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	<title>Contrarian-Strategie Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Wenn der Postmann zu spät klingelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2020 04:49:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Contrarian-Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Derzeit gilt es als schick, gegen den US-Dollar zu sein. Und für viele Devisenhändler und Investoren liegen die Argumente für diese Haltung auf der Hand. Aber im Grunde sind es bereits seit einigen Wochen immer die gleichen Begründungen, die zu hören sind. Insbesondere wird den USA von den internationalen Investoren vorgehalten, sie hätten keine Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie und seien auch nicht in der Lage, die ökonomischen Folgen der Krise in den Griff zu bekommen. Im Kongress ringen Republikaner und Demokraten um ein weiteres Stimulus-Paket, ohne zu einem Kompromiss zu gelangen. Tatsächlich werden die US-Regierung als dysfunktional und die Vereinigten Staaten insgesamt als zunehmend unregierbar wahrgenommen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wenn-der-postmann-zu-spaet-klingelt/">Wenn der Postmann zu spät klingelt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1890)</strong>             Derzeit gilt es als schick, gegen den US-Dollar zu sein. Und für viele Devisenhändler und Investoren liegen die Argumente für diese Haltung auf der Hand. Aber im Grunde sind es bereits seit einigen Wochen immer die gleichen Begründungen, die zu hören sind. Insbesondere wird den USA von den internationalen Investoren vorgehalten, sie hätten keine Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie und seien auch nicht in der Lage, die ökonomischen Folgen der Krise in den Griff zu bekommen. Im Kongress ringen Republikaner und Demokraten um ein weiteres Stimulus-Paket, ohne zu einem Kompromiss zu gelangen. Tatsächlich werden die US-Regierung als dysfunktional und die Vereinigten Staaten insgesamt als zunehmend unregierbar wahrgenommen.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12391" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/18082020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/18082020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/08/18082020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine reibungslosen US-Wahlen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ganz zu schweigen davon, dass sich vielerorts mehr und mehr die Meinung verfestigt, dass die US-Wahlen am 3. November nicht reibungslos vonstattengehen werden. Bis hin zu der Befürchtung, dass der Wahltermin verschoben wird. Nicht zuletzt aufgrund eines offenbar maroden Postsystems, das die Sorge vor einer Beeinträchtigung der Briefwahl von Tag zu Tag wachsen lässt. Kurzum: Der Briefversand dürfte bei der US-Präsidentenwahl eine wichtige Rolle spielen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">So ließ die Post bereits durchblicken, dass per Briefwahl abgegebene Stimmzettel womöglich nicht rechtzeitig zugestellt würden, um beim Wahlergebnis berücksichtigt werden zu können. Es ist schon erstaunlich, dass der erst im Mai ernannte Post-Chef Louis DeJoy das Unternehmen ausgerechnet ein paar Wochen vor den Wahlen, wie es Donald Trump ausdrückte, „großartig“ machen, sprich: sanieren möchte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch die Tatsache, dass Journalisten Donald Trump immer wieder fragen, ob er im Falle einer Wahlniederlage am 3. November tatsächlich seinen Sessel räumen werde, wirkt befremdlich. Als ob ein abgewählter Präsident eine andere Option hätte, als sich aus dem Weißen Haus zu entfernen. Aber je öfter dies zur Disposition gestellt wird, so als hinge es auch vom „good will“ Donald Trumps ab, ob er dem Wahlsieger weichen werde oder nicht, desto mehr gewinnt diese eigentliche Unmöglichkeit an Realität.  </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hohe USD-Untergewichtung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Argumente gegen den Dollar sollten sich auf der anderen Seite zugunsten des Euro auswirken. Natürlich war der Beschluss, einen EU-Wiederaufbaufonds aufzulegen, ein wichtiger Schritt. Außerdem galt die Art und Weise, wie hierzulande mit der Covid-19-Krise umgegangen wurde, im Vergleich zu den USA fast schon als vorbildlich. Nun aber steigen die Fallzahlen wieder – und das bedeutet ein Risiko für den Euro. Manchem Beobachter ist der Aufstieg des Euro angesichts des vorherrschenden bullishen Sentiments ohnehin viel zu schnell gegangen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber eine Umfrage der Bank of America (7. bis 12. August) ergab nun, dass 36 Prozent der in diesem Monat befragten Fondsmanager (im Juli betrug der Anteil noch 30 Prozent) auf einen schwächeren Greenback setzen. Mehr noch: Die Untergewichtung dieser Manager im Dollar war nach Angaben von BofA-Strategen so hoch wie zuletzt im Jahr 2008. Dies für sich allein genommen wäre Grund genug, die derzeitige Dollar-Situation als antizyklisches Kaufsignal (sog. „contrarian buy signal“) zu interpretieren. Vor allem, wenn man noch die rekordhohen spekulativen Euro-Long-Positionen an der Chicagoer Futures-Börse von vor einer Woche in Betracht zieht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Riskantes antizyklisches Dollar-Signal</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: 40 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich der prozentuale Anteil des Dollar an den internationalen Währungsreserven in den kommenden zwölf Monaten verringern wird; 30 Prozent glauben, dass der Euro von einer solchen Verschiebung profitieren werde. Ein Schmelzprozess (vgl. auch meinen Beitrag <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/07/31/schmelzprozess/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>), der aufgrund seiner möglichen Intensität ein antizyklisches Kaufsignal für den Dollar zurzeit fragwürdig erscheinen lässt. Der Aufwärtstrend des Euro wird aktuell lediglich durch eine Konsolidierung zwischen <strong>1,1715</strong> und <strong>1,1930</strong> modifiziert) in einen kurzfristigen Schönheitsschlaf versetzt. Insgesamt bleibt die Situation für den Euro innerhalb der Konsolidierung ohnehin günstig, solange <strong>1,1780</strong> nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Contrarian? Nicht immer zahlt sich Dagegenhalten aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2017 17:16:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Finance]]></category>
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		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Las heute Morgen mit großem Interesse in der Börsenzeitung über „Die hohe Kunst des Anti-Mainstream“ und Contrarian-Investments nach langen Marktzyklen. Diese Strategie der so genannten Contrary Opinion machte an den Futures-Märkten in den USA schon vor vielen Jahrzehnten von sich Reden. Danach soll es sich auszahlen, wenn man seine Meinung gegen die Masse der Akteure, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9433 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2017/03/Senti_01032017-300x114.jpg" alt="" width="300" height="114" />Las heute Morgen mit großem Interesse in der Börsenzeitung über „Die hohe Kunst des Anti-Mainstream“ und Contrarian-Investments nach langen Marktzyklen. Diese Strategie der so genannten Contrary Opinion machte an den Futures-Märkten in den USA schon vor vielen Jahrzehnten von sich Reden. Danach soll es sich auszahlen, wenn man seine Meinung gegen die Masse der Akteure, vor allem in Extremphasen eines Marktes, ausrichtet. Mit anderen Worten: Ist die Mehrheit der Börsianer vornehmlich nach einem langen Aufwärtstrend optimistisch, solle man besser verkaufen, weil die Herde schon gekauft hat. Analog dazu ist es sinnvoll, entsprechend dieses Ansatzes zu kaufen, wenn das Gros der Börsianer extrem pessimistisch und der Markt praktisch am Boden liegt.</p>
