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	<title>Von der Seitenlinie Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Warum Bronze besser als Silber ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jul 2014 12:55:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Seitenlinie]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball WM]]></category>
		<category><![CDATA[Peak-End-Effekt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Endlich ist Deutschland Weltmeister im Fußball geworden. Gratulation! „Das war doch auch längst fällig“, wird sich mancher Fußballfan gesagt haben, denn immer „nur“ Dritter wie bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 oder nur Zweiter wie bei der Europameisterschaft 2008 zu sein, hatte bei manch einem zuletzt sogar für eine gewisse Ungeduld gesorgt. Dabei gab es [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich ist Deutschland Weltmeister im Fußball geworden. Gratulation! „Das war doch auch längst fällig“, wird sich mancher Fußballfan gesagt haben, denn immer „nur“ Dritter wie bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 oder nur Zweiter wie bei der Europameisterschaft 2008 zu sein, hatte bei manch einem zuletzt sogar für eine gewisse Ungeduld gesorgt. Dabei gab es gerade während der vergangenen großen Turniere immer wieder großartige Spiele der Deutschen und natürlich auch prächtig herausgespielte Siege. Auch bei der Weltmeisterschaft in Brasilien ist das nicht anders gewesen, wobei sich die Nationalmannschaft gerade mit den glänzenden Siegen gegen Portugal (4:0) und dem sensationellen 7:1 gegen den Gastgeber Brasilien selbst einen Referenzpunkt gesetzt hatte, der nur noch durch einen Turniersieg selbst überboten werden konnte.</p>
<p>Wie aber mögen sich die anderen gefühlt haben. Keine Frage – mit einem vierten Platz tragen viele Brasilianer womöglich sogar Trauerflor, obwohl, absolut betrachtet, unter die letzten vier eines so hochkarätigen Turniers zu kommen doch auch schon eine Menge bedeutet. Selbst wenn man als Favorit gehandelt wurde. Aber der Mensch bewertet nun einmal relativ.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Knapp daneben ist auch daneben</strong></p>
<p>Und die Holländer? Gab es da nicht Stimmen, man wolle das Spiel um den dritten Platz abschaffen? Dabei kann ich mir vorstellen, dass sich die Niederländer am Ende über einen dritten Platz bei diesem Turnier mehr gefreut haben als über das verloren gegangene Finale bei der Weltmeisterschaft in Südafrika 2010. Obgleich es doch damals im Endspiel ganz knapp zuging. Man hatte nur mit 0:1 gegen Spanien verloren und das auch erst nach Verlängerung. So wie Argentinien gestern gegen Deutschland. Aber als Zweiter fährt man mit einer Niederlage nach Hause und als Dritter hat man eben ein Spiel gewonnen, obwohl der Einzug ins Finale zuvor verpasst wurde. Was wir am Ende in Erinnerung behalten, ist nach einer geglückten Transaktion an den Finanzmärkten und nach einem schönen Fußballturnier ganz ähnlich: Eben die jeweiligen Höhepunkte und die letzten Erlebnisse, die darüber entscheiden, ob wir so etwas noch einmal erleben oder lieber schnell vergessen möchten.</p>
<p>Aber noch etwas kennen wir bereits von den Olympischen Spielen, bei denen aus psychologischer Sicht eine Bronzemedaille mehr wert sein kann als eine silberne. Denn der Dritte kann sich mit all denen vergleichen, die es nicht aufs Treppchen geschafft haben. Dem Zweiten aber bleibt auch hier die undankbare Rolle des relativen Verlierers: Die Freude, Zweitbester zu sein, wiegt nicht so stark wie das Bedauern, den Sieg verfehlt zu haben. Und so ist das Spiel um den dritten Platz mehr als nur der Kampf um Bronze. Es ist das gute Gefühl, dass es beim Fußballturnier ab dem Halbfinale nicht nur einen Gewinner und drei Verlierer gibt.</p>
