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	<title>Bank of England Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Fri, 06 Nov 2020 05:47:44 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Ist die Wette wirklich schon gewonnen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2020 05:46:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Bank of England]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als man gestern bei der Nachrichtenagentur Reuters nachlesen konnte, dass ein Buchmacher in Australien umgerechnet bereits 16,5 Mio. USD an Wettende ausgezahlt hatte, die auf einen Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl gesetzt hatten, hörte ich, wie einige staunend anmerkten: „Wenn die jetzt schon Geld auszahlen, müssen die sich ihrer Sache ganz schön sicher sein.“ Ich muss zugeben, dass ich in einer ersten, vorschnellen Reaktion ähnlich dachte. Aber bei genauerem Nachdenken...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>820)</strong>             Als man gestern bei der Nachrichtenagentur Reuters nachlesen konnte, dass ein Buchmacher in Australien umgerechnet bereits 16,5 Mio. USD an Wettende ausgezahlt hatte, die auf einen Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl gesetzt hatten, hörte ich, wie einige staunend anmerkten: „Wenn die jetzt schon Geld auszahlen, müssen die sich ihrer Sache ganz schön sicher sein.“</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ich muss zugeben, dass ich in einer ersten, vorschnellen Reaktion ähnlich dachte. Aber bei genauerem Nachdenken fiel mir dann natürlich ein, dass man sich auch beim Fußball Wetten vor dem Abpfiff auszahlen lassen kann. Der Betrag des australischen Buchmachers hört sich natürlich zunächst einmal eindrucksvoll an, aber trotzdem beruhte er auf der mathematischen Berechnung der Wahrscheinlichkeit eines Sieges von Biden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Aktienmärkte im Kaufrausch</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Von den Finanzmärkten lässt sich von gestern nichts Vergleichbares berichten, kam es doch insbesondere für die Teilnehmer an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks wahrscheinlich nur gelegentlich zu vorzeitigen Gewinn-Auszahlungen – für das Gros der Akteure gab es indes kein Halten. Und auch der US-Dollar musste im Zeichen der Risikofreude nicht nur gegenüber dem Euro, sondern auch im Vergleich zu einem Korb an Währungen, gemessen am Dollar-Index, deutliche Einbußen hinnehmen.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12703" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/06112020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/06112020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/11/06112020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Offensichtlich ist es für viele Akteure in Ordnung, wenn es wahrscheinlich einen US-Präsident namens Joe Biden – das ist bis jetzt noch keineswegs sicher – geben wird, begleitet von einer wahrscheinlich bremsenden republikanischen Mehrheit im Senat und einem nach wie vor von Demokraten beherrschten Repräsentantenhaus. Kurzum: Wenn sich tatsächlich diese Mehrheitsverhältnisse in den USA ergeben sollten, dürfte der Modus für die großen Vorhaben der nächsten beiden Jahre bis zu den sogenannten Mid-Term-Wahlen „Stillstand“ heißen. Und sollte es tatsächlich ein Stimulus-Programm geben, werden die Begünstigten am Ende froh sein, wenn dessen Umfang 750 Mrd. bis 1 Billion USD betragen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Den Blick auf die Notenbanken gerichtet</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber den Akteuren dürfte dies gestern ohnehin egal gewesen sein, denn man hoffte, dass die US-Notenbank angesichts immer noch steigender Covid-19-Infektionszahlen mit weiteren quantitativen Lockerungsmaßnahmen aufwarten oder diese zumindest ankündigen würde. Einen Schritt in diese Richtung hat bereits die Bank of England bei ihrer gestrigen Sitzung vollzogen, die zwar trotz der von ihr besonders hervorgehobenen Abwärtsrisiken für das Bruttoinlandsprodukt nicht die Türe in Richtung Negativzinsen aufstoßen wollte. Aber das bestehende quantitative Lockerungsprogramm wird um 150 Mrd. Pfund aufgestockt, also um einen höheren Betrag, als dies von den Analysten im Schnitt erwartet (100 Mrd. Pfund) worden war.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die US-Notenbank hielt sich mit derartigen Schritten bei ihrer gestrigen Sitzung indes zurück. So ließ der Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) erwartungsgemäß sowohl die Zinsen als auch das Anleihekaufprogramm unverändert. Auch das FOMC-Statement wich praktisch kaum von dem der September-Sitzung ab.