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	<title>Euro-Schuldenkrise Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Mit Freund K. durch die Krise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Sep 2012 05:40:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unlängst habe ich mich im Magazin Börse online über meinen Freund K. ausgelassen  und ihn als vorausschauenden Menschen bezeichnet. Denn er bereitet sich schon seit Jahren auf das Auseinanderbrechen der Eurozone vor, indem er in seinem Tresor Goldbarren und verschiedene ausländische Valuten mit Schwergewicht auf Schweizer Franken hortet. Ja, selbst gegen eine mögliche Lebensmittelknappheit, die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unlängst habe ich mich im <a href="http://www.boerse-online.de/maerkte/meinung/goldberg/:Perspektiven--Die-Krise-verlangt-viele-Opfer/641206.html"><span style="text-decoration: underline;">Magazin Börse online</span></a> über meinen Freund K. ausgelassen  und ihn als vorausschauenden Menschen bezeichnet. Denn er bereitet sich schon seit Jahren auf das Auseinanderbrechen der Eurozone vor, indem er in seinem Tresor Goldbarren und verschiedene ausländische Valuten mit Schwergewicht auf Schweizer Franken hortet.<span id="more-5049"></span> Ja, selbst gegen eine mögliche Lebensmittelknappheit, die aufgrund von Versorgungsengpässen bei einem plötzlichen Zerbrechen des Euros drohen könnte, ist K. gewappnet. Nun wartet mein Freund schon seit Jahren auf dem großen Zusammenbruch, weswegen es bei unserem jüngsten Treffen Rindsrouladen aus der Dose gab, die wegen des herannahenden Verfallsdatums gegessen werden mussten.</p>
<p>Als ich einem Kollegen besagte Kolumne zeigte, befand jener, dass meine Geschichte nicht eines gewissen schadenfreudigen Untertons entbehren würde. Wo doch mein Freund K. mit seinem Gold und seinen Schweizer-Franken-Beständen sicherlich zu den erfolgreichen Finanzmarktteilnehmern gehören würde. Gold notiere doch gegenüber dem Euro am Allzeithoch und auch der Franken wäre ohne die Interventionen der Nationalbank eigentlich noch viel fester als er es ohnehin schon ist  – da gibt es keine Fragen mehr. Nein, K. wäre gar nicht darauf angewiesen gewesen, seine vom Verderb bedrohten Lebensmittel schnellstens zu verbrauchen.</p>
<p>Wo er doch nur ein paar Fränkli gegen Euro hätte tauschen müssen, um sich mit dem Kursgewinn ein prächtiges Fünf Gang-Menü in einem schönen Drei-Sterne-Restaurant leisten zu können. Womöglich hätte er mich sogar zu diesem Festmahl eingeladen. Aber das hätte mein Freund nie gemacht. Nicht weil er geizig oder gar ein Freund von Entsagung ist. Sondern weil seine Gold- und Devisenreserven für den Notfall gedacht sind. „Und die rührt man nicht an“, versicherte mir K. erst kürzlich, egal wie stark sie im Kurs gestiegen seien.</p>
<p><strong>Zwischen Gewinn und Verzicht</strong></p>
<p>&#8222;Ja, aber wann wirst du denn dein Gold und deine Franken verkaufen, um die Gewinne zu realisieren?&#8220; fragte ich meinem Freund, genauso wie ich viele andere risikobewusste Bundesbürger hätte fragen können, die sich in ähnlicher Weise gegen den so genannten <em>worst case</em>, den schlimmsten anzunehmenden Unfall in der Eurozone seit Langem, abgesichert haben. &#8222;Nur, wenn die Euro-Krise mit Sicherheit ausgestanden ist&#8220; entgegnete K. Ich traute mich nicht zu fragen, woran man dies denn konkret festmachen könne. Zumal in einem solchen Fall der Goldpreis aber auch der Schweizer Franken womöglich schon längst und vielleicht sogar massiv an Wert verloren haben könnten. Denn in einer scheinbar sicheren Welt braucht man keine Versicherung mehr in Form von Gold und ausländischen Valuten. Und so bleibt für K. ein Dilemma: Gewinne in der Krise (am besten am Höhepunkt) realisieren oder darauf verzichten.</p>
