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	<title>Venedig Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Ausgelöffelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 06:10:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer (wie ich vor wenigen Wochen) mit Kindern in Italien Sommerurlaub macht, wird natürlich auch Eis essen gehen. Hierzulande ist das ein relativ einfaches Rechenexempel: Eine Kugel kostet 90 Cent oder einen Euro, mehrere Kugeln ein Mehrfaches davon. In Venedig sieht die Preisgestaltung indes ganz anders aus. Die haben sich wirklich etwas einfallen lassen, stellte [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: small;">Wer (wie ich vor wenigen Wochen) mit Kindern in Italien Sommerurlaub macht, wird natürlich auch Eis essen gehen. Hierzulande ist das ein relativ einfaches Rechenexempel: Eine Kugel kostet 90 Cent oder einen Euro, mehrere Kugeln ein Mehrfaches davon. In Venedig sieht die Preisgestaltung indes ganz anders aus. Die haben sich wirklich etwas einfallen lassen, <span id="more-2276"></span>stellte ich schon bei meinem ersten Spaziergang auf dem Lido fest. Da blieb ich also mit meinen drei Kindern im Gefolge an einem Eisstand stehen, bei dem die erste Kugel 1,30, zwei Kugeln 2,00, drei 2,80 und vier Bällchen für 3,50 Euro angeboten wurden. In Anbetracht des Umstands, dass der Urlaub gerade erst begonnen und dies sicher nicht das letzte Eis, das wir verspeisen würden, bleiben sollte, hätte ich normalerweise für jeden von uns eine Kugel in der Waffel geordert. Doch mein Sohn rechnete blitzschnell nach und kam auf den stattlichen Betrag von 5,20 Euro für vier Personen. Sofort war mir klar, dass ich mich wieder einmal in einer Falle befand.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Die Preisstrategie der venezianischen Eisdiele erinnerte mich an meine Zeit als Devisenhändler, als ich immer wieder beobachten konnte, wie Kollegen bereit waren, zu einer Verlustposition weitere Engagements zu günstigeren Preisen hinzu zu mischen. Eine Strategie, die man landläufig auch als &#8222;verbilligen &#8220; bezeichnet und von der ich nichts halte, vor allem nicht, wenn man dann bei Erreichen des durchschnittlichen Einstandspreises die komplette Position glatt stellt, um ohne Verlust wieder aus der Geschichte herauszukommen. Deshalb wollte ich auch auf dem Lido meinen Prinzipien treu bleiben. Aber vier einzelne Eisportionen hörte sich für mich wie vier Verluste à 1,30 €, also richtig brutal an. Und so überwand ich meine üblichen Bedenken und entschied mich für eine Strategie, die mir eigentlich durch die Preisgestaltung der Eisdiele suggeriert worden war: Ich entschied mich, vier Kugeln in einem Becher für uns alle zusammen zu bestellen, womit ich mir den Effekt des Verbilligens auf meine Weise zunutze machte: Statt der 5,20 musste ich nur noch 3,50 Euro bezahlen. Das war günstiger als die 3,60 Euro, die ich in Frankfurt mindestens für vier Kugeln hätte bezahlen müssen.  Allerdings hatte dieser Trade einen gravierenden Nachteil, den wir wenige Schritte nach Verlassen der Eisdiele unmittelbar zu spüren bekamen: Wir vier hatten zwar dem Eisverkäufer ein Schnippchen geschlagen, besaßen aber nur einen Löffel, um das Eis gemeinsam zu verzehren. </span></p>
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		<title>Schmerzensgeld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 05:45:15 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Venedig gilt als teure Stadt. Aber das stimmt nur zum Teil. Denn touristisch gesehen gibt es nur in  San Marco und Rialto ständig „Acqua alta“. Abseits dieser Massenströme kann man nicht nur zu fünft in einem angenehmen und bezahlbaren Quartier wohnen, sondern auch zu akzeptablen Preisen essen gehen. Nur bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bleiben [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Venedig gilt als teure Stadt. Aber das stimmt nur zum Teil. Denn touristisch gesehen gibt es nur in  San Marco und Rialto ständig „Acqua alta“. Abseits dieser Massenströme kann man nicht nur zu fünft in einem angenehmen und bezahlbaren Quartier wohnen, sondern auch zu akzeptablen Preisen essen gehen.<span id="more-2097"></span> Nur bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bleiben einem keine gestalterischen Möglichkeiten. Natürlich kann man sich zu Fuß auf den Weg machen und sich im Gewirr der Gassen verlieren, aber gleichzeitig bieten die Verkehrsbetriebe ein recht engmaschiges Liniennetz auf dem Wasser an. Und wer etwa auf dem nahe gelegenen Lido dem Städtealltag entfliehen und das Strandleben genießen möchte, besteigt einfach einen dieser stets überfüllten Dampfer und tuckert los. Allein die Fahrpreise wirken abschreckend, doch mit einer Wochenkarte zum Preis von 50 Euro kann man alle Boote unbegrenzt und unentwegt benutzen. Leider gibt es für Kinder keine Ermäßigung, so dass ich zähneknirschend 250 Euro für die erste Ferienwoche berappte.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Tatsächlich gelang es mir, dem Zahlenmenschen, diese bittere Pille schnell zu vergessen. Und als ich meine erste entspannte Bootsfahrt mit dem Wochenticket zurücklegte, fiel mein Blick auf eine Warntafel: Rucksäcke nicht auf dem Rücken tragen, sondern in der Hand. Der beengten Verhältnisse auf dem Boote wegen. Daneben befand sich ein weiteres Schild, wonach Schwarzfahren 48 Euro kosten sollte. Das ist mehr als beim RMV und dem VGF, den Frankfurter Nahverkehrsverbünden, die 40 Euro verlangen, aber die 48 sahen für mich wie eine Einladung zu einem Vergehen aus. So wie ein teurer Frucht-Joghurt, der mit einem Preis von 98 Cent und nicht für 1,01 Euro angeboten wird, damit er möglichst schnell einen Käufer findet. Ob man in Venedig noch nie etwas von Schwellenpreisen gehört hat? Wie wäre es mit einer abschreckenden 50-Euro-Strafe fürs Schwarzfahren? Oder einer Wochenkarte für verlockende 48 statt der satten 50 Euro? </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>Übrigens: Venedig ist nicht wirklich familienfeindlich. Im berühmten Café Florian am Markusplatz etwa erspart man den Kindern um 22 Uhr abends den obligaten Zuschlag von sechs Euro pro Gedeck für die kleine Kapelle, die vor den weit geöffneten Fenstern aufspielt. Erwachsene müssen indes für diese Fülle des Misslauts auch noch zahlen. Das Wort Schmerzensgeld erhält da einen ganz neuen Sinn.<span id="mce_marker"> </span></p>
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