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	<title>Zentralbankpolitik Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Kronberger Offsite mit Nebenwirkungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Nov 2019 05:50:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Handelskonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralbankpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>EUR USD (1,1015)             Es schien gestern noch einmal ein ausgesprochen langweiliger Handelstag zu werden – so war jedenfalls unser Eindruck auf den ersten Blick. Wichtige ökonomische Daten standen nicht auf der Agenda, und der ifo-Geschäftsklima-Index für Deutschland bot – gemessen an den Erwartungen der Ökonomen – nicht mehr als einen Anlass zu seiner puren Erwähnung. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1015)</strong>             Es schien gestern noch einmal ein ausgesprochen langweiliger Handelstag zu werden – so war jedenfalls unser Eindruck auf den ersten Blick. Wichtige ökonomische Daten standen nicht auf der Agenda, und der ifo-Geschäftsklima-Index für Deutschland bot – gemessen an den Erwartungen der Ökonomen – nicht mehr als einen Anlass zu seiner puren Erwähnung. Ja, der Index ist um 0,3 Punkte gegenüber dem Vormonat gestiegen, liegt aber mit 95,0 nicht einmal einen Punkt über dem Jahrestief vom August (94,3).  Da scheint es mir schon sehr optimistisch, die Zahl von gestern, wie mancherorts geschehen, als Stimmungsaufheller gegen bedrückende Rezessionsängste oder gar als Trendwende für die anhaltend schlechte Situation beim verarbeitenden Gewerbe in Deutschland zu interpretieren. Immerhin: Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür, und auf die heimische Nachfrage war bisher stets Verlass.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11357" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/26112019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/26112019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/11/26112019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Selektiver Konsens</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eigentlich kann man es nicht mehr hören, wenn es Nachrichten zum Handelskonflikt gibt. Gestern waren es wieder einmal positive Meldungen, wonach die USA und China der chinesischen <em>Global Times</em> zufolge im Prinzip einen breiten Konsens für das Teilabkommen „Phase eins“ erzielt hätten. Dennoch gibt es natürlich mittlerweile jede Menge Marktteilnehmer, die hinter solchen Meldungen nicht viel mehr als heiße Luft sehen, weil bei aller Übereinkunft ein Schlüsselproblem wahrscheinlich immer noch nicht gelöst ist: Die nach wie vor offene Frage, inwieweit die Strafzölle seitens der USA konkret beseitigt werden. Gefühlt scheinen jedoch vor allen Dingen die Aktienmärkte jenseits des Atlantiks positive Nachrichten vom Handelskonflikt stärker als skeptische Informationen zu bewerten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Entscheidungsprozesse auf dem Prüfstand</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Von den Akteuren an den Finanzmärkten wenig beachtet wurde bislang dagegen ein wahrscheinlich als „Offsite meeting“ einzustufendes Treffen, zu dem die frischgebackene EZB-Präsidentin Christine Lagarde die 25 Ratsmitglieder der Zentralbank bereits in der vergangenen Woche nach Kronberg im Taunus eingeladen hatte. Möglicherweise als Folge der dort entstandenen Diskussionen meldete sich gestern EZB-Ratsmitglied Robert Holzmann zu Wort. Der seit September sich im Amt befindende neue Präsident der Österreichischen Nationalbank wies nämlich darauf hin, dass die EZB-Entscheider in den kommenden Monaten alle geldpolitischen Ziele auf den Prüfstand stellen würden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dabei dürfte weniger interessant sein, dass sich Holzmann für eine Senkung des Inflationsziels und bekanntermaßen gegen negative Zinsen aussprach. Viel wichtiger scheint mir zu sein, dass die Art der Entscheidungsprozesse innerhalb des EZB-Rates offenbar verändert werden soll. Holzmann wird von Reuters zumindest dahingehend zitiert – und die Nachrichtenagentur beruft sich dabei zudem auf verlässliche Quellen –, dass in Zukunft geldpolitische Entscheidungen nicht mehr mit einfacher Mehrheit, sondern als Konsensentscheidungen gefällt werden sollen. Man darf gespannt sein, wie Christine Lagarde vor allem in Krisenzeiten die Falken und Tauben im EZB-Rat unter einen Hut bringen wird. Mit anderen Worten: Zusätzliche geldpolitische Lockerungen zu denen, die bereits bestehen, dürften künftig nur mit größten Schwierigkeiten beschlossen werden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Diese nicht gerade als taubenhaft zu bezeichnende Perspektive hat dem Euro allerdings auch gestern nicht geholfen. Wieder einmal gab es ein marginal niedrigeres Tagestief, begleitet von einer Handelsbandbreite von rund 30 Punkten. Auch wenn die Gemeinschaftswährung unter Druck bleibt, dürfte gute Nachfrage bis 1,0950 ein stärkeres Abgleiten verhindern. Der Stabilitätspunkt liegt nun bei 1,1080.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Auf Negativzinsen fixiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2016 09:54:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Fed]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC]]></category>
