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	<title>Zwangsabgabe Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Nur die Schnellen gewinnen beim Bank-Run</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 09:42:51 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Lösungsvorschläge zum Zypern-Problem können derzeit bereits in dem Augenblick Makulatur sein, wo sie kommentiert werden. Dennoch scheint die Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in Zypern noch nicht vom Tisch zu sein. Indes ist mir schleierhaft geblieben,<span id="more-5886"></span> warum eine nicht geringe Anzahl von Kommentatoren diese Abgabe als (Teil)Enteignung der Sparer bezeichnet. Abgesehen davon, dass Spareinlagen in Zypern deutlich höher als etwa in Deutschland verzinst wurden – auf diesen Umstand wies mich ein Leser des gestrigen Blogbeitrags von Herman Brodie hin – und diese höheren Zinsen letztlich auch eine Risikoprämie für diese Anlagen darstellten, wird die Abgabe den Bürgern schlicht und einfach nicht richtig verkauft. Denn es besteht nicht eine Wahl zwischen einem 100-prozentigen Erhalt der Einlagen oder deren Abwertung um bis zu rund 10 Prozent. Vielmehr handelt es sich um die Wahl zwischen einer Abwertung der Einlage oder deren kompletten Verlust, wenn die Banken zusammenbrechen sollten. Und genau und <i>nur</i> für diesen Fall würde ein staatliches Garantieversprechen, etwa ein Anlegerschutz bis 100.000 Euro, ziehen. Zu behaupten, eine Zwangsabgabe würde dieses Commitment infrage stellen ist, so gesehen, schlichter Unsinn. Aber man darf sich natürlich fragen, wer hinter diesem staatlichen Garantieversprechen am Ende steht: Diejenigen, die den Staat ausmachen, seine Bürger. So gesehen, sorgt ein so genannter Bail-in durch eine Zwangsabgabe zumindest dafür, dass der Staat solvent bleibt.</p>
<p>Am Zypern-Drama wird unterdessen wieder einmal deutlich, dass es am Ende ganz einfach nur um die Frage geht, wer die Schulden der schwächeren Länder der Eurozone bezahlen muss. Dieses Gefühl einer gemeinschaftlichen Verantwortung der Stärkeren für die Schwächeren funktioniert jedoch in der Eurozone nur begrenzt, etwa bei den Transferzahlungen, die jetzt schon stattfinden. Aber auch eine Ebene tiefer, beim Länderfinanzausgleich innerhalb Deutschlands geht schon das Gejammer der Stärkeren los, wenn sie für die schwächeren Bundesländer einstehen sollen. Oder, wenn die Reicheren in der Gesellschaft für die Ärmeren zahlen sollen. Ein Ausgleich, der oft noch nicht einmal in Familien funktioniert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Zweifelhaftes Recht auf Sicherheit</b></p>
<p>In der Folge kämpft im Zweifel jeder für sich und sieht zu, wie er sein hart Erspartes irgendwie in Sicherheit bringt. Manch einer, indem er sein Geld von der Bank abhebt, in Gold tauscht, unters Kopfkissen legt oder anderweitig „in Sicherheit“ zu bringen glaubt. Dabei ist diese Sicherheit eine Illusion, denn im richtigen Krisenfall, der vielleicht sogar Unruhen mit sich bringt, kann man sich leicht ausmalen wie schnell man Geld und Gold womöglich mit Gewalt abgenommen bekommt. Im Namen dieser Sicherheit und dem Recht auf Eigentum, werden jedoch sowieso nur die Schnellsten beim vielerorts befürchteten Bank-Run noch ihr Geld bekommen und es so dem Abgabenschwert des Staates entziehen. Ist das sozial? Für die Langsamen bleibt der Geldautomat verschlossen. Mit anderen Worten – und das mag vielleicht für die Finanzkrise besonders gelten: Die Zeche müssen am Ende die Gläubiger bezahlen und nicht die Schuldner. Ein Risiko, wofür jene in guten Zeiten guten Zins und Zinseszins (Dinge die manche Zeitgenossen abscheulich und unmoralisch finden) bekommen haben.  </p>
<p>Dass sich die DAX-Investoren derzeit nur wenig von den zypriotischen Problemen beeinflussen lassen, zeigt die jüngste Stimmungserhebung, die wir mit der Börse Frankfurt durchgeführt und die <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+krise+welche+krise+48313">ich hier kommentiert</a></span> habe. Um die Detailanalyse hat sich dieses Mal mein Mitstreiter <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/marktsentiment+krise+welche+krise+48313#reiter=detailanalyse%20"><span style="text-decoration: underline;">Gianni Hirschmüller</span> </a>gekümmert.</p>
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