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	<title>Ablenkung Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Schöne Bescherung: Was beim Schenken alles schiefgehen kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2015 11:33:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Hedonomics]]></category>
		<category><![CDATA[Ablenkung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jetzt geht es wieder los mit den Weihnachtsmärkten, aber angesichts der jüngsten Terrorbedrohungen mag vielen Menschen die Lust an solchen Einkaufsbummeln vergangen sein. Aber noch sind es vier Wochen bis Heiligabend und mittlerweile gibt es ja auch genug Ausweichmöglichkeiten, nach Geschenken für die Lieben zu fahnden. Eigentlich ist es jedes Jahr dasselbe: Ich bin, wie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt geht es wieder los mit den Weihnachtsmärkten, aber angesichts der jüngsten Terrorbedrohungen mag vielen Menschen die Lust an solchen Einkaufsbummeln vergangen sein. Aber noch sind es vier Wochen bis Heiligabend und mittlerweile gibt es ja auch genug Ausweichmöglichkeiten, nach Geschenken für die Lieben zu fahnden. Eigentlich ist es jedes Jahr dasselbe: Ich bin, wie viele andere Menschen auch, nicht so begabt im Schenken, weil ich oftmals Dinge kaufe, die vor allem mir selbst gefallen und die sich andere wohl eher nicht kaufen würden. Deshalb bekommen in unserer Familie nur noch die Kinder Weihnachtsgeschenke, für uns Erwachsene haben wir hingegen die Bescherung abgeschafft.</p>
<p>Eigentlich sollen Geschenke ja von Herzen kommen und den Eindruck vermitteln, man habe sich bei der Auswahl etwas gedacht. Insofern ist die Frage: &#8222;Was wünschst Du dir denn zu Weihnachten?“ in den meisten Fällen besonders deplatziert, da man sich häufig sowieso nicht an die Vorgaben hält. Am Ende wählt man doch lieber selbst ein Geschenk aus – es soll ja etwas Besonderes und Fantasievolles und nicht nur die Befolgung einer Vorgabe sein. Wie jedoch die Ergebnisse einer Studie zutage fördern<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>, wird das, was wir uns als tolle Überraschung ausgedacht haben, vom Empfänger offenbar nicht so gesehen. Obgleich sich die Schenkenden wahrscheinlich erheblich mehr Mühe gegeben haben, etwas Originelles zu finden, bevorzugen die Empfänger eigentlich das, was sie sich – oft im Rahmen einer Wunschliste – gewünscht haben.</p>
<p>Oder der liebe Partner wünscht sich nur ein einziges Geschenk. Womöglich auch noch ein besonders kostspieliges. Aber es fühlt sich doch etwas seltsam an, wenn unter dem Weihnachtsbaum nur eine einsame, aber sündhaft teure Handtasche steht. Da muss doch noch mindestens eine kleine Überraschung dazu, mag sich manch einer denken. Aber wie schon gesagt: Überraschungen haben es manchmal in sich. Nicht nur dass sie dem Beschenkten nicht gefallen. Nein, die Perlen an den zusätzlich unter dem Weihnachtsbaum liegenden Ohrringen sind im schlimmsten Fall nicht nur unecht. In jedem Fall hat so eine Dreingabe den unerwünschten Nebeneffekt, dass die Aufmerksamkeit von der Hauptattraktion abgelenkt wird und diese in Sekundenschnelle in der Wahrnehmung des Beschenkten rasant an Wert verliert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verschenken Sie schöne Erlebnisse</strong></p>
<p>Man kann es also nur falsch machen. Und wenn ich Ihnen jetzt auch noch von einer weiteren Erkenntnis oben genannter Studie berichte, werden Sie vermutlich noch mehr mit dem Kopf schütteln. Denn jenseits aller Wunschlisten gibt es noch etwas, was Beschenkten noch lieber haben: Geld. Und das ausgerechnet an Weihnachten, wo ein Briefumschlag gefüllt mit frisch gedruckten Euro-Noten als besonders unpersönlich und ideenlos gilt. Ich kenne niemanden, der Bargeld auf seine Wunschliste zu Weihnachten schreiben würde. Vielleicht, weil man sich nicht traut, so konkret nach Geld zu fragen.</p>