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		<title>Gesucht: Staubsauger mit Vorhersagekraft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jun 2014 15:26:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Seitenlinie]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nein, ich habe mir für die Fußball-WM kein Tier zugelegt, das mir den Ausgang der Deutschland-Spiele vorhersagen soll. Auch unsere Schildkröte wollte ich nicht bemühen, im Terrarium zwischen drei Salattöpfchen entscheiden zu müssen, welcher Spielausgang für die deutsche Nationalmannschaft im nächsten Spiel vorgezeichnet sein soll. Dennoch: Ich war einen Moment lang versucht, mir einen dieser [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, ich habe mir für die Fußball-WM kein Tier zugelegt, das mir den Ausgang der Deutschland-Spiele vorhersagen soll. Auch unsere Schildkröte wollte ich nicht bemühen, im Terrarium zwischen drei Salattöpfchen entscheiden zu müssen, welcher Spielausgang für die deutsche Nationalmannschaft im nächsten Spiel vorgezeichnet sein soll.</p>
<p>Dennoch: Ich war einen Moment lang versucht, mir einen dieser Roboter-Staubsauger zuzulegen, aber die Vernunft hat gesiegt. Denn dass ich ausgerechnet das Modell erwerben würde, das mir im Idealfall bis zum Finale alle sieben Spiele – ob Sieg, Unentschieden oder Niederlage – durch Wahl der richtigen Zimmertür korrekt vorhersagen würde, war doch unwahrscheinlich. Außerdem möchte ich nur etwas über die Zukunft wissen, wenn Sie mir gewogen ist.</p>
<p>Immerhin haben Roboter-Staubsauger gegenüber Menschen den großen Vorteil, nicht voreingenommen zu sein. Deswegen ist auch der berühmte Dart-Pfeile werfende Affe mit seinen Würfen treffsicherer als die meisten Börsianer und Fußballpropheten.</p>
<p>Damit wir uns in Sachen DAX aber nicht auf Staubsauger verlassen müssen, hat die Börse Frankfurt heute wieder einmal die Stimmung unter institutionellen und privaten Marktteilnehmern erhoben – meinen Kommentar hierzu finden Sie <strong><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktstimmung+mehr+optimismus+trotz+fed+unsicherheit+69496">hier</a></strong>.</p>
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		<title>Glück auf Schalke!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 10:32:51 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Normen]]></category>
		<category><![CDATA[Schalke 04]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
		<category><![CDATA[verhaltensorientierte Ökonomie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Glück auf!“ Dieser Gruß hat einst die Hoffnung der Bergleute zum Ausdruck gebracht, nicht nur wieder heil nach Hause zu kommen, sondern auch beim Graben nach Kohle und Erzen erfolgreich zu sein. Als wir vor ein paar Wochen an dieser Stelle über so genannte Star-Bonds schrieben, ahnten wir nicht, dass ausgerechnet der Fußballverein Schalke 04 [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>„Glück auf!“ Dieser Gruß hat einst die Hoffnung der Bergleute zum Ausdruck gebracht, nicht nur wieder heil nach Hause zu kommen, sondern auch beim Graben nach Kohle und Erzen erfolgreich zu sein. Als wir vor ein paar Wochen an dieser Stelle über so genannte Star-Bonds schrieben, ahnten wir nicht, dass ausgerechnet der Fußballverein Schalke 04 <span id="more-6630"></span>mit einer eigenen Anleihe auf den Markt kommen würde. Schalke*, der Revierverein mit Tradition, der über kein offizielles Rating verfügt, möchte bei seinen Fans zehn Millionen Euro einsammeln. Die Anleihe soll sechs Jahre laufen und das bei einem 5,5-prozentigen Kupon. Die Stückelung ist mit 100 und 500 Euro so gewählt, dass auch Fans mit nicht so dickem Geldbeutel mit von der Partie sein können. Und für die ganz geschichtsbewussten Schalke-Anhänger gibt es – eingedenk des Gründungsjahres des Traditionsvereins – sogar eine Anleihe zum Nennwert von 1.904 Euro.</p>
