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	<title>Ambiguitätsaversion Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>In Richtung Unsicherheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Nov 2016 16:14:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Public Choice]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als mich im Anschluss an meinen Blogbeitrag von der vergangenen Woche ein Leser fragte, ob ich es denn für möglich hielte, dass Hillary Clinton ihren klaren Vorsprung gegenüber Donald Trump bei den US Präsidentschaftswahlen noch verspielen könnte, mit einem Ja beantwortete, hatte ich noch keine blasse Ahnung davon, was diesen Stimmungsumschwung tatsächlich auslösen könnte (vgl. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9246 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Senti_02112016-300x114.jpg" alt="senti_02112016" width="300" height="114" />Als mich im Anschluss an meinen Blogbeitrag von der vergangenen Woche ein Leser fragte, ob ich es denn für möglich hielte, dass Hillary Clinton ihren klaren Vorsprung gegenüber Donald Trump bei den US Präsidentschaftswahlen noch verspielen könnte, mit einem Ja beantwortete, hatte ich noch keine blasse Ahnung davon, was diesen Stimmungsumschwung tatsächlich auslösen könnte (vgl. <strong><a href="http://joachim-goldberg.com/2016/10/26/eine-scheinbar-klare-sache/">HIER </a>und<a href="https://twitter.com/Der_Goldberg/status/791308548982632448" target="_blank"> HIER</a></strong>). Nun liegt Donald Trump jüngsten Umfragen der Washington Post und ABC News zufolge sogar knapp in Führung und es scheint gerade aus psychologischer Sicht mehr als fraglich, ob Hillary Clinton die drohende Niederlage noch abwenden kann.</p>
<p>Denn bei der Wahl zwischen Trump und Clinton hat ersterer den großen Vorteil, dass dessen frauenfeindliche Äußerungen und Neigung zu sexuellen Belästigungen bereits vor ein paar Wochen bekannt wurden und sich die Wähler mittlerweile bereits daran gewöhnt haben. Ganz anders die Ermittlungen des FBI gegen Clinton, die zu großen Teilen aus einem Aufwärmen bereits bekannter Tatsachen besteht, aber möglicherweise mit geheimnisvollen neuen Erkenntnissen gespickt sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hauptsache ein eindeutiger Charakter</strong></p>
<p>Mit anderen Worten: Die Wähler wissen ziemlich genau – und wenn es auch moralisch noch so fragwürdig wäre – worauf sie sich bei einer Wahl Trumps einlassen würden. Es ist genau das, was gerade desillusionierte Wähler an ihrem Kandidaten lieben: Vertrauenswürdigkeit, Führungsqualitäten und – egal wie – ein Abrechnen mit dem politischen Establishment. Und Clinton? Sie steht nicht nur für ein „weiter so“ des Althergebrachten, sondern bleibt für viele Wähler undurchsichtig. Selbst wenn die Ermittlungen des FBI so kurz vor den Wahlen als zeitlich unpassend und ihr Direktor implizit der Parteilichkeit für den republikanischen Kandidaten beschuldigt wird, ist Clinton den Wählern zumindest wahrnehmungstechnisch eine Wundertüte: Wer weiß was da noch alles kommen mag.</p>
<p>Die US-Wahlen erinnern mich stark an das Brexit-Votum der Briten vor ein paar Monaten. Auch dort fühlten sich kurz vor dem Referendum die Brexit-Gegner in Partylaune, um anschließend eine kalte Dusche nehmen zu müssen. Damals wie heute frage ich mich auch, ob die Entscheider mit dem Referendum bzw. mit der US-Präsidentenwahl zumindest insofern überfordert sind, als wohl kaum jemand von Ihnen der Lage sein dürfte, sämtliche Folgen ihres Votums aus allen Blickwinkeln auch mit allen Konsequenzen zu überblicken. Und gerade in dieser schwierigen Entscheidungssituation bedienen sich die meisten Menschen sogenannter Heuristiken, Faustregeln, die im richtigen Kontext durchaus hilfreich sein können, weil sie die Komplexität schwer überschaubarer Sachverhalte verringern und zu schnellen Ergebnissen führen können. So bevorzugen sie etwa leicht verfügbare Informationen und Sachverhalte, die gerade Donald Trump offensiv präsentiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Abneigung gegen das Mehrdeutige (Ambiguitätsaversion)</strong></p>
<p>Leider kommt es eben auch häufig zu ungenauen und verzerrten Einschätzungen, besonders bei ökonomischen und politischen Sachverhalten. Und die Experten der noch jungen Wissenschaftsdisziplin „Behavioral Public Choice“ sind davon überzeugt, dass sich die Wähler gerade in einem emotional aufgeladenen Umfeld wie die US-Präsidentschaftswahl für die Option entscheiden werden, mit der sie sich im Augenblick wohl fühlen, während Kosten oder Nutzen ihrer Wahl in den Hintergrund treten. Genauso wie die Börsianer klare Sachverhalte gegenüber unsicheren Situationen  bevorzugen, möchten auch die Wähler wissen, mit wem sie es zu tun haben als sich für eine mit Zweifeln (=Mehrdeutigkeit) behaftete Persönlichkeit (Ambiguitätsaversion) zu entscheiden.</p>
