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	<title>Fukushima Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Es muss nicht gleich Fukushima sein – das Beste vom Februar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Mar 2012 06:16:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich war schon etwas erstaunt, als ich in der online Ausgabe der The Japan Times vom 28. Februar las, wie sich Angestellte von Goldman Sachs Japan, die entlassen werden sollten, zu einer Art Gewerkschaft organisiert haben. Dabei hat mich nicht so sehr beschäftigt, dass diese Leute sich geweigert hatten, einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben, um so [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war schon etwas erstaunt, als ich in der online Ausgabe der <em>The Japan Times</em> vom 28. Februar las, wie sich Angestellte von Goldman Sachs Japan, die entlassen werden sollten, zu einer Art Gewerkschaft organisiert <span id="more-3323"></span>haben. Dabei hat mich nicht so sehr beschäftigt, dass diese Leute sich geweigert hatten, <!--more-->einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben, um so die strengen gesetzlichen Bestimmungen des japanischen Arbeitsrechts zu umgehen. Dies ist allgemeiner Usus und auch angesichts der Entlassungsrunden bei anderen Investmentbanken rund um die Welt keine wirkliche Überraschung. Allerdings hat mich ein Statement eines dieser Gewerkschaftsmitglieder ins Grübeln  gebracht. Denn es äußerte, Goldman Japan habe seinen Angestellten nach dem desaströsen Erdbeben des 11. März 2011 nicht erlaubt, von zuhause zu arbeiten. Immerhin soll aber denjenigen, die mit ihren Familien zusammenbleiben wollten, erlaubt worden sein, Urlaub zu nehmen, sei er bezahlt oder unbezahlt. Und wenn man den Angaben des Gewerkschaftsmitglieds Glauben schenken möchte, sei bis heute von denen, die das Angebot nach dem Erdbeben in Anspruch genommen hatten, fast niemand mehr bei Goldman beschäftigt.</p>
<p>Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass eine plötzliche Entlassung im hohen Gehalt eines Investmentbankers enthalten sei. Anders ausgedrückt: Für das viele Geld samt Bonus kann ein Arbeitgeber im Extremfall eine so genannte <em>total dedication</em>, einen 100-prozentigen Einsatz bei Hintanstellung jeglicher persönlicher Interessen, erwarten. Überhaupt hielt sich das Mitleid für diese Angestellten in Grenzen, wenn ich diese Geschichte in meinem Bekanntenkreis erzählte.</p>
<p>Trotzdem bleibt mir ein schaler Nachgeschmack, weil diese Angestellten mit ihrem Einsatz an den Unglücksorten gezeigt haben mögen, es gehe ihnen im Leben anscheinend nicht nur ums Geld. Einige von ihnen haben wahrscheinlich ihre Gesundheit für andere riskiert, sind womöglich für den Rest ihres Lebens auch noch stark verstrahlt. Danach fragt aber niemand, wenn es hart auf hart geht. Dann zählt nur der geschlossene Pakt mit dem Arbeitgeber. Und der besagt implizit, dass es Geld und Freiheit zusammen nicht geben kann. Um das zu begreifen, bedarf es nicht einmal eines Einsatzes in Fukushima. Es reicht schon, wenn man im Alltag manchmal alles stehen und liegen lassen muss. Im Zweifel auch Freunde oder den eigenen Partner.</p>
<p>Interessanterweise waren es im Februar vor allen Dingen die Blog-Beiträge zur sozialen Gerechtigkeit gewesen, die unsere Leser offenbar ganz besonders interessiert haben. Zum einen natürlich, wenn es wie in unserem Beitrag &#8222;<em><a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/denen-man-nicht-mehr-vergibt" target="_blank">Denen man nicht mehr vergibt</a></em>&#8220; um unethisches Verhalten von Bankern und Politikern geht – dieser Blog belegte den dritten Platz. Dennoch sind auch Finanzthemen nicht zu kurz gekommen, wenn man etwa den zweiten Platz betrachtet, der noch einmal den Schweizer Franken als Geschichte zwischen <a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/schweizer-franken-eine-geschichte-zwischen-hoffnung-und-angst%E2%80%93oder-was-sie-moglicherweise-im-vergangenen-monat-verpasst-haben-konnten" target="_blank">Hoffnung und Angst</a>zum Thema hatte. Der meistgelesene Artikel war im Februar &#8222;<em><a href="http://www.blognition.de/politik/die-grose-pleite" target="_blank">Die große Pleite</a></em>&#8222;, der sich mit der Veränderung der Einkommensstruktur der US-Bevölkerung und deren Folgen für das Kreditverhalten des größten Teils der Bevölkerung beschäftigte.</p>
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		<title>Richtungswechsel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 09:53:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
