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	<title>Verbalintervention Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Fri, 11 Sep 2020 04:48:01 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kein Wort gegen den Euro</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2020 04:48:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Ratssitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Verbalintervention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Ausgang der gestrigen EZB-Ratssitzung dürfte einigen Marktteilnehmern und Analysten nicht ins Konzept gepasst haben. Das lassen zumindest die Reaktion des Euro im Verhältnis zum US-Dollar sowie verschiedene Kommentare vermuten. Dabei hatte die EZB erwartungsgemäß keine geldpolitischen Entscheidungen getroffen – das Anleihekaufprogramm PEPP bleibt unverändert bei 1,35 Billionen, die „regulären „Anleihekäufe“ bei monatlich 20 Mrd. Euro, und die Leitzinsen wurden ebenfalls nicht angerührt. Was die gestern ebenfalls fälligen Wachstumsprojektionen angeht, ist der Ausblick der EZB-Entscheider...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/kein-wort-gegen-den-euro/">Kein Wort gegen den Euro</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1835)</strong>             Der Ausgang der gestrigen EZB-Ratssitzung dürfte einigen Marktteilnehmern und Analysten nicht ins Konzept gepasst haben. Das lassen zumindest die Reaktion des Euro im Verhältnis zum US-Dollar sowie verschiedene Kommentare vermuten. Dabei hatte die EZB erwartungsgemäß keine geldpolitischen Entscheidungen getroffen – das Anleihekaufprogramm PEPP bleibt unverändert bei 1,35 Billionen, die „regulären „Anleihekäufe“ bei monatlich 20 Mrd. Euro, und die Leitzinsen wurden ebenfalls nicht angerührt.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12477" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/11092020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/11092020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/11092020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was die gestern ebenfalls fälligen Wachstumsprojektionen angeht, ist der Ausblick der EZB-Entscheider nicht mehr ganz so pessimistisch wie im Juni: Man erwartet für dieses Jahr nur noch eine Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts in der Eurozone um 8 Prozent (Juni: 8,7 Prozent).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Grünes Licht für Euro-Aufwertung?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so konzentrierte sich das Interesse der Akteure vornehmlich darauf, wie die EZB mit dem rund 10-prozentigen Anstieg des Euro seit Mitte Mai umgehen würde. Vor allem, nachdem EZB-Chefvolkswirt Philipp Lane erst vor einigen Tagen betont hatte, dass die Entwicklung der Währung [des Euro] für die EZB wichtig sei, obgleich die Zentralbank kein bestimmtes Wechselkursziel anpeile. Zwar betonte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass der Anstieg des Euro und sein negativer Einfluss auf den Preisauftrieb in der Eurozone eingehend diskutiert worden seien. Indes: Lagarde betonte, es gebe keinen Grund für Überreaktionen auf den Euro-Anstieg. Auch machte sie keine Anstalten, den Euro herunter zu reden. Andererseits äußerte sie sich auch nicht dazu, ob dessen Anstieg als gerechtfertigt zu bezeichnen sei. Kurzum: Der kurzfristige Sprung des Euro auf 1,1915 zeigt, dass die Händler offenbar mit einer stärkeren Positionierung der EZB gegen den Euro gerechnet hatten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Fundamental gerechtfertigt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ein Kommentator brachte diese Enttäuschung gewissermaßen auf den Punkt, als er äußerte, die EZB habe sich nicht rechtzeitig um den Euro gekümmert. Dabei ist es nun einmal nicht das Mandat der EZB, sich primär um den Wechselkurs zu kümmern. Zumal der Anstieg der Gemeinschaftswährung während der vergangenen Monate fundamental nicht ungerechtfertigt erscheint. Was nicht in erster Linie daran liegt, dass Europa mit der Corona-Krise besser umgegangen sein mag als die USA. Vielmehr ist mit dem Wiederaufbaufonds der EU der Grundstein für eine europäische Fiskalunion gelegt worden. Und im gleichen Zuge hat sich das Vertrauen in den Euro erhöht. Paradoxerweise trägt nun ausgerechnet die Anhebung der Wachstumsprojektion der EZB für die Eurozone – und eine geforderte stärkere Kommunikation dieser Verbesserung – zu einer weiteren Stärkung dieses Vertrauens bei. Und des Euro.