<p>Für die Börsianer bedeutet eine Wahl Donald Trumps genau das Gegenteil. Nach einer kurzen Phase der Unsicherheit Rückbesinnung auf den Aufwärtstrend im US-Aktienmarkt und anderswo. Ein knapper Wahlausgang – egal wer gewinnen sollte – bedeutet jedoch fortgesetzte Unsicherheit, denn der Verlierer wird alles versuchen, das Wahlergebnis als manipuliert oder gefälscht darzustellen und im Zweifel seine Niederlage nicht anerkennen. Ganz zu schweigen davon, wenn die/der neue Präsident(in) gegen eine Mehrheit im Senat oder gar im Repräsentantenhaus regieren muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nicht zwingend wie nach dem Brexit-Votum</strong></p>
<p>Deswegen dürfte auch eine Strategie, vieler Investoren, die auf eine ähnliche Marktreaktion wie nach dem Brexit-Votum hoffen, dieses Mal möglicherweise nicht ziehen. Denn es ist keineswegs gesichert, dass die Börsen genauso wie im Juni mit einem kurzen Crash und mit einer sich anschließenden deutlichen Erholung reagieren werden.</p>
<p>Immerhin haben sich die Anleger, die die Börse Frankfurt wöchentlich befragt, zuletzt nicht mehr ganz so optimistisch gezeigt. Was das für die kommenden Tage bedeutet, entnehmen Sie bitte meinem heutigen Kommentar <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Realismus-verdraengt-Optimismus-nur-ein-wenig-1649369" target="_blank"><strong>HIER</strong></a></span>.</p>
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		<title>Rettet den Planeten – mit Elektroautos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 13:21:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ambiguitätsaversion]]></category>
		<category><![CDATA[Time discounting]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist immer schon schwer gewesen, den Menschen Opfer zum langfristigen Wohl unserer Erde abzuringen. Zumal Verluste im Durchschnitt zwei bis zweieinhalb Mal stärker als Gewinne in gleicher Höher bewertet werden. Eine Erkenntnis, die selbst dann Gültigkeit besitzt, wenn es um unsere Umwelt geht. Diese Tendenz wird sogar noch verstärkt, wenn Verluste und Gewinne zeitlich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist immer schon schwer gewesen, den Menschen Opfer zum langfristigen Wohl unserer Erde abzuringen. Zumal Verluste im Durchschnitt zwei bis zweieinhalb Mal stärker als Gewinne in gleicher Höher bewertet werden. Eine Erkenntnis, die selbst dann Gültigkeit besitzt, wenn es um unsere Umwelt geht. Diese Tendenz <span id="more-457"></span>wird sogar noch verstärkt, wenn Verluste und Gewinne zeitlich auseinanderliegen. Denn wir neigen dazu, positive Ergebnisse einer Entscheidung selbst dann deutlich abzuwerten, wenn sie bereits in der nahen Zukunft liegen. Und weil wir außerdem eine Abneigung gegen Ereignisse mit ungewissem Ausgang haben, erfahren jene noch einmal eine zusätzliche Wertminderung. Folglich wird der Nutzen in der Zukunft liegender und mit Ungewissheit behafteter Gewinne drastisch verringert, während wir sofort fällige Kosten in der Gegenwart in voller Stärke wahrnehmen.</p>
<p>Genau deswegen tun sich Menschen so schwer, fürs Alter privat vorzusorgen. Denn die Erträge einer in der fernen Zukunft liegenden monatlichen Rente vermögen oftmals nicht den Schmerz auszugleichen, den ein Verzicht auf Konsum in der Gegenwart mit sich bringt. Selbst wenn die dafür winkende Altersrente über Jahrzehnte durch akkumulierte (zugegebenermaßen unsichere) Zinserträge und Steuervorteile deutlich gesteigert werden kann.</p>
<p>Und so dürfte es auch kaum überraschen, wenn einer jüngsten Nielsen/FT-Umfrage zufolge Verbraucher nicht bereit sind, für ein Elektroauto mehr als für einen herkömmlichen Wagen zu bezahlen. Da mögen selbst gut gemeinte staatliche Öko-Zuschüsse fehlschlagen, wenn jene  den Kaufpreis für das sauberere Auto nur marginal verringern. Tatsächlich müssten derartige Subventionen so hoch sein, dass sie die Anschaffungskosten für ein Elektroauto unter die eines konventionell angetriebenen Kraftfahrzeugs drücken. Denn gute Aussichten für eine sauberere Zukunft und langfristig niedrigere Energiekosten alleine dürften kaum ausreichen, jemanden zum Kauf eines alternativ betriebenen PKW zu bewegen.</p>
<p>„Und wer bezahlt das alles?“ werden Sie jetzt sicherlich fragen. Auch der Staat kann sich natürlich Diskontierungseffekte zunutze machen. Denn nicht nur zukünftige Gewinne, sondern auch in der Zukunft liegende Kosten werden von den Menschen drastisch abgewertet. Man denke nur an die Bafög-Kredite, die Studenten zur Finanzierung ihres Studiums angeboten bekommen. Ein Darlehen, das sich zunächst wie eine drückende Last für die Zukunft ausnimmt, sieht doch gleich viel weniger dramatisch aus, wenn man bedenkt, dass die Rückzahlung der Schuld erst am Ende des Studiums und nur dann beginnt, wenn eine Arbeit mit ausreichendem Einkommen zur Tilgung des Kredits gefunden worden ist. Also ein Ereignis, das erst in der fernen Zukunft liegt und zudem auch noch – weil an eine Bedingung geknüpft – ungewiss ist. Gleichermaßen könnte sich der Staat die Investitionszuschüsse von heute in ein paar Jahren durch zusätzliche Abgaben auf alternative Energien wieder zurückholen. Der Verbraucher jedenfalls würde dies verkraften, vor allem wenn noch niemand weiß, ob überhaupt und auf welche Weise solche Verluste einmal zu Buche schlagen werden.</p>
<p><em> </em></p>
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