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		<category><![CDATA[Fukushima]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einer Woche wird das Moratorium, das die Kanzlerin angekündigt hatte, um die Verlängerung der Laufzeit von Atommeilern in Deutschland zu überdenken, offiziell zu Ende gehen. Damals hatte ich mich gefragt, ob Angela Merkel angesichts der Ereignisse von Fukushima in ihrer bisherigen Atompolitik die Notbremse gezogen, wenn  nicht sogar kapituliert habe. Eine Frage, die ich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Woche wird das Moratorium, das die Kanzlerin angekündigt hatte, um die Verlängerung der Laufzeit von Atommeilern in Deutschland zu überdenken, offiziell zu Ende gehen. <a href="http://www.blognition.de/markte/1065" target="_blank">Damals hatte ich mich gefragt, <span id="more-1785"></span></a>ob Angela Merkel angesichts der Ereignisse von Fukushima in ihrer bisherigen Atompolitik die Notbremse gezogen, wenn  nicht sogar kapituliert habe. Eine Frage, die ich dann doch mit einem glatten Nein für mich beantwortet hatte. Trotzdem wundere ich mich jetzt, was während der vergangenen Wochen alles passiert ist. Denn unsere zuletzt nicht gerade zupackend und entschlossen auftretende Kanzlerin scheint geradezu eine Metamorphose in Sachen politischer Entscheidungsfähigkeit durchlaufen zu haben. So wurde die Entscheidung zur Zukunft der Atomkraft so zügig getroffen, dass einigen konservativen Parteimitgliedern und Liberalen ganz schwindlig dabei wurde. Ja, die Energiewende, die heute beschlossen werden soll, bringt die Kanzlerin entscheidungstechnisch geradewegs von &#8222;behind“ zu „ahead of the curve“, wie man in gepflegtem Neudeutsch sagen würde. So schnell und überzeugend agiert sie in dieser Sache, dass sich vor allem die grüne Opposition eines ihrer wichtigsten parteipolitischen Themen beraubt sehen muss. Doch wer glaubt, Frau Merkel fahre mit eben diesen Grünen neuerdings einen Kuschelkurs, um vielerorts womöglich schwarz-grüne Koalitionen Wirklichkeit werden zu lassen, muss damit nicht unbedingt richtig liegen. Auch ist unklar, ob die neuerdings entfachte Merkel‘sche Entscheidungsfreude tatsächlich den jüngsten Wahlschlappen ihrer Partei geschuldet ist und somit nur als hektische Überreaktion zu gelten hat.</p>
<p>Zweifellos hat die Kanzlerin in einer schwierigen parteipolitischen Phase mit den Ereignissen um Fukushima Pech und ein Quäntchen Glück zugleich gehabt. Pech, weil die ursprüngliche Entscheidung, die Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verlängern, offenbar falsch war und somit modifiziert, wenn nicht gar rückgängig gemacht werden musste. Glück, weil sich bei der Mehrheit der Bundesbürger während der vergangenen beiden Monate die Normen hinsichtlich der Atomkraft massiv verschoben haben. Es ist genau diese Verschiebung, die den Richtungswechsel der Kanzlerin leicht gemacht hat. Denn Entscheidungen, die den (gesellschaftlichen) Normen entsprechen, bringen ein geringeres Commitment mit sich als solche, die gegen diese verstoßen. So gesehen ist der Richtungswechsel in Sachen Atomkraft gar nicht so mutig, wie er auf den ersten Blick aussehen mag. Denn die Konformität mit dem breiten Bürgerwillen macht zum einen den Rückzug von der alten Entscheidung leichter, zum anderen ist die neue Haltung zur Atomkraft zumindest aus dieser Perspektive mit einem geringeren Commitment verbunden. Vielleicht ist Frau Merkel also deshalb so schnell vorgeprescht, weil sie wusste, dass die Mehrheit der Wähler hinter der Kurve sich zumindest in der Energiepolitik treu an ihre Fersen heften würde.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Relativitätstheorie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Mar 2011 20:36:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als  der Energiekonzern Tepco am Sonntagabend seine Angaben über einen dramatischen Anstieg der radioaktiven Strahlung im Reaktor 2 des AKW Fukushima wieder zurücknahm, hätte sich bei mir fast etwas wie Erleichterung breitmachen können, nachdem es doch heute früh noch geheißen hatte, die Radioaktivität im Turbinengebäude sei 10 Millionen Mal höher als normal gewesen. Eine Zahl [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als  der Energiekonzern Tepco am Sonntagabend seine Angaben über einen dramatischen Anstieg der radioaktiven Strahlung im Reaktor 2 des AKW Fukushima wieder zurücknahm, hätte sich bei mir fast etwas wie Erleichterung breitmachen können, nachdem es doch heute früh noch geheißen hatte, die Radioaktivität im Turbinengebäude<span id="more-1142"></span> sei 10 Millionen Mal höher als normal gewesen. Eine Zahl die für die meisten von uns ohnehin unfassbar gewesen sein dürfte. Dagegen hört sich eine 100.000 <a href="#_edn1">[i]</a>Mal höhere Radioaktivität (wie vom Vizepräsident des Unternehmens Sakae Muto behauptet) schon nach deutlich weniger an – aber nur eben nur gegenüber dem Referenzpunkt von 10 Millionen. Heute früh hätte mich der Faktor 100.000 sicherlich genauso schockiert.</p>
<hr size="1" /><a href="#_ednref1">[i]</a> http://www.n-tv.de/Spezial/Tepco-bezweifelt-eigene-Messwerte-article2951536.html</p>
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