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	<title>Arbeitsmarkt Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Angeblich kein Anreiz zum Arbeiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 May 2021 04:51:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
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		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gestern hatte es den Anschein, als hätten die Aktien- und Anleihemärkte sowie auch der Devisenhandel am jüngsten US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag noch „zu kauen“. Tatsächlich ist es ja auch bemerkenswert, wie sehr eine Nonfarm Payrolls-Zahl, die die Median-Schätzung der Ökonomen grob um 725 Tsd. Stellen verfehlte, für Furore sorgen konnte. Hätte es diese Abweichung von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Gestern hatte es den Anschein, als hätten die Aktien- und Anleihemärkte sowie auch der Devisenhandel am jüngsten US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag noch „zu kauen“. Tatsächlich ist es ja auch bemerkenswert, wie sehr eine Nonfarm Payrolls-Zahl, die die Median-Schätzung der Ökonomen grob um 725 Tsd. Stellen verfehlte, für Furore sorgen konnte. Hätte es diese Abweichung von der Medianschätzung nach oben gegeben, wäre die publizierte Zahl immer noch in der von 77 Ökonomen angegebenen Bandbreite (700 Tsd. bis 2,1 Mio.) geblieben und wäre damit in den Ankerbereich gefallen. Mit anderen Worten: Eine positive Überraschung beim Arbeitsmarktbericht wäre sowieso kaum möglich gewesen. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13437" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/11052021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/11052021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/05/11052021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Auf der Suche nach Begründungen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun konnte man über das Wochenende hinweg unterschiedliche Begründungen vernehmen, warum die Zahl der neu geschaffenen Stellen so miserabel ausgefallen war. Eine davon: Die Unterstützung, die arbeitslosen Amerikanern von staatlicher Seite gezahlt wird, hätte dafür gesorgt, dass mancher Arbeitnehmer wenig Anreiz verspürt habe, für das gleiche Geld malochen zu gehen. Ein Argument, das übrigens nur begrenzt zieht, wenn man bedenkt, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der letzten Aprilwoche einen weiteren Tiefstand (knapp 500 Tsd.) seit Beginn der Pandemie markiert haben.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ein anderes Argument, das zu hören war: Viele Menschen könnten gar nicht arbeiten gehen, weil die Betreuung ihrer Kinder nicht gewährleistet sei. Man kann nun darüber denken, wie man möchte – trotzdem bleibt der Eindruck bestehen, als wollten manche Strategen ihre zu optimistische Einschätzung nachträglich rechtfertigen. Obwohl beide vorgenannten Argumente bei Abgabe der Prognosen eigentlich bekannt gewesen sein sollten.</span></p>
<h3></h3>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kein Grund zum Umdenken</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eigentlich sollte ein einzelner Arbeitsmarktbericht nicht dafür sorgen, dass nun Investmentstrategien überdacht oder gar über den Haufen geworfen werden. Zumal auch die Notenbank sich nicht von einem einzelnen Datum in ihrer Meinung beeinflussen lassen wird. Natürlich haben es dort die Entscheider leichter, denn der Arbeitsmarktbericht hat ihre Haltung bestätigt. Zumindest dürften die Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, die sich in dieser Woche zahlreich zu Wort melden werden, weiterhin an ihrer Einstellung festhalten, dass die US-Wirtschaft zwar gut läuft, aber sich trotzdem nicht überhitzt. Und ein etwaiger Anstieg der Inflation wird als „vorübergehend“ angesehen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was den Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar angeht, so markierte dieser gestern ein marginal höheres Hoch, aber die vergleichsweise engen Handelsbandbreite von etwas mehr als 50 Stellen steht möglicherweise als Sinnbild für das Nachdenken darüber, ob der Anstieg der Gemeinschaftswährung der Vorwoche womöglich doch etwas übertrieben war. Indes: Der kurzfristige Aufwärtstrend des Euro scheint nicht überzogen, zumal das Potenzial zunächst ohnehin nur bis <strong>1,2270</strong> reicht. Unterdessen darf ein möglicher Rückschlag bis <strong>1,2055/60</strong> reichen, ohne das Momentum des Aufwärtstrends infrage zu stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Lohndiät</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 12:14:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Diät]]></category>
