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	<title>Kontrolbedürfnis Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Zum Kontrollbedürfnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Apr 2014 15:36:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während der vergangenen Jahre und vor allem aber auch als Folge der Finanzkrise, konnte man immer deutlicher feststellen, auf welch unterschiedliche Art und Weise Anleger und Investoren versuchten, mit ihren Gewinnen und Verlusten umzugehen. Gerade im Verhältnis zu manchem Vermögensberater machte sich eine Tendenz breit, die für deutsche Verhältnisse neu war: Die Neigung vieler Anleger, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/zum-kontrollbeduerfnis-2/">Zum Kontrollbedürfnis</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Während der vergangenen Jahre und vor allem aber auch als Folge der Finanzkrise, konnte man immer deutlicher feststellen, auf welch unterschiedliche Art und Weise Anleger und Investoren versuchten, mit ihren Gewinnen und Verlusten umzugehen. Gerade im Verhältnis zu manchem Vermögensberater machte sich eine Tendenz breit, die für deutsche Verhältnisse neu war: Die Neigung vieler Anleger, Gewinne als eigene Leistung anzusehen, für Verluste hingegen andere moralisch und vielleicht auch noch pekuniär – oftmals auch mit Recht – in Haftung zu nehmen. Eine Haltung die sich in den Jahren ungewohnt massiver Kurseinbrüche an den Aktienmärkten, aber auch anderswo merklich verstärkte.</p>
<p>Die Wirtschaftspsychologie hat dafür eine sehr interessante Erklärung parat. Danach haben die Menschen bei Verlusten generell ein stärkeres Kontrollbedürfnis als bei Gewinnen. Ein Phänomen, das man auch in sehr vielen Unternehmen finden kann. Sprudeln die Profite stellt kaum jemand kritische Fragen, wie diese zustande gekommen sind. Aber bei Verlusten! Es ist dem US-Psychologen Julian Rotter zu verdanken, dass bereits vor einigen Jahrzehnten der Begriff des <em>Locus of control</em> bekannt wurde. Danach wird man ein positives Ereignis, etwa einen Gewinn an der Börse, als das Ergebnis eigener Aktivitäten interpretieren – ein Phänomen, das sich hervorragend bei erfolgreichen Marktakteuren beobachten lässt. Man spricht auch von interner Kontrolle. Unerwünschte Ereignisse und Verluste werden dagegen gerne auf externe Faktoren geschoben, man spricht auch von externer Kontrolle – man fühlt sich als Spielball fremder Mächte und glaubt, daran auch nicht viel ändern zu können.</p>
<p>Kontrolle auszuüben ist aus Sicht der Verhaltensökonomie gleichbedeutend mit der Notwendigkeit, sich zu informieren – wer sich nicht informiert, kann im Zweifel auch nicht kontrollieren. Mehr noch: Wer sich nicht informiert, macht sich irgendwie mitschuldig, wenn der Erfolg manches Investments ausbleibt. Ich halte das Thema für sehr wichtig und habe von der WGZ Bank dankenswerterweise die Möglichkeit erhalten, im heute erschienenen <strong><em><a href="http://news.wgzbank.de/go/14/YYWR164-YYSOR9D-Y2PEENI-16U3FUS.html">Goldbergs Thema des Monats </a></em></strong>zum Kontrollbedürfnis der Anleger einen Beitrag schreiben zu dürfen.</p></blockquote>
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		<title>Unnütze Prognosen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 09:27:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[DAX]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder sind sie gefragt, die Prognosen, wo denn der DAX exakt in einem halben Jahr stehen wird. Schnell ist man mit einem Kursziel von 6.600 Zählern zur Hand. Klingt doch richtig gewagt – oder? Obwohl wir im Grunde genau wissen, dass derlei Vorhersagen fast schon unseriös sind, ist diese Unsitte einfach nicht aus der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p>Immer wieder sind sie gefragt, die Prognosen, wo denn der DAX exakt in einem halben Jahr stehen wird. Schnell ist man mit einem Kursziel von 6.600 Zählern zur Hand. Klingt doch richtig gewagt – oder? <span id="more-423"></span>Obwohl wir im Grunde genau wissen, dass derlei Vorhersagen fast schon unseriös sind, ist diese Unsitte einfach nicht aus der Welt zu schaffen. Denn exakte Prophezeiungen hinsichtlich Preis und Zeitpunkt werden aus einem <em>Kontrollbedürfnis</em> heraus von vielen Akteuren stark nachgefragt. Besonders beliebt sind sogar Prognosen auf drei oder gar fünf Jahre, die auf Nachfragen auch prompt geliefert werden – eine Diensteifrigkeit, die absolut nicht nachzuvollziehen ist, zumal jeder Finanzmarktprofi weiß, wie schnell solche Äußerungen durch Unvorhergesehenes obsolet werden.</p>
