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	<title>Illusion der Einmütigkeit Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Sparsames Denken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 06:37:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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		<category><![CDATA[Illusion der Einmütigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektive Rationalisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[soziale Kontrolle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit dem drohenden Konjunktureinbruch und den schwachen Börsen hierzulande sind auch wieder die Cost-Cutter, die Kostensenker im Geld-Gewerbe unterwegs. Immerhin geht es um die Einsparung von Millionen, wenn nicht gar Milliarden Euro. Und wenn in den vergangenen Jahren überhaupt noch irgendwo gefeiert wurde, dann ist jetzt endgültig Schluss damit. Die Kostensenker streichen, was überhaupt noch [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/sparsames-denken/">Sparsames Denken</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem drohenden Konjunktureinbruch und den schwachen Börsen hierzulande sind auch wieder die Cost-Cutter, die Kostensenker im Geld-Gewerbe unterwegs. Immerhin geht es um die Einsparung von Millionen, wenn nicht gar Milliarden Euro. Und wenn in den vergangenen Jahren überhaupt noch irgendwo gefeiert wurde, dann ist jetzt endgültig Schluss damit.<span id="more-2544"></span> Die Kostensenker streichen, was überhaupt noch zu streichen geht, kürzen hier und sparen dort.  Und so hat es womöglich auch die Zeitungs-Abonnements erwischt, dank derer sich Händler und Kundenberater bislang frühmorgens ein erstes Bild über die Märkte verschaffen konnten. Nach dem Motto: „Eine Zeitung reicht für Euch&#8220;, muss man jetzt zusehen, wenigstens das einzige Exemplar der Abteilung flüchtig studieren zu können.</p>
<p>Und mit diesem Wissen gewappnet geht&#8217;s dann ins nächste Morning Meeting, dort, wo die Tagesstrategien besprochen werden sollen. Man stelle sich vor, dass dummerweise die einzig übrig gebliebene Zeitung für die Händler und Kundenberater heute mit einer Fehlmeldung im Finanzmarktteil aufmacht. Und gerade auf diesen zweifelhaften Artikel geht der Chef dieses Meetings besonders intensiv ein. Er, der nach Wochen fallender Aktienkurse ganz begierig darauf ist, endlich einmal wieder als starker Börsenbulle tätig zu werden. „Ja, das habe ich auch irgendwo gelesen&#8220;, bestätigt der Chefanalyst. Und ein Kundenberater echot: „Wie mein Vorredner schon sagte – ich finde die Geschichte auch gut“. Schließlich stößt zu unserer Kleingruppe noch verspätet ein junger Kollege hinzu, der zufällig dieselbe Zeitung in der S-Bahn gelesen hatte. „Habt Ihr diese Geschichte entdeckt?&#8220; – Die anderen gucken ihn fast schon mitleidig an. Und voller Zuversicht lautet der Tagesbefehl: Heute wird gekauft.</p>
<p>Die Entscheidung mag womöglich sogar richtig gewesen sein, vordergründig vielleicht sogar effizient. Aber traf man sich nicht zum Morning Meeting, um die verfügbaren Informationen aller Teilnehmer zu sammeln? Werden solche Treffen von Kleingruppen nicht in erster Linie installiert, um extreme Entscheidungen zu vermeiden, die ein Einzelner alleine, ohne Korrektiv und ohne soziale Kontrolle leicht fällen könnte? Aber in unserem Beispiel stammen sämtliche Informationen der Mitarbeiter, das ausschlaggebende Kaufargument des Chefs von demselben Zeitungsartikel. Der wurde mehrfach kopiert und präsentiert, so dass irrigerweise den Eindruck bei den Kollegen entstand, es handele sich beim ständigen Zitieren ein- und derselben Falschmeldung um deren mehrfache Bestätigung. Tatsächlich wird diese auch durch permanentes Wiederholen weder richtiger noch die auf ihr basierende Handelsstrategie sicherer. Vielmehr hat die Gruppe die Chance, um derentwillen sie überhaupt zusammenkam, nicht genutzt: Gemeinsam einen Wissensvorteil zu erarbeiten. Stattdessen haben sich ihre Mitglieder von einer einzigen Information überzeugen lassen. Dank dieser vermeintlichen Übereinstimmung, verstärkt durch die gegenseitige Affirmation, denken alle dasselbe und anscheinend das Richtige. Das führt zu einem solchen Selbstvertrauen, dass die Entscheidung des Kollektivs am Ende viel riskanter und extremer ausfällt, als sie ein Einzelner je zu treffen gewagt hätte.</p>
