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	<title>Bail-In Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Es gibt keine Gerechtigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Mar 2013 09:33:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Karwoche war bis zuletzt in starkem Ausmaß von der Zypern-Krise, aber auch von den damit einhergehenden befürchteten Folgen für andere Staaten der Eurozone bestimmt gewesen. Dabei erstaunt mich immer wieder, wie selbst renommierte Journalisten die Nachrichten aus der Eurozone ausgesprochen negativ kommentieren – egal, was geschieht, es hat den Anschein, deren Entscheider können es [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Karwoche war bis zuletzt in starkem Ausmaß von der Zypern-Krise, aber auch von den damit einhergehenden befürchteten Folgen für andere Staaten der Eurozone bestimmt gewesen. Dabei erstaunt mich immer wieder, wie selbst renommierte Journalisten die Nachrichten aus der Eurozone ausgesprochen negativ kommentieren <span id="more-5945"></span>– egal, was geschieht, es hat den Anschein, deren Entscheider können es nicht richtig machen. Was den Euro angeht, gibt es offenbar nichts Positives zu berichten. Als ob ein Sonderpreis für die treffsicherste Untergangsprognose vergeben würde, wann die Eurozone endlich zerbricht, ob ein Bankrun in Zypern soziale Unruhen auslösen wird. Oder, ob wir alle, womöglich über kurz oder lang selbst hierzulande, demnächst vom „Staat“ in einer Wochenendaktion mit einer 30-prozentigen Sondersteuer belegt werden. Immerhin habe ich einen wirklich lesenswerten Kommentar in der <a href="http://ftalphaville.ft.com/2013/03/27/1440092/save-the-rich/" target="_blank">Financial Times (Alphaville, <em>Save the Rich</em>)</a> von Izabella Kaminska gefunden, die ganz richtig die Frage stellt, ob jemand mit einem dicken Bankkonto und wenig anderen Anlagen reicher sei als jemand der nur über geringe Kontoguthaben und stattdessen über ein hohes Immobilienvermögen verfügt und demzufolge womöglich nicht viel mehr als seine Mieteinnahmen über sein Bankkonto laufen lässt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Schuldenerlass</b></p>
<p>Auch wenn die jetzige Verfahrensweise mit Bankkonten auf Zypern mit der 100.000-Euro-Grenze eine vermeintliche Linie zwischen Arm und Reich zieht, scheint mir fraglich, ob damit tatsächlich eine Vermögensumverteilung beabsichtigt war. Immerhin geht es um einen Notfall, bei dem die ohnehin angeschlagenen Finanzen des Staates nicht noch mehr belastet werden sollen. Allerdings kann man sich sogar die Frage stellen, ob der Staat überhaupt in der Lage gewesen wäre, Einlagen bis zu 100.000 Euro zu garantieren.</p>
<p>Manche Menschen hierzulande verunsichert unterdessen, dass am Beispiel Zyperns sichtbar wird, wie ein Schuldenerlass, um den wir mit oder ohne Euro nicht herumkämen, praktiziert wird. Denn wenn wir heute gefragt würden: „Wer soll die Rechnung bezahlen? Du oder der Staat?“ Würden die meisten sich für den Staat entscheiden. Wobei vergessen wird, dass wir selbst der Staat sind. Und wenn die Regierung hierzulande ein Versprechen abgibt, dass die Spareinlagen sicher seien, könnte dies am Ende – wie das Beispiel Zypern im angeblichen Sonderfall zeigt – darauf hinauslaufen, dass sich Gesellschaft sich als Ganzes mit diesem Versprechen selbst versichert.  Eine Versicherung, die wir am Ende also mit unseren eigenen Guthaben bezahlen müssen.</p>
<p>  </p>
<p><b>Immobilien nicht das Gelbe vom Ei </b></p>
<p>Unlängst fragte mich ein Zuhörer bei einer Anlegermesse nach einer Gesprächsrunde, was denn überhaupt noch sicher sei. Denn wenn, wie das Beispiel Zypern zeigt, der Staat praktisch über das Wochenende Teile der Bankguthaben per Dekret auslöschen könne, bliebe doch nur noch die Flucht in die Sachwerte. Gold besitze er schon, und er sei sich auch im Klaren darüber, dass ein solcher Besitz im Krisenfall gesetzlich verboten werden könne. Und von Sammelobjekten wie alte Autos, Kunst oder kostbare Weine, die ebenfalls auf der Anlegermesse vorgestellt wurden, habe er zu wenig Ahnung. Ganz einmal davon abgesehen, dass diese Märkte häufig intransparent seien und die gehandelten Güter deshalb schnell mit Spannen zwischen 30 und 50 Prozent gehandelt werden könnten. Da bliebe ja doch nur noch die Immobilie. Wobei der 35-jährige Mann offensichtlich noch nichts davon gehört hatte, dass man selbst mit Immobilie nicht vor massiven staatlichen Eingriffen sicher sein kann, wie etwa eine Hauszinssteuer im Jahre 1924 oder die Lastenausgleichsabgabe nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielleicht ist es am Ende gar nicht die Angst, dass wir zahlen müssen, vielleicht ist uns dies sogar einsichtig. Es ist vielmehr die Angst, <i>mehr</i> als die anderen bezahlen zu müssen, die manch einen umtreibt, die Angst vor Ungerechtigkeit, weswegen man weg vom Papiergeld in die Sachwerte flieht. Oder auch nur der Wunsch am Ende etwas besser da zu stehen als die anderen.</p>
