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	<title>Analysten Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Der verschobene Crash</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 May 2013 17:50:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ja, ich war schon erstaunt, heute aus dem Fernsehen zu erfahren, dass der Starökonom Nouriel Roubini den Aktiencrash wohl in die Zukunft verschoben hat. Jetzt kann es entgegen früheren Befürchtungen in den kommenden beiden Jahren mit dem Aktienmarkt sogar nach oben gehen. Auch sieht Roubini derzeit keine Blasenbildung. Ich dachte schon, das gelte für den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, ich war schon erstaunt, heute aus dem Fernsehen zu erfahren, dass der Starökonom Nouriel Roubini den Aktiencrash wohl in die Zukunft verschoben hat. Jetzt kann es entgegen früheren Befürchtungen in den kommenden beiden Jahren mit dem Aktienmarkt sogar nach oben gehen. Auch sieht Roubini derzeit keine Blasenbildung. Ich dachte schon, das gelte für den DAX – aber nein! Gemeint war natürlich der US-Aktienmarkt. Ich bin gespannt ob noch andere Crashpropheten ihre Meinung ändern werden oder ob sie ganz stark bleiben und gegen die Hausse halten.</p>
<p>Immerhin haben es Analysten ohne eigene Position leichter, selbst am Allzeithoch ihre Meinung zu ändern: Nach dem Motto „Der Crash kommt, aber später“. Ein Händler hat es da viel schwerer, denn wer bislang gegen die Hausse gehalten hat oder auch nur nicht mitgemacht hat auf dem Weg nach oben, sieht sich nicht nur einer Verlustaversion (die Aversion einen mit einer Entscheidung einhergehenden Verlust realisieren zu müssen) gegenüber. Hinzu kommt, gegebenenfalls eine neue Entscheidung, etwa einen Einstieg in den Markt, am Extrempunkt einer Kursentwicklung treffen zu müssen, um dann womöglich mitanzusehen, wie der Markt anschließend gegen einen läuft. Psychologisch der „worst case“ – ein Bedauern (regret), das die meisten Menschen, wenn irgend möglich, vermeiden wollen. Deswegen tendiert man in einer solchen Situation eher zum Abwarten bzw. Nichtstun.</p>
<p>Dies ist auch der Grund, warum hierzulande keine rechte Freude am Allzeithoch des DAX aufkommen will. Was die mittelfristigen Anleger, deren Stimmung allwöchentlich die Börse Frankfurt erhebt, derzeit umtreibt, können Sie <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+buy+in+may+and+go+away+50678">in meinem heutigen Kommentar dazu (hier</a>)</span> nachlesen. Gianni Hirschmüller hat sich um <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+buy+in+may+and+go+away+50678#reiter=detailanalyse">die Analysedetails hier</a></span> gekümmert.    </p>
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		<title>Eine Vorhersage der Vergangenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 11:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während der vergangenen Jahre hat es bereits einige wissenschaftliche Untersuchungen zur Prognosegüte von Finanzmarktanalysen gegeben. Aber wenige sind so umfangreich wie die jüngste Studie eines Teams, das von Professor Dr. Markus Spiwoks[i] geleitet wurde: Sie umfasst etwa zehn Jahre an Zinsvorhersagen für zwölf entwickelte Industrienationen, was einer Gesamtzahl von fast 160.000 Vorhersagen entspricht. Wenn man sich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Während der vergangenen Jahre hat es bereits einige wissenschaftliche Untersuchungen zur Prognosegüte von Finanzmarktanalysen gegeben. Aber wenige sind so umfangreich wie die jüngste Studie eines Teams, das von Professor Dr. Markus Spiwoks<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1">[i]</a> geleitet wurde: Sie umfasst etwa zehn Jahre an Zinsvorhersagen für zwölf entwickelte Industrienationen,<span id="more-1025"></span> was einer Gesamtzahl von fast 160.000 Vorhersagen entspricht. Wenn man sich einmal die Prognosen für die Rendite deutscher Anleihen ansieht, ist das Ergebnis für die Analysten nicht gerade schmeichelhaft. Dabei zeigt die erste Grafik die 10-Jahresrendite und den dazugehörigen Prognosewert, den die Analysten 13 Monate zuvor – gezeigt wird die Konsensschätzung – abgegeben hatten.</p>
<p> <a href="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/03/Bund-yield-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1038" title="Bund yield 1" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/03/Bund-yield-1-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a></p>
<p>Wenn man nun die Vorhersagekurve um 13 Monate nach links verschiebt, wird eine frappierende Korrelation mit dem tatsächlichen Renditeverlauf erkennbar: Die Prognosen haben einen sehr starken Bezug zum jeweiligen Trend, der zum Zeitpunkt der Vorhersage gerade vorherrschte. Will sagen: Der vorherrschende Markttrend hat einen größeren Einfluss auf die Prognosen als irgendein ein vorstellbares Ereignis, das in der Zukunft stattfinden könnte. </p>
<p><a href="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/03/Bund-yield-2.jpg"><img decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-1039" title="Bund yield 2" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2011/03/Bund-yield-2-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a></p>
<p>Auf den ersten Blick könnte man sogar meinen, dass diese Vorhersagen naiv seien. Aber die Autoren der Studie zeigen, dass dem nicht so ist. Vielmehr würden die Vorhersagen durch typische und systematische Verhaltensfaktoren beeinflusst. Etwa die Verankerungsheuristik oder Herdenverhalten. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn wären die Vorhersagen naiv, hätten sie keinen Einfluss auf etwaige Marktineffizienzen – sie würden sich über kurz oder lang gegenseitig aufheben. Wenn die Prognosen jedoch systematisch verzerrt sind, tragen sie exakt dazu bei, dass Finanzmärkte eben nicht effizient sein können.</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1">[i]</a> Spiwoks, M. et al. <em><a href="http://www.ostfalia.de/export/sites/default/de/w/download/WWP-11-01.pdf">Trapped in the Here and Now </a>– New Insights into Financial Market Analysts Behavior</em>.  Wolfsburg 2011</p>
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