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	<title>Eurozone Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Mit Jesus die Eurozone retten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Mar 2013 08:50:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit einigem Erstaunen konnte ich kürzlich auf der Homepage von „Business Insider“[1] lesen, dass nur Jesus den Euro retten könne. Tatsächlich wurde dort vor einigen Tagen aus dem Transskript eines Vortrags zitiert, den der Chef-Devisenstratege der Deutschen Bank, Bilal Hafeez, neulich vor Kunden des deutschen Mittelstandes gehalten hatte. Darin ging es um die Rettung der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einigem Erstaunen konnte ich kürzlich auf der Homepage von „Business Insider“<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> lesen, dass nur Jesus den Euro retten könne. Tatsächlich wurde dort vor einigen Tagen aus dem Transskript eines Vortrags zitiert, den der Chef-Devisenstratege der Deutschen Bank, <span id="more-5875"></span>Bilal Hafeez, neulich vor Kunden des deutschen Mittelstandes gehalten hatte. Darin ging es um die Rettung der Eurozone. Diese sei, so Hafeez, mit Vollendung des 14. Lebensjahres seit ihrer Gründung zu einem Teenager herangereift und werde, wie es eben typisch für dieses Alter ist, von inneren Konflikten zerrissen, ringe nach Struktur und zeige sich argwöhnisch gegenüber Autoritäten. Wer könnte in dieser Situation die Rolle eines Vorbildes für die Eurozone übernehmen? Sicherlich nicht Europas Väter, Deutschland und Frankreich. Nein es müsse schon jemand von außen sein, jemand, den alle Europäer respektieren und dessen Charakter und Motive außer Frage stünden. Doch diese Kriterien kann kein Sterblicher erfüllen, denn selbst den fähigsten Menschen können Fehltritte unterlaufen  oder ihre Autorität könnte durch frühere Irrtümer und Verfehlungen untergraben werden. Somit kämen nur Persönlichkeiten in Frage, deren Leben geschichtlich festgehalten sei. Daher kommt der FX-Stratege zu dem Schluss, dass es nur einen gibt, der von den meisten Europäern respektiert wird und der frei von jeder Sünde ist: Jesus!</p>
<p>Ich war zutiefst beeindruckt. Bilal Hafeez hatte sehr weit ausgeholt, um den Johannes-Vers 8,7 als Rettungsrezept für die Eurozone heranzuziehen: „Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein [auf sie]<a title="" href="#_ftn2">[2]</a>.“ Mit anderen Worten: Die Mitglieder der Eurozone sollten endlich aufhören, sich gegenseitig mit Steinen zu bewerfen, und stattdessen nach Vorne schauen. Denn eigentlich habe jedes Mitglied auf die eine oder andere Weise Vereinbarungen gebrochen. Man denke nur an die Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspakts (Grenzen: für das Haushaltsdefizit 3 Prozent bzw. 60 Prozent des BIP für die staatliche Verschuldung), die auch von Deutschland und Frankreich gebrochen wurden, ohne dass dies irgendwelche Strafen nach sich gezogen hätte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Mit Jesus Christus zum Ethical Banking?</b></p>
<p>Ja, ich stimme Herrn Hafeez zu! Aber ich frage mich, warum nur Jesus Christus die Eurozone retten können soll. Was ist mit all den Andersgläubigen, von den Atheisten ganz zu schweigen? Gehören die nicht dazu? Oder wollte Hafeez implizit ein Zeichen für den Kulturwandel im Investmentbanking setzen, an dessen Ende gar ein Ethical Banking steht, ausgerichtet an den Vorgaben der Heiligen Schrift? Das wäre in der  Tat ein beachtlicher Schritt!</p>
<p>Auch wenn ich diese Metapher, dass nur Jesus den Euro retten kann, für misslungen halte, hat sie mich dennoch bewegt und bestätigt. Denn ich bin davon überzeugt, dass sich in der Religion, nicht nur im Neuen Testament, Hinweise und Vorschläge für eine Rückbesinnung der Menschen auf ihre inneren Wertvorstellungen entdecken lassen. So enthält bereits der Jahrtausende alte jüdische Talmud mehrere Traktate, in denen versucht wird, Regeln für ein faires ökonomisches Zusammenleben der Menschen zu formulieren. Besäßen diese Regeln heute noch Gültigkeit, hätte es sehr wahrscheinlich nie eine Finanzkrise gegeben.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> <a href="http://www.businessinsider.com/only-jesus-can-save-the-euro-area-2013-3">http://www.businessinsider.com/only-jesus-can-save-the-euro-area-2013-3</a></p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> Tatsächlich geht es in dieser Passage des Johannesevangeliums um die Bestrafung einer beim Ehebruch ertappten Ehefrau</p>
