, hundertfaches Aufseufzen ging durch die Sitzreihen. Die meisten Passagiere reagierten ziemlich genervt, da sie bereits beim Check-in viel Geduld hatten aufbringen müssen. Umso freudiger fiel die Reaktion aus, als sich der Kapitän bereits nach 10 Minuten wieder vernehmen ließ, dieses Mal, um gutgelaunt zu verkünden, man werde bereits in sieben Minuten starten können. Das sei doch immerhin besser als der ursprünglich befürchtete „worst case“, versuchte sich der Flugzeugführer im positiven Denken. Ja, man scheint bei der Lufthansa tatsächlich etwas gelernt zu haben. Lieber eine deftige Verspätung ankündigen, die hinterher wieder korrigiert werden kann, als den Abflugtermin unter dem Gemurre der Passagiere immer weiter, im Fünf-Minuten-Takt, nach hinten zu verschieben.</p>
<p>Eine halbe Stunde vor der Landung in Frankfurt gab es allerdings eine kalte Dusche. Da stand doch auf dem Monitor an der Kabinendecke &#8211; von vielen unbemerkt – plötzlich nicht mehr eine verbleibende Flugzeit von 30, sondern von 55 Minuten geschrieben. Ganz klamm und heimlich. Auch der Kapitän schwieg sich vornehm aus. Erst nach einer weiteren halben Stunde wurden wir aufgeklärt: Leider, leider müssten wir noch ein paar Extrarunden über Frankfurt drehen. Aber niemand beschwerte sich, und am Ende waren alle froh, heil gelandet zu sein. Mit 42 Minuten Verspätung, die aber bei der Gepäckausgabe glücklicherweise zum Teil wieder wettgemacht wurden.</p>
<p>Manchmal habe ich das Gefühl, Glück und Zufriedenheit, Enttäuschung und Frust, ja, ganze das Leben besteht nur aus einer Abfolge von richtig und falsch gesetzten Referenzpunkten.</p>
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		<title>Downgrade</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:15:33 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Musste kürzlich in Frankfurt am Hauptbahnhof meine Frau samt Kindern von einer Reise abholen und kam dort eine halbe Stunde zu früh an. Keine Lust, an diesem ohnehin heißen Sommertag die Zeit am Bahnsteig totzuschlagen, erinnerte ich mich meiner Bahncard First 50. Und des Bahncomfort-Programms, an dem ich teilnehme. Und so erklomm ich die Stufen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Musste kürzlich in Frankfurt am Hauptbahnhof meine Frau samt Kindern von einer Reise abholen und kam dort eine halbe Stunde zu früh an. Keine Lust, an diesem ohnehin heißen Sommertag die Zeit am Bahnsteig totzuschlagen, <span id="more-362"></span>erinnerte ich mich meiner Bahncard First 50. Und des Bahncomfort-Programms, an dem ich teilnehme. Und so erklomm ich die Stufen zur Lounge der Deutschen Bahn.</p>
<p>Oben angekommen wähnte ich mich fast wie bei der Lufthansa, aber eben nur fast. Links war offenbar die Lounge für die zweite Klasse. Rechts, hinter Milchglasscheiben, konnte man die gehobenen Räumlichkeiten für Reisende der ersten Klasse erahnen. Voll der Vorfreude auf einen gemütlichen Kaffee, zückte ich meine silberne Bahncard am Counter, aber die Dame bestand auf einen Fahrschein. Ich wolle nur meine Frau am Bahnsteig abholen, erwiderte ich. „Dann  müssen sie nach links“ – „Also in die zweite Klasse?“ – „Nein, das ist keine zweite-Klasse-Lounge“ – „Was denn dann?“ Es stellte sich heraus, dass man in der Lounge der ersten Klasse am Platz bedient wird. In der zweiten darf man am Automaten anstehen. Wenn ich nur eine Fahrkarte gehabt hätte!</p>
<p>Eigentlich alles kein Beinbruch, wenn die kühle Blonde am Schalter beim Erklären nicht so schnippisch gewesen wäre: Sie zog einen Vergleich zwischen dem Bahnkunden und einem Vielflieger der Lufthansa, der ja auch nur in die Business-Lounge dürfe. Da müsse man schon Senator sein, um in den gehobenen Bereich zu gelangen, wurde mir beflissen erklärt. Jetzt wusste ich’s: Ich war für die Deutsche Bahn also kein Senator-Kunde!</p>
<p>Meinem Konter, dass ich bei der Lufthansa als Frequent Traveller und Meilensammler kein Flugticket benötige, um mich in deren Lounge niederzulassen, hatte die Dame nichts mehr entgegenzusetzen. Eisiges Schweigen und ein stierer Blick in Richtung Decke, signalisierten mir: „Hau ab!“. Ich trollte mich in die zweite Klasse und fühlte mich als First-Class-Zahler der Bahn so richtig downgegraded.</p>
<p>Immerhin: Ich wollte die Sache nicht auf sich bewenden lassen und fand bei der Hotline der Bahn einen verständnisvollen Mitarbeiter, der meine Gefühlslage nachvollziehen konnte. Aber die Regeln seien halt so. Sonst würde jeder Bahnkunde bei seinem Einkauf in der Frankfurter City erst einmal in der Lounge zum Kaffeetrinken halt machen.</p>
<p>Da wäre es mir fast lieber gewesen, die gesamte Lounge sei für Nichtreisende tabu – dann hätte man mir zumindest die mentale Degradierung erspart. Immerhin bekam ich zum Trost einen Kulanzgutschein in Höhe von 10 Euro zugeschickt, der beim nächsten Fahrkartenkauf angerechnet werden kann. Leider geht das nur am Schalter oder im Reisebüro (ich sehe mich schon Schlange stehen). Wo ich doch alles im Internet buche.</p>
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