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	<title>Extrapolation Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Wo der Crash tatsächlich entsteht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 May 2013 13:18:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der DAX erklimmt neue Rekorde. Aber dennoch scheinen viele sich sicher zu sein, dass es irgendwann an den Finanzmärkten krachen wird, und sie wissen auch schon jetzt genau, warum das passieren wird. Eine mögliche Hauptursache, so sagen sie voraus, wird das Zerbrechen der Eurozone sein. Ich kann mich noch daran erinnern, wie vor zwei Monaten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der DAX erklimmt neue Rekorde. Aber dennoch scheinen viele sich sicher zu sein, dass es irgendwann an den Finanzmärkten krachen wird, und sie wissen auch schon jetzt genau, warum das passieren wird. Eine mögliche Hauptursache, so sagen sie voraus, wird das Zerbrechen der Eurozone sein. Ich kann mich noch daran erinnern, <span id="more-6097"></span>wie vor zwei Monaten das Gerücht die Runde machte, Zypern könne durchaus den Auslöser für einen solchen Zusammenbruch darstellen. Von einem Run auf die Banken nach den staatlich verordneten Feiertagen war die Rede und vom zypriotischen Parlament, das die Eurozone an den Rande des Abgrunds stoßen könne, sofern sich keine Mehrheit für das Spar- und Rettungspaket finden sollte. All dies war medial dramatisch in allen Nuancen ausgekostet worden, und auch in vielen Internetforen wurde dieses Szenario heftig diskutiert. Vielleicht, weil solche Geschichten Angst und Schrecken verbreiten.</p>
<p>Was aber ist seither geschehen? Zyperns Bürger haben nach den Bankfeiertagen vielleicht etwas mehr Geld abgehoben, um aufgeschobene Geschäfte tätigen zu können. Und im Parlament hat sich eine Mehrheit von 29 der 56 Abgeordneten gefunden, damit der Bail-in durchgezogen werden kann. Die Abstimmung fand am 30. April statt; seitdem fahnde ich vergeblich nach größeren Berichten über dieses scheinbar unwichtige Ereignis. Tatsächlich hat sich die Lage in der Eurozone doch merklich entspannt, was sich alleine schon an den niedrigen Anleiherenditen zeigt, die selbst in Problemländern an der Peripherie durchsetzbar sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Notenbankpolitik drängt zu falschen Entscheidungen</b></p>
<p>Vielmehr Sorge bereitet mir die Notenbankpolitik, aber nicht nur die der Fed. Die US-Notenbank möchte uns anscheinend auf eine Verminderung der quantitativen Lockerungsprogramme vorbereiten, was am vergangenen Samstag in einem Artikel des vielfach als Fed-Sprachrohr wahrgenommenen Journalisten Jon Hilsenrath im Wall Street Journal deutlich wurde. Dabei scheint sich mancherorts die Ansicht durchzusetzen, die US-Notenbank werde womöglich die monatlichen QE3-Volumina bei jeder ihrer Sitzungen je nach konjunktureller Datenlage um einen bestimmten Milliardenbetrag – vorstellbar wären jeweils zehn oder 20 Milliarden US-Dollar – verringern. Schrittweise sozusagen, um überzogene Reaktionen an den Finanzmärkten, vornehmlich am Aktienmarkt zu vermeiden. Dabei scheint die Fed allerdings das Verhalten der Investoren zu unterschätzen, denn diese neigen naturgemäß dazu, einen einmal eingeschlagenen Pfad für die Zukunft mental fortzuschreiben. Mit anderen Worten: Beim ersten Schritt der Notenbank in diese Richtung wird der entsprechende Betrag für die kommenden Sitzungen einfach extrapoliert. Mit der Folge, dass sich Marktreaktionen an diesen hochgerechneten Beträgen orientieren könnten.</p>
<p>Aber auch die Tendenz der EZB, sich negative Zinsen nicht nur vorstellen, sondern auch in die Tat umsetzen zu können, wie gestern anhand eines entsprechenden Statements des Chefs der Banca d’Italia, Ignazio Visco, deutlich wurde, sollte Anlass zur Sorge geben. Denn eine derartige Notenbankpolitik würde die Anleger noch mehr zu Entscheidungen drängen, die sie ohne dieses künstliche Niedrigzinsumfeld normalerweise nie getroffen hätten. Damit meine ich nicht einmal, dass die Menschen ihr Geld abheben und unters Kopfkissen stecken könnten, obwohl allein schon dies nicht ganz ungefährlich wäre. Vielmehr werden sich Sparer noch stärker auf die Suche nach rentablen Anlagen machen, wobei ihre Bereitschaft, für das Erreichen höherer Renditen höhere Risiken einzugehen, wachsen dürfte. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich das Kapital damit auf einige wenige Anlageklassen konzentrieren könnte, zu denen derzeit hierzulande gar nicht einmal so sehr Aktien, sondern vielmehr Immobilien zählen. Das Ganze erinnert mich an frühere Zeiten, als man mit extrem niedrigen Zinsen in anderen Ländern der Eurozone einen regelrechten Immobilienboom auslöste, unter dessen Folgen man heute dort noch leidet.</p>