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		<title>2011 im Stresstest – ein alternativloser Blick zurück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 07:30:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Unter psychologischen Gesichtspunkten sind im Jahr 2011 zwei Aspekte besonders hervorgetreten. Zum einen ist dies der so genannte Sunk-Cost-Effekt[i],  dem vor allem  Politiker erlegen waren. Diese haben es nämlich fertiggebracht, im Verlauf der EU-Schuldenkrise immer höhere (Eventual)verluste und Risiken einzugehen. Und wenn man gar bedenkt, dass der erste Rettungsschirm im Januar dieses Jahres noch ein [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unter psychologischen Gesichtspunkten sind im Jahr 2011 zwei Aspekte besonders hervorgetreten. Zum einen ist dies der so genannte Sunk-Cost-Effekt<a title="" href="#_edn1">[i]</a>,  dem vor allem  Politiker erlegen waren. Diese haben es nämlich fertiggebracht, im Verlauf der EU-Schuldenkrise <span id="more-3011"></span>immer höhere (Eventual)verluste und Risiken einzugehen. Und wenn man gar bedenkt, dass der erste Rettungsschirm im Januar dieses Jahres noch ein Volumen von 620 Milliarden Euro umfasste, welches dann aber in der Summe aller Rettungsschirme bis heute auf mehr als 1.800 Milliarden Euro  angeschwollen ist, dann könnte man sogar von einem eskalierten Commitment sprechen.</p>
<p>Der zweite wichtige psychologische Aspekt, mit dem sich die Akteure konfrontiert sahen, waren Gewöhnungsprozesse, die dazu führten, dass sich längst nicht jede negative Botschaft aus der Eurozone in den Marktpreisen niedergeschlagen hat. Man denke nur einmal an den Euro, der gegenüber dem US-Dollar gerade einmal wieder auf das Niveau vom Jahresanfang (1,33 USD) gefallen ist &#8211; unterjährig hatte er sogar bis 1,50 USD zulegen können. Kurz gesagt: Die Akteure haben sich phasenweise relativ schnell an schlechte Nachrichten gewöhnt und diese zumindest vordergründig manchmal sogar ignoriert. Leider ließ sich aber auch beobachten, dass sich die Marktteilnehmer auch an Gutes – und das meist noch schneller als an Schlechtes – adaptierten. Man denke nur an die diversen EU-Gipfel, die manchmal durchaus auch positive Überraschungen mit sich brachten, die aber dennoch innerhalb kürzester Zeit vor allen Dingen von den Kommentatoren zerredet wurden. Anders ausgedrückt: Gute Nachrichten hatten im Jahresverlauf für die Marktteilnehmer eine abnehmende Halbwertszeit.</p>
<p>Immerhin hat es der Begriff &#8222;Stresstest&#8220; zum Wort des Jahres gebracht, während das Unwort 2011 noch nicht feststeht – wir erinnern uns: Für 2010 wurde im Januar das Wort „alternativlos“ für diesen Titel auserkoren. Nicht nur, weil es von deutschen Politikern, vor allem von der Kanzlerin, oft und gern benutzt wurde. Sondern vor allem, weil es so schamlos implizierte, dass es sich bei der jeweils getroffenen politischen Entscheidung im Rahmen der Euro-Krise um die einzig mögliche und einzig richtige gehandelt habe. Dass sich viele Maßnahmen ex post dann doch als korrekturbedürftig herausstellten, wurde nicht einmal bedauert und tat dem weiteren Gebrauch dieses Wortes keinen Abbruch.</p>
<p>Bei unserer Hitliste der am meisten gelesenen Blog-Beiträge des Jahres lag interessanterweise ein Währungsthema auf Platz fünf. Denn<a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/ein-schwerer-sundenfall" target="_blank"> &#8222;Ein schwerer Sündenfall&#8220;</a> bezog sich auf die Ankündigung der schweizerischen Notenbank (SNB), den Euro, sofern er auf den Kurs von 1,20 CHF zurückfiele, unbegrenzt aufkaufen zu wollen. Natürlich standen auch bei Blognition die Euro-Krise und ihre möglichen Folgen im Mittelpunkt. So etwa der Blog-Beitrag <a href="http://www.blognition.de/politik/euro-2-0%E2%80%93wenn-der-neue-euro-kommt" target="_blank">&#8222;Euro 2.0 – wenn der neue Euro kommt&#8220;</a>, der auf Platz vier landete. Auch das Thema Währungsreform als <em>worst case</em> der Euro-Krise beschäftigte unsere Leser so sehr, dass der Artikel <a href="http://www.blognition.de/politik/von-der-euro-krise-zur-wahrungsreform" target="_blank">&#8222;Von der Euro-Krise zur Währungsreform&#8220;</a> als erster Teil einer Trilogie auf Platz drei landete. Reges Interesse weckte außerdem die US-Schuldenkrise. So wurde der Beitrag <a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/us-pleite-ware-supernova" target="_blank">&#8222;US-Pleite wäre Supernova&#8220;</a> erst kurz vor Redaktionsschluss vom ersten Platz verdrängt. Diesen nimmt im Jahr 2011 nunmehr ein Beitrag ein, der anscheinend bei vielen Lesern Wehmut weckte, denn sein Titel lautete: <a href="http://www.blognition.de/politik/d-mark-fur-deutschland" target="_blank">&#8222;D-Mark für Deutschland&#8220;</a>.