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	<title>Anleihekaufprogramm Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Leichtfertig aufs Spiel gesetzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2015 16:26:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man kann zu den Staatsanleihekäufen der Europäischen Zentralbank stehen wie man will – dennoch hat mich ein Interview mit Yves Mersch in der heutigen Ausgabe der Börsenzeitung irritiert. Denn das EZB-Direktoriumsmitglied warnte vor einem „Überziehen bei Staatsanleihekäufen“, obwohl die EZB erst im Januar den Beschluss gefasst hatte, ein quantitatives Lockerungsprogramm (QE) zur Ankurbelung der Inflation [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann zu den Staatsanleihekäufen der Europäischen Zentralbank stehen wie man will – dennoch hat mich ein Interview mit Yves Mersch in der heutigen Ausgabe der Börsenzeitung irritiert. Denn das EZB-Direktoriumsmitglied warnte vor einem „Überziehen bei Staatsanleihekäufen“, obwohl die EZB erst im Januar den Beschluss gefasst hatte, ein quantitatives Lockerungsprogramm (QE) zur Ankurbelung der Inflation zu initiieren. Obgleich die Anleihekäufe erst im März begonnen haben und bislang planmäßig durchgeführt wurden, verweist Mersch auf die verbesserte Stimmungslage in der Wirtschaft. Natürlich nicht, ohne hinzuzufügen, dass sich diese positive Entwicklung nicht alleine dem QE-Programm verdankt. Tatsächlich kann dieses Programm per se auch keinen direkten Einfluss auf das besser als erwartet ausgefallene Wachstum der Wirtschaft in der Eurozone Ende 2014 gehabt haben. Auch nicht auf die Inflationsrate, die überraschenderweise von -0,6 auf -0,1 Prozent gestiegen ist.</p>
<p>Tatsächlich beruht die positive Konjunkturstimmung überwiegend auf einem psychologischen Effekt, der bereits einsetzte, als Ende 2014 die <em>Hoffnung</em> auf ein QE-Programm der EZB aufkeimte.</p>
<p>Wenn Yves Mersch jedoch jetzt darauf dringt dass der QE-Plan überdacht werden müsse, falls die Inflationsentwicklung günstiger als erwartet verläuft, steht dies nicht nur im Widerspruch zu den Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi. Dieser hatte erst vor kurzem erneut bekräftigt, das QE-Programm werde bis September 2016 durchgezogen. Zumal die Inflationsprognosen für 2017 darauf beruhten.</p>
<p>Vielmehr erweist sich die durchaus gerade hierzulande nachvollziehbare Andeutung, die EZB könne sich im Falle eines früher als erwartet erreichten Inflationsziels flexibel gegenüber einmal beschlossenen Maßnahmen verhalten, als allzu vorschnell und leichtfertig. Denn der psychologische Effekt – die einzige Wirkung übrigens, die ich bislang als greifbare Folge des QE-Programm erkennen kann –, auf den sich der positive Konjunkturschub im letzten Quartal des vergangenen Jahres gründet, ist mit derartigen Warnungen und einer damit einhergehenden Relativierung des EZB-Commitments in Gefahr.</p>
<p>Dies mag auch ein weiterer gewichtiger Grund dafür sein, dass heute so viele Warnungen vor einem Aktien-Crash zu vernehmen sind. Denn der Aufwärtstrend des DAX und der europäischen Aktienmärkte beruht auf eben dieser Hoffnung, dass die quantitativen Lockerungsmaßnahmen noch recht lange andauern mögen. Diese Hoffnung hat auch die Stimmung der Börsianer hierzulande beflügelt, alles weitere dazu können Sie wie an jedem Mittwoch <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+crash+warnungen+lassen+anleger+kalt+81788">HIER</a></span></strong> nachlesen.</p>