		<category><![CDATA[Vollbeschäftigung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin kein Freund von Diäten. Obwohl ich schon viele ausprobiert habe. Wären da nicht diese Jojo-Effekte, die ich – wenn auch erst Monate später – immer wieder zu spüren bekomme. Der Volksmund würde sagen: Wie zeronnen, so gewonnen. Jetzt gibt es eine neue Form, Fettpunkte und andere Kalorientreiber zu sparen. Es handelt sich um [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin kein Freund von Diäten. Obwohl ich schon viele ausprobiert habe. Wären da nicht diese Jojo-Effekte, die ich – wenn auch erst Monate später – immer wieder zu spüren bekomme. Der Volksmund würde sagen: Wie zeronnen, so gewonnen. Jetzt gibt es eine neue Form, Fettpunkte und andere Kalorientreiber zu sparen. <span id="more-7465"></span>Es handelt sich um die so genannte Lohndiät, die den Arbeitsmarkt in Form bringt, so die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung vom 29. Juli. Viele nehmen dann auch tatsächlich automatisch ab, weil sie weniger Geld zum Ausgeben haben.</p>
<p>So verbreitet eine Forschergruppe, die „Kiel Economics“, besonders starken Optimismus* zur Entwicklung am Arbeitsmarkt. Deren Chef Carsten-Patrick Meier rechnet nämlich damit, dass bereits im Jahre 2014 nur noch 1,8 Millionen Menschen in Deutschland beschäftigungslos sein werden, was einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent und damit fast dem Zustand der Vollbeschäftigung entspräche – eine Studie der Bertelsmann-Stiftung weist in die ähnliche Richtung. Der Wirtschaftsforscher geht aber noch weiter und nennt zur Begründung seiner Prognose die „deutliche Lohnzurückhaltung“ in den Jahren 2004 bis 2008. Anders ausgedrückt: Dem Arbeitsmarkt stehen goldene Zeiten bevor, weil die Nachfrage nach Jobs angeblich schneller als das Angebot steigen wird.</p>
<p>Aber diese Zahlen alleine sagen nichts über die Qualität der Arbeitsplätze aus, deren Label zu einem großen Teil auch in Zukunft die Namen Teilzeitarbeit, Zeitarbeit, Leiharbeit und „befristete Arbeitsverhältnisse“ tragen werden. Auch ist zu befürchten, dass die Löhne real in Zukunft nicht steigen werden.</p>
<p>Gleiche Arbeit für immer weniger Geld – geht das gut? Wenn man einem Experiment des US-Psychologen und Behavioral Economics Professors Dan Ariely Glauben schenken möchte**, könnte man diese Frage bejahen. Auch wenn es nur um den Zusammenbau von Lego-Robotern durch Studenten ging, waren diese bereit, auch bei stetig sinkenden Bezügen zu arbeiten. Ausgehend von einem Anfangslohn von zwei Dollar wurde nämlich der Stücklohn in jeder Runde um jeweils 11 Cents gesenkt. Immerhin wurden im Schnitt von jedem der Teilnehmer mehr als zehn dieser Spielzeugroboter produziert. Ein Verhalten, das vor allem dem Umstand geschuldet war, dass die Probanden das Gefühl hatten, eine sinnvolle Arbeit zu verrichten. 65 Prozent von ihnen waren sogar bereit, auch noch für einen Stücklohn von weniger als einem Dollar zu arbeiten. Die Produktionszahlen einer anderen Gruppe sahen indes bedeutend schlechter aus. Weil jeder der produzierten Roboter zwar bezahlt, aber sofort wieder zerstört wurde, mussten diese Probanden ihre Arbeit als sinnlos empfinden. Hier wurden im Schnitt gut sieben Plastikroboter zusammengebaut, aber nur noch 20 Prozent der Studenten waren bereit, auch noch für einen Stücklohn von weniger als einem Dollar zu arbeiten.</p>
<p>Solange Arbeit also Spaß macht, sind die Menschen offenbar bereit, zu sinkenden Löhnen zu produzieren. Leider selbst zu (Dumping-)Löhnen, mit denen ein auskömmliches Leben nicht mehr möglich ist. </p>
<p>*Die Kiel Economics gehört zum Kreis der Institute, die für die Bundesregierung mit anderen zusammen eine Diagnose erstellten.</p>
<p>** vgl. Arielys lesenswertes Buch <em>The Upside of Irrationality</em>, Harper Collins Publishers, New York,  2010</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/lohndiat/">Lohndiät</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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