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	<title>Bewertung von Gewinnen und Verlusten Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Halbzeitbilanz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jul 2021 04:49:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Bewertung von Gewinnen und Verlusten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun liegt er also hinter uns, der Halbjahresultimo, an dem die Kommentatoren immer wieder gerne Bilanz ziehen. Zumal die globalen Aktienmärkte nun den fünften Monat hintereinander mit einem – wenn auch teilweise nicht mehr ganz so überzeugenden – Plus beschlossen haben. Blickt man auf das abgelaufene Quartal zurück, kann man den Aktien der Eurozone einen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun liegt er also hinter uns, der Halbjahresultimo, an dem die Kommentatoren immer wieder gerne Bilanz ziehen. Zumal die globalen Aktienmärkte nun den fünften Monat hintereinander mit einem – wenn auch teilweise nicht mehr ganz so überzeugenden – Plus beschlossen haben. Blickt man auf das abgelaufene Quartal zurück, kann man den Aktien der Eurozone einen Kurszuwachs von rund 3,7 Prozent bescheinigen, und blickt man gar auf das erste Halbjahr zurück, sprechen wir sogar von mehr als 14 Prozent. In den USA produzierte etwa der breitgestreute S&amp;P 500-Index im vergangenen Quartal immerhin ein Plus von etwas mehr als 8 Prozent. Und wenn man bedenkt, dass die Halbjahresperformance ebenfalls mehr als +14 Prozent beträgt, kann man sagen, dass die US-Aktien gegenüber ihrem europäischen Pendant im vergangenen Quartal aufgeholt haben. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13638" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/07/01072021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/07/01072021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/07/01072021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Währung nicht außer Acht lassen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich sollte man bei solchen Betrachtungen die Entwicklung der Währungen nicht außer Acht lassen, auch wenn der Euro gegenüber dem Ende des Vorquartals im Vergleich zum Dollar nur rd. 1 Prozent an Wert gewonnen hat. Für jemand, der seine ausländischen Aktienengagements kursgesichert hat, spielt dies praktisch keine Rolle. Nicht jedoch für die ungesicherten Engagements. Da besteht vor allen Dingen aus Sicht von US-Investoren, die gemäß der Fondsmanager-Umfragen der Bank of America während der vergangenen drei Monate ihre Übergewichtung in Aktien der Eurozone nach eigenen Angaben noch einmal erhöht haben<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><span style="color: #000000;">[1]</span></a>, Anlass zu leichtem Verdruss. Nicht nur wegen der „mageren“ 3,7 Prozent Aktien-Performance im Vergleich zu den 8,1 Prozent, die am Heimatmarkt zu verdienen waren.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Schöne Währungsgewinne wieder hergegeben</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielmehr wurde die Performance europäischer Aktien für Investoren aus dem Dollarraum zwar zunächst durch einen ordentlichen Kursgewinn des Euro gegenüber dem US-Dollar aufgebessert, der bis Anfang Juni immerhin in der Spitze 4,6 Prozent betrug. Seither ging es mit dem Euro, insbesondere nach der vielerorts als hawkish empfundenen Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC), seit Mitte Juni deutlich abwärts, so dass zum Quartalsschluss von dem einst schönen Kursgewinn nur noch rd. 1 Prozent übrig blieb. Kein schöner Gedanke für jemanden, der mental die zwischenzeitlichen Euro-Gewinne bereits fest verbucht hatte und sie während der vergangenen Wochen wieder hergeben musste. Ein Verlust, der nach den Erkenntnissen der Behavioral Finance zwei bis zweieinhalb Mal so stark bewertet wird wie der vorangegangene Kursgewinn. Kurzum: Dieses verbliebene eine Prozent Quartalsgewinn fühlt sich längst als deutlicher Verlust an.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Im Euro-Schlafwagen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Kursentwicklung des Euro während der vergangenen Tage lässt allerdings vermuten, dass die Bereitschaft, diesen relativen Verlust zu realisieren, bei den Akteuren zurzeit noch nicht sonderlich hoch ist. Denn wir konnten während der vergangenen acht Handelstage nur ein vergleichsweise träges Marktgeschehen beobachten. Immerhin markiert der Euro seit vier Handelstagen mit fast schon schöner Regelmäßigkeit tiefere Tagestiefs, jedes etwa durchschnittlich 27 Stellen niedriger als sein Vorgänger.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Solche trägen Märkte haben ein Risiko: Diejenigen, die schief liegen, also die diejenigen Akteure, die während der vergangenen Wochen auf Euro-Long-Positionen sitzen, sehen sich angesichts der fast schon einschläfernden Marktentwicklung oft nicht genötigt, etwaige Buchverluste zu realisieren. Bis zu einem bestimmten Punkt. Und der könnte erreicht sein, wenn der Euro an der Unterseite das für technische Analysten wichtige Niveau von <strong>1,1765</strong> verletzen sollte. Auf jeden Fall bleibt der kurzfristige Abwärtstrend des Euro intakt und das Momentum stetig, solange <strong>1,1925</strong> nicht überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><span style="color: #000000;"><a style="color: #000000;" href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a></span> Während im März netto 30 Prozent der Fondsmanager angaben, in Aktien der Eurozone übergewichtet zu sein, erhöhte sich diese Übergewichtung bis zum Juni auf netto 41 Prozent.</span></p>