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Euro-Trend ist auch Dollar-Story</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der Anstieg des Euro ist naturgemäß nicht nur eine Euro-, sondern auch eine Dollar-Story. Vielleicht letzteres noch viel mehr. Zumal sich die Anzeichen mehren, dass das Vertrauen der Investoren, insbesondere Chinas in den US-Dollar, zuletzt nicht gerade gestiegen ist. Nicht nur wegen einer stark erhöhten US-Staatsverschuldung. Nicht zum ersten Mal haben wir erst unlängst wieder einmal zur Kenntnis nehmen können, dass China womöglich erwägt, seinen Bestand in US-Staatsanleihen zu senken – zuletzt ging es dabei um eine Größenordnung von etwas mehr als 200 Mrd. USD (vgl. Global Times).</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Eigentlich hat sich Christine Lagarde gestern ganz gut aus der Affäre gezogen. Sie hat sich nicht festgelegt und Verbalinterventionen aus gutem Grund vermieden. Zumal Verbalinterventionen erfahrungsgemäß verpuffen, wenn sie nicht in absehbarer Zeit von Taten, also tatsächlichen Interventionen, gefolgt werden. Letztlich können sie Trends, gegen die sie gerichtet sind, sogar verstärken. Allerdings ist an direkte Deviseninterventionen gegen den Euro nicht im Entferntesten zu denken, zumal diese ohne die Hilfe anderer Zentralbanken in der Vergangenheit meist zum Scheitern verurteilt waren. Der EZB bleibt letztlich nichts anderes übrig, als ihre ohnehin schon lockere Geldpolitik noch einmal zu lockern, aber nicht primär wegen eines zu stark erscheinenden Euro.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Trotz des gestrigen Sprungs des Euro, konnte dieser interessanterweise den Auslöser für eine Beendigung der derzeitigen Korrekturphase im Aufwärtstrend bei <strong>1,1915 </strong>nicht überwinden. Solange dies nicht der Fall ist, bleibt die Gemeinschaftswährung anfällig für erneute Korrekturen in Richtung <strong>1,1690</strong>, insbesondere, wenn <strong>1,1800</strong> nicht gehalten werden kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Verbalinterventionen verpuffen schnell</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2020 04:41:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollbedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
		<category><![CDATA[Verbalintervention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht wenige Kommentatoren haben Philipp Lane gestern ein gutes Timing bescheinigt. Der Chefvolkswirt der EZB scheint zumindest teilweise für die deutliche Korrektur des Euro seit vorgestern Abend verantwortlich zu sein. Und das, nachdem die Gemeinschaftswährung zuvor die „psychologisch wichtige Marke“ von 1,20 USD zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder überschritten hatte. Lanes Äußerungen, dass die Wechselkursentwicklung einen wichtigen Einfluss auf die geldpolitischen Rahmenbedingungen habe, wurden von vielen Akteuren und Kommentatoren als eine Art Verbalintervention ausgelegt. Auch wenn Lane betonte, die EZB strebe keinen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1810)</strong>             Nicht wenige Kommentatoren haben Philipp Lane gestern ein gutes Timing bescheinigt. Der Chefvolkswirt der EZB scheint zumindest teilweise für die deutliche Korrektur des Euro seit vorgestern Abend verantwortlich zu sein. Und das, nachdem die Gemeinschaftswährung zuvor die „psychologisch wichtige Marke“ von 1,20 USD zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder überschritten hatte. Lanes Äußerungen, dass die Wechselkursentwicklung einen wichtigen Einfluss auf die geldpolitischen Rahmenbedingungen habe, wurden von vielen Akteuren und Kommentatoren als eine Art Verbalintervention ausgelegt. Auch wenn Lane betonte, die EZB strebe keinen bestimmten Wechselkurs an. <img decoding="async" class="alignright wp-image-12450" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/03092020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/03092020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/03092020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>„Überfällige Korrektur“</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Man kann natürlich auch argumentieren, dass die