<p>Die Aktienanleger haben sich, wie die jüngste Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt zeigt – <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+das+haben+wir+kommen+gesehen+48606">ich habe sie hier</a></span> kommentiert – jedenfalls auch während der vergangenen Tage von Aktien getrennt. Ob es sich dabei um eine Korrektur oder gar meine Trendwende handelt, können Sie der <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+das+haben+wir+kommen+gesehen+48606#reiter=detailanalyse">Detailanalyse</a> entnehmen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/es-gibt-keine-gerechtigkeit/">Es gibt keine Gerechtigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Nur die Schnellen gewinnen beim Bank-Run</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 09:42:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Viele Lösungsvorschläge zum Zypern-Problem können derzeit bereits in dem Augenblick Makulatur sein, wo sie kommentiert werden. Dennoch scheint die Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in Zypern noch nicht vom Tisch zu sein. Indes ist mir schleierhaft geblieben, warum eine nicht geringe Anzahl von Kommentatoren diese Abgabe als (Teil)Enteignung der Sparer bezeichnet. Abgesehen davon, dass Spareinlagen in Zypern [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Lösungsvorschläge zum Zypern-Problem können derzeit bereits in dem Augenblick Makulatur sein, wo sie kommentiert werden. Dennoch scheint die Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in Zypern noch nicht vom Tisch zu sein. Indes ist mir schleierhaft geblieben,<span id="more-5886"></span> warum eine nicht geringe Anzahl von Kommentatoren diese Abgabe als (Teil)Enteignung der Sparer bezeichnet. Abgesehen davon, dass Spareinlagen in Zypern deutlich höher als etwa in Deutschland verzinst wurden – auf diesen Umstand wies mich ein Leser des gestrigen Blogbeitrags von Herman Brodie hin – und diese höheren Zinsen letztlich auch eine Risikoprämie für diese Anlagen darstellten, wird die Abgabe den Bürgern schlicht und einfach nicht richtig verkauft. Denn es besteht nicht eine Wahl zwischen einem 100-prozentigen Erhalt der Einlagen oder deren Abwertung um bis zu rund 10 Prozent. Vielmehr handelt es sich um die Wahl zwischen einer Abwertung der Einlage oder deren kompletten Verlust, wenn die Banken zusammenbrechen sollten. Und genau und <i>nur</i> für diesen Fall würde ein staatliches Garantieversprechen, etwa ein Anlegerschutz bis 100.000 Euro, ziehen. Zu behaupten, eine Zwangsabgabe würde dieses Commitment infrage stellen ist, so gesehen, schlichter Unsinn. Aber man darf sich natürlich fragen, wer hinter diesem staatlichen Garantieversprechen am Ende steht: Diejenigen, die den Staat ausmachen, seine Bürger. So gesehen, sorgt ein so genannter Bail-in durch eine Zwangsabgabe zumindest dafür, dass der Staat solvent bleibt.</p>
<p>Am Zypern-Drama wird unterdessen wieder einmal deutlich, dass es am Ende ganz einfach nur um die Frage geht, wer die Schulden der schwächeren Länder der Eurozone bezahlen muss. Dieses Gefühl einer gemeinschaftlichen Verantwortung der Stärkeren für die Schwächeren funktioniert jedoch in der Eurozone nur begrenzt, etwa bei den Transferzahlungen, die jetzt schon stattfinden. Aber auch eine Ebene tiefer, beim Länderfinanzausgleich innerhalb Deutschlands geht schon das Gejammer der Stärkeren los, wenn sie für die schwächeren Bundesländer einstehen sollen. Oder, wenn die Reicheren in der Gesellschaft für die Ärmeren zahlen sollen. Ein Ausgleich, der oft noch nicht einmal in Familien funktioniert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Zweifelhaftes Recht auf Sicherheit</b></p>
<p>In der Folge kämpft im Zweifel jeder für sich und sieht zu, wie er sein hart Erspartes irgendwie in Sicherheit bringt. Manch einer, indem er sein Geld von der Bank abhebt, in Gold tauscht, unters Kopfkissen legt oder anderweitig „in Sicherheit“ zu bringen glaubt. Dabei ist diese Sicherheit eine Illusion, denn im richtigen Krisenfall, der vielleicht sogar Unruhen mit sich bringt, kann man sich leicht ausmalen wie schnell man Geld und Gold womöglich mit Gewalt abgenommen bekommt. Im Namen dieser Sicherheit und dem Recht auf Eigentum, werden jedoch sowieso nur die Schnellsten beim vielerorts befürchteten Bank-Run noch ihr Geld bekommen und es so dem Abgabenschwert des Staates entziehen. Ist das sozial? Für die Langsamen bleibt der Geldautomat verschlossen. Mit anderen Worten – und das mag vielleicht für die Finanzkrise besonders gelten: Die Zeche müssen am Ende die Gläubiger bezahlen und nicht die Schuldner. Ein Risiko, wofür jene in guten Zeiten guten Zins und Zinseszins (Dinge die manche Zeitgenossen abscheulich und unmoralisch finden) bekommen haben.  </p>
<p>Dass sich die DAX-Investoren derzeit nur wenig von den zypriotischen Problemen beeinflussen lassen, zeigt die jüngste Stimmungserhebung, die wir mit der Börse Frankfurt durchgeführt und die <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+krise+welche+krise+48313">ich hier kommentiert</a></span> habe. Um die Detailanalyse hat sich dieses Mal mein Mitstreiter <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+krise+welche+krise+48313#reiter=detailanalyse%20"><span style="text-decoration: underline;">Gianni Hirschmüller</span> </a>gekümmert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/nur-die-schnellen-gewinnen-beim-bank-run/">Nur die Schnellen gewinnen beim Bank-Run</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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