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	<title>Bordeauxwein-Hausse Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Zu reich? &#8211; Jenseits von Gut und Böse II</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 10:29:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hatte kürzlich im Sportstudio wieder einmal die Gelegenheit, mir während meines Trainings ungewollt neun Fernsehkanäle gleichzeitig anzuschauen. Am Ende blieb ich bei n-tv hängen, wo gerade die Sendung &#8222;n-tv Deluxe – alles, was Spaß macht&#8220; lief, die ich schon des Öfteren gesehen habe – das letzte Mal ging es um eine verschwenderische Einkaufstour eines Promis [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Hatte kürzlich im Sportstudio wieder einmal die Gelegenheit, mir während meines Trainings ungewollt neun Fernsehkanäle gleichzeitig anzuschauen. Am Ende blieb ich bei n-tv hängen, wo gerade die Sendung &#8222;n-tv Deluxe – alles, was Spaß macht&#8220; lief, die ich <span id="more-939"></span>schon des Öfteren gesehen habe – das letzte Mal ging es um eine verschwenderische Einkaufstour eines Promis in St. Moritz. Und da ich mich seit Neuestem vor allem mit Normen und Werten unserer Gesellschaft beschäftige, kam ich nicht umhin, diese Sendung besonders unter diesem Aspekt zu betrachten. Kaum hatte ich den Kopfhörer aufgesetzt, schallte mir ein schwungvolles: &#8222;Hallo, liebe Milliardäre&#8220; entgegen – mit dieser Formel pflegt die Moderatorin die Zuschauer an den Bildschirmen mit einem frontalen Lächeln zu begrüßen. Komisch, warum fühlte ich mich dennoch nicht persönlich angesprochen… Und dann ging es auch sogleich – MAZ ab! – mitten hinein ins Leben von Schenja Finkelstein, seines Zeichens Multimillionär und Organisator für Russland-Konzerte internationaler Top-Stars.</p>
<p>Und schon blickten wir gebannt in die Innenwelt eines riesengroßen Wohnhauses, folgten der Kamera auf ihrem Rundgang durch die acht einzelnen Gebäude, in denen Herr Finkelstein privat residiert, durchschritten riesige, modern gestylte Wohnhallen und warfen auch einen Blick in diverse Saunen, die der Musikmagnat für sein körperliches Wohlbefinden benötigt. Bei so viel Opulenz kam auch die n-tv-Reporterin ins Schwärmen. Tatsächlich vermittelte sie mit ihrem Beitrag den Eindruck, dass all der zur Schau gestellte Reichtum mit ehrlicher und harter Arbeit verdient worden war. Das hat Herr Finkelstein alles ganz legal geschafft – lautete die unausgesprochene Botschaft an den Zuschauer.</p>
<p>Insgesamt wurde uns eine Wertewelt präsentiert, wie sie sich der normale Fernsehzuschauer bestenfalls in seinen kühnsten Phantasien ausmalen kann, ohne auch nur hoffen zu dürfen, jemals selbst in solchem Luxus zu schwelgen. Aber träumen darf man ja. Schließlich wurde man auch noch in Finkelsteins klimatisierten Weinkeller geführt. Feierlich zog er eine Schublade auf, und der Blick der Kamera fiel auf mehrere Flaschen „Chateau Petrus“, dem Rolls Royce unter den Bordeaux-Weinen. 2.500 € soll eine Bouteille dieses Statussymbols gekostet haben. Da verschlug es offenbar auch unserer Kommentatorin die Sprache. Das sei jetzt doch schon ein bisschen dekadent, hauchte sie. Fast hätte ich ihr darin spontan beigepflichtet, doch dann fiel mir rechtzeitig ein, dass die übrigen Lebenshaltungskosten im Hause Finkelstein vermutlich ein Mehrfaches des kostspieligen Weinkellers betragen. Allein die diversen Saunen ein Jahr lang zu reinigen und in Betrieb zu halten, dürfte deutlich teurer sein als die ganze Schublade mit dem Chateau Petrus. Doch das geht bei all dem offensichtlichen Reichtum glattweg unter. Die Reporterin wie auch der gebannte Zuschauer sahen wohl im Geiste, wie sich 2.500 Euro verflüssigen, im Nu verrinnen und lediglich eine rote Spur im Glas hinterlassen. Dekadenz ist anscheinend eine Sache der Wahrnehmung.<span id="_marker"> </span></p>