<p>Ich möchte an dieser Stelle nicht über mögliche Probleme bei der Rückzahlung der Anleihe spekulieren, obwohl der hohe Zins nicht von ungefähr die finanziellen Risiken des Vereins reflektiert. Aber wenn man schon auf das Traditionsbewusstsein der Fans setzt – warum ist man auf Emittentenseite nicht weiter gegangen und hat sich Erkenntnisse der verhaltensorientierten Ökonomie zunutze gemacht? Indem man etwa die Anleihe in Form effektiver Stücke begeben hätte. Ein Bond mit dem Konterfei der Mannschaft samt Autogrammen aller Spieler über dem Bett – ein wahrer Fan würde dieses Stück Papier eher einrahmen und für immer behalten als es bei Fälligkeit zurückzugeben. Auch dürfte es manchem Anhänger schwer fallen, einen Zinskupon, bedruckt mit dem Kopf seines Fußballgottes, tatsächlich einzulösen. Zumindest, solange dieser und sein Verein erfolgreichen Fußball spielen.</p>
<p> *Schalke war einst ein vom Bergbau geprägter Stadtteil von Gelsenkirchen. Auf dem Gelände der Zeche Consolidation entstand in der 1920er Jahren die berühmte Schalker Glückauf-Kampfbahn.</p>
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		<title>RoKos Rückkehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 08:19:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Seitenlinie]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Koch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Ole von Beust hat Kanzlerin Angela Merkel nun ihren sechsten Ministerpräsidenten innerhalb eines Jahres verloren. Aber der aus psychologischer Sicht interessanteste unter ihnen, ist der Dritte in der Reihe, der vor gut zwei Monaten seinen Rückzug von allen politischen Ämtern Valuta Jahresultimo angekündigt hat. Sicherlich können Sie sich denken, von wem die Rede ist. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Ole von Beust hat Kanzlerin Angela Merkel nun ihren sechsten Ministerpräsidenten innerhalb eines Jahres verloren. Aber der aus psychologischer Sicht interessanteste unter ihnen, ist der Dritte in der Reihe, der vor gut zwei Monaten seinen Rückzug von allen politischen Ämtern Valuta Jahresultimo angekündigt hat. Sicherlich können Sie sich denken, von wem die Rede ist. <span id="more-237"></span>Es handelt sich um Roland Koch, Noch-Ministerpräsident, der sich sicherlich zu Höherem berufen fühlte, als Hessens Geschicke zu lenken. Doch Finanzminister hätte ihm vermutlich auch nicht gereicht. Und das Kanzleramt? Das gibt Frau Merkel bestimmt nicht her. Roland Koch, dem man nachsagt, er könne ohne Politik nicht leben, ist also tatsächlich in die freie Wirtschaft unterwegs. Und wie sich schon nach kurzer Zeit herausstellen sollte, hat er offenbar ein Supertiming gehabt. Besser als viele Börsianer. Die Wahl in Nordrhein-Westfalen war für seine Partei ohnehin gerade verloren, und seither ging es in den Umfragen für die schwarz-gelbe Koalition eigentlich immer nur bergab. Bis zum bisherigen traurigen Tiefpunkt, der Bundespräsidentenwahl in drei Anläufen. Nein, RoKo, wie ihn manche Junge-Unionler ebenso ehrfürchtig wie liebevoll nennen, hatte nicht nur das sinkende Stimmungsschiff rechtzeitig verlassen, er muss auch der Entscheidungsalternative, weiterzumachen, keine Träne nachweinen. Kurzum: Psychologisch gesehen befindet er sich in einer recht angenehmen Situation, da weit und breit kein Argument zu entdecken ist, das ihn seinen Abschied aus der Politik bedauern (Regret) lassen könnte. Vielmehr wartet in der freien Wirtschaft der ein oder andere lukrative Job auf ihn. Ein rundum komfortables  (konsonantes) Erlebnis.</p>