</div>
</div>
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		<title>Jahresrückblick und Vorschau 2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2012 11:40:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[DAX]]></category>
		<category><![CDATA[Eurozone]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn man die Entwicklung an den Finanzmärkten im Jahr 2012 rückblickend betrachtet, lässt sich eines feststellen: Es ist wahrscheinlich besser als von den meisten Akteuren Ende 2011 vermutet ausgefallen. Denn vor Jahresfrist hatte die Mehrzahl der Menschen die große Sorge, ob die Eurozone würde überleben können. Und es ist nicht zuletzt EZB-Chef Mario Draghi zu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man die Entwicklung an den Finanzmärkten im Jahr 2012 rückblickend betrachtet, lässt sich eines feststellen: Es ist wahrscheinlich besser als von den meisten Akteuren Ende 2011 vermutet ausgefallen. Denn vor Jahresfrist hatte die Mehrzahl der Menschen die große Sorge, <span id="more-5561"></span>ob die Eurozone würde überleben können. Und es ist nicht zuletzt EZB-Chef Mario Draghi zu verdanken, dass sich die schlimmsten Befürchtungen – einige Auguren rechneten mit einem Auseinanderbrechen des Euro noch für Weihnachten 2011 – nicht bewahrheitet haben. Mit seiner Londoner Rede im Juli, wo er unmissverständlich klarmachte, die EZB werde alles tun, um den Euro zu stützen, gab er den bis dahin schon fast lethargisch wirkenden Lösungsansätzen der Politiker zur Rettung der Eurozone einen entscheidenden Impuls. Das Interventionsversprechen des EZB-Präsidenten, das bislang von den Marktteilnehmern nicht getestet wurde, brachte auch neue Bewegung in den Aktienmarkt: Die bis dahin verlorenen großen Gewinne aus dem ersten Quartal beim DAX wurden in der Folge nicht nur wieder hereingeholt, sondern später sogar noch übertroffen. Dabei bleibt übrigens festzuhalten, dass die Jahresperformance des DAX im Jahr 2012 an keinem einzigen Tag ins Minus gelaufen ist.</p>
<p>Bei einem Kursgewinn von nunmehr etwa 30 Prozent stellt sich natürlich die Frage, was im Jahr 2013 geschehen wird. Kann der DAX noch einmal eine ähnliche Performance hinlegen? Drückt die fiskalische Klippe in den USA, die derzeit noch nicht umschifft ist, auf die US-Konjunktur? Auf diese und auch auf andere Fragen habe ich versucht, <a href="http://www.daf.fm/video/joachim-goldberg-mein-ausblick-auf-das-boersenjahr-2013-50159280.html" target="_blank">beim Deutschen Anlegerfernsehen (DAF)</a>, wo mich Andreas Schulz interviewte, Antworten zu geben. </p>
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		<title>Weidmanns Nein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jun 2012 04:38:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[D-Mark]]></category>
		<category><![CDATA[Eurozone]]></category>
		<category><![CDATA[Stabilität]]></category>
		<category><![CDATA[Transferzahlungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Nein&#8220; scheint nach wie vor das Lieblingswort deutscher Politiker und Notenbanker zu sein. Angela Merkel sagt Nein zu Eurobonds, Nein zu einem Schuldentilgungsfonds, Nein zu einer europäischen Bankenunion. Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann sagt oft und gerne Nein. Vor ein paar Monaten war es noch das Nein zu Anleihekäufen der EZB, zur Beteiligung des privaten Sektors [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Nein&#8220; scheint nach wie vor das Lieblingswort deutscher Politiker und Notenbanker zu sein. Angela Merkel sagt Nein zu Eurobonds, Nein zu einem Schuldentilgungsfonds, Nein zu einer europäischen Bankenunion. Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann sagt oft und gerne Nein. Vor ein paar Monaten <span id="more-4518"></span>war es noch das Nein zu Anleihekäufen der EZB, zur Beteiligung des privaten Sektors an der Schuldenkrise und zur Nutzung von Bundesbankgold als Sicherheit für IWF-Kredite. Weil eine Änderung der rechtlichen Grundlagen für die Währungsunion das Vertrauen in die EZB untergräbt. Und wohl auch deswegen dürfte Weidmann vor kurzem ebenfalls Nein zur Einführung von kurzfristigen Euro-Bills gesagt haben. Aber während das Nein des Bundesbankpräsidenten wie immer knapp ausfiel und keinen Raum ließ für Überlegungen zu einer möglichen Alternative, könnte man der Bundeskanzlerin immerhin zugutehalten, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen einige Handlungsoptionen zumindest in Erwägung ziehen würde. Ja, wenn die europäische Fiskalunion steht, dann kann es auch Eurobonds geben, so ihre Haltung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Transferzahlungen gibt es schon längst</strong></p>