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		<title>Fed, Herrin über ökonomische Schalter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Dec 2012 08:44:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich hat es mich schon ein wenig erstaunt, wie überrascht die Finanzmärkte von der Ankündigung Ben Bernankes gewesen waren, die US-Notenbank werde ihre Niedrigzinspolitik in Zukunft an feste ökonomische Werte binden. Denn während der vergangenen Wochen war doch durchaus immer wieder erkennbar, dass der Offenmarktausschuss der Fed zu einem derartigen Schritt tendieren würde, nachdem mehrere [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hat es mich schon ein wenig erstaunt, wie überrascht die Finanzmärkte von der Ankündigung Ben Bernankes gewesen waren, die US-Notenbank werde ihre Niedrigzinspolitik in Zukunft an feste ökonomische Werte binden. <span id="more-5541"></span>Denn während der vergangenen Wochen war doch durchaus immer wieder erkennbar, dass der Offenmarktausschuss der Fed zu einem derartigen Schritt tendieren würde, nachdem mehrere seiner Mitglieder (Janet Yellen, Charles Evans und andere) bereits mit Zahlenvorschlägen von sich Reden gemacht hatten. Dass die Politik extrem niedriger Fed-Funds-Zinsen fortgeführt werden soll, solange sich die Arbeitslosenquote oberhalb von 6,5 Prozent bewegt und auf Sicht von ein bis zwei Jahren eine Inflationsrate von höchstens 2,5 Prozent erwartet wird, mag auf den ersten Blick vorteilhaft erscheinen: Es handelt sich um eine im Voraus definierte Kombination von Regeln, womit die Notenbankpolitik vordergründig berechenbarer erscheint. Ja, fast bekommt man den Eindruck, Ben Bernanke wolle mit seiner Zahlengläubigkeit der Ökonomie doch noch den Status einer Naturwissenschaft verleihen. Etwas, das den Ökonomen bis heute nicht gelungen ist.</p>
<p>Natürlich würde nach Eintritt der nunmehr quantifizierbaren Bedingungen nicht sofort ein Schalter umgelegt und eine Phase massiv steigender Zinsen eingeleitet werden. Aber wie ich schon an <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/zahlenglaubigkeit-der-fed/">anderer Stelle</a> andeutete, setzt der Glaube an die Bedeutung ökonomischer Schwellenwerte voraus, dass die zurate gezogenen ökonomischen Indikatoren für die Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung tatsächlich auch sinnvoll sind. Ich bin mir nicht sicher, ob dies tatsächlich der Fall ist.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Trügerische Sicherheit und Kontrollillusion</strong></p>
<p>Abgesehen davon, dass die Akteure an den Finanzmärkten mit den neuen ökonomischen Zielmarken nicht nur psychologischen Ankereffekten unterliegen werden, würde etwa die Wirkung einer Zinserhöhung nach Eintreten der dafür erforderlichen Bedingung vielerorts wahrscheinlich völlig überschätzt. Man bekommt quasi den Eindruck, die Fed sei mit ihrer Politik der Zahlengläubigkeit in der Lage, in realiter etwas zu bewegen. Nach dem Motto: Wer den Schalter bedienen kann, hat auch die Kontrolle über das, was er damit bewegt. Womit sich die Investoren womöglich in einer trügerischen Sicherheit wiegen werden. Wo doch gerade das Beispiel der japanischen Notenbank (BoJ) zeigt, wie wenig geldpolitische Instrumente im Zweifel ausrichten können. Immerhin muss man Ben Bernanke und seinen Mitstreitern zugutehalten, dass sie sich eine Hintertür offengelassen haben. Denn die <em>quantitativen</em> Regeln gelten nur für den Leitzins, während die Anleihekaufprogramme einer <em>qualitativen</em> Bewertung der ökonomischen Situation unterzogen werden, womit sich die Notenbank zumindest nicht ihrer Flexibilität beraubt.</p>
<p>Unterdessen bleibt die Stimmung an den Aktienmärkten, deren gestrige Erhebung die jüngsten Maßnahmen der Fed naturgemäß noch nicht beinhalten konnte, fast ungetrübt. Ob dieser Optimismus von Dauer ist, können Sie in <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+7+600+reizt+nur+wenige+zu+gewinnmitnahmen+44646">meinem Sentiment-Kommentar für die Börse Frankfurt nachlesen</a>, während sich Gianni Hirschmüller (unter dem entsprechenden Reiter auf derselben Seite) um die <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+7+600+reizt+nur+wenige+zu+gewinnmitnahmen+44646">Detailanalyse</a> gekümmert hat.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/herrin-uber-okonomische-schalter/">Fed, Herrin über ökonomische Schalter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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