<p>Bereits am vergangenen Wochenende wurden aus der CDU Stimmen laut, Koch solle doch seinen Entschluss noch einmal überdenken. Das wäre wie „Gewinne einstreichen“. „Viel zu früh!“, winkt er aber sofort ab. Zumal sich das Tor zur Macht in den vergangenen Tagen bestenfalls in den Medien ein bisschen geöffnet hat. Recht hätte er jetzt schon mit seinem Rücktritt gehabt – ein mentaler Gewinn, aber zu gering, um die hedonistische Wahrnehmungsschwelle überschreiten zu können.</p>
<p>Und so werden sich die Rufer damit abfinden müssen, dass RoKo noch zwei, drei Mal die Rückkehrwünsche seiner Parteifreunde abweisen wird. Aber selbst wenn die Kanzlerin in höchster Not als größtmögliches Opfer ihren Stuhl für ihn freimachen würde, hätte Koch zwar einen Machtgewinn und das einzige Amt im Staat, das er für sich als angemessen erachtet. Und vielleicht erläge er ja dieser Versuchung. Der maximale mentale Gewinn würde realisiert. Aber wäre er nicht noch viel mächtiger als Drahtzieher in der freien Wirtschaft? Mit dem Recht, sich immer wieder mit erhobenem Zeigefinger in die Tagespolitik einmischen zu dürfen: „Hättet Ihr damals auf mich gehört – Ihr wäret heute besser dran!“ So spricht Einer, der schon immer alles hat kommen sehen.</p>
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		<title>Oktopussi 3: Das verdorbene Wochenende</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 14:28:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Seitenlinie]]></category>
		<category><![CDATA[Dissonnanz]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Zufall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jetzt bin ich richtig in der Zwickmühle, weil ich nicht mehr weiß, was ich mir wünschen soll. Denn seit heute Mittag steht fest: Das Tentakel-Orakel hat sich beim WM-Spiel Deutschland-Uruguay für die deutsche Muschel entschieden. Aber im Grunde meines Herzens setze ich darauf, dass Oktopus-Paul hoffentlich nicht ein siebtes Mal hintereinander richtig liegt. Weil ich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt bin ich richtig in der Zwickmühle, weil ich nicht mehr weiß, was ich mir wünschen soll. Denn seit heute Mittag steht fest: Das Tentakel-Orakel hat sich beim WM-Spiel Deutschland-Uruguay für die deutsche Muschel entschieden. Aber im Grunde meines Herzens <span id="more-207"></span>setze ich darauf, dass Oktopus-Paul hoffentlich nicht ein siebtes Mal hintereinander richtig liegt. Weil ich sonst (vgl. „Oktopussi 2“ und „das Orakel von Oberhausen“) so langsam in Erklärungsnotstand käme. (Ja, ja – ein Croupier im Spielkasino Baden-Baden hat mir vor ein paar Jahren einmal erzählt, als längste Farbenserie beim Roulette sei 40 Mal hintereinander „rot“ gekommen). Aber, wenn Paulchen ausgerechnet dieses Mal unrecht hätte, würde Deutschland ja nicht einmal mehr den dritten Platz bei der Fußball-WM belegen. Was mich dann auch wieder ärgern würde. Beste Voraussetzungen für ein verdorbenes Wochenende!</p>
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		<title>Oktopussi 2: Das habe ich kommen sehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 12:49:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Seitenlinie]]></category>