<p>Im Grunde handelt es sich bei all diesen Lösungsvorschlägen zur Krise um Transferzahlungen von reicheren an ärmere Mitglieder der Europäischen Union. Diese Zahlungen hat es in der EU immer schon gegeben, nur waren sie bislang nicht so offensichtlich. Man denke nur an die Agrarmarkt-Subventionen. Doch mittlerweile sind die Beträge, die dabei direkt oder indirekt von den Stärkeren an die Schwächeren fließen, so groß geworden, dass ihre Zahlung an die Bedingung geknüpft wird, dass sich die Schuldner zu einem strengen Sparprogramm verpflichten. Und diese Programme greifen mittlerweile so massiv in die jeweiligen Staatshaushalte ein, dass man sie aus ethischer Perspektive  durchaus in Zweifel ziehen kann. Natürlich muss ein Schuldner sein Darlehen zurückzahlen, aber er muss immer noch in der Lage sein, seine wirtschaftliche Existenz zu sichern. Schon in der Bibel steht (fünftes Buch Moses; 24,6): &#8222;Man soll nicht pfänden Mühle oder Mahlstein, denn das Leben ist es, was damit gepfändet wird.“  </p>
<p>Daher wird mancherorts der Ruf nach einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone immer lauter. Unter dem fadenscheinigen Vorwand, dass das Land mit Hilfe einer Abwertung seiner neu zu schaffenden Währung wieder konkurrenzfähig würde. Vielleicht würden sogar andere Staaten folgen müssen, wenn erst einmal ein solches Exempel statuiert worden ist. Weil sie sich anders aus dem Teufelskreis steigender Zinsen, gefolgt von einem höheren Kapitalbedarf zur Schuldentilgung, weiteren Sparmaßnahmen, wirtschaftlicher Schrumpfung und dem Verlust der Leistungsfähigkeit nicht mehr befreien können.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Deutsches „Nein“ zur Eurozone?</strong></p>
<p>Warum um alles in der Welt sollen nicht vielmehr diejenigen die Gemeinschaft verlassen, die immer nur Nein sagen? Die Blockierer. Warum nicht ein Nein zur Eurozone? Ich könnte mir vorstellen, dass sich hierzulande nicht wenige fänden, die einem Austritt Deutschlands aus der Eurozone durchaus etwas abgewinnen könnten. Im Gegenteil: „Zurück zur D-Mark!“ wünscht sich mehr als ein Drittel aller Deutschen<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>. „Wir wurden ja sowieso nie gefragt, ob wir den Euro wollen“, klingt es in meinen Ohren noch von TV-Talkshows der vergangenen Wochen nach. Würden Deutschland, Finnland &amp; Co. aussteigen, könnten die verbleibenden Eurostaaten endlich das Mandat der EZB ändern und auf diesem Wege der Zentralbank ermöglichen, Anleihen der Mitgliedsstaaten in unbegrenztem Maße am Markt aufzukaufen. Und sie könnten endlich Eurobonds ausgeben, auch wenn deren Rendite vermutlich bei 7 Prozent und mehr lägen und deren Rating natürlich ebenfalls massiv leiden würde. Aber das ginge uns dann ja nichts mehr an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Stabile D-Mark</strong></p>
<p>Und die D-Mark? Die wäre richtig stabil und robust, so wie man es früher, vor der Währungsunion, gewohnt war. Aber auch richtig teuer. So teuer, dass das Exportvolumen in die Eurozone bei einer Aufwertung der alten, neuen deutschen Währung dramatisch schrumpfen würde. Ich kann die Schlagzeilen schon erahnen: „Deutsche Exporte gegenüber Vorjahr um mehr als 25 Prozent gefallen!&#8220;, „Binnennachfrage kann Exportloch nicht ausgleichen“  – wenn wir dieses Gedankenspiel fortsetzen, würden wir am Ende eine Summe zusammenbekommen, deren Höhe sich die meisten heute nicht einmal vorstellen können.</p>
<p>Liebe Frau Merkel, lieber Herr Weidmann, wollen wir da immer noch Nein sagen?</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Vgl. Meinungsbarometer der Leipziger Volkszeitung online vom 11.6.2012 <a href="http://www.lvz-online.de/nachrichten/mitteldeutschland/lvz-meinungsbarometer-jeder-dritte-will-die-d-mark-zurueck/r-mitteldeutschland-a-140567.html">http://www.lvz-online.de/nachrichten/mitteldeutschland/lvz-meinungsbarometer-jeder-dritte-will-die-d-mark-zurueck/r-mitteldeutschland-a-140567.html</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
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