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	<title>Dissonanz Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Börsen, bevölkert von zu vielen Bären</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2020 14:03:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch in der abgelaufenen Handelswoche spielte die Hauptmusik in der Finanzwelt an den Aktienmärkten. Für die einen klang diese Musik schrill und dissonant, weil die V-förmige Erholung, die die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks momentan hinlegen, nicht zu dem passt, was die ökonomische Datenlage derzeit vermittelt. Eine Divergenz, die eben Dissonanz auslöst. Aber zu dieser Dissonanz kommt auch noch eine Unsicherheit, die sich aus der kaum abschätzbaren Entwicklung der Corona-Pandemie ergibt. Eine Unsicherheit, die sich doch in Kursabschlägen niederschlagen muss, so zumindest die Logik...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0870)</strong>             Auch in der abgelaufenen Handelswoche spielte die Hauptmusik in der Finanzwelt an den Aktienmärkten. Für die einen klang diese Musik schrill und dissonant, weil die V-förmige Erholung, die die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks momentan hinlegen, nicht zu dem passt, was die ökonomische Datenlage derzeit vermittelt. Eine Divergenz, die eben Dissonanz auslöst.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11879" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/20042020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/20042020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/04/20042020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Dissonanz und Unsicherheit</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber zu dieser Dissonanz kommt auch noch eine Unsicherheit, die sich aus der kaum abschätzbaren Entwicklung der Corona-Pandemie ergibt. Eine Unsicherheit, die sich doch in Kursabschlägen niederschlagen muss, so zumindest die Logik der Pessimisten. Wo doch sowieso niemand auf Anhieb Vorhersagen treffen kann, wie die künftigen Gewinne der Aktiengesellschaften ausfallen werden. Und besagt nicht ein Ölpreis von weniger als 20 $ pro Barrel, dass die Konsumenten und Investoren nach einem Ende des Shutdown nicht mehr in voller Stärke zurückkommen werden? Stattdessen gibt es eine weithin ungeliebte Erholung der Aktienmärkte, die im breit gestreuten S&amp;P 500-Index, gemessen am Crashtief von vor vier Wochen, per Freitag über 30 Prozent ausgemacht hat.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verhasste Rallye</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich sind es die Aktienbären, die sich naturgemäß nicht über steigende Börsenkurse freuen können. Und von denen gibt es, sofern man etwa der jüngsten Umfrage der Börse Frankfurt (vgl. mein Kommentar <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/53b480be-940f-4164-ad17-f6e5c0c622cb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>) Glauben schenken mag, derzeit rekordverdächtig viele. Und deren Logik ist vereinfacht wie folgt: Es gab einen Börsencrash, und dann gibt es, wie nach jedem Crash in der Vergangenheit, eine Erholung, die jedoch normalerweise kurzlebig sein und denjenigen, die die erste Phase der Börsenpanik überstanden haben, eine zweite Chance geben soll, von der nächsten Verkaufswelle nicht erwischt zu werden. Denn die trägt womöglich noch viel tiefer, als wir es bislang erlebt haben mögen. Eine verrückte Logik, die auf dem aufbaut, was der Natur des Menschen völlig widerspricht: Zu schrumpfen, statt zu wachsen; Wetten auf den Untergang.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Krise kennt nicht nur Verlierer</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun haben die Regierungen und Notenbanken, allen voran in den USA, bislang sehr viel dafür getan, damit sich die Befürchtungen der Schwarzseher nicht erfüllen. Und hier kommen diejenigen ins Spiel, die an den Erfolg der Zentralbanken glauben, dass diese die Weltwirtschaft wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen werden. Das sind die derzeitigen Börsenbullen, von denen es wahrscheinlich gar nicht so viele gibt. Optimisten, die auch von großen Kapitalströmen profitieren, die sich ursprünglich aus Portfolioumschichtungen zulasten von Anleihen und zugunsten von Aktien aufgrund der Kursentwicklungen seit dem Allzeithoch vom 19. Februar ergeben haben dürften.