		<category><![CDATA[Bauchgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Hindsight Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentativität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich doch insgeheim immer schon so ein komisches Gefühl im Magen gehabt. Vor dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft bereits. Sicherlich war ich noch vom neuen Fußballstil der jungen Wilden berauscht. Und gerade weil dieser neue Stil nicht gerade schweizerisch ist, haben wir wohl am Ende verloren. Aber mein Bauch hätte es mir sagen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/oktopussi-2-das-habe-ich-kommen-sehen/">Oktopussi 2: Das habe ich kommen sehen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich doch insgeheim immer schon so ein komisches Gefühl im Magen gehabt. Vor dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft bereits. <span id="more-800"></span>Sicherlich war ich noch vom neuen Fußballstil der jungen Wilden berauscht. Und gerade weil dieser neue Stil nicht gerade schweizerisch ist, haben wir wohl am Ende verloren. Aber mein Bauch hätte es mir sagen können. Jogi ist eben nicht Otmar Hitzfeld. Eigentlich musste alles so kommen. Nein, nicht weil ich mich gestern abfällig über Oktopus Paul geäußert hatte. Aber spätestens als er die spanische Muschel verschlang, hätte ich wissen müssen, dass uns Tiere prognosetechnisch überlegen sind. Und nach sechs Treffern hintereinander spielt es auch für die Medien eigentlich keine Rolle mehr, ob Pauls Vorhersagen reinem Zufall oder tatsächlichem Können geschuldet waren. Und so wird es viele geben, die wieder einmal dem so genannten Hindsight-Bias erlegen sind, ein Mechanismus, der uns den Tag nach Durban etwas erträglicher erscheinen lässt.</p>
<p>Was aber bedeutet Pauls Serie für die gestern erwähnte Repräsentativitätsheuristik? Rational betrachtet bedeutet der jüngste Treffer, dass die Chance aus je zwei Alternativen sechs Mal hintereinander die Richtige zu wählen, immerhin noch 1:64 beträgt. Unterdessen habe ich aber auch erfahren, dass es neben Paul auch noch andere Tiere gab, die mit ihren Prognosen allerdings nicht so viel Erfolg hatten. Etwa im Chemnitzer Zoo, wo nicht nur das Flusspferd Petty, das Stachelschwein Leon oder gar die Krallenäffchen ihre Voten – mit wechselndem Erfolg – in der Vorrunde abgegeben hatten. Genauso wenig wie von ihnen, wird man in kurzer Zeit auch nicht mehr von einer kompletten argentinischen Tierschau sprechen, angeführt von Sayko dem Delphin, Macky dem Seehund, Paco dem Papagei oder der Schildkröte Jorge, die mit ihrem einstimmigen Votum für die Gauchos am vergangenen Sonntag alles klar machen wollten.</p>
<p>Auch wenn sich einige aus falschen Rachegedanken heute einen Tintenfisch zum Mittagessen zubereiten mögen – ich würde Paul schon aus grundsätzlichen Erwägungen die Treue halten. Nach der Fußball-WM könnte man (gegen Geld versteht sich) das Tier vielleicht fest in der alten Börse als Zuschauerattraktion installieren. Mit je einem Muscheltopf für Kaufen oder Verkaufen. Wobei das Sterberisiko von Paul – etwa als Überbringer schlechter Nachrichten wie im Spanien-Spiel – an der Börse ungleich höher wäre.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/oktopussi-2-das-habe-ich-kommen-sehen/">Oktopussi 2: Das habe ich kommen sehen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Das Orakel von Oberhausen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 08:46:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Von der Seitenlinie]]></category>
		<category><![CDATA[Prognoseserien]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentativität]]></category>
		<category><![CDATA[Voreingenommenheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Paul, der Tintenfisch aus Oberhausen, ist bereits vor Beendigung der Fußballweltmeisterschaft berühmt-berüchtigt. Etwa in Argentinien, wo man ihn wegen seiner richtigen Prognose zum jüngsten Länderspiel gegen Deutschland am liebsten auf den Grill geworfen hätte. Tatsächlich hatte Paul schon während der EM 2008 eine überzeugende Trefferquote von 80 Prozent für die deutschen Spiele vorzuweisen – zugegebenermaßen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/das-orakel-von-oberhausen/">Das Orakel von