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		<title>Frischer Wind in Jackson Hole</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 12:52:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
		<category><![CDATA[Groupthink]]></category>
		<category><![CDATA[Illusion der Einmütigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Irving R. Janis]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitdruck]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute früh habe ich mich richtig gefreut, als mich mein Mitstreiter Todo auf einen Artikel aufmerksam machte1, in dem zu lesen war, wie die Erkenntnisse der Behavioral Economics offenbar sogar das für die Finanzmärkte so wichtige Treffen der US-Notenbank in Jackson Hole erreicht haben. Denn Thomas Hoenig, Chef der Kansas City Fed2, hatte eine blendende [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/frischer-wind-in-jackson-hole/">Frischer Wind in Jackson Hole</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute früh habe ich mich richtig gefreut, als mich mein Mitstreiter <em>Todo</em> auf einen Artikel aufmerksam machte<sup>1</sup>, in dem zu lesen war, wie die Erkenntnisse der <em>Behavioral Economics </em>offenbar sogar das für die Finanzmärkte so wichtige<span id="more-386"></span> Treffen der US-Notenbank in Jackson Hole erreicht haben. Denn Thomas Hoenig, Chef der Kansas City Fed<sup>2</sup>, hatte eine blendende Idee, als er die Liste der dorthin geladenen Gäste drastisch zusammenstrich.</p>
<p>Thomas Hoenig, bislang vor allem dadurch aufgefallen, dass er als einziges stimmberechtigtes Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank gegen den derzeitigen Kurs der Fed votierte, machte sich nämlich Sorgen. Um beim Symposium in Jackson Hole so genannte<em> Groupthink-Effekte </em>zu vermeiden, verzichtete er nicht nur auf einige Mitglieder regionaler Notenbanken, sondern auch auf bedeutende Analysten wie den Chefökonom von Goldman Sachs. Stattdessen lud er mehr internationale Notenbanker ein.</p>
<p>Auch wenn manche der Nichtberücksichtigten innerlich vor Wut schäumen mögen, hat sich Hoenig offenbar Gedanken um die Qualität der Ergebnisse dieses weltweit beachteten Symposiums gemacht. Denn bislang waren in Jackson Hole offenbar alle Voraussetzungen dafür gegeben, dass das <em>Groupthink-Phänomen</em><sup>3</sup> so richtig aufblühen konnte. Weil sich dort alljährlich fast immer die gleichen Gesichter im 100 Personen fassenden Sitzungssaal der idyllisch gelegenen, aber weitgehend abgeschotteten Jackson Lake Lodge trafen. Menschen die sich teilweise schon lange kannten und vermutlich auch noch ganz ähnlich tickten. Experten, deren Denkweisen und Diskussionsbeiträge mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der gleichen ökonomischen Schule beruhten. Persönlichkeiten, die am Ende ganz leicht zu einer (illusionären) Einmütigkeit gelangen können. Zumal die Erwartungen an das Symposium angesichts der Finanzkrise immer höher gesteckt wurden.</p>
<p>Kurzum: Auch wenn Thomas Hoenig an einigen Voraussetzungen für <em>Groupthink</em> (Abschottung, externer Stress, Zeitdruck) nicht viel ändern konnte, hat er mit dem neuen Mix an Teilnehmern zumindest die Wahrscheinlichkeit eines guten Denk-Ergebnisses in Jackson Hole deutlich verbessert. Weil frisches Blut im Symposium die Meinungsvielfalt erhöhen kann und auch kontroverse Diskussionen wieder ermöglicht werden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><sup>1 </sup>Bloomberg.com</p>
<p><sup>2</sup> Die Federal Reserve Bank von Kansas City organisiert das Treffen von Jackson Hole</p>
<p><sup>3 </sup>Das Groupthink-Phänomen geht auf den Sozialpsychologen Irving L. Janis zurück, das  dieser vor mehr als 35 Jahren entwickelt hat.</p>
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