<p>Viele Menschen mögen nicht in der Lage sein, sich in andere ausreichend hinein zu versetzen und ihnen das Richtige zu schenken. Bargeld ist immerhin das fungibelste aller Präsente. Der Schenker muss nicht herumraten und der Beschenkte kann sich das leisten, was er sich vielleicht schon länger sehnlichst gewünscht hat.</p>
<p>Am Ende sei jedoch noch eines verraten, egal, für welches Geschenk man sich entscheidet. Erlebnisse zu verschenken<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> kommt häufig besser an, als wenn man sich für Sachgeschenke entscheidet. Denn alles, was messbar ist, wird leicht miteinander verglichen. Vor allem im Familienkreis und unter Freunden ist da vor dem Weihnachtsbaum schnell für Ärger gesorgt, weil der eine womöglich oder vermeintlich besser gefahren ist als der andere. Ein gemeinsamer Opernabend, eine Fahrt ins Blaue, ein Kurzurlaub oder ein gemeinsames Wellnesswochenende sind nicht nur viel persönlicher. Mehr noch sind schöne Erlebnisse nur schlecht vergleichbar. Und vor allem kann sie einem keiner mehr wegnehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Gino, Francesca, Flynn, Francis J.: <em>Give them what they want: The benefits of explicitness in gift exchange</em>, Journal of Experimental Social Psychology 47 (2011) pp. 915-922</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Den Tipp entnahm ich dem Buch des Sozialwissenschaftlers Paul Dolan „absichtlich glücklich“, das im Jahr 2015, im Pattloch Verlag München erschien</p>
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		<title>Auf dem Weg zum Glück (3)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2015 07:58:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ablenkung]]></category>
		<category><![CDATA[Almosen]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Spenden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute möchte ich den letzten Teil der Trilogie zur Bedeutung von Aufmerksamkeit in der Glücksforschung, die mein früherer Mitstreiter, Herman Brodie vor längerer Zeit* erstellt hat, vorstellen. Dieses Mal geht es darum, ob man von einem klammen Mitmenschen, dem man mit einem Geldgeschenk oder einem großzügigen Darlehen aus der Patsche geholfen hat, erwarten darf, dass [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute möchte ich den letzten Teil der Trilogie zur Bedeutung von Aufmerksamkeit in der Glücksforschung, die mein früherer Mitstreiter, Herman Brodie vor längerer Zeit* erstellt hat, vorstellen. Dieses Mal geht es darum, ob man von einem klammen Mitmenschen, dem man mit einem Geldgeschenk oder einem großzügigen Darlehen aus der Patsche geholfen hat, erwarten darf, dass er diese Zuwendung auch sinnvoll verwendet. Spender und Empfänger haben nämlich häufig eine recht unterschiedliche Vorstellung darüber, was sinnvoll ist. Die vorherigen Teile der Trilogie finden Sie übrigens <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.joachim-goldberg.com/auf-dem-weg-zum-glueck/"><strong>HIER</strong></a></span> und <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="https://www.joachim-goldberg.com/auf-dem-weg-zum-glueck-2/">HIER</a></strong></span>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<h2><strong>Aufmerksamkeit Teil 3: Von Almosen und Spendern</strong></h2>
<p><em>von Herman Brodie</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn wir etwas kaufen möchten, von dem wir erwarten, dass es uns glücklich machen wird, sollten wir nicht primär darüber nachdenken, ob wir es tatsächlich wollen oder ob das Objekt der Begierde gar zu teuer ist. Vielmehr sollten wir herausfinden, ob das zu Erwerbende unsere Aufmerksamkeit auch in Zukunft, also beim alltäglichen Gebrauch, an sich binden wird. Ist das nicht der Fall, ist es unwesentlich, ob wir das Gekaufte mögen, geschweige denn, was es gekostet hat.</p>