Marktteilnehmer ohnehin im Vorfeld der Korrektur ziemlich stark im Euro auf der Long-Seite positioniert waren (vgl. <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/09/01/bereits-gut-eingedeckt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span> und <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2020/08/28/eine-neue-strategie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HIER</a></strong></span>), so dass die recht deutliche Reaktion von bislang 1,7 Prozent in der Spitze überfällig gewesen sei. Aber war der Euro tatsächlich in zu kurzer Zeit zu stark gestiegen? Wobei nicht übersehen werden sollte, dass der Dollar im gleichen Zuge gegenüber einem Korb an Währungen, gemessen am Dollar-Index, in der Spitze um 1,3 Prozent zulegte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Irrelevante Bezugspunkte</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Hat sich der Euro zu Wochenbeginn auch im großen Bild zu fest gezeigt? Es gibt tatsächlich Analysten, die darauf verweisen, dass die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar nur unwesentlich von ihrem Eröffnungskurs von 1,1740 aus dem Jahr 1999 bzw. mit 1,20 ziemlich exakt auf ihrem Mittelwert seit der Einführung des Euro vor knapp 22 Jahren gelegen habe. Indes: Das ist in der Tat ein sehr langer Zeitraum, und seither ist viel zu viel passiert, als dass diese Werte noch eine Bedeutung haben könnten. Aber zur Orientierung und aus Gründen des menschlichen Kontrollbedürfnisses sind nun einmal Extrem- und Durchschnittswerte sowie runde Zahlen gefragt. Aber allzu oft stellen sich die für uns so wichtigen Bezugspunkte, um zu ermessen, was hoch oder tief sein soll, im Nachhinein als irrelevant dar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Kurz bemerkt (Verbalinterventionen)</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und was Verbalinterventionen betrifft, zeigt meine jahrzehntelange Erfahrung, dass diese nicht nur relativ schnell verpuffen, wenn den Worten keine Taten folgen, sondern auch bei Wiederholung mit abnehmendem Interesse aufgenommen werden. Auch wenn das manche Währungsstrategen nicht wahrhaben wollen. Natürlich drückt ein weiter steigender Euro möglicherweise auf die Inflationserwartungen und die Exporte. Aber wenn „der Markt“ mit dem Euro etwas anderes im Sinn hat – etwa, weil es manchen schwergewichtigen Investor weg aus dem Dollar und in Richtung Euro zieht –, kann eine Zentralbank ohnehin nicht allzu viel dagegen ausrichten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat der Aufwärtstrend des Euro gestern deutlich an Momentum verloren und bleibt daher im Korrekturmodus, der sich auch noch in Richtung <strong>1,1740</strong> bzw. <strong>1,1705</strong> ausweiten kann. Auf der anderen Seite würde diese Phase nach Überschreiten von <strong>1,1935/40 </strong>jedoch beendet.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kurzzeitig über 1,20 USD</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2020 04:51:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Trend]]></category>
		<category><![CDATA[Verbalintervention]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Natürlich befindet sich der Dollar im Abwärtstrend. Aber gestern war es zumindest für kurze Zeit der Euro, der die Aufmerksamkeit der Kommentatoren auf sich zog. Und wenn es sich auch nur um die Tatsache handelte, dass zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder das Niveau von 1,20 USD kurzzeitig überwunden werden konnte. Aber es gab eigentlich nur wenige Stimmen, die den Anstieg der Gemeinschaftswährung als ungerechtfertigt empfanden. Allenfalls die Börsianer machen sich hierzulande Sorge, dass der schwache Dollar den Exporteuren Kopfzerbrechen bereiten könnte. Aber wir haben schon Zeiten gesehen, in denen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/kurzzeitig-ueber-120-usd/">Kurzzeitig über 1,20 USD</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1910)</strong>             Natürlich befindet sich der Dollar im Abwärtstrend. Aber gestern war es zumindest für kurze Zeit der Euro, der die Aufmerksamkeit der Kommentatoren auf sich zog. Und wenn es sich auch nur um die Tatsache handelte, dass zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder das Niveau von 1,20 USD kurzzeitig überwunden werden konnte. Aber es gab eigentlich nur