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<p>Psychologisch gesehen, sind solch gewagte Prognosen auf das <em>Overconfidence</em>-Phänomen zurückzuführen, das bei Experten besonders ausgeprägt ist, wie Untersuchungen gezeigt haben. Erfahrung und Erfolge aus der Vergangenheit verführen nämlich häufig dazu, statt Prognosebändern punktgenaue Vorhersagen abzugeben und obendrein ihre Treffsicherheit zu überschätzen.</p>
<p>Da klingt es beinahe schon wieder professionell, wenn – wie unlängst geschehen – ein viel gepriesener Ökonomie-Professor  das Risiko einer Double-Dip-Rezession in den USA bei 50 Prozent sieht. Korrekt ausgedrückt heißt dies jedoch, dass unser Experte eigentlich gar keine Meinung hat. Denn dem Risiko von 50 Prozent, dass etwas geschieht, steht bei dieser Betrachtungsweise ja die 50-prozentige Chance gegenüber, dass genau das nicht passiert. Aber keine Meinung zu haben, ist auch eine Meinung. Und die nützt den Investoren allemal mehr, als eine overconfidente Weltuntergangsprognose.</p>
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		<title>Mein Mann kann (nicht)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 13:12:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrolbedürfnis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Normalerweise zappe ich nicht. Aber ich war am vergangenen Freitag alleine zuhause und dann habe ich es doch getan. Ich blieb bei Sat1 hängen und kam gerade rechtzeitig zur Finalrunde der neuen Show „Mein Mann kann“ – aus rein beruflichem Interesse, versteht sich. In schalldichten Kabinen warteten zwei Männer hilflos, wie ihre beiden Frauen am [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/mein-mann-kann-nicht/">Mein Mann kann (nicht)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise zappe ich nicht. Aber ich war am vergangenen Freitag alleine zuhause und dann habe ich es doch getan. Ich blieb bei Sat1 hängen und kam gerade rechtzeitig zur Finalrunde der neuen Show „Mein Mann kann“ – aus rein beruflichem Interesse, versteht sich. <span id="more-6627"></span>In schalldichten Kabinen warteten zwei Männer hilflos, wie ihre beiden Frauen am Pokertisch darum zockten, wie viele von zehn Gegnern unterschiedlicher Stärke und beiderlei Geschlechts ihr Göttergatte im Armdrücken besiegen würde. Anders ausgedrückt: Die Frauen (mit den Rücken zu den Partnern gewandt) entscheiden in der Show und die Männer müssen die Suppe auslöffeln. Immerhin ging es um 50.000 Euro.</p>
<p>Jede der Gattinnen bekam zu Anfang der Finalrunde zehn Chips. Und dann wurde gepokert. Die Höchstbietende musste nicht nur ihren Mann ins Rennen schicken. Mehr noch, entschied die Anzahl der gesetzten Chips darüber, wie viele der zehn Gegner der im Glaskasten wartende Ehemann besiegen musste. Schaffte er es, gewann das Paar den Preis, versagte er, sollten die machtlos zusehenden Gegner die 50.000 Euro bekommen.</p>
<p>Die Gewinnerin der Vorrunde, Katrin, durfte übrigens entscheiden, ob sie als erste ein Gebot abgeben wollte (ein unschätzbarer Vorteil) und setzte sogleich flott vier Chips –  ihr gut gebauter Mann musste im Ernstfall vier der zehn mehr oder minder muskulös aussehenden Gladiator(inn)en im Armdrücken besiegen – angesichts der „normalverteilt“ aussehenden Gegnerschaft eigentlich zu schaffen.  </p>
<p>Die Konkurrentin, Nadine, hatte nun die Qual der Wahl: Würde sie die gebotenen vier Chips nicht überbieten, läge das Schicksal nicht nur in den Händen von Katrins Mann, was einem Kontrollverlust gleichgekommen wäre. Mehr noch: Rein theoretisch hätten die Chancen schlecht gestanden, dass Katrins Mann nicht vier von zehn Gegnern hätte besiegen können. Also erhöhte Nadine den Einsatz auf fünf Chips – ob ihr Mann die Hälfte der Gladiatoren besiegen würde? Zumindest hatte er es jetzt selbst in der Hand.</p>
<p>Wie würde Katrin reagieren? Mit einer Erhöhung auf sechs Chips hätte sie zwar alles unter Kontrolle gehabt, aber sie verzichtete. „Chapeau“ dachte ich mir. Katrin hätte angesichts ihres muskelbepackten Mannes (den zumindest sie selbst kannte) durchaus overconfident werden können. Aber sechs von zehn unbekannten Menschen im Armdrücken besiegen?</p>
<p>Übrigens: Nadines Mann schaffte noch nicht einmal fünf – die 50.000 Euro gingen an die Konkurrenz. Das Streben nach Kontrolle hatte sich nicht ausgezahlt.</p>
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