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		<title>Rotes Gold</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 14:40:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Noch vor kurzem wurde in den hiesigen Medien von einer sagenhaften Teehausse in China berichtet, die einen fast schon an die Tulpeneuphorie von 1637 erinnerte. Und schon wieder sorgt China für eine Mega-Hausse: Jetzt ist der Bordeaux-Weinmarkt dran. Worüber ich als Wein-Liebhaber, der sich seit Jahren ausgerechnet auf dieses Segment konzentriert hat, eigentlich glücklich sein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/rotes-gold/">Rotes Gold</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor kurzem wurde in den hiesigen Medien von einer sagenhaften Teehausse in China berichtet, die einen fast schon an die Tulpeneuphorie von 1637 erinnerte. Und schon wieder sorgt China für eine Mega-Hausse: <span id="more-6636"></span>Jetzt ist der Bordeaux-Weinmarkt dran. Worüber ich als Wein-Liebhaber, der sich seit Jahren ausgerechnet auf dieses Segment konzentriert hat, eigentlich glücklich sein müsste. Das werden mir vermutlich jetzt einige meiner Freunde sagen. Für mich allerdings ist dieses Glück sehr zwiespältig, denn ich, der Genussmensch, muss mich wieder einmal zwischen Geldverdienen und Genießen entscheiden.</p>
<p>Was ist passiert? Bereits seit einigen Jahren befinden sich Weine aus Bordeaux in einem relativ stabilen Aufwärtstrend, der sich – gemessen am Live-Ex Fine Wine 100  Index* – zuletzt noch einmal deutlich verstärkt hat: In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Preise für die besten Rotweine mehr als verdreifacht. Richtig dramatisch wurde es jedoch erst Ende Oktober, als bei einer Versteigerung des Auktionshauses Sotheby’s in Hongkong eine Flasche Chateau Lafite-Rothschild aus dem Jahre 1869 alle Rekorde brach und für mehr als 233.000 USD den Besitzer wechselte. Und zwei Kisten des gleichen Weines aus dem Jahr 2009, deren Preis vor der Auktion mit 10.000 bis 15.000 USD je Kiste taxiert wurde, fanden erst bei 68.832 USD den Zuschlag. Übrigens: Alle 284 Lots gingen ausnahmslos an asiatische Bieter.</p>
<p>Mehr als 1.000 USD für eine Flasche Wein bei der 2009er Subskription zu bezahlen fand ich schon vor ein paar Monaten irrwitzig, wenn nicht gar dekadent. Aber mehr als 5.000 USD? Klar, den 1869er Lafite wird man vermutlich nie öffnen, sondern als Status-Symbol irgendwo in eine Vitrine stellen. Und auch die anderen überteuren Weine werden zumindest hierzulande nur in seltenen Fällen geöffnet werden. Kein Wunder, dass sich angesichts dieses Höhenrausches allerorten Spekulanten melden, die den schnellen Dollar machen wollen. Zum Nachteil aller Weinliebhaber, die sich das rote Gold nicht mehr leisten, geschweige denn sich trauen, dasselbe die Kehle herunterlaufen zu lassen.</p>
<p>Und so kann man sich glücklich schätzen, wenn man sich bei einer längst ausgebuchten Raritätenprobe des Schweizer Weinpapstes im Herbst 2011 einen Platz ergattert hat. Auch wenn ich selbst diesmal nicht teilnehmen kann, hat mich <a href="http://www.weingabriel.ch/360101/index.html">René Gabriels Versprechen auf seiner Homepage beeindruckt</a>. Er versichert, dieses Event, an dem unter anderem ein 1878er und ein 1887er Chateau Lafite-Rothschild geöffnet werden sollen, nicht unter fadenscheinigen Gründen abzusagen, um die Preziosen mit hohem Gewinn nach Fernost zu verkaufen. Es gibt also doch noch Menschen, denen der gemeinsame Genuss über ihre Gier geht. Auch ich werde meine Weine nicht verkaufen, sondern lieber selbst trinken – und das mit Freude!</p>
<p>*Es handelt sich dabei um die führende Benchmark der Weinindustrie – Bordeaux ist mit etwa 91 Prozent im Index am stärksten vertreten.</p>
<p><a href="http://twitter.com/Der_Goldberg">Folgen Sie mir auf Twitter!</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/rotes-gold/">Rotes Gold</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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