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wenn die Erholung der Aktienkurse seit dem 23. März eines gezeigt hat, dann, dass es nicht nur Verlierer in der Corona-Krise gibt, sondern auch Gewinner. Man muss nur einmal auf die Entwicklung der Technologiebörse Nasdaq blicken, wo der Schlusskurs vom vergangenen Freitag nicht einmal mehr 10 Prozent von seinem Allzeithoch entfernt liegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Helikoptergeld, das seinen Wert verliert</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch etwas anderes vermitteln die derzeitigen Stände an den Aktienmärkten, wo eine noch größere Katastrophe bislang durch die Stimulus-Programme der Staaten und die Notfallmaßnahmen der Notenbanken vermieden werden konnte. Notfallmaßnahmen mit Schwerpunkt auf noch einer noch nie dagewesenen Liquiditätsversorgung und niedrigen Kreditkosten. Ja, es wurde Geld mit dem Helikopter abgeworfen. Geld, das – so wird es seit kurzem vor allen Dingen in Deutschland versprochen – so schnell wie möglich wieder eingesammelt werden soll, sobald die Corona-Krise einigermaßen überstanden ist. Geld, das von denjenigen wahrscheinlich in Form von Steuern abgesaugt werden soll, die durch die Krise nicht unter die Räder gekommen sind.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist genau diese versteckte Drohung, die auch dafür sorgt, dass die privaten Haushalte nicht konsumieren, sondern vornehmlich sparen werden. Selbst wenn man ihnen Geld in die Hand drücken würde. Eine Drohung, von der ich nicht glaube, dass sie ohne großen Schaden umsetzbar ist. Kurzum: Das Geld bleibt im System. Steigende Aktienkurse spiegeln also nicht zwangsläufig eine Hoffnung auf eine bessere globale Ökonomie wider, sondern die Papiere werden von Geld gekauft, von dem man befürchtet, dass es aufgrund seiner großen Menge eines Tages nur noch viel weniger als heute wert sein wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Dollar trotzt Risikofreude </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und der Dollar? Der hat sich am Freitag trotz der weithin erkennbar zurückgekehrten Risikofreude zunächst sogar weiter befestigt und schloss nur mit einem kleinen Tagesverlust ab. Analoges gilt für den Euro, der am Freitag im Tagesverlauf sogar noch ein neues Wochentief in der Nähe unseres ersten Nachfrageniveaus markierte, bevor er sich erholen und mit einem minimalen Tagesgewinn abschließen konnte. Er bleibt im kurzfristigen Abwärtstrend, dessen Risiko bis 1,0675 reicht. Nach wie vor bleibt der Trend intakt, solange <strong>1,1000/05</strong> nicht mehr überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Zur falschen Zeit das Richtige tun</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/zur-falschen-zeit-das-richtige-tun/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2014 07:16:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[high beta rich]]></category>
		<category><![CDATA[Locus of Control]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Begründung für die jüngste deutliche Korrektur an den Aktienmärkten hat landläufig eine Erklärung herhalten müssen: Kapital floss aus Schwellenländern zurück in die USA und in andere so genannte „sichere Häfen“, raus aus Aktien, rein in Anleihen. Dabei haben sich in weniger als zwei Wochen nicht nur die Chancen für eine globale, sondern auch für [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Begründung für die jüngste deutliche Korrektur an den Aktienmärkten hat landläufig eine Erklärung herhalten müssen: Kapital floss aus Schwellenländern zurück in die USA und in andere so genannte „sichere Häfen“, raus aus Aktien, rein in Anleihen. Dabei haben sich in weniger als zwei Wochen nicht nur die Chancen für eine globale, sondern auch für eine  konjunkturelle Erholung in den USA offenbar dramatisch verschlechtert. <span id="more-6908"></span>Allerdings versuchen die meisten Akteure immer noch abzuwiegeln, indem sie als Begründung für schlechter als erwartet ausgefallene Wirtschaftsdaten die extremen Wetterbedingungen in den USA im Dezember verantwortlich machen. Damit verschieben sie die Kontrolle über ihre eigentlich als sicher geglaubten Aktienengagements auf externe Kräfte, gegen die sie nichts ausrichten können. Und auf diese Weise werden gleichermaßen schlechte Konjunkturdaten wegrationalisiert und etwaige kognitive Dissonanzen aufgrund erlittener Aktienverluste verringert.</p>