<p>Das Gleiche gilt übrigens auch, wenn wir Geld ausgeben, um Dingen, die wir nicht mögen, aus dem Weg zu gehen. Dabei sollten wir uns weniger um die Intensität noch die Dauer dessen kümmern, was unser Missfallen erregen könnte. Vielmehr ist für uns entscheidend, wie oft solche Gemeinheiten und negativen Dinge unsere Aufmerksamkeit erregen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Ausgabeverhalten armer Menschen, das ich an dieser Stelle etwas näher beleuchten möchte.</p>
<p>Gutmenschen regt wahrscheinlich nichts mehr auf, als wenn sie Bedürftigen ein Almosen zukommen lassen und diese dann das Geld für ein Kabel-TV-Abonnement, Zigaretten oder Lottoscheine ausgeben. Schnell fragt man sich dann: Warum müssen diese Menschen ihre wertvolle Zeit mit sinnlosen Game-Shows und dummen Telenovelas verschwenden, statt ihre Energie etwa für die Jobsuche sinnvoll einzusetzen? Warum tun diese Menschen Dinge, die nachweislich schlecht für ihre Gesundheit sind und ihre Lebenserwartung und ihr Leistungsvermögen senken – bei gleichzeitiger Steigerung der Gesundheitskosten? Aus der Armut hilft ihnen das alles nicht heraus. Warum müssen ausgerechnet diese bemitleidenswerten Leute an Spielen teilnehmen, deren Gewinnchancen einen negativen Erwartungswert haben? Wäre es nicht besser, dieses Geld auf ein Ausbildungskonto für die Kinder einzuzahlen, damit diese später wenigstens eine Chance auf sozialen Aufstieg haben? Kurzum: Warum verwenden die Almosenempfänger Geld nicht genauso sinnvoll wie ihre großherzigen Gönner?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Enttäuschte Spender</strong></p>
<p>Der Grund, warum großzügige und wohlhabende Spender so oft vom Verhalten der von ihnen Beschenkten enttäuscht sind, liegt darin, dass sie sich ein Leben in Armut schlichtweg nicht vorstellen können. Sie vermögen sich einfach kein Bild darüber zu machen, wie es sich anfühlt, stundenlang eine langweilige und schmutzige Arbeit gegen niedrige Bezahlung verrichten zu müssen. Oder wie es ist, in einer heruntergekommenen Wohnung zu leben, sich permanent Sorgen machen zu müssen, was der nächste Tag wohl bringen wird.</p>
<p>Wer kein Geld hat, wird seine ganze Aufmerksamkeit zwangsläufig seiner Armut widmen. Wenn aber so jemand an etwas anderes zu denken versucht, führen ihn die Gedanken automatisch immer wieder zu seinem persönlichen Elend zurück.</p>
<p>Daher bringt jede erfolgreiche Ablenkung von dieser Situation, und sei es auch nur für kurze Zeit, für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Betroffenen möglicherweise enorme Vorteile mit sich. Damit möchte ich nicht sagen, Zigarettenkonsum, Glücksspiele und Kabel-Fernsehprogramme seien per se gut. Aber sie haben durchaus positive Eigenschaften, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sein mögen. Natürlich können auch Glücksspiele mit geringem Einsatz – wenn man etwa nur eines statt zehn Felder auf dem Lottosschein bespielt – oder preisgünstige Freizeitaktivitäten das gleiche Maß an Ablenkung wie teure Ausflüge bringen. Dennoch kann man nicht davon ausgehen, dass das Ausgabeverhalten der großzügigen Spender und das ihrer armen Nutznießer gleich sind. Denn beide maximieren ihr Glück bzw. minimieren ihr Unglück mit unterschiedlicher Zielsetzung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>* (erschien im August 2013 schon einmal unter blognition.de)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/auf-dem-weg-zum-glueck-3/">Auf dem Weg zum Glück (3)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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