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	<title>EU-Kommission Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Erstaunliche Gelassenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 May 2019 05:55:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Kommission]]></category>
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		<category><![CDATA[Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> „Schlechtes Timing“, mögen sich gestern Marktbeobachter angesichts der ohnehin schon ungünstigen Entwicklung im US-chinesischen Handelsstreit gesagt haben, als sie die neuesten Wachstumsvorhersagen der EU-Kommission präsentiert bekamen. Zwar wurde die Prognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone für das laufende Jahr...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1205)</strong>             „Schlechtes Timing“, mögen sich gestern Marktbeobachter angesichts der ohnehin schon ungünstigen Entwicklung im US-chinesischen Handelsstreit gesagt haben, als sie die neuesten Wachstumsvorhersagen der EU-Kommission präsentiert bekamen. Zwar wurde die Prognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone für das laufende Jahr lediglich von 1,3 auf 1,2 Prozent zurückgenommen, was vordergründig betrachtet eigentlich kein riesengroßer Aufreger sein dürfte. Aber dass die BIP-Prognose für Deutschland in diesem Jahr um mehr als die Hälfte auf 0,5 Prozent gesenkt wurde, ließ zumindest Aktienhändler aufhorchen. Und wie so oft bei solchen Prognosen wanderte die Aufmerksamkeit der Akteure besonders in Richtung Italien, wo die Auguren der EU-Kommission die Wachstumsaussichten für das laufende Jahr und das Jahr 2020 auf 0,1 bzw. 0,7 Prozent (jeweils -0,1 %) leicht nach unten korrigiert hatten. Aber in einer ersten Reaktion rechneten <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-10506" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/08052019.jpg" alt="" width="150" height="469" />Kommentatoren ganz schnell nach, was dies für die Neuverschuldung Italiens bedeuten würde, dessen Haushaltsdefizit im kommenden Jahr den neuen Berechnungen zufolge nun 3,5 Prozent des BIP ausmachen würde – ein klarer Verstoß gegen die Regeln der EU. Indes: Die Reaktion der italienischen Anleiherenditen blieb überschaubar, genauso wie die des Euro zum US-Dollar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gerät die Fed unter Druck?</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während sich die Aktienmärkte gestern in den USA und auch hierzulande wegen der Trumpschen Drohung, die Handelszölle gegenüber China zu erhöhen, deutlich abschwächten, zeigte sich der Devisenhandel ausgesprochen ruhig. Von großer Risikoaversion war zumindest während der europäischen Handelssitzung wenig zu spüren, zumal sich eine typische Fluchtwährung, der Schweizerfranken, über weite Strecken sogar abschwächte. Dies ist insofern auch bemerkenswert, weil gestern früh bereits deutlich wurde, dass die Drohungen in Sachen Handelszölle keineswegs auf einen Alleingang Trumps zurückzuführen sind. Vielmehr dürften sich sowohl der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer, aber auch Finanzminister Steven Mnuchin Medienberichten zufolge bereits im Vorfeld für höhere Zölle auf China-Importe stark gemacht haben, sofern bis Freitag keine Einigung im Handelsstreit erreicht würde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Sollten sich die Streitigkeiten hinziehen und die angedrohten höheren Importzölle tatsächlich greifen, bliebe dies wahrscheinlich nicht ohne Wirkung auf die Haltung der US-Notenbank. Zwar wiederholte gestern deren Vizepräsident Richard Clarida genau das, was bereits Fed-Chef Jerome Powell in der vergangenen Woche nach der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) gesagt hatte. Danach habe die Notenbank derzeit keine Veranlassung, sich in die eine oder andere Richtung zu bewegen; auch sehe er die schwache Inflation lediglich als temporär an. Eine Einstellung, die sich allerdings rasch ändern könnte, wenn der FOMC die Risiken, die sich aus einem ungelösten Handelskonflikt ergeben könnten, anders bewertet. Einmal mehr würde dies nämlich den Druck erhöhen, die Leitzinsen eben doch eher früher als später zu senken.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Per Saldo geriet der Euro trotz aller ungünstigen Vorzeichen im Rahmen seines Abwärtstrends zwischen <strong>1,1265</strong> und <strong>1,1050</strong> auch gestern nicht stärker unter Druck. Tatsächlich scheint die Oberseite sogar etwas durchlässiger als die Unterseite des derzeitigen Marktumfeldes zu sein<em>.</em></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße Ihre Gültigkeit. Diese beträgt</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">für EUR/USD 10 Stellen</span></p>