<p>Immer gegen die Masse zu handeln hört sich zunächst einmal spannend, profitabel und heldenhaft an, weil es mit einer derartigen Strategie möglicherweise gelingen könnte, am untersten Punkt einer Aktienkursentwicklung einzusteigen bzw. am Höhepunkt einer Bewegung zu verkaufen. Auch momentan gehen viele Akteure davon aus, dass am deutschen Aktienmerkt der größte Teil der Aufwärtsbewegung bereits hinter uns liegt und für einen „überoptimistischen Markt“ eigentlich nur noch eine Ingredienz fehlt: Euphorie. Es wäre für einen sogenannten Contrarian geradezu himmlisch, wenn der DAX ein neues Allzeithoch markierte und eine extrem positive Stimmung damit einherginge. Ein Blick auf die technischen Indikatoren würde einen in dieser Haltung noch bestätigen, da sich der Markt in dieser Situation naturgemäß in einer überkauften Situation befinden muss. Der Contrarian müsste also nur noch verkaufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nicht blindlings dagegenhalten</strong></p>
<p>Dennoch sollte man nicht blindlings nach diesem Grundsatz handeln, denn man kann ohne weiteres auch bei solchen extremen Anzeichen eines starken Trends immer noch von der Masse überrannt werden. Aus Sicht der Behavioral Finance erscheint eine Contrarian-Strategie nur dann als sinnvoll, wenn die Herde auch groß genug ist <em>und</em> mit ihren Investments schiefliegt. Die Abneigung, Verluste zu realisieren (Verlustaversion), sorgt nämlich dafür, dass die Verlierer an ihr Engagement gefesselt blieben und so zum Untätigsein verurteilt wären.</p>
<p>Ein (wenn auch nicht immer exaktes) Instrument, solche Marktsituationen zu erkennen, stellen Sentiment-Erhebungen dar, die für Contrarians nicht nur an Extrempunkten im Markt, also alle Jubeljahre einmal, sondern auch in anderen Situationen profitable Handelsgelegenheiten eröffnen. Und zwar, wenn sich eine sogenannte Bias auftut, bei der etwa beim DAX ein Aufwärtstrend erkennbar ist, der aber mit fortschreitender Dauer von steigender Skepsis der Kommentatoren (Pessimismus) begleitet wird. Dieser Pessimismus ist ein Indiz dafür, dass diejenigen, die ihn äußern – sofern es sich um aktive Entscheider handelt – den Aufwärtstrend offensichtlich verpasst haben oder zunehmend dagegenhalten. Im besten Fall stützen sie im weiteren Verlauf nach einem deutlichen Rücksetzer den Markt durch ihre nachgeholten Käufe oder, sofern die Kurse davonrennen, im Rahmen einer Kaufpanik.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der wahre Contrarian</strong></p>
<p>Ein wahrer Contrarian zu sein bedeutet also als Daumenregel, auch in Trendphasen mit dem Trend zu gehen, sofern sich gleichzeitig die Stimmung eher gegenläufig zum Trend entwickelt.</p>
<p>Bleibt eigentlich nur noch die menschliche Psyche, die es schwer macht, aus solchen Marktgegebenheiten Kapital zu schlagen. Denn Contrarians sind im Augenblick des Handelns einsam, weil sie weder von anderen Investoren noch von der überwiegenden Zahl der Kommentatoren bestätigt werden. Gegen den Strom zu schwimmen kann, sofern sich nicht schnell Gewinne einstellen, ganz leicht zu kognitiven Dissonanzen führen. Vielleicht kann man es trainieren, derartige Dissonanzen zu überwinden, um zu einem erfolgreichen Contrarian zu werden. Sollten solche Trainings allerdings tatsächlich zum Erfolg führen, würden sie von vielen Menschen kopiert werden, weswegen sich eine neue Gefahr ergäbe: Nämlich zu einer neuen Herde zugehören.</p>
<p>Ob man bereits heute als Contrarian aktiv werden könnte, entnehmen Sie bitte meiner neuesten Analyse zur DAX-Stimmung die ich wie immer <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Glaube-an-neue-Allzeithochs-scheint-zu-fehlen-2254582" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span> für die Börse Frankfurt erstellt habe.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/contrarian-nicht-immer-zahlt-sich-dagegenhalten-aus/">Contrarian? Nicht immer zahlt sich Dagegenhalten aus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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