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	<title>Immobilien Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Flüssiger Beton</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2016 15:01:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist noch gar nicht lange her, da erklärte mir jemand mit verblüffender Logik, dass ein Aktiensparplan eigentlich alternativlos sei. Ginge es mit den Kursen nach oben, wüchse das Vermögen, und ginge es mit dem DAX nach unten, würde man für das gleiche Geld – wie tröstlich – mehr Aktien bekommen. Was sich der schlaue [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist noch gar nicht lange her, da erklärte mir jemand mit verblüffender Logik, dass ein Aktiensparplan eigentlich alternativlos sei. Ginge es mit den Kursen nach oben, wüchse das Vermögen, und ginge es mit dem DAX nach unten, würde man für das gleiche Geld – wie tröstlich – mehr Aktien bekommen. Was sich der schlaue Ratgeber vielleicht nicht vorstellen konnte, war, dass man, wie jetzt geschehen, ganz plötzlich <em>viel </em>mehr Aktien für das gleiche Geld erhält. Ist da nicht etwas faul, wenn man Aktien geradezu nachgeworfen bekommt? Denn der besagte Aktiensparplan geht ja tatsächlich so lange gut, wie sich Aktienmärkte nach einem Kurssturz anschließend wieder erholen. Und in der Vergangenheit, so lehrt uns die Börsengeschichte, hat das ja auch immer geklappt. Ja, wir orientieren uns gerne an dem, was wir schon einmal erlebt haben, und das Internet sorgt dafür, dass wir im Zweifel solche Informationen sofort verfügbar haben. Zumal wir mit der Börsenhistorie zumindest unser Kontrollbedürfnis befriedigen.</p>
<p>Und da es Kursstürze, wie wir sie derzeit erleben, immer noch relativ selten, aber dennoch viel zu oft gibt, versucht man neue Krisen immer mit alten Krisen zu vergleichen. Wie war das noch damals, im Jahre 2008, als sich die Finanzkrise auf dem Höhepunkt befand? Ja, wir blickten in den Abgrund, Lehman ging Pleite, aber wir wurden gerettet. So einfach ist das. Mit diesem Wissen ausgestattet, könnte ein Aktiensparplan gleich einem Uhrwerk fortgesetzt werden. Solange man nicht den Mut verliert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Es ist noch immer gut gegangen</strong></p>
<p>Als ich kürzlich an gleicher Stelle (<strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/haus-gekauft/">HIER</a></strong>) über Immobilieninvestments und doppelte Commitments schrieb, ahnte ich nicht, wie viel Resonanz ich auf diesen Beitrag bekommen sollte. Unter anderem stellte ein Leser fest, dass es, sofern man Wikipedia Glauben schenken möchte, nach einem Rückgang des MSCI World vom Top um 30, 40 oder 50 Prozent keine fünf Jahre gedauert hätte, bis sich ein deutliches Plus einstellte. Damit verbunden ging der Vorschlag einher, man könne diese Erkenntnis auch dieses Mal einsetzen und sich im Falle entsprechender Kursrückgänge mittels eines günstigen Wertpapierkredits gestaffelt mit ETFs eindecken. Ein Kredit, den der Leser mit seinem abbezahlten Wohnhaus besichern wollte. Nach dem Motto: „Wir beleihen wir unser Eigenheim und können auf diese Weise einen Teil der verpassten Rendite zurückholen.“</p>
<p>Tatsächlich wird jedoch nur Beton verflüssigt, um diese Liquidität in eine andere Anlageklasse zu investieren. Mal abgesehen davon, dass sich die Börsen-Geschichte nicht in dieser Form wiederholen muss, bin ich kein Freund von Wertpapierkäufen auf Kredit in jedweder Form. Zumal es in der Börsengeschichte durchaus einige – wenn auch seltene – Phasen gab, in denen Aktien auch über einen sehr langen Zeitraum hinweg schlecht abgeschnitten haben. Es gibt keine Garantie, dass dieses nicht wieder geschehen könnte.</p>
<p>Noch wichtiger ist jedoch meines Erachtens aus verhaltensorientierter Sicht, dass beim Wertpapierkredit neben dem Commitment (Bindung an eine Entscheidung) eines Wertpapierkaufs vom Entscheider zusätzlich ein separat geführtes „geistiges“ Konto (mentales Konto) bezüglich der gestellten Sicherheit eröffnet wird. Dessen Wirkung wird oft unterschätzt und zwar dann, wenn sich beim Aktienengagement Verluste einstellen und die Sicherheit unterzugehen droht. Dann geht es um teils sehr starke psychische Bindungen und Belastungen, die sinnvolle Entscheidungen gerade in kritischen Phasen unmöglich machen können.</p>
<p>Verluste erhöhen in jedem Fall die Bindung an die dazugehörigen Entscheidungen, eben das so genannte Commitment. Und wer dafür optiert – gerade weil es in der Vergangenheit immer gut gegangen ist –, langfristige Engagements am Aktienmarkt einzugehen, muss vorher klären, ob er sich Buchverluste leisten und ob er sie auch psychisch aushalten kann.</p>