wenige Stimmen, die den Anstieg der Gemeinschaftswährung als ungerechtfertigt empfanden. Allenfalls die Börsianer machen sich hierzulande Sorge, dass der schwache Dollar den Exporteuren Kopfzerbrechen bereiten könnte. Aber wir haben schon Zeiten gesehen, in denen der Euro deutlich höher stand und Deutschland trotzdem Exportweltmeister wurde. Mit anderen Worten: Viele Marktteilnehmer scheinen in Sachen Euro nicht allzu schief zu liegen. <img decoding="async" class="alignright wp-image-12438" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/02092020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/02092020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/09/02092020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Überraschung kam aus der anderen Ecke</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Erstaunlich ist dennoch, dass die Bekanntgabe der Fed am vergangenen Donnerstag, sie werde das Inflationsziel von 2 Prozent in Zukunft in Relation zu einer Berechnung von Durchschnittswerten definieren, so viel Aufsehen erregt hat. Denn diese Änderung hatten etliche Akteure an den Finanzmärkten erwartet.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich dürfte die Marktteilnehmer viel mehr überrascht haben, dass die US-Notenbank nunmehr geldpolitisch anders an den Arbeitsmarkt bzw. die Beschäftigung herangehen wird. Nämlich asymmetrisch. Man lässt die Beschäftigung – derzeit kann man davon natürlich nur träumen – im Zweifel heiß laufen, ohne die geldpolitischen Zügel wie früher in diesem Fall zu straffen. Es sei denn, es entstünden tatsächlich deutliche unerwünschte Inflationsgefahren.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Niedrige US-Zinsen für eine Ewigkeit </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und sollte die Beschäftigungssituation hinter dem angestrebten Maximum zurückbleiben, wird die Notenbank nach wie vor geldpolitisch (mit Lockerungen) dagegenhalten. Kurzum: In den USA wird es nun womöglich über Jahre dauern – so sieht es zumindest der Markt –, bis man wieder eine Erhöhung der Leitzinsen zu sehen bekommen wird. Im gleichen Zuge wird nicht nur der Dollar als Reservewährung weniger attraktiv, sondern von der Fed sind selbst auf mittlere Sicht kaum falkenhafte Anwandlungen zu erwarten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun wird auf der anderen Seite die Europäische Zentralbank nur wenig gegen den steigenden Euro tun können. Im besten Fall mag es aus ihren Reihen Stimmen – wie gestern etwa die von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane – geben, die in Richtung einer Verbalintervention gehen. Mehr aber auch nicht. Indes: Die EZB wurde gestern zum ersten Mal seit vier Jahren wieder mit Deflation konfrontiert. Denn die vorläufigen Konsumentenpreise der Eurozone sind im August gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozent gefallen. Ökonomen hatten indes im Mittel ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Mancher Kommentator erwartet bereits eine ernsthafte Herausforderung („Feuerprobe“) für die EZB-Präsidentin Christine Lagarde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Euro-Trend ist gesund</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hat der Euro gestern sein Potenzial an der Oberseite (<strong>1,2020/25</strong>) zunächst einmal so gut wie ausgeschöpft. Und weil es danach recht flott in die andere Richtung ging und der Dollar eine deutliche Erholung hinlegte, drängte sich natürlich der Verdacht auf, dass der erheblich besser als erwartet ausgefallene US-Einkaufsmanagerindex der Industrie in der Version des ISM für diese Reaktion verantwortlich war. Der Wert von 56,0 lag nicht nur über der Konsensschätzung, sondern am oberen Ende der Schätzung der Ökonomen. Allerdings war zu jenem Zeitpunkt gut die Hälfte der Korrektur bis zum europäischen Handelsschluss bereits abgewickelt. Vielmehr hat sich der Aufwärtstrend des Euro gestern bilderbuchmäßig entwickelt und wurde, ohne zu überhitzen, rechtzeitig korrigiert. Das Momentum bleibt jedoch unbeeinträchtigt, solange an der Unterseite <strong>1,1855/60</strong> nicht unterlaufen wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/kurzzeitig-ueber-120-usd/">Kurzzeitig über 1,20 USD</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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