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Bereits im Vorfeld der Fed-Sitzung gab der Greenback wohl auch in Hoffnung auf geldpolitische Maßnahmen deutlich nach und führte den Euro endlich über seinen Stabilisierungspunkt (1,1775/80) hinweg. Gleichzeitig können wir nun eine Konsolidierungszone für die Gemeinschaftswährung zwischen <strong>1,1600/05</strong> und <strong>1,1870/75</strong> ausmachen, innerhalb derer der Euro stabil bleibt, solange er sich oberhalb von <strong>1,1730/35</strong> bewegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Nach britischem Vorbild</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2020 05:53:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Bank of England]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Großbritannien hat es gestern vorgemacht, wie man den negativen konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise möglicherweise begegnen kann. So hat die Bank of England (BoE) unter Leitung ihres scheidenden Gouverneurs Mark Carney in einer außerplanmäßigen Sitzung den Leitzins, die Base Rate, um 50 Basispunkte auf 0,25 Prozent gesenkt. Das ist mehr, als von den Futures-Märkten eingepreist war. Diese hatten für einen derart starken Schritt lediglich eine 50-zu-50- Chance gesehen. Aber das war noch nicht alles. So stellt die BoE...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1295)</strong>             Großbritannien hat es gestern vorgemacht, wie man den negativen konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise möglicherweise begegnen kann. So hat die Bank of England (BoE) unter Leitung ihres scheidenden Gouverneurs Mark Carney in einer außerplanmäßigen Sitzung den Leitzins, die Base Rate, um 50 Basispunkte auf 0,25 Prozent gesenkt. Das ist mehr, als von den Futures-Märkten eingepreist war. Diese hatten für einen derart starken Schritt lediglich eine 50-zu-50- Chance gesehen. Aber das war noch nicht alles. So stellt die BoE ein auf ein Jahr begrenztes Finanzierungsinstrument für kleine und mittelgroße Unternehmen (TFSME) zur Verfügung, das über Zentralbankreserven finanziert wird. Kurzum: Man könnte auch von einer quantitativen Lockerungsmaßnahme (QE) sprechen. Außerdem wird der antizyklische Kapitalpuffer, den die Geschäftsbanken im Zuge ihrer Kreditvergabe als Polster für konjunkturell schlechte Zeiten geschaffen haben, derzeit von einem Prozent auf null gesetzt – ursprünglich war im Laufe dieses Jahres ein Anstieg des Puffers auf 2 Prozent vorgesehen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Gemeinsam mit der Regierung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber die Bank of England war bei diesen Maßnahmen nicht auf sich allein gestellt. Denn der britische Schatzkanzler Rishi Sunak stellte gestern seinen Haushalt vor. Dieser sieht nicht nur, wie bereits bekannt war, eine Ausgabenerhöhung von 18 Mrd. Pfund vor. Darüber hinaus wird das Budget – neben anderen Maßnahmen – wegen der Corona-Krise jetzt zusätzlich um weitere 12 Mrd. Pfund an fiskalischen Stimulus-Maßnahmen erhöht. Außerdem soll das nationale Gesundheitssystem Sunak zufolge so viel Geld wie nötig („Millionen oder Milliarden“) erhalten. Kurz gesagt: So sieht ein ernstzunehmendes Notfallpaket aus.<img decoding="async" class="alignright wp-image-11734" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/12032020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/12032020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/03/12032020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EZB zunächst auf sich allein gestellt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun ist es heute an der EZB, bei ihrer turnusmäßigen Sitzung in irgendeiner Form nachzuziehen. Aber ich werde den Eindruck nicht los, dass ihre Präsidentin Christine Lagarde zwar ebenfalls wie ihr Vorgänger Mario Draghi angesichts der Krisensituation zu einem „whatever it takes“ (so Draghi damals, um den Euro zu retten) aufrufen wird. Aber das würde wahrscheinlich nur wie ein verspätetes Echo klingen und wäre letztlich – angesichts der nicht gerade üppigen Handlungsoptionen – nur Ausdruck des verzweifelten Bemühens, irgendetwas in Bewegung setzen. Denn eine gleichzeitige fiskalpolitische Antwort wie in Großbritannien ist aus Deutschland für Morgen nicht zu erwarten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Rückabwicklung von Carry Trades beendet?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch in den USA gab es bislang seitens der Trump-Administration hinsichtlich etwaiger Stimulus-Programme lediglich am Dienstag ein Versprechen in der Größenordnung von „major“, wobei die Erläuterung, was das im Einzeln bedeuten könnte, ausblieb. Und deshalb ist es auch kein Wunder, dass die US-Aktienmärkte gestern wieder „auf die Bretter geschickt“ wurden. Interessant in diesem Zusammenhang: Der Dollar, aber auch die Renditen der US-Staatsanleihen sind bis gestern Abend nicht wie sonst bei deutlichen Einbrüchen am Aktienmarkt unter Druck geraten. Das bekam auch der Euro zu spüren, der offenbar auch nicht mehr von der Rückabwicklung sogenannter Carry Trades profitieren konnte. Vielmehr scheint die Gemeinschaftswährung nun unter der immer wieder auftauchenden Risikoaversion der Akteure – wenn auch nicht stark – zu leiden. Und so bleibt an der Unterseite <strong>1,1215/20</strong> das Maß der Dinge für den kurzfristigen Aufwärtstrend in seiner steilen Version.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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