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		<title>Rolltreppe Nummer 6</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 May 2014 06:20:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Bewertung von Gewinnen und Verlusten]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsirrtum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Dinge, die regelmäßig für Verstimmung bei einem sorgen, auch wenn andere darüber sagen, es sei doch vollkommen überflüssig, sich darüber aufzuregen. Und Kenner der Behavioral Economics würden außerdem kopfschüttelnd anmerken, man könne sich doch gerade an regelmäßig auftretende Dinge, auch wenn sie unangenehm sind, mit der Zeit so sehr gewöhnen, bis sie einem [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Dinge, die regelmäßig für Verstimmung bei einem sorgen, auch wenn andere darüber sagen, es sei doch vollkommen überflüssig, sich darüber aufzuregen. Und Kenner der Behavioral Economics würden außerdem kopfschüttelnd anmerken, man könne sich doch gerade an regelmäßig auftretende Dinge, auch wenn sie unangenehm sind, mit der Zeit so sehr gewöhnen, bis sie einem irgendwann nichts mehr ausmachten. Offensichtlich bin ich jedoch aus einem anderen Holz geschnitzt, auch wenn ich mich eigentlich nicht für pingelig halte.</p>
<p>Bei meinem ständig wiederkehrenden Ärgernis handelt es sich um eine Rolltreppe an der U-Bahn-Station „Zoo“ in Frankfurt, genauer gesagt um die Rolltreppe Nummer 6, wobei diese selbst mich natürlich nicht empört, sondern vielmehr der Umstand, dass diese Rolltreppe in schöner Regelmäßigkeit, vornehmlich am Wochenende, mir ihren komfortablen Dienst versagt. Und zwar immer dann, wenn ich freitagabends, manchmal aber auch am Samstagvormittag, mit meinem randvollbepackten Einkaufstrolley aus der U-Bahn aussteige und nach oben gelangen möchte. Rolltreppe Nummer 6 ist wie ihre anderen Genossinnen eine von denjenigen Treppen, die sich energiesparend nach einer gewissen Zeit der Nichtbenutzung von selbst abschalten und nur bei Bedarf wieder ihren Dienst aufnehmen. Außerdem gehört sie zur Gruppe derjenigen Exemplare, deren Betriebsbereitschaft durch eine kleine Ampel angezeigt wird. Wobei ich bei „Rot“ gar nicht automatisch rot sehe, denn es stellt mich nicht vor größere logistische Probleme, mit meinem schwerbepackten Wagen schlichtweg einen anderen Aufgang zu wählen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Bei „Grün“ rot gesehen</strong></p>
<p>Richtig gemein wird es allerdings, wenn die Ampel „Grün“ anzeigt und sich die Rolltreppe bei Betreten trotz mehrfachen Bespringens der Kontaktplatte dennoch nicht in Bewegung setzen will. Als ob sie mich absichtlich in die Irre habe führen wollen und mich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen angelockt habe: „Ätsch, reingefallen. Jetzt musst Du doch selbst die Treppen emporsteigen.“ Und obwohl der Aufwand, eine andere Rolltreppe oder den Aufzug zu nehmen, nicht größer ist, als wenn das rote Licht geleuchtet hätte, ärgert mich diese Situation ganz besonders und jedes Mal von neuem. Erst das verheißungsvolle grüne Licht und dann die nicht funktionierende Rolltreppe fühlen sich für mich so an, als ob ich etwas in Aussicht gestellt und dann doch nicht bekommen hätte. Anscheinend bewerte auch ich Verluste immer noch stärker als Gewinne in gleicher Höhe. Und gewöhnen kann ich mich an diesen Umstand auch bislang nicht.</p>
<p>Immerhin hatte ich mich – vermutlich im Unterschied zu den vielen anderen fluchenden Passanten, denen ich an jedem Wochenende am Fuße von Rolltreppe Nummer 6 begegne – kürzlich sogar dazu durchgerungen, die Telefonnummer zu wählen, die man für den Fall einer Störung an der Rolltreppe anrufen soll. Tatsächlich: Dort nahm sogar an einem Freitagabend jemand das Telefon ab. Das hätte ich nicht erwartet. Aber die Hoffnung, meinen Groll endlich loswerden zu können, wurde schnell getrübt. Denn die Dame am anderen Ende war zwar für die Störungsannahme und -weitergabe verantwortlich, bedeutete mir aber unmissverständlich, für Beschwerden müsste ich eine andere Telefonnummer wählen, am besten nach dem Wochenende.</p>
<p>Ob ich mich dazu je aufraffen werde? Aber wäre ein Leben ohne diese kleinen Ärgernisse womöglich nicht auch ein wenig langweilig?</p>
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