		<category><![CDATA[Goldbergs Thema des Monats]]></category>
		<category><![CDATA[Negativzinsen]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralbankpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das gestern veröffentlichte Protokoll zur Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) vom 26./27. Januar unterstreicht erneut, dass sich die Fed innerlich bereits längst von weiteren Zinserhöhungen für das Jahr 2016 immer weiter verabschiedet. Eigentlich bedarf es nur noch einiger Zeit, bis die Akteure an den Finanzmärkten, die diese Tendenz schon längst vorweggenommen haben, noch mehr [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das gestern veröffentlichte Protokoll zur Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) vom 26./27. Januar unterstreicht erneut, dass sich die Fed innerlich bereits längst von weiteren Zinserhöhungen für das Jahr 2016 immer weiter verabschiedet. Eigentlich bedarf es nur noch einiger Zeit, bis die Akteure an den Finanzmärkten, die diese Tendenz schon längst vorweggenommen haben, noch mehr verbale Statements diesbezüglich zu hören bekommen. Genau genommen hat das sogar schon angefangen, wenn etwa gestern James Bullard äußerte, es sei unklug, mit den Zinserhöhungen weiter zu machen. Dies ist derselbe Präsident der Fed von St. Louis, der sich noch vor einem Monat für vier Zinserhöhungen in diesem Jahr stark machte! Dabei ist es nicht die US-Konjunktur die während dieser Zeit einen sichtbaren Schlag ins Kontor bekommen hätte. Vielmehr sind es die Aktienmärkte, die den Entscheidern bei der Fed Sorgen machen. Genau deswegen ist nun James Bullard wie auch schon bei früheren Gelegenheiten verbal zur Stelle.</p>
<p>Ich habe es schon häufiger betont, was etwa ein Einsturz des US-Leitindex S&amp;P 500 von 20 Prozent, ausgelöst durch eine „falsche“ US Notenbankpolitik, für die Superreichen in den USA bedeuten würde. Denn ein Kursrückgang im Aktienmarkt schlägt sich in deren Portfolien überproportional stark nieder. Somit kann ich nur immer wieder den Journalist und Schriftsteller Robert Frank zitieren, der den S&amp;P 500 bereits vor Längerem als das neue Bruttoinlandsprodukt bezeichnete.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Politik für die Superreichen</strong></p>
<p>Und es ist angesichts der Verwerfungen am Aktienmarkt bis zum vergangenen Donnerstag kein Wunder, dass sich die Beobachter fragen, ob die US-Notenbank nicht sogar ihre Entscheidung vom vergangenen Dezember zurücknehmen muss und letztlich sich dem Kanon der Europäischen Zentralbank und der Bank von Japan (BoJ) anschließen muss, die sich nun mit Negativzinsen versuchen.</p>
<p>Aber bereits der jüngste Zinsschritt der BoJ in negatives Zinsterrain hat gezeigt, dass die Finanzmärkte dieses Experiment als Verzweiflungstat interpretieren. Einzig hierzulande scheint die Börse vordergründig betrachtet der Fed zuzujubeln, deren Vertreter sich geradezu rührend um den Aktienmarkt kümmern. Aber vielleicht war der Aktienmarkt ohnehin für eine korrektive Erholung überfällig.</p>
<p>Dennoch treibt mich das Thema Negativzinsen um, weil ich Zins im weitesten Sinne eigentlich immer als ein Entgelt für eine Wartezeit begriffen habe, weswegen mir Negativzinsen zutiefst unsinnig erscheinen. Aber vielleicht hat der frühere Chef der Federal Reserve von Minneapolis, Narayana Kocherlakota, einst eine Obertaube im FOMC, Recht, wenn er nur zögerlich eine Negativzinspolitik mit einer Perspektive bis zu einem Leitzins von minus 3 Prozent unterstützt. Mehr noch, bezeichnet er diese es als ein riesiges Versagen der Fiskalpolitik, dass Zentralbanken zu solchen Mitteln greifen müssten.</p>
<p>Möglicherweise wären staatliche Stimulusprogramme wesentlich erfolgreicher gewesen. Zumindest wäre die Chance erheblich höher, dass das Geld für eine Ankurbelung der Inflation direkt bei den Richtigen angekommen wäre. „<a href="https://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/goldberg/index.html" target="_blank"><em>Zentralbankpolitik im Zeichen von Negativzinsen</em></a>“ ist übrigens auch mein heutiges Thema des Monats, das ich für die WGZ Bank verfasst habe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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