Oberhausen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Paul, der Tintenfisch aus Oberhausen, ist bereits vor Beendigung der Fußballweltmeisterschaft berühmt-berüchtigt. Etwa in Argentinien, wo man ihn wegen seiner richtigen Prognose zum jüngsten Länderspiel gegen Deutschland am liebsten auf den Grill geworfen hätte. Tatsächlich hatte Paul schon während der EM 2008 eine überzeugende <span id="more-195"></span>Trefferquote von 80 Prozent für die deutschen Spiele vorzuweisen – zugegebenermaßen habe ich den Fisch damals nicht gekannt und mich auf andere Auguren verlassen.</p>
<p>Jetzt aber wird es natürlich eng, denn während der WM hat der Tintenfisch, der keine Unentschieden kennt, alle fünf Spiele der Deutschen richtig vorhergesagt. Und gegen Spanien droht heute, so denn das Tentakel-Orakel erneut richtig liegt, eine Niederlage. Natürlich handelt es sich auch hier wieder um eine dieser viel zu kurzen Serien, die unser Meerestier weltbekannt gemacht haben. Aber mancher Börsen-Guru hat es mit noch kleineren Trefferserien zu Weltruhm gebracht, nach dem Motto: Das kann kein Zufall mehr sein. – Psychologen würden indes klar analysieren: Das ist eine Folge der Repräsentativitätsheuristik.  </p>
<p>Aber mal konkret: Wie viele Tintenfische benötigen Sie, um einen zu finden, der sich zwischen zwei Muscheltöpfchen fünf Mal hintereinander für den mit der richtigen Flagge entscheidet? Keine Sorge: Theoretisch reichen bereits 32 dieser Tierchen, um eines mit fünf richtigen Vorhersagen hintereinander zu finden.</p>
<p>Immerhin haben Oktopusse gegenüber Menschen den großen Vorteil, nicht voreingenommen zu sein. Deswegen ist auch der berühmte Dart-Pfeile werfende Affe mit seinen Würfen treffsicherer als die meisten Börsianer und Fußballpropheten. Die Tierschützer, die Paul ins Meer zurückbringen wollen, müssen sich jedoch beeilen, falls Tintenfisch-Paul heute Recht behalten sollte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/das-orakel-von-oberhausen/">Das Orakel von Oberhausen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Präsidentenwahl benötigt Elfmeterschiessen</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/prasidentenwahl-deutschlands-benotigt-elfmeterschiessen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 16:04:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Von der Seitenlinie]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[Overconfidence]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist eingetreten, was Pessimisten befürchtet und womit manche Optimisten kokettiert hatten: Wir benötigen einen dritten Wahlgang für die Wahl des Bundespräsidenten. Was eigentlich kein Problem wäre, wenn es zuvor aus dem schwarz-gelben Lager nicht so starke, teilweise auch unnötige verbale Commitments gegeben hätte. Wieder einmal ist anscheinend die Overconfidence Falle zugeschnappt. Stimmen, die dem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eingetreten, was Pessimisten befürchtet und womit manche Optimisten kokettiert hatten: Wir benötigen einen dritten Wahlgang für die Wahl des Bundespräsidenten. Was eigentlich kein Problem wäre, wenn <span id="more-798"></span>es zuvor aus dem schwarz-gelben Lager nicht so starke, teilweise auch unnötige verbale Commitments gegeben hätte. Wieder einmal ist anscheinend die Overconfidence Falle zugeschnappt. Stimmen, die dem Favoriten Wulff  im ersten Wahlgang fehlten, könnte man ja noch als natürlichen Denkzettel einzelner Protestler gegen die schwarz/gelbe Regierung durchgehen lassen. Aber offenbar sind nicht alle Abweichler im zweiten Wahlgang wieder auf Linie zurück gebracht worden – entgegen landläufiger Erwartung und mehrfach beschworenem Corpsgeist.</p>
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