<p>Wer sich also vor dem Crash schützen möchte – wenn das überhaupt möglich ist –, sollte zumindest einen Grundsatz beherzigen: Nur jetzt nicht alles auf ein Pferd setzen. Denn den richtigen Gaul, der nachher das Rennen macht, herauszupicken ist und bleibt reine Glückssache.  </p>
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		<title>Immer wieder diese Überraschungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Jan 2013 09:11:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ja, auch ich war ein wenig schockiert, als ich gestern erfahren musste, dass wir für die USA im vierten Quartal 2012 nicht wie erwartet 1,1 &#8211; 1,6 Prozent Wachstum verbuchen können, sondern stattdessen eine Schrumpfung des BIP von 0,1 Prozent verkündet wurde. Mindestens genauso sehr erstaunte mich, wie schnell die Ökonomen, die gerade noch kräftig [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, auch ich war ein wenig schockiert, als ich gestern erfahren musste, dass wir für die USA im vierten Quartal 2012 nicht wie erwartet 1,1 &#8211; 1,6 Prozent Wachstum verbuchen können, sondern stattdessen eine Schrumpfung des BIP <span id="more-5709"></span>von 0,1 Prozent verkündet wurde. Mindestens genauso sehr erstaunte mich, wie schnell die Ökonomen, die gerade noch kräftig danebengelegen hatten, etwa im Fernsehen – möglicherweise zur Verringerung kognitiver Dissonanzen – auf die Sondereffekte der jüngsten Quartalszahlen verwiesen. Etwa drastische Einschnitte bei dem Militärausgaben (die stärksten seit dem 3.Quartal 1972!) und, wahrscheinlich wegen des Hurrikan Sandy, deutlich gesunkene Lagerbestände. Viel lieber konzentrierte man sich auf die positiven Teile des BIP (gestiegene Hauspreise etc.) ohne die alles noch viel schlimmer ausgesehen hätte. Frei nach dem Motto: „Es wird keine Rezession geben“. Und nachdem der Offenmarktausschuss der US-Notenbank bezüglich der Wachstumsrisiken in ein ähnliches Horn stieß, ist für die meisten klar, dass der US-Wirtschaft eigentlich nichts passiert ist.</p>
<p>Abgesehen davon, dass etwa die Einschnitte bei den Militärausgaben nur einen Vorgeschmack auf das geben, was automatische Budgetkürzungen (Sequester), mit sich bringen können, frage ich mich, warum die Ökonomen häufig nicht in der Lage sind, diese angeblichen Sondereffekte in irgendeiner Weise angemessen ihre Prognosen zu berücksichtigen. Stattdessen sehe ich auf CNBC betroffene Gesichter und einen brüllenden Rick Santelli. Ja, es sind die gleichen Ökonomen, die in den kommenden Tagen wieder zu Vorträgen in Meetings und bei Kundenbesuchen der Banken ihre Prognosen und Strategien abgeben werden. Wahrscheinlich hat niemand von all diesen Experten in den vergangenen Monaten im Pentagon angerufen, um sich vielleicht über den Teil des US-Budgets ein klareres Bild zu verschaffen, der von Sparmaßnahmen am deutlichsten betroffen sein wird. Auch kontaktiert wohl kaum jemand stichprobenweise Unternehmen, um die Entwicklung bei den Lagerbeständen zu verifizieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Keine Schlamperei</b></p>
<p>Damit möchte ich keineswegs die Arbeit der Ökonomen als schlampig kritisieren. Sie tun wahrscheinlich alles, was angesichts ihrer personellen Ressourcen für eine gute ökonomische Arbeit in ihrer Macht steht. Diese Ressourcen reichen aber offenbar nicht aus und werden auch in den kommenden Jahren aufgrund der Sparmaßnahmen vieler Kreditinstitute kaum vergrößert werden. In einem derartigen Umfeld erstaunt es nicht, dass sich etwa die Arbeit eines G-20 Ökonomen mangels Zeit und Personal auf das Notwendigste beschränken muss. So ist es auch kein Wunder, wenn man sich in manchen Banken gar auf die Extrapolation bereits bestehender Wirtschaftstrends oder noch schlimmer, auf die Prognosen Dritter stützen muss.</p>
<p>Was den DAX angeht, bin ich in der glücklichen Lage, dass die Börse Frankfurt allwöchentlich die mittelfristig orientierten Marktteilnehmer direkt kontaktiert und sie nach der derzeitigen Stimmung befragt. Meine Analyse hierzu finden Sie <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+euro+kritiker+werden+ruhiger+46350">an dieser Stelle</a>, und wenn Sie auf der gleichen Seite den Reiter zur Detailanalyse wechseln, verrät Ihnen Gianni Hirschmüller nicht nur Kurserwartungen, sondern auch die beliebtesten und die zurzeit am stärksten von den Fondsmanagern gemiedenen Einzelwerte.</p>
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