<p>Doch die derzeitige Börsenentwicklung ist noch weitaus problematischer, wie es mein Mitstreiter Herman Brodie unlängst (<a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/die-wahren-risiken-fuer-die-weltwirtschaft/">hier</a>) dargestellt hat. Die größte Gefahr für die konjunkturelle Erholung in den USA dürfte also nicht der starke Schneefall, sondern der Absturz des breitgefassten S&amp;P 500 Index darstellen – mit negativen Folgen für andere wichtige Börsenplätze. Denn große Teile der Vermögen der Superreichen, der so genannten „high beta rich“, sind sehr stark an das Schicksal der Aktienmärkte gebunden. Nicht umsonst hat der Journalist und Schriftsteller Robert Frank den S&amp;P 500 als das neue Bruttoinlandsprodukt bezeichnet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Falling behind</b></p>
<p>Diese These hat in einer gerade erst kürzlich in der New York Times vorgestellten Studie neue Nahrung erhalten. Während der Zeitungsartikel in erster Linie die anhaltende Ausdünnung der Mittelklasse beklagt, kommt die Studie, in der die Entwicklung der Ungleichheit in den USA über die Jahre 1980 bis 2012 untersucht wurde, zu teils erschreckenden Erkenntnissen<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>. Danach bestand die Hauptursache für die steigende Ungleichheit während dieser Periode darin, dass die Haushaltseinkommen der unteren 95 Prozent kaum gestiegen sind, während sich der Anteil der oberen fünf Prozent am Gesamteinkommen (vor Steuern und ohne Kapitalerträge) aller Haushalte seit Anfang der 1980erjahre von gut 20 auf zuletzt mehr als 35 Prozent erhöht hat.  Wenn es dabei den unteren 95 Prozent aus der Einkommensverteilung dennoch gelungen ist, ihren Konsum aufrechtzuerhalten, ist dies einer sinkenden Sparquote und einer größeren Verschuldung zuzuschreiben. Eine Strategie, die mit dem Beginn der Großen Rezession in den USA im Jahre 2008 ihr Ende finden sollte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>20 Prozent der Haushalte machen 90 Prozent der Konsumausgaben aus</b></p>
<p>Doch die Studie geht noch weiter. Mit Ende der Rezession im Jahre 2009 hat sich in der Folge der Konsum im oberen 20tel der Einkommensverteilung um inflationsbereinigt 17 Prozent erhöht, während die übrigen 95 Prozent der Haushalte ihre Konsumausgaben nur um ein Prozent erhöhen konnten. Allein im Jahre 2012 waren die oberen 5 Prozent der Spitzenverdiener für 38 Prozent des heimischen Verbrauchs verantwortlich. Weiter gefasst kann man davon ausgehen, dass 90 Prozent der inflationsbereinigten Konsumausgaben von den oberen 20 Prozent der am Einkommen gemessenen Haushalte getätigt wurden.</p>
<p>Tatsächlich konzentrieren sich in den USA viele große Geschäfte und Restaurants auf die wohlhabenden Kunden, indem sie ihnen hochwertige Güter und Dienstleistungen verkaufen. Während große Einzelhandelsketten Geschäfte schließen und Mitarbeiter entlassen müssen, sind High-end-Produkte gut nachgefragt. Und so wundert es auch nicht, dass im Jahr 2013 die Zimmer von 5-Sterne-Hotels wesentlich größere Erträge als die ihrer Mittelklasse-Rivalen abwarfen.</p>
<p>Man muss also nicht viel Fantasie aufbringen, um sich vorzustellen, was geschieht, wenn die oberen 5 Prozent auf der Einkommensskala aufgrund eines drastischen Einbruchs der Börsenkurse ihren Konsum deutlich zurückfahren müssen. Und so wundert es auch nicht, wenn die ersten kritischen Stimmen schon wieder vernehmbar sind, ob denn die US-Notenbank mit dem Zurückfahren ihrer Anleihekaufprogramme (Tapering) nicht vorschnell begonnen und damit den schönen Aufwärtstrend am Aktienmarkt und gleichermaßen eine sich selbst tragende ökonomische Erholung abgewürgt habe. „Schlechtes Timing“, hörte ich unlängst sogar einen Analysten sagen, „man wird es Janet Yellen [der neuen Fed-Chefin] in die Schuhe schieben“, fuhr er fort.</p>
<p>Mit dieser Einstellung hätte die Notenbank niemals mit dem Tapering beginnen können. Denn den richtigen Zeitpunkt, um eine fragwürdige Strategie zu beenden, wird es nie geben. </p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Cynamon, Barry Z. and Fazzari, Steven M. (Jan 23rd, 2014): <i>Inequality, the Great Recession, and Slow Recovery</i>, <a href="http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2205524">http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2205524</a></p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