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		<title>Es gibt keine Gerechtigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Mar 2013 09:33:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Karwoche war bis zuletzt in starkem Ausmaß von der Zypern-Krise, aber auch von den damit einhergehenden befürchteten Folgen für andere Staaten der Eurozone bestimmt gewesen. Dabei erstaunt mich immer wieder, wie selbst renommierte Journalisten die Nachrichten aus der Eurozone ausgesprochen negativ kommentieren – egal, was geschieht, es hat den Anschein, deren Entscheider können es [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Karwoche war bis zuletzt in starkem Ausmaß von der Zypern-Krise, aber auch von den damit einhergehenden befürchteten Folgen für andere Staaten der Eurozone bestimmt gewesen. Dabei erstaunt mich immer wieder, wie selbst renommierte Journalisten die Nachrichten aus der Eurozone ausgesprochen negativ kommentieren <span id="more-5945"></span>– egal, was geschieht, es hat den Anschein, deren Entscheider können es nicht richtig machen. Was den Euro angeht, gibt es offenbar nichts Positives zu berichten. Als ob ein Sonderpreis für die treffsicherste Untergangsprognose vergeben würde, wann die Eurozone endlich zerbricht, ob ein Bankrun in Zypern soziale Unruhen auslösen wird. Oder, ob wir alle, womöglich über kurz oder lang selbst hierzulande, demnächst vom „Staat“ in einer Wochenendaktion mit einer 30-prozentigen Sondersteuer belegt werden. Immerhin habe ich einen wirklich lesenswerten Kommentar in der <a href="http://ftalphaville.ft.com/2013/03/27/1440092/save-the-rich/" target="_blank">Financial Times (Alphaville, <em>Save the Rich</em>)</a> von Izabella Kaminska gefunden, die ganz richtig die Frage stellt, ob jemand mit einem dicken Bankkonto und wenig anderen Anlagen reicher sei als jemand der nur über geringe Kontoguthaben und stattdessen über ein hohes Immobilienvermögen verfügt und demzufolge womöglich nicht viel mehr als seine Mieteinnahmen über sein Bankkonto laufen lässt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Schuldenerlass</b></p>
<p>Auch wenn die jetzige Verfahrensweise mit Bankkonten auf Zypern mit der 100.000-Euro-Grenze eine vermeintliche Linie zwischen Arm und Reich zieht, scheint mir fraglich, ob damit tatsächlich eine Vermögensumverteilung beabsichtigt war. Immerhin geht es um einen Notfall, bei dem die ohnehin angeschlagenen Finanzen des Staates nicht noch mehr belastet werden sollen. Allerdings kann man sich sogar die Frage stellen, ob der Staat überhaupt in der Lage gewesen wäre, Einlagen bis zu 100.000 Euro zu garantieren.</p>
<p>Manche Menschen hierzulande verunsichert unterdessen, dass am Beispiel Zyperns sichtbar wird, wie ein Schuldenerlass, um den wir mit oder ohne Euro nicht herumkämen, praktiziert wird. Denn wenn wir heute gefragt würden: „Wer soll die Rechnung bezahlen? Du oder der Staat?“ Würden die meisten sich für den Staat entscheiden. Wobei vergessen wird, dass wir selbst der Staat sind. Und wenn die Regierung hierzulande ein Versprechen abgibt, dass die Spareinlagen sicher seien, könnte dies am Ende – wie das Beispiel Zypern im angeblichen Sonderfall zeigt – darauf hinauslaufen, dass sich Gesellschaft sich als Ganzes mit diesem Versprechen selbst versichert.  Eine Versicherung, die wir am Ende also mit unseren eigenen Guthaben bezahlen müssen.</p>
<p>  </p>
<p><b>Immobilien nicht das Gelbe vom Ei </b></p>
<p>Unlängst fragte mich ein Zuhörer bei einer Anlegermesse nach einer Gesprächsrunde, was denn überhaupt noch sicher sei. Denn wenn, wie das Beispiel Zypern zeigt, der Staat praktisch über das Wochenende Teile der Bankguthaben per Dekret auslöschen könne, bliebe doch nur noch die Flucht in die Sachwerte. Gold besitze er schon, und er sei sich auch im Klaren darüber, dass ein solcher Besitz im Krisenfall gesetzlich verboten werden könne. Und von Sammelobjekten wie alte Autos, Kunst oder kostbare Weine, die ebenfalls auf der Anlegermesse vorgestellt wurden, habe er zu wenig Ahnung. Ganz einmal davon abgesehen, dass diese Märkte häufig intransparent seien und die gehandelten Güter deshalb schnell mit Spannen zwischen 30 und 50 Prozent gehandelt werden könnten. Da bliebe ja doch nur noch die Immobilie. Wobei der 35-jährige Mann offensichtlich noch nichts davon gehört hatte, dass man selbst mit Immobilie nicht vor massiven staatlichen Eingriffen sicher sein kann, wie etwa eine Hauszinssteuer im Jahre 1924 oder die Lastenausgleichsabgabe nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht ist es am Ende gar nicht die Angst, dass wir zahlen müssen, vielleicht ist uns dies sogar einsichtig. Es ist vielmehr die Angst, <i>mehr</i> als die anderen bezahlen zu müssen, die manch einen umtreibt, die Angst vor Ungerechtigkeit, weswegen man weg vom Papiergeld in die Sachwerte flieht. Oder auch nur der Wunsch am Ende etwas besser da zu stehen als die anderen.</p>
<p>Die Aktienanleger haben sich, wie die jüngste Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt zeigt – <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+das+haben+wir+kommen+gesehen+48606">ich habe sie hier</a></span> kommentiert – jedenfalls auch während der vergangenen Tage von Aktien getrennt. Ob es sich dabei um eine Korrektur oder gar meine Trendwende handelt, können Sie der <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+das+haben+wir+kommen+gesehen+48606#reiter=detailanalyse">Detailanalyse</a> entnehmen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/es-gibt-keine-gerechtigkeit/">Es gibt keine Gerechtigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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