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ednref1">[i]</a> Darunter versteht man die Tendenz, Verlustengagements unter erhöhtem Einsatz fortzusetzen, weil man bisherige Verluste (versunkene Kosten) einer Fehlentscheidung wieder wettmachen möchte</p>
</div>
</div>
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		<title>Ein fast geglückter Tag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 11:54:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der gestrige Handelstag mag von vielen Akteuren ohne weiteres als eine seltene glückliche Kombination positiver Neuigkeiten bezeichnet werden. So etwas wie ein &#8222;geglückter Tag&#8220;. Nicht nur, weil wir eine gut inszenierte konzertierte Intervention von Notenbanken erleben durften, die von den Akteuren in einer ersten Reaktion sogar wie eine Lösung der kompletten Finanzkrise empfunden worden sein [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der gestrige Handelstag mag von vielen Akteuren ohne weiteres als eine seltene glückliche Kombination positiver Neuigkeiten bezeichnet werden. <span id="more-2901"></span> So etwas wie ein &#8222;geglückter Tag&#8220;. Nicht nur, weil wir eine gut inszenierte konzertierte Intervention von Notenbanken erleben durften, die von den Akteuren in einer ersten Reaktion sogar wie eine Lösung der kompletten Finanzkrise empfunden worden sein mag. Bei näherem Hinsehen bleiben allerdings einige Fragezeichen. Natürlich kann man vor allen Dingen aus psychologischer Sicht davon ausgehen, dass mit dieser vorgetragenen Entschiedenheit ein Anstoß für weitere gemeinsame Aktionen gegeben worden sein könnte. Womöglich tatsächlich mit positiven Folgen für die Lösung der europäischen Krise, aber auch als Triebfeder für eine globale konjunkturelle Erholung. Auf der anderen Seite könnte man aber auch behaupten, mit der gestrigen Aktion hätten die Notenbanken möglicherweise im letzten Moment eine Notbremse gezogen.</p>
<p><span style="font-size: small;">Wie auch immer: In Kombination mit besser als erwartet ausgefallenen US-Daten sieht die ganze Geschichte noch einmal besser aus. Ich möchte sicherlich nicht an den mehr als 200.000 neu geschaffenen Stellen in den USA herummäkeln, die gestern von der privaten Arbeitsmarktagentur ADP vorhergesagt wurden. Selbst wenn hier (leider immer noch) von den Ökonomen letztlich nur Prognosen zu Erwartungen eines späteren Ereignisses (die Arbeitsmarkdaten am Freitag) abgegeben wurden, von denen positiv abgewichen wurde. Auch der Chicagoer Einkaufsmanager-Index ist deutlich besser ausgefallen als erwartet. Am Ende stellten die gestrigen Nachrichten aber vor allen Dingen aufgrund des Überraschungseffekts der konzertierten Notenbank-Aktion eine Bündelung positiver Informationen dar, bei denen Negatives nicht zu suchen hatte. Welchen Einfluss eine so positive Vorgabe für die kommenden, wichtigen Tage für die Eurozone und die Finanzmärkte haben kann, habe ich in zwei Interviews darlegen können. Denn ich war zu Gast bei Andreas Scholz vom <a href="http://www.daf.fm/video/goldberg-notenbank-effekt-wird-schnell-verpuffen-50149865-DE0008469008.html" target="_blank">deutschen Anlegerfernsehen</a> (DAF) und bei <a href="http://www.teleboerse.de/mediathek/mediathek_videos/teleboerse/Teleboerse-von-11-45-Uhr-article2996021.html" target="_blank">n-tv, wo ich von Frank Meyer vor die Kamera</a> (11:45 Uhr) gebeten wurde.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ein-fast-gegluckter-tag/">Ein fast geglückter Tag</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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