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		<title>Kaffeeklatsch</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/kaffeeklatsch/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Sep 2012 06:25:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Besitztumseffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffeemaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Umsatzsteigerung]]></category>
		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Kaffee bin ich anspruchsvoll. Wie die meisten Männer. Was habe ich mich schon mit allen möglichen Arten seiner Zubereitung herumgeschlagen! Vom frisch gebrühten immer viel zu starken Sonntagskaffee meiner Mutter über die wässrige Plörre diverser Kaffeemaschinen bis zum Kaffeebereiter der Methode „French Press“. Fast hätte ich meine in Venedig erstandene Bialetti-Mokkakanne vergessen, die leider [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/kaffeeklatsch/">Kaffeeklatsch</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Kaffee bin ich anspruchsvoll. Wie die meisten Männer. Was habe ich mich schon mit allen möglichen Arten seiner Zubereitung herumgeschlagen! Vom frisch gebrühten immer viel zu starken Sonntagskaffee meiner Mutter über die wässrige Plörre diverser Kaffeemaschinen <span id="more-5119"></span>bis zum Kaffeebereiter der Methode „French Press“. Fast hätte ich meine in Venedig erstandene Bialetti-Mokkakanne vergessen, die leider für unseren Herd nicht geeignet ist. Aber vor gut zwei Jahren bin ich am Ende meiner Kaffee-Odyssee angelangt und leidenschaftlicher Nespresso-Kaffeetrinker geworden. Ja, diese Kapseln, die man einfach nur in die Maschine stecken muss, sind die Erfüllung aller meiner Kaffeeträume. Auch wenn ich weiß, dass die Aluminium-Kapseln nicht gerade umweltfreundlich sind. Und teuer auch noch obendrein. Aber gegen einen stets heißen, wohlschmeckenden Premium-Espresso kommt einem die political correctness schon einmal wie abgestandener kalter Kaffee vor.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Premium-Service</strong></p>
<p>Aber eines Tages gab die heißgeliebte Kaffeemaschine ihren Geist auf, so dass ich prüfen konnte, ob der Service von Nespresso dieselbe Qualität wie der Kaffee zu bieten hatte. Nach drei Telefonaten hatte ich den online-Service davon überzeugt, dass auch zweimaliges Entkalken und einmaliges Entlüften der Maschine immer noch kein koffeinhaltiges Getränk entlocken konnten. Und so ließ man mich endlich zum Kundendienst vor, der die Maschine durch einen freundlichen Mitarbeiter abholen ließ. Alles lief professionell, ohne allzu lange Wartezeit mit einem avisierten Zeitfenster von zwei Stunden meiner Wahl – sogar abends oder samstags.</p>
<p>Im Gegenzug stellte mir der freundliche Mitarbeiter im Auftrag von Nespresso eine Ersatzmaschine zur Verfügung, die zwar (zum Glück bin ich kein Latte Macchiato-Trinker) keinen Milchaufschäumer besaß, aber durchaus ihren Zweck erfüllte. Ein Maschinchen mit neonblauer Beleuchtung beim Kaffeekochen, das zwar kleiner als meine große Doppeltankstation, aber dennoch sehr schick gestaltet war. Eigentlich ein Modell zum Verlieben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verpasste Marketingchance</strong></p>
<p>Sechs Tage später kam endlich meine eigene Maschine zurück. Aber ich frage mich hinterher, warum die Firma Nespresso, nicht höherwertige Geräte als Ersatz im Reparaturfall zur Verfügung stellt und sich den Besitztumseffekt beim Verbraucher zwecks Umsatzsteigerung nicht zunutze macht<a title="" href="#_ftn1">[1]</a>. Jener Effekt, der dafür sorgt, dass Menschen etwas, das sie einmal in Besitz genommen haben, nicht mehr gerne hergeben. Selbst wenn es sich nur um ein geliehenes Gerät handelt, das zurückgegeben werden muss. Denn der Tausch einer höherwertigen gegen die gewohnte reparaturbedürftige Maschine wird normalerweise beim Kunden als Gewinn wahrgenommen, die spätere Rückgabe des schöneren Gerätes als Verlust. Ein Verlust, der als doppelt so schwer wie der vorherige Gewinn empfunden wird und dessen Dissonanz letztlich nur durch den Kauf der höherwertigen Kaffeemaschine beseitigt werden kann. Auch Leihgeräte könnten ein idealer Werbeträger für die Marke sein.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass das Unternehmen mit der Maschine Gewinn machen oder sich durch Alleinstellungsmerkmale derselben die Konkurrenz vom Halse halten möchte.</p>
</div>
</div>
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