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		<title>Commitment-Poker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 07:31:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Eskaliertes Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[Sparmaßnahmen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor zwei Jahren haben wir alle noch auf ein griechisches Wunder gehofft. Damals hatte die EU-Kommission gerade neue Griechenlandpläne verkündet: Sie wollte die Griechen fest an die Hand nehmen, um sie durch einen strikten Sparkurs zu führen. Auch indem das Land regelmäßig zum Rapport gebeten werden sollte. Schon damals fragte ich mich, womit man einem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor zwei Jahren haben wir alle noch auf ein griechisches Wunder gehofft. Damals hatte die EU-Kommission gerade neue Griechenlandpläne verkündet: Sie wollte die Griechen fest an die Hand nehmen, um sie durch einen strikten Sparkurs zu führen. Auch indem das Land<span id="more-3241"></span> regelmäßig zum Rapport gebeten werden sollte. Schon damals fragte ich mich, womit man einem Beinahe-Bankrotteur noch drohen könnte. Mit Geldstrafen etwa, wie sie seinerzeit im Gespräch waren? Auch kann ich mich noch gut daran erinnern, wie Griechenland der EU-Kommission versprach, seine Neuverschuldung bis zum Jahre 2012 unter drei Prozent des BIP zu drücken – damals hatte dieses Defizit gerade die 13-Prozent-Marke erreicht.</p>
<p>Nun hören wir zum wiederholten Male, dass Griechenland die ihm auferlegten zusätzlichen Einsparungen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro akzeptieren wird. Aber die EU-Finanzminister haben sich gerade einmal zu einer Telefonkonferenz durchringen können – immerhin will man jetzt am kommenden Montag über die Hilfsgelder entscheiden. Damals wie heute spielt man auf Zeit, aber auch heute geht es um die Frage, ob Griechenland sein gegebenes Versprechen wird einhalten können. Wo wir doch ohnehin schon wissen, dass auch diese Sparanstrengungen die Verschuldung Griechenlands nicht, wie vor kurzem noch geplant, auf 120 Prozent des Bruttosozialprodukts bis 2020 gedrückt haben werden. Jeder weiß: Es kann und es wird nicht klappen. Denn jede weitere drastische Sparmaßnahme wird die Wirtschaftsleistung weiter schrumpfen lassen. Dennoch wird weiter Commitment-Poker gespielt, weil die Einsätze aller Beteiligten längst viel zu hoch sind, als dass einer passen könnte.</p>
<p>Heute stelle ich mir genauso wie damals die Frage, auch wenn das zu jener Zeit noch als unschicklich galt, warum die griechische Regierung immer noch nicht in der Lage ist, Steuern in angemessener Höhe einzutreiben oder den lange versprochenen Verkauf von Staatsbesitz endlich einzuleiten. Es wäre doch ein Leichtes, mit Hilfe einer oder mehrerer Investmentbanken einen Staatsfonds zu gründen, der dieses Vermögen direkt veräußert oder sich alternativ Geld über die Emission von Anteilen am Fonds beschafft. Allerdings mit der Auflage, dass diese Werte bzw. Anteile ausschließlich an Personen mit griechischer Staatsbürgerschaft verkauft werden dürften. Auch wenn dadurch nicht die anvisierten 50 Milliarden Euro eingenommen werden könnten: Das Land müsste sich nicht ausgeraubt und gedemütigt fühlen.</p>
<p>Und wenn es dann noch gelänge, der Steuerflüchtigen und ihrer Riesengeldsummen endlich habhaft zu werden – vielleicht sollte Griechenland wahr machen, wovon dereinst Steinbrück schwadronierte, und seine Kavallerie in die Schweiz schicken – müsste man sich bedeutend weniger Sorgen machen, ob sich zu den wütenden Menschen auf der Straße demnächst nicht auch noch Angestellte des öffentlichen Dienstes, etwa Feuerwehrleute und Polizisten, hinzugesellen.</p>
<p><span style="font-size: small;">So aber bleibt das Gefühl, dass die Zeit bis zur endgültigen Pleite Griechenlands immer kürzer und der Zorn seiner Bürger und Politiker immer heftiger wird.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/